Glyphosat-Verbot in der EU – demnächst wird abgestimmt

Glyphosat ist ein Wirkstoff in Totalherbiziden (das sind breitenwirksame Unkrautvernichtungsmittel) und steht im Verdacht Krebs und möglicherweise andere Krankheiten zu verursachen sowie mitschuldig am Artensterben zu sein. Am 25. Oktober soll die EU entscheiden, ob Glyphosat weiterhin zugelassen bleibt. Dabei ist die Stimme Deutschlands wichtig.

Totalherbizide sind Unkrautvernichtungsmittel, die jede Pflanze bei Kontakt abtöten. Glyphosat ist ein besonders effektiver Wirkstoff, weil es sich in der Pflanze ausbreitet.

Recherche nach glyphosathaltigen Pestiziden auf der Seikte des BVL

Recherche nach glyphosathaltigen Pestiziden auf der Seite des BVL

Monsanto hat Glyphosat entwickelt und 1971 patentieren lassen. Wer in der frei zugänglichen Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nach Glyphosat recherchiert, erhält 3 1/2 Seiten mit Ergebnissen, in welchen Pflanzenschutzmitteln Glyphosat enthalten ist. Darunter sind Roundup, Glyphogan, Landmaster, Profi Glyphosat, Bayer Garten Unkrautfrei, Compo Filatex Unkraut-frei, Raiffeisen Gartenkraft Total Unkraut-Frei, Taifun forte, Vorox Unkrautfrei und viele andere. Schon an den Präparatenamen ist zu erkennen, dass dieser Wirkstoff nicht nur in Unkrautvernichtungsmitteln für die Landwirtschaft beziehungsweise für Profis, sondern auch in solchen für den Hausgarten enthalten ist und dass die Produkte nicht nur von Monsanto sondern von vielen verschiedenen Herstellern stammen.

Glyphosat und Gesundheit

Glyphosat wurde schon in der Muttermilch, im Urin von Kleinkindern, im Bier und sonst wo nachgewiesen. Die Seite der Hersteller sagt, das sei ungefährlich. Sie unterlegt das mit eigenen und von ihnen in Auftrag gegebenen Studien. Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Kritiker von Monsanto & Co. haben Glyphosat dagegen als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Ob Glyphosat krebserregend oder nicht, ist also umstritten. Die meisten Menschen allerdings mögen die Vorstellung nicht, dass ihr Körper oder der ihrer Kinder diesen künstlichen, pflanzengiftigen Stoff enthält. Es wird darüber hinaus diskutiert, ob Glyphosat den Hormonhaushalt und die Darmflora beeinträchtigen sowie die Ursache oder zumindest eine der Ursachen für die Zunahme von Fettleibigkeit, Unverträglichkeiten, Reizdarmsyndrom, Depressionen, Alzheimer und Autismus ist.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte die Aufgabe, die Gefahren durch Glyphosat für Mensch und Umwelt zu untersuchen. Dieses Gutachten sollte die Vorarbeit für die Bewertungen durch die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) und die Europäische Chemikalienbehörde (ECHA) liefern. Doch das BfR hat in seinem Gutachten anscheinend wichtige Passagen aus dem Zulassungsantrag von Monsanto ohne Quellenangaben übernommen und von anderen für wichtig erachtete Studien, die auf eine Gefahr hindeuten, als unwichtig beiseitegeschoben. Das Vertrauen in die BfR ist jedenfalls spätestens jetzt auch dahin.

Glyphosat und Artensterben (Bienen, Schmetterlinge, Vögel etc.)

Glyphosat steht nicht nur im Verdacht, Krebs und eventuell andere Krankheiten zu verursachen, sondern ist ein wichtiger Faktor der industriellen Landwirtschaft, die auch für einen beträchtlichen Teil an Umweltbelastung sowie das dramatische Artensterben bei Pflanzen, Insekten, Vögeln und anderen Lebewesen oberhalb des Bodens als auch im Boden verantwortlich gemacht wird. Diesen Schuh müssen sich allerdings nicht nur die Pestizidhersteller und Landwirte der konventionellen Landwirtschaft anziehen, sondern ebenfalls Hobbygärtner und Hausmeister, die Unkrautvernichtungsmittel verwenden, die Glyphosat enthalten.

Deutschlands Rolle bei der Glyphosat-Zulassung in der EU

Frankreich und Österreich werden sich sehr wahrscheinlich gegen die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung aussprechen. Aber wenn sich Deutschland wieder enthält – weil sich wieder einmal der von der CSU gestellte Agrarminister für Glyphosat ausspricht, während die Umweltministerin, die aktuell von der SPD gestellt wird, dagegen ausspricht -, kommt wahrscheinlich keine Mehrheit für den Entzug der Zulassung zustande.

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Man darf also gespannt sein, wie die Abstimmung über die Zulassungsverlängerung von Glyphosat ausgeht. Verschiedene Organisationen rufen zur Teilnahme an Petitionen auf, die Einfluss auf die deutsche Entscheidung nehmen könnten, beispielsweise Campact.

Wer Landwirte unterstützen möchte, die kein Glyphosat verwenden und sich auch sonst für die Umwelt starkmachen, sollte Bioprodukte bevorzugen beziehungsweise bei Betrieben, Verarbeitern und Vermarktern des ökologischen Landbaus (Agrarökologie) direkt enkaufen.

Wer gegen Glyphosat ist, sollte natürlich auch in seinem eigenen Garten unbedingt darauf verzichten.

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Smart Garden: Smarte Helfer im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse per App steuern

Die einen wollen ihren Mähroboter von unterwegs aus zum Rasenmähen schicken, die anderen die Urlaubsbewässerung kontrollieren können und wieder andere Hobbygärtner und Hobbygärtnerinnen fühlen sich sicherer, wenn sie ihre Gartenbeleuchtung von unterwegs steuern können. Für all diese Wünsche gibt es Lösungen, der Oberbegriff dafür heißt „Smart Garden“ – entsprechend dem Begriff Smart Home*.

Mähroboter mit Stofftieren

Rasenmähroboter gibt es nun schon seit ein paar Jahren. Sie brummen mehr oder weniger vollautomatisch über ihr mit einem eingelassenen Begrenzungsdraht markiertes Stück Rasen. Zu Anfang konnte man sie nur manuell über einen Knopf am Gerät oder über eine Fernbedienung in Bewegung setzen, siehe auch mein Bericht über einen Rasenmäher-Roboter (geschrieben für einen Kunden). Die neue smarte Generation der Mähroboter kann man sogar über eine App auf dem Smartphone oder Tablet steuern.

Beispiel: Der unten abgebildete Gardena Mähroboter mit Smart Control ist mit dem Smartphone über ein smart Gateway vernetzt und kann mit der Gardena smart App für iOS und Android gesteuert werden. (Dagegen spricht allerdings, dass Rasenmähroboter gefährlich für kleine Tiere sein können, weswegen man sie eigentlich tagsüber und nur unter Aufsicht einsetzen sollte.)

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Ähnlich verhält es sich bei Bewässerungssystemen für den Garten, Terrassen, Balkone und Kleingewächshäuser: Brauchbare Verteilsysteme, gespeist über einen Wasseranschluss oder über einen Wasservorratsbehälter, gibt es schon lange – für Töpfe, Kästen und/oder Beete. Ebenso gibt es seit Jahrzehnten Möglichkeiten zur Automatisierung dieser Bewässerungssysteme – auch für Hobbygärtner: Meistens wurden sie bisher über Feuchtefühler, Zeitschaltuhren (und/oder) Bewässerungscomputern an- und abgeschaltet. Seit Kurzem gibt es nun auch Steuerungssysteme, die man über eine App konfigurieren und steuern kann, beispielsweise das Gardena Water Control System.

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Zum Smart Garden gehört auch die App-gesteuerte Gartenbeleuchtung beziehungsweise die Beleuchtung auf Balkon und Terrasse. Beim LIGHTIFY System von OSRAM* werden LED-Leuchten mithilfe des Lightify Gateways miteinander vernetzt und per App vom Smartphone oder Tablet aus gesteuert.

Springbrunnen- und Bachlaufpumpen kann man ebenfalls aus der Ferne an- und abschalten, indem man sie an eine spezielle Gartensteckdose* hängt, die in das/ein (Haus-)WLAN integriert wird.

Manch einem Naturliebhaber mag der Smart Garden wie eine Spielerei für Technikfreaks vorkommen. Tatsächlich ist der Smart Garden nur einer von vielen, teilweise ganz gegensätzlichen Gartentrends. Doch dieser Anschluss des Balkons oder Gartens an die digitale Welt kann Berufstätigen oder Menschen, die viel unterwegs sind, das Leben mit ihren Pflanzen erleichtern und damit verschönern. Wer sich nicht selbst mit der Installation und Konfiguration seiner smarten Haus- und Gartengeräte befassen will, kann auch eine Fachfirma (www.tinto.de/fachfirma/) damit beauftragen, und sich selbst nur mit der Bedienung der fertigen Installation befassen.

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Garten: Wie bringt man Abwechslung ins Staudenbeet?

Staudenbeete haben den Vorteil, dass man nicht jedes Jahr neu pflanzen muss, denn Stauden sind winterhart und treiben jedes Jahr wieder aus dem Boden aus. Das spart Zeit und Geld. Tatsächlich werden Staudenbeete meist von Jahr zu Jahr schöner – jedenfalls, wenn man Stauden oder Pflanzengemeinschaften gepflanzt hat, die zum Standort allgemein (Licht, Klima, Boden etc.) und zum Platz innerhalb der Pflanzengemeinschaft (Beschattung durch Nachbarpflanzen, Kleinklima, Konkurrenzdruck etc.) passen. So nachhaltig und erfreulich es ist, wenn sich eine Pflanzengemeinschaft als nachhaltig herausstellt, kann sich dadurch nach ein paar Jahren auch ein bisschen Langeweile einstellen und man wünscht sich etwas Abwechslung. Wie kann man frischen Wind ins Staudenbeet bringen?

Kleines Staudenbeet auf einem Tiefgaragendach.

Kleines Staudenbeet auf einem Tiefgaragendach. Nach fünf Jahren überlege ich, ob und wie ich etwas Abwechslung ins Staudenbeet bringen könnte.

Bestandsaufnahme

Diese Überlegungen sollte man anstellen, bevor man sich an die Planung macht:

  • Wie hat sich das Beet in den letzten Jahren gewandelt?
  • Worin liegen die Ursachen? Hat sich beispielsweise der Standort verändert, weil die Gehölze größer geworden sind (Schatten, Konkurrenz um Wasser und Nahrung)?
  • Welche Pflanzen haben sich gut entwickelt und welche nicht?
  • Was gefällt mir am Beet und was nicht?
  • Was wünsche ich mir von meinem verschönerten/neuen Staudenbeet?

Aus solchen Erwägungen ergibt sich meist schon, ob man das ganze Beet umgestalten möchte/muss oder ob punktuelle Eingriffe ausreichen.

Bei einer Neuanlage würde man eine neue Beetplanung vornehmen, alle Stauden herausnehmen, den Boden verbessern und dann alte(/geteilte) und neue Stauden nach dem neuen Plan einpflanzen.

Eine komplette Beeterneuerung ist nicht nur bei großen Veränderungswünschen/-zwängen zu empfehlen, sondern auch, wenn das Beet stark mit Wurzelunkräutern (Giersch, Ackerwinde/Zaunwinde, Quecke etc.) verunkrautet ist. Bei einer kompletten Beeterneuerung kann man die Pflanzenballen mit einer Grabgabel herausheben, die Wurzelstücke aus den Pflanzenballen klauben und die sonstige Erde einmal durch ein Sieb schaufeln, bevor man die Stauden (teilt und) und wieder auspflanzt.

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Punktuelle Eingriffe für Abwechslung im Staudenbeet

Ein paar Ideen in Stichworten, mit denen man frischen Wind ins Beet bringen kann – in der Regel ist es besser, nur einzelne davon auswählen, damit das Beet nicht ein buntes Tohuwabohu wird:

  • Rückschnitt oder Ersetzen zu groß gewordener Gehölze in der Umgebung, um Beschattung und Konkurrenzdruck zu reduzieren oder, wenn man den Standort belässt: „unglückliche“ Pflanzen gegen besser geeignete austauschen,
  • (neue) Gehölze oder Großstauden (beispielsweise hohe Gräser) in den Hintergrund pflanzen (oder in großen Pflanzgefäßen dahinter stellen),
  • Leitstauden (das Bild besonders prägende Stauden) austauschen beispielsweise gegen Sorten mit anderer Blütenfarbe, Laubfarbe o. ä. – allerdings sollte man das große Ganze im Auge haben: Standorteignung, Blüte- und Blattschmuck im Jahresverlauf, Bienenfreundlichkeit etc.,
  • zu breit gewordene Stauden ausgraben, teilen und nur ein Teilstück zurückpflanzen – das gibt manchen Staudenarten einen Frischekick,
  • zusätzliche Begleitstauden mit Blüten im gleichen Farbschema, aber mit anderer Struktur dazwischen pflanzen für einen abwechslungsreichen, aber harmonischen Eindruck,
  • zusätzliche Begleitstauden, deren Blüten Farbtupfer im starken Kontrast zum bisherigen Farbschema sind, hinzufügen für einen fröhlicheren Gesamteindruck,
  • weiß blühende Begleitstauden, Halb- oder Zwergsträucher dazwischen setzen, um einen Eindruck von mehr Leichtigkeit und Verspieltheit zu vermitteln,
  • dunkellaubige Begleitstauden bzw. solche mit dunklen Blütenfarben dazwischen setzen, um eine Tiefenwirkung zu erzeugen,
  • Gräser dazupflanzen – sie machen den Wind sichtbar und bringen mehr Natürlichkeit in die Pflanzung (wenn sie zur sonstigen Pflanzengemeinschaft passen),
  • eine Lücke für saisonale Bepflanzung schaffen, in die man, jedes Jahr etwas anderes direkt säen/pflanzen oder ein bepflanztes Großgefäß oder bepflanzbares Kunstwerk stellen kann. Geeignet für die saisonale Bepflanzung sind
    • nicht-frostharte Stauden, Knollen- und Blumenzwiebelpflanzen, die man am Saisonende ausgräbt und geschützt überwintert,
    • einjährige Beet- und Balkonpflanzen und
    • so genannte Kübelpflanzen (nicht winterharte Gehölze und andere aus einem milderen Klima), die im Sommer draußen stehen und samt Blumenkübel im Gewächshaus oder an einem vergleichbaren Platz überwintert werden.

Herbst- oder Winterpflanzung

Die beste Zeit, ein Staudenbeet neu zu gestalten oder umzugestalten, ebenso wie Stauden zu teilen, sind Frühjahr und Herbst.
Der frühe Herbst (September) mit seinen gemässigten Temperaturen sowie Tau und Regen hat als Pflanzzeit den Vorteil, dass die Pflanzen schon vor dem Winter schön anwachsen und sich an den Standort gewöhnen können. Das gibt ihnen im Frühjahr einen Vorsprung.
Das Frühjahr hat als Pflanzzeit den Vorteil, dass die Pflanzen bereits bereits über den Winter gekommen sind. Die Pflanzen werden kurz vor oder mit beginnendem Austrieb gepflanzt. Für empfindliche Stauden wie manche Gräser und Farne sowie für spät blühende Stauden ist das Frühjahr zu bevorzugen.
Einzelne Stauden kann man auch im Sommer nachpflanzen, wenn diese in einem der Pflanzengröße angepassten Topf geliefert werden und man vorsichtig pflanzt (ohne den Ballen zu zerstören). Zwar ist das Pflanzen theoretisch zu jeder Jahreszeit möglich, aber im Hochsommer mit Stress verbunden – für die Pflanzen und für den Hobbygärtner oder die Hobbygärtnerin, wenn sie während einer hochsommerlichen Hitzeperiode versuchen, die neu erworbenen Kostbarkeiten mit Schattieren und besonders aufmerksamem Gießen vor Schaden zu bewahren.

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Mulchen sollte man Stauden übrigens erst, wenn sie sehr gut angewachsen sind, und auch dem Standortanspruch entsprechend – typische Steingartenstauden sollte man nicht unter einem Berg Rindenmulch begraben und Waldstauden nicht mit Schotter mulchen.

Falls jemand andere Ideen hat, freue ich mich über Vorschläge und Erfahrungen in den Kommentaren.

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Winterfeste und frostsichere Pflanzgefäße

Wie winterfest und frostsicher sind Töpfe, Schalen, Kübel und andere Pflanzgefäße aus den alten und neuen Materialien und was kann man tun, um die Frostbeständigkeit zu erhöhen?

Verschneiter Tontopf mit blühender Minitulpe
Pflanzgefäße, die draußen überwintern, sollten wetterbeständig und frostsicher sein.

Seit Jahrzehnten überwintere ich auf und um meine Terrasse herum mehrjährige Pflanzen in Töpfen, Schalen und Kübeln draußen: Blumenzwiebelpflanzen, Stauden, Gräser, Gemüse (Topinambur), Obst (Mini-Kiwi), Kräuter (Thymian, Rosmarin, Salbei und Schnittlauch) und auch Ziergehölze. Hatte ich in meiner Studentenzeit noch hauptsächlich einfache Kunststoffkübel als Pflanzgefäße, leistete ich mir später auch Ton- und Terrakottagefäße, weil sie mich an Urlaube und das Leben im mediterranen Raum erinnerten. Inzwischen liebäugle ich auch mit einigen der modernen Materialien und neuen Formen – weswegen ich mich intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt habe.

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Frostsichere Pflanzgefäße für die Herbst-/Winter- oder Ganzjahresbepflanzung

Die Plastikkübel aus der Studentenzeit hielten in der Regel viele Jahre, bevor die Wurzeln sie sprengen konnten. Auch manche meiner Terrakottagefäße habe ich bereits seit vielen Jahren, andere allerdings waren schon nach einem oder zwei Wintern so stark geschädigt, dass ich sie nur noch zerschlagen und als Dränage in anderen Gefäßen verwenden konnte. Doch woran liegt es, wenn bestimmte Ton-/Terrakotta- und auch andere-Pflanzgefäße (genauso wie Vogelbäder, Kunstwerke etc.) nicht frosttauglich sind? Die, die zerbrechen, sehen oft nicht viel anders aus als die frostsicheren. Und welche anderen frostsicheren Materialien hat man bei Pflanzgefäßen, Kübeln, Töpfen und Schalen zur Auswahl?

Zwei verschiedene Ton-/Terrakottatöpfe
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als haben beide Töpfe den Winter gut überstanden.

Wie man die Frostsicherheit von Töpfen, Kübeln, Schalen und anderen Pflanzgefäßen beeinflussen kann

Dies gefährdet die Frostsicherheit:

  • Fehlender Wasserablauf
    Wenn überschüssiges Wasser aus einem Pflanzgefäß nicht ablaufen kann, beispielsweise wenn kein Ablaufloch vorhanden ist, der Topf dicht schließend auf einer glatten Oberfläche oder in einem hohen Untersetzer mit Wasser steht, und dieses Wasser im Winter zu Eis gefriert. Gefrierendes Wasser dehnt sich sich aus und kann seinen Pflanzbehälter sogar sprengen.
  • Ungeeignete Form
    Formen, die oben enger sind als unten, sind stärker gefährdet, weil sich die Pflanzerde bei der Eiskristallbildung nicht so gut ausdehnen kann.
  • Ungeeignetes Topfmaterial beziehungsweise ungeeignete Zusammensetzung
  • Herstellungsverfahren
    Die Art der Herstellung kann die Frostsicherheit ebenfalls beeinflussen, beispielsweise beeinflusst die Brenntemperatur die Frostsicherheit von Keramischen Massen wie Ton, Terrakotta, Steinzeug etc.
Topf aus Ton mit Frostschaden im unteren Bereich
Der größere der beiden oben gezeigten Töpfe war bereits nach einem Winter im unteren Bereich kaputt. Vermutlich lag es nicht (nur) am Material, sondern der Wasserablauf war wahrscheinlich behindert.
Frostschaden im unteren Topfbereich verdeckt durch Rasenkantenblech aus verrostetem Cortenstahl.
So kann man einen bepflanzten Kübel mit Frostrissen (hinter der „Verkleidung“, daher nicht sichtbar) im unteren Bereich noch über die Saison bringen: Umrandung mit Rasenkantenblech aus Cortenstahl. Das blanke Blech wurde durch die Feuchtigkeit in wenigen Wochen in Rost („Edelrost“) umgewandelt.

Das fördert die Frostsicherheit von Gefäßen:

  • Überschüssiges Wasser muss ablaufen können:
    • Das Ablaufloch sollte sich am besten unter dem Topf befinden.
    • Man sollte Abstandshalter unter den Topf legen bzw. haben manche Pflanzgefäße von vornerhein Füßchen unten am Topf, damit das Ablaufen nicht behindert werden kann. Abstandshalter (aka Kübelfüße), die man nachträglich unterlegen oder anbringen kann, gibt es beispielsweise bei amazon.de*.
  • Das Gefäß sollte oben eher breiter als unten sein.
  • Man sollte ein geeignetes Material bzw. eine geeignete Materialmischung wählen, das mit
  • einem entsprechenden Verfahren hergestellt und verarbeitet wurde.
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Weitere Schutzmaßnahmen gegen Frostschäden an Pflanzgefäßen (und auch den darin stehenden Pflanzen):

  • Töpfe, deren Materialien nicht sicher frostfest sind, kann man näher an eine Hauswand ziehen, denn Wände geben nachts Wärme ab.
  • Pflanzgefäße kann man mit einem Schutzmaterial ummanteln oder bedecken.
    Zum Einen kann dann der Wind das Gefäß nicht zusätzlich auskühlen, zum Anderen wird die Sonnenseite abgedeckt, sodass die Temperaturunterschiede zwischen sonnenzu- und –abgewandter Seite sowie zwischen Tag und Nacht geringer ausfallen. (Aus diesem Grund werden auch Baumstämme von empfindlichen Gehölzen auf der sonnenzugewandten Seite weiß angestrichen – dann kann sich die sonnenzugewandte Seite nicht durch die Strahlung erhitzen, während die andere Seite gefroren bleibt).
Töpfe mit Schneedecke
Eine Schneedecke bietet ebenfalls Schutz vor tiefem Frost.

Frostsichere Pflanzgefäße – Materialien/Materialmischungen und ihre Herstellung

Aus den hier gelisteten Materialien, gibt es frostfeste Pflanzgefäße.

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Frostbeständigkeitsgarantie
Aus manchen der im Folgenden genannten Materialien gibt es sowohl frostsichere, als auch weniger frostsichere Pflanzgefäße. Am besten lässt man sich die Frostfestigkeit vom Hersteller/Händler zusichern. Manche Anbieter geben von sich aus eine Garantie, beispielsweise gibt es von Hentschke auf manche Gefäße 7 Jahre Frostfest-Garantie (Hentschke bei Amazon.de*) und von Esteras von Emsa auf Pflanzgefäße aus Fiberglas mit Mehrschichttechnik sogar 10 Jahre (Esteras bei Amazon.de*) – aber unter der Voraussetzung, dass überschüssiges Wasser ungehindert aus dem Gefäß abfließen kann. Fragen Sie nach solchen Garantien!

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Naturstein
Pflanzgefäße und als solche genutzte Tröge/Tränken aus Naturstein sind nicht nur besonders schön, sondern auch extrem schwer. Dafür sind sie sehr standfest – das ist besonders wichtig, wenn man höhere Pflanzen, wie Bäume oder Sträucher, im Pflanzgefäß kultivieren möchte.

Naturstein, aus dem auch Pflanzgefäße gefertigt werden, sind beispielsweise Granit, Marmor, Kalkstein, Sandstein und Lava.
Dass auch Stein nicht grundsätzlich vor Witterung und insbesondere Frost sicher ist, weiß jeder, der schon mal im Gebirge war und den dort durch Verwitterung entstehenden Schotter gesehen hat. Selbst Granitgefäße benötigen einen ungehinderten Wasserablauf, damit sich nicht überschüssiges Wasser staut und zu größeren Mengen Eis gefrieren und sich ausdehnen kann!

Vorsicht: Es gibt auch so genannte Steingefäße, die im Inneren aus Fiberglas oder aus Holz bestehen und nur außen mit Naturstein (beispielsweise Marmor) besetzt sind. Diese eignen sich i. d. R. nur für Innenräume.

Pflanzenbaulicher Hinweis zur Überwinterung im Freien
Wer Pflanzen draußen überwintert, sollte wissen, dass Pflanzen bei gefrorener Pflanzenerde und gleichzeitigem Sonnenschein vertrocknen können – dann verdunsten sie nämlich oberirdisch Wasser, aber unten an den Wurzeln ist kein flüssiges Wasser zum Aufnehmen da. An solchen frostsonnigen Tagen sollte man am späten Vormittag vorsichtig ein wenig in den Wurzelbereich gießen.

Keramische Massen (Beispiele: Terrakotta, Impruneta, Steinzeug)

Der Terrakotta-Kübel mit der Rose bleibt im Winter draußen.

Terrakotta („gebrannte Erde“) sind unglasierte Tonwaren, die einmal bei relativ niedrigen Temperaturen (900 – 1000 °C) gebrannt wurden. Der verwendete Ton und seine mineralische Zusammensetzung und eventuelle Beimischungen bestimmen die Farbe und die Eigenschaften. Stammte der Ton aus Impruneta und wurden sie bei etwas höheren Temperaturen gebrannt, dann heißen sie diese Tonwaren Impruneta und sind wesentlich frostfester als die normale „Siena-Terrakotta“.
Auch Terrakotta aus manchem Familienbetrieb in Kreta wird bei Temperaturen von 1120 °C gebrannt und soll frostfest sein.
Steinzeug wird bei Temperaturen von 1200 – 1300 °C gebrannt, wobei es sintert (das bedeutet: Alles Flüchtige verschwindet aus der Masse, aus den tonigen Bestandteilen werden neue Minerale gebildet, Kristalle schließen sich zusammen und werden durch glasige Bestandteile verkittet). Pflanzgefäße aus Steinzeug sind i. d. R. frosthart.

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Fiberglas-Pflanzgefäße
Fiberglas ist der Kurzname für faserverstärkten Kunststoff, auch Faser-Kunststoff-Verbund genannt. Die verstärkenden Fasern können aus Keramik, Quarz, Glas, Stahl und vielem anderen hergestellt worden sein. Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) enthält zur Verstärkung Glasfasern. Der Kunststoff ist meist Kunstharz (Expoxidharz, Polyesterharz).
Die Eigenschaften von Fiberglas-Pflanzgefäßen können je nach verwendeten Materialien sehr unterschiedlich sein. Nicht alle Pflanzgefäße aus Fiberglas sind frosthart, die Chancen stehen am besten, wenn Sie dem Gefäß einen Wasserablauf (Abflussloch sowie ausreichenden Abstand zur Fläche darunter) geben. Nur unter dieser Voraussetzung werden auch jeweils Frostbeständigkeitsgarantien gegeben.

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Fiberclay
Fiberclay – im Englischen auch Fibreclay geschrieben – ist ein (glas)faserverstärkter Ton, hergestellt aus einer Fiberglasmatte und Tonbrei und oft wohl ebenfalls mit einer Kunststoffbeimischung (in dieser Hinsicht scheint mir die Verwendung der Namen für die verschiedenen Verbundstoffe seitens der Hersteller nicht ganz einheitlich).

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Fiberstone
Fiberstone – im Englischen auch Fibrestone geschrieben – wird meist aus Glasfasern, Kunstharz (Expoxidharz) und Steinpulver hergestellt. Das Material ist stoßfest, witterungsbeständig und meist frostfest und kann den Produkten, die aus ihm gefertigt sind eine sehr natürliche Steinoptik verleihen. Das Material kann aber auch eingefärbt oder beschichtet werden.

Faserbeton
Faserbeton enthält Fasern aus Kunststoff oder Glasfasern. Er ist schwer und damit sind die Gefäße standfest. Außerdem ist das Material äußerkst witterungsbeständig und i. d. R. auch frostfest.

Polystone
Polystone besteht aus Kunstharz, der im flüssigen Zustand mit Gesteinsmehl vermengt wurde. Polystone hat ebenfalls einen sehr natürlichen Steinlook, ist aber schwerer als Fiberstone. Pflanzgefäße aus diesem Material haben eine gute Standfestigkeit bei Sturm, außerdem werden viele als besonders frostfest beworben – sicherheitshalber sollte man aber nachfragen.

Kunststoff

Topfmaterialien vorderste Reihe von links nach rechts: glasfaserverstärktes Verbundmaterial in verwitterter Steinoptik, terracottafarbener Tontopf, grauer PP-Plastiktopf in Betonoptik
Topfmaterialien vorderste Reihe von links nach rechts: glasfaserverstärktes Verbundmaterial/Fiberglas in „Verwitterter-Stein-Optik, terrakottafarbener Tontopf (weitere dahinter) sowie ganz rechts ein riesiger grauer PP-Plastiktopf in Betonoptik – wobei der PP-Topf nicht als frostsicher deklariert war, aber seine Frostfestigkeit bereits in zwei Wintern gezeigt hat. Viele, wie auch ich bevorzugen optisch und wegen der Umweltverträglichkeit Terracotta oder andere Naturmaterialien, aber solche aus Terracotta sind viel schwerer und für viele Menschen nicht handhabbar.

Pflanzgefäße aus Kunststoff gibt es aus verschiedenen Kunststoffen (Polyethylen (PE), Polyvinylchlorid (PVC), Polypropylen (PP) und anderes mehr), in vielen Designs, Formen und Farben und mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Manche kann man optisch kaum von einem Naturmaterial unterscheiden – ähnlich wie bei den Verbundmaterialien oben (GFK, Fiberclay etc.), andere sehen doch sehr nach Billigplastik aus. Besonders gefragt in den letzten Jahren: Granitoptik.

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Gewebe, Vlies, Filz
Zwar frostfest und manche auch mehrere Jahre nutzbar, aber in der Regel nicht für eine durchgehende und dauerhafte Bepflanzung geeignet sind Pflanzbehälter (Pflanztöpfe, Pflanzsäcke, Pflanzbeutel) aus Kunststoffgewebe/Kunststoffvlies. Vor allem solche aus Kunststoff-Vliesgewebe sind sehr günstig und es gibt sie in vielen Größen. Man kann sie meiner Erfahrung nach nicht über den Winter draußen mit feuchter Erde stehen lassen, will man im Frühjahr nicht nur die Henkel in der Hand halte, wenn man sie hochhebt. Doch für Saisonpflanzen sollen sie laut Herstellern mehrere Jahre genutzt werden können, wenn man sie im Herbst ausleert, trocknet und geschützt und trocken bis zum nächsten Frühjahr aufbewahrt. Solche Kunststoffgewebe- und Vliestöpfe kann man eventuell für Dahlien, Begonien, Tomaten, Kartoffeln, einjährige Kräuter und ähnlichen Pflanzen nehmen, die am Ende der Gartensaison aus der Erde genommen werden (Kartoffeln und Tomaten wandern auf den Komposthaufen; die trockenen Knollen von Dahlien, Begonien und Ähnlichem werden bis zum Frühjahr üblicherweise im kühlen, frostfreien Keller überwintert). Pflanzgefäße aus Kunststoffgewebe oder Kunststoffvlies (beispielsweise aus Polypropylen) gehören auf keinen Fall auf den Kompost und nicht in die Biotonne, da sie nicht verrotten und die Umwelt belasten. Anders wäre es bei Pflanzgefäßen, deren Vliesgewebe aus Naturfasern oder die aus reinem Schafwoll-/Tierhaarfilz bestehen, doch erstens wären sie vermutlich teurer und zweitens sind sie eher nicht für eine Nutzung mit nasser Erde geeignet, sondern eher als Tragetaschen, Transportkorbe o. Ä. für Feuerholz und anderes.

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Metall
Metalle sind in der Regel frostsicher. Pflanzkästen und Pflanzgefäße gibt es beispielsweise aus (pulverbeschichtetem) Aluminium, (gebürstetem) Edelstahl, (gewollt korrodierter/Edelrost-) Stahllegierung (Cortenstahl), verzinktem Stahl und pulverbeschichtetem Stahlblech (mit Kunststoffeinsatz).

Holz
Pflanzkübel aus Holz sind ein Blickfang, der Natürlichkeit ausstrahlt. Holz ist frostfest. Die Langlebigkeit von Holzgefäßen hängt von der Holzart, der Verarbeitung, Behandlung (beispielsweise Ausflammung zur Haltbarmachung) und Pflege sowie vom Material und der Behandlung der Verbindungselemente ab. Beim Kauf neuer Gefäße aus Hartholz sollte man darauf achten, dass es sich um FSC-zertifiziertes Holz aus nachhaltigem Anbau handelt und die Verbindungsstücke ebenfalls witterungsbeständig sind.

Steinguss (Betonguss, Kunststein)
Steinguss wird aus Zement, Wasser und Zuschlagstoffen wie Sand, Torf, Perlite zusammengemischt und in eine Form gegossen. Wenn man fertige Gefäße aus Steinguss kauft, sollte man sich nach der Frostfestigkeit erkundigen. Wer solche Gefäße selbst macht, muss eine Mischung wählen, die erfahrungsgemäß frostfest ist (Beispiel für eine frostfeste Schale bei Selbermachen.de – nicht den Rundstab für den Boden vergessen, der den späteren Wasserablauf ausspart). Es gibt aber unzählige Anleitungen bei YouTube und in Blogs. Einen feinkörnigen, wetterfesten und frostsicheren Vergussmörtel auf Basis von weißem Zement gibt es beispielsweise hier: Steinguss*.

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