Energiesparende Gewächshäuser

Es tut sich was im Gartenbau – und die neuen Versuchsergebnisse zum Energieeinsparen bzw. Energiegewinnen mit Gewächshäusern dürften auch für Hobbygärtner interessant sein, die mit dem Gedanken spielen, sich ein Gewächshaus für den Garten zu kaufen, selbst zu bauen oder ein vorhandenes Gewächshaus umzubauen.

Vor einiger Zeit war ich auf einem Symposium der Technischen Universität München (TUM) in Weihenstephan, bei dem es um die nachhaltige Produktion im Gartenbau ging. Ein großer Schwerpunkt der Veranstaltung waren Niedrigenergiegewächshäuser, also Gewächshäuser, bei denen jede Menge Energie durch Energiesparmaßnahmen eingespart oder sogar – neben der Nutzung für den Pflanzenanbau – für Fremdnutzung gewonnen werden kann.

Die bei dem Symposium vorgestellten Erkenntnisse wurden im Rahmen von Projekten der Zukunftsinitiative Niedrigenergiegewächshaus (ZINEG) gewonnen, an welcher mehrere Hochschulen und Forschungseinrichtungen beteiligt sind und die von verschiedenen Ministerien gefördert wird.

Tabelle: Übersicht ZINEG
ZINEG-Übersicht (für Hobbygärtner)

Folgende Erkenntnisse finde ich auch für Hobbygärtner mit Gewächshaus beziehungsweise mit dem Wunsch, sich ein Gewächshaus anzuschaffen oder zu bauen, interessant.

Energie sparen durch Isolierglas in Kombination mit Energieschirmen

Ergebnisse vom ZINEG-Standort Hannover, Prof. Dr. Hans-Jürgen Tantau von der Leibniz Universität Hannover
Bei Einfachglas wurde nachts ein Wärmeverbrauchskoeffizienten von 7,6 W/m2K festgestellt, bei Isolierglas von 4,0 W/m2K. Das ist eine Einsparung von 47 % nur durch die Wahl des Eindeckungsmaterials!
Noch viel mehr einsparen kann man, wenn man Energieschirme anbringt. Energieschirme sind spezielle Gewebe mit oder ohne Beschichtung, die nachts mittels einer Vorrichtung unter dem Dach und an den Seiten aufgespannt werden, um so ein isolierendes Luftpolster zwischen der Außenwand und dem Kulturbereich zu schaffen. Isolierglas plus drei Energieschirme reduzierten den Wärmeverbrauchskoeffizienten auf 1,2 W/m2K – doch dies dürfte in einem Kleingewächshaus schwer zu realisieren sein. Ein einzelner Energieschirm senkte den Wert bei Isolierglas immerhin auf 3,0 W/m2K. Auch wenn die Zahlen sicher bei Kleingewächshäusern nicht 1:1 umzusetzen sind, können sie vielleicht beim ein oder anderen Kleingewächshausbauer und Hobbygärtner die Fantasie beflügeln, wie er bei sich die Energieverluste in der Nacht verringern und so Ressourcen und Kosten sparen kann.

Doppelfolien-Gewächshäuser mit/ohne UV-Durchlässigkeit

Ergebnisse vom ZINEG-Standort Neustadt/Weinstraße, Prof. Dr. Joachim Meyer und Alexandra Kreuzpaintner von der TUM
Bei den Versuchen am ZINEG-Standort Neustadt an der Weinstraße wurden die Versuchs-Gewächshäuser mit unterschiedlicher Doppelfolie eingedeckt und mit verschieden vielen Energieschirmen unterschiedlich isoliert. Selbst die maximale Isolierung („Prinzip Thermoskanne“) bei normaler Doppelfolien-Eindeckung und mehreren Schirmen brachte gute Ernteergebnisse, obwohl die tagsüber zu Paketen zusammengefalteten Schirme den Lichteinfall stark verringern. Am besten funktionierte in dem Versuch jedoch die Gewächshauseindeckung mit UV-durchlässiger F-CLEAN-Folie und zwei Energieschirmen: Höchster Ertrag, hohe Energieeinsparung, niedriger CO2-Fussabdruck.

Das Gewächshaus als Sonnenkollektor

Ergebnisse vom ZINEG-Standort Berlin, Prof. Dr. Uwe Schmidt von der Humboldt Universität zu Berlin
Das Gewächshaus wird in diesem Versuch nicht gelüftet, um überschüssige Wärme hinauszulassen, sondern die Luft wird mit Hilfe einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe gekühlt: Überschüssige fühlbare und latente Wärme werden mittels Kühlflächen unter dem Gewächshausdach und dem Betrieb der Wärmepumpe entzogen und in einem Wassertank (isolierter Regenwassertank) gespeichert. Mit der so gewonnenen Energie wurden im Versuch das Kollektorgewächshaus und das Vergleichsgewächshaus nachts und an trüben Tagen geheizt. Von März bis November konnten das Kollektorgewächshaus und das Vergleichsgewächshaus auf diese Weise autark versorgt werden. Die Tomaten im Kollektorhaus brachten sogar einen höheren Ertrag und enthielten mehr gesundheitsförderndes Lycopin. Der Nachteil: Leider erfordert diese Ausstattung hohe Investitionskosten für die Wärmepumpe – aber für den ein oder anderen Tüftler dürfte diese Art der Gewächshausnutzung dennoch eine Möglichkeit sein.

Dr. Hans-Peter Kläring vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau
Natürlich hat manche Energiesparmaßnahme pflanzenphysiologisch ihre Grenzen. So kann man beispielsweise ein Tomaten-Gewächshaus tagsüber nicht geschlossen lassen, wenn die Luftfeuchtigkeit über 80% steigt, weil dann der Pollen in den Blüten verklebt und die Bestäubung nicht mehr funktioniert, wodurch dann nur wenige und winzige Tomaten gebildet werden. Genauso brauchen Gurken und Tomaten während der „Etablierungsphase“, in der sie anwachsen und Blätter ausbilden, höhere Temperaturen als sie es später vertragen. Gurken benötigen später tagsüber nur noch mindestens 3 bis 4 Stunden über 20 °C für ein ausreichendes Fruchtwachstum.

Wärmeschutzverglasung fürs Gewächshaus?

Ergebnisse vom ZINEG-Standort Osnabrück, Dr. Hans-Peter Römer von der Hochschule Osnabrück
Wärmeschutzverglasung ist teuer und wird daher (bisher) im Unterglasanbau nicht verwendet. Aber es funktioniert, fand man in Osnabrück heraus, und man kann viel Energie sparen. Wo also Geld bei der Anschaffung des Eindeckungsmaterials keine Rolle spielt, wenn die Statik des Gewächshauses das aushält und die Fenster in die Sprossen passen, ist Wärmeschutzglas durchaus einsetzbar.


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Gartenarbeiten im Herbst

Herbstzeit ist Erntezeit und Vorbereitungszeit

Herbstzeit ist Erntezeit und Vorbereitungszeit

Für die Meteorologen begann der Herbst zwar schon am 1. September, aber der astronomische Herbst beginnt mit der Tag-und-Nacht-Gleiche – und die findet erst um den 22. September herum, statt (siehe Wann beginnen Frühling, Sommer, Herbst und Winter?). Auch wenn die Erntezeit noch voll im Gang ist und es vielleicht noch einen schönen Altweibersommer und goldenen Herbst gibt, so läutet der Herbstanfang doch auch die Zeit der hängenden Herbstnebel, Nachtfröste, der Laubfärbung und des Laubfalls ein.

Mit dem Herbst beginnt für den Hobbygärtner aber erst noch einmal eine aktive Zeit – denn zum einen gilt es, den Garten auf den Winter vorzubereiten, zum anderen werden im Herbst die Zeichen für die nächste Gartensaison gesetzt.

Herbstliche Gartenarbeiten im Überblick

(die Links führen jeweils zu weiterführenden Informationen)

Herbstzeit ist Erntezeit

Was man nicht verbraucht, muss man für die Lagerung vorbereiten oder haltbar machen.

Was man nicht verbraucht, muss man für die Lagerung vorbereiten oder haltbar machen.

Viele Obst- und Gemüse-Arten werden jetzt reif. Es beginnt die Zeit der leckeren Apfelkuchen mit Äpfeln aus dem eigenen Garten. Was man nicht einlagern kann oder will, muss man verarbeiten/haltbar machen oder kann es – im Fall von Obst – zu einer Obstkelterei/Lohnbrennerei bringen (vorher anfragen). Tomaten werden eingekocht, Chilifrüchte auf Schnüre aufgezogen, Zwiebeln zu Zöpfen geflochten. Auch die Kürbisse werden im Herbst erntereif und können zu Speisen wie Kürbiscreme-Suppe, Kürbiskuchen und/oder Halloween-Grimassen verarbeitet werden.

Kompostierung vorbereiten, Kompostierung

Im Herbst fallen Laub und Gartenabfälle an. Für sie muss Platz zum Kompostieren geschaffen werden, wenn man im nächsten Jahr wieder wertvollen organischen Dünger aus dem eigenen Garten haben möchte. Wer keine freie Kompostmiete oder einen freien Kompostbehälter hat, der kann ein Hochbeet bauen oder ein Hügelbeet anlegen.
Allerdings sollte man auch an die Igel denken: Die freuen sich über einen Laubhaufen, unter dem sie überwintern können.

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Gründüngung im Herbst

Unter einer Gründüngung versteht man das Aussäen von Pflanzen zur Bodenverbesserung und Düngung. Im Prinzip können Gründüngungspflanzen während der ganzen Gartensaison ausgesät werden, doch je nach Jahreszeit sind das andere Pflanzen. Für die Gründüngung im Herbst eignen sich z. B. Feldsalat (Aussaat bis Mitte/Ende September), Winterwicke (Aussaat bis Anfang Oktober) und Dinkel (Aussaat von November bis Dezember).

Pflanzzeit für Gehölze, Stauden und Blumenzwiebeln

Gehölze (Sträucher und Bäume) sind wichtige Strukturelemente im Garten. Wer seinem Garten oder Vorgarten ein neues Gesicht verleihen möchte, erreicht dies am schnellsten durch gut platzierte Gehölze. Bei der Auswahl von Gehölzen muss man – wie auch bei Stauden und Blumenzwiebeln – auf den Standort (Boden, Licht, Wind, Umweltverschmutzung z. B. durch Autoverkehr) achten, aber ganz besonders auch darauf, wie hoch der Baum oder wie groß der Strauch werden kann. Die beste gärtnerische Beratung bei der Auswahl und zur Pflanzung von Gehölzen erhält man in einer Baumschule. Allgemein gilt: Immergrüne Gehölze werden im Oktober oder im März/April gepflanzt, laubabwerfende Bäume und Sträucher pflanzt man ab Ende Oktober bis März.

Stauden werden im Herbst gepflanzt

Stauden werden im Herbst gepflanzt

Auch Stauden sind – im Gegensatz zu Sommerblumen – langfristige Gestaltungselemente. Sie werden am besten in der Zeit von Mitte September bis Mitte Oktober gepflanzt. Viele Stauden werden von Jahr zu Jahr schöner, wenn man sie gut auswählt und entsprechend pflegt. Die beste gärtnerische Beratung zur Auswahl, Kombination und Pflanzung erhält man in einer Staudengärtnerei.

Wer sich für das Frühjahr Farbakzente oder prunkvolle Rabatte mit Blumenzwiebelpflanzen wie Tulpfen, Narzissen, Schneeglöckchen, Blaustern und Krokussen wünscht, muss im Herbst bereits tätig werden. Blumenzwiebeln pflanzen kann man je nach Art und Sorte in der Zeit von August bis November.

Stauden selbst vermehren

Viele Stauden können im Herbst durch Teilung oder Aussaat vermehrt werden. Dazu habe ich hier einen eigenen Artikel verfasst -> Stauden vermehren im Herbst.

Kübelpflanzen überwintern

Für Kübelpflanzen muss rechtzeitig ein Überwinterungsplatz gefunden werden

Für Kübelpflanzen muss rechtzeitig ein Überwinterungsplatz gefunden werden

Empfindliche Kübelpflanzen, deren Heimatstandort in den Tropen liegt, werden jetzt bereits eingeräumt, aber auch für die, die mediterranes Klima vertragen, muss langsam ein Überwinterungsplatz gefunden werden.
-> Kübelpflanzen überwintern
-> Gewächshaus zur Kübelpflanzen-Überwinterung

 

Wühlmäuse bekämpfen

Wühlmäuse sind eine Plage. Und sie breiten sich gerne im Winter unbemerkt unter dem Schnee und manchmal unter gemulchten Flächen aus. Daher am besten im Herbst noch einmal vorhandene Wühlmäuse bekämpfen.

Mulchen

Seit Jahrzehnten gibt es verschiedene Gartenphilosophien hinsichtlich des Bodens im Winter. Die einen schwören auf Frostgare, die anderen plädieren für Mulchen, denn während die Frostgare vom ersten Regen oder der Schneeschmelze zerschlagen wird, bleibt die Gare, die von winzigen Bodenlebewesen unter der Mulchschicht erzeugt wird, dauerhaft bestehen -> Mulchen im Garten.

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Rosen schneiden?

Rose vor Weihnachten im Schnee

Rose vor Weihnachten im Schnee

Viele mögen im Winter auf einen „aufgeräumten“ Garten schauen und schneiden bereits im Herbst zurück, was möglich ist. Doch man sollte bedenken: Frost greift von der Spitze an – wer die Rosen beispielsweise schon im Herbst streng zurückschneidet, riskiert, dass sie bis zum Boden zurückfrieren. Rosen schneidet man besser erst Ende Februar, Anfang März. Das gilt auch für viele Stauden und andere Gehölze – im Winter picken dort die Vögel gerne noch nach Samen und Insekten.

 

Noch mehr Gartenarbeiten – nach Monaten geordnet – finden Sie im → Gartenkalender. Und damit Sie keine Rückenschmerzen bekommen → Gartenarbeit: Sechs Tipps gegen Rückenschmerzen.

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Sonnenhüte – meine Stauden des Jahres

Echinacea Sonnenhut rosa (Purpur-Sonnenhut)Eigentlich ist ja laut Bund deutscher Staudengärtner der Knöterich die Staude des Jahres 2012, aber mein Herz haben dieses Jahr vor allem die Sonnenhüte der Gattung Echinacea (Purpursonnenhut, Schein-Sonnenhut, Roter Sonnenhut) erobert.

Auf den gelben Sonnenhut Rudbeckia (Bild unten) hatte ich schon lange ein Auge, aber dieses Jahr hat er starke Konkurrenz bekommen: Sonnenhüte aus der Gattung Echinacea, wie z. B. der Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea, den es in verschiedenen Rosatönen, Weiß und sogar Gelb gibt. Und wie ich an den Bildern anderer Gartenblogs gesehen habe, ging es nicht nur mir so! Aber das ist wohl immer so, wenn man sich für etwas zu interessieren beginnt, dann sieht man es plötzlich überall: Echinacea bei Facebook, Pinterest, bei meiner Mutter im Beet und natürlich im Weihenstephaner Sichtungsgarten, wo derzeit viele Arten und Sorten demonstriert und bewertet werden. Es sind vor allem die Knubbel in der Mitte der Blüten, die es mir angetan haben.

Echinacea Sonnenhut weiss blühendAber halt: Das, was wir als eine einzelne Blüte wahrnehmen, ist in Wirklichkeit ein körbchenartiger Blütenstand aus vielen Einzelblüten – wie bei allen Blumen der Korbblütler, zu denen auch Gänseblümchen, Astern und Sonnenblumen gehören.

Echinacea-Präparate machen schon seit Jahren in der Naturheilkunde von sich reden – vor allem als vorbeugendes Mittel gegen Erkältungskrankheiten. Doch wird diese immunstärkende Wirkung von manchen Wissenschaftlergruppen bestritten, andere wiederum wollen eine Wirksamkeit mit Studien nachgewiesen haben. Wer mag, kann es ja selbst ausprobieren. Als Gartenstaude hat Echinacea mich jedenfalls überzeugt.  

Echinacea Sonnenhut rosaDer Sonnenhut Echinacea wird je nach Art und Sorte bis ca. 1,20 m hoch, Rudbeckia – je nach Art und Sorte – sogar bis zu 2 m. Als Gartenstauden sind beide, sowohl Rudbeckia-Sonnenhüte als auch Echinacea-Sonnenhüte, problemlos. Sie werden von Oktober bis März in ein Gartenbeet gepflanzt: Echinacea in ein vollsonniges Beet, Rudbeckia verträgt auch Halbschatten und hat etwas höhere Ansprüche an die Bodenfeuchtigkeit.

Die beste gärtnerische Beratung beim Kauf erhält man übrigens in einer guten Staudengärtnerei. Doch kann man Pflanzen auch in Gartencentern und im Gartenversandhandel zu kaufen.

Im Laufe des Frühjahrs und Sommers werden Echinacea– und Rudbeckia-Sonnenhüte gelegentlich gedüngt, höhere Pflanzen (vor allem hohe Rudbeckia) benötigen an windexponierten Standorten unbedingt eine Stütze. Sonnenhut Rudbeckia (gelber Sonnenhut)Echinacea– und Rudbeckia-Sonnenhüte blühen ab Juli bis September/Oktober. Die Blütezeit verlängern kann man, indem man die einzelnen Blütenstände sofort nach dem Verblühen herausschneidet.

Beide, Rudbeckia und Echinacea, lassen sich am besten durch Teilung von Oktober bis März vermehren.

PS: Es gibt Rudbeckien nicht nur als Stauden, sondern auch als einjährige Pflanzen (Rudbeckia hirta).

Ab nächstem Jahr möchte ich ausprobieren, ob und wie gut Echinacea-Sonnenhüte in einem Kübel gedeihen.


 

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Affiliate-Marketing, Google Adsense, Partnerprogramme oder Direktvermarktung?

Wie erzielt man Werbeeinnahmen mit der Homepage oder dem Blog – meine Erfahrungen (aktualisiert 2020)

Wer einen Blog oder eine Homepage hat, kann damit unter Umständen Werbeeinnahmen erzielen. Wie gut das klappt, ist davon abhängig, wie gut die Seite besucht ist und auf welche Art dort Werbeeinnahmen generiert werden sollen.

Grundsätzlich geht das beispielsweise über

  • Affiliate-Plattformen (Pay Per Lead, Pay Per Sale)
  • Google Adsense (Pay Per click)
  • Amazon-Partnerprogramm (Provision: Pay Per Sale)
  • Direktvermarktung (individuelle Vereinbarungen, z. B. zeitbasierte Werbeplatzmiete oder Pauschalpreis für eine dauerhafte Artikelveröffentlichung)

Die einzelnen Programme/Möglichkeiten zur Erzielung von Werbeeinnahmen, mit denen ich Erfahrung habe, sowie ihre Vor- und Nachteile habe ich bei Geld verdienen mit der Homepage beschrieben. Dort gibt es auch ein Rechenbeispiel, wie viele Besucher man monatlich braucht, um beispielsweise 1.000 Euro mit Google Adsense zu verdienen.

Was funktioniert am besten: Affiliate-Marketing, Google Adsense, Partnerprogramme oder Direktvermarktung?

Oft wird die Frage gestellt, welche von den oben genannten Werbe-Möglichkeiten am besten zur Erzielung von Werbeeinnahmen funktioniert. Meine Antwort – basierend auf meinen persönlichen Erfahrungen – lautet: Am besten ist es, direkt und individuell mit ausgewählten Kunden Werbevereinbarungen zu treffen. Dann weiß man nämlich, mit wem man eine Werbekooperation eingeht und welche Werbung man sich auf die Homepage oder in den Blog setzt. Durch die übliche Vorauszahlung für eine bestimmte Werbeplatz-Mietperiode oder des Pauschalpreises kann man außerdem besser kalkulieren.

Doch warten Werbekunden mit Angeboten für individuelle Werbevereinbarungen leider nicht an jeder Ecke – erst recht nicht, wenn man wie ich hohe Ansprüche an die Werbekunden stellt: Sie müssen seriös sein und das beworbene Produkt, das Unternehmen und deren Webseiten/Shop o. ä. müssen sich professionell präsentieren und sehr gut zu meinen Themen passen. Außerdem sind meine Preise eher hoch (sagen Agenturen, die eher Masse statt Klasse wollen) und die gesetzlich vorgeschriebene Transparenz für Seitenbesucher – Trennung von Werbung und Inhalt bzw. Kennzeichnung von Werbung – ist mir sehr wichtig: Kunden, die von mir verlangen, dass ich ihre Werbung nicht als solche kennzeichne, nehme ich grundsätzlich nicht.

Die Frage ist daher eigentlich nicht, welche die beste Methode ist, um mit seiner Website oder mit dem Blog Werbeeinnahmen zu erzielen, sondern: was passt zum Thema und welche Möglichkeiten habe ich als Webseitenbetreiber oder Blogger in dem Stadium, in dem ich mich gerade befinde.

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(Beispiel für Affiliate-Werbung, man sucht die Werbung selbst aus)

Affiliate-Programme, Amazon-Partnerprogramm, Google Adsense und Direktvermarktung im Mix

Da man als kleiner Homepage- oder Blog-Betreiber vor allem am Anfang nicht genügend Direktkunden für Werbevereinbarungen findet (ich habe sie allerdings bisher auch nicht aktiv gesucht, sondern mich finden lassen), muss man auch die anderen Werbe-Möglichkeiten nutzen.

Die heutige Zusammensetzung meiner Werbeeinnahmen aus den verschiedenen Werbeeinnahmen-Programmen/-Möglichkeiten (siehe Grafik unten) entwickelte sich erst im Laufe der Zeit: Ende der 1990er Jahre stammten 100 % meiner Werbeeinnahmen noch aus dem Amazon-Partnerprogramm. Später probierte ich – zuerst eher erfolglos, aber in letzter Zeit zunehmend erfolgreich – Affiliate-Plattformen aus. Dann kam irgendwann Google Adsense dazu. Erst seit knapp drei Jahren erhalte ich direkte Anfragen von seriösen, guten Unternehmen, die auf meinen Webseiten oder in meinen Blogs werben wollen, oder von deren Agenturen.

Wie oben schon erwähnt, bin ich bei der Auswahl der Kunden sehr wählerisch. Vor allem Vermittlerportale und Agenturen, die auf Masse aus sind, wollen Blogger und Webseitenbetreiber gerne in ein Schema pressen – wegen der Vielfalt meiner Themen und wegen der Befürchtung, so ein Vermittlerportal könnte Schwierigkeiten mit der Google-Suche bekommen und dies dann auf meine Domains zurückfallen (was wiederum meine Sichtbarkeit und damit die Werbeeinnahmen auf nahe Null reduzieren könnte), habe ich mich darauf nicht eingelassen – auch sind mir die Preise oft zu niedrig: Manche meinen tatsächlich, sie könnten mich mit einem Gratistext von einer Content-Schleuder bezahlen. Das ist für mich absolut uninteressant!

2012 setzten sich meine bescheidenen Werbeeinnahmen so zusammen:

Google Adsense ca. 35 %
Amazon Partnerprogramm ca. 12 %
Affiliate Plattformen ca. 9 %
Direkte Kunden ca. 44 %

Werbeeinnahmen aus Affiliate Marketing, Google Adsense u. a. Quellen prozentual

Werbeeinnahmen aus Affiliate Marketing, Google Adsense, Amazon-Partnerprogramm und Direktvermarktung in Prozent (%) 2012

Das ist jedoch eine Gesamtübersicht für alle Themen, Websites und Blogs. Für die einzelnen Themen, die Domains und Blogs kann es ganz anders ausschauen.

Bei manchen Themen funktioniert meiner Erfahrung nach das Amazon-Partnerprogramm gut, bei anderen aber überhaupt nicht. Ein Nachteil des Amazon-Partnerprogramms ist außerdem, dass Produkte, die man eingebaut hat, aus dem Programm genommen werden können, ohne dass man das merkt – was bei einer großen Website leicht passieren kann.

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(Beispiel für Adsense-Werbung, der Werbeplatz wird automatisch „versteigert“ und die Werbung ohne mein Zutun eingeblendet)

Mit Google Adsense hat man zwar nicht das Problem, dass die Anzeigen veralten, dafür werden bei manchen Themen so unprofessionelle Werbebanner oder so unmögliche Produkte eingeblendet, dass es peinlich ist und/oder niemand sie interessant genug findet, darauf zu klicken. Dann fängt man an, unpassende Werber in der Google-Adsense-Einstellung zu blockieren, bis bei manchen Themen keiner mehr übrigbleibt und Google-Adsense-Werbung bei dem Thema ganz rausfliegt. Bei anderen Themen wiederum funktioniert Google Adsense – saisonal oder dauerhaft und abhängig vom Thema – gut, wenn die Besucherzahlen hoch genug sind und/oder Klickrate und Klickpreis für die Suchbegriffe hoch sind. Trotzdem bin ich insgesamt von der Höhe der Werbeeeinnahmen über Google Adsense im Verhältnis dazu, wie viel Informationsseiten mit Google-Adsense-Werbung ich eingebaut habe, enttäuscht. Google Adsense schreibt mir oft, ich würde mein Potenzial nicht ausschöpfen und solle weitere Google-Adsense-Banner auf die Seiten setzen – aber erstens könnte mir das bei der Google-Suche schaden und zweitens ist Google Adsense für viele meiner Themen nicht optimal. Ein weiterer Gesichtspunkt ist für mich, dass ich nicht zu abhängig von Google sein möchte (man ist es ja schon wegen der Quasi-Monopolstellung der Google-Suche).

Auch Affiliate-Programme funktionieren manchmal gut und manchmal gar nicht – je nach Thema, Partnerfirmen der Affiliate-Plattform, deren Konditionen sowie abhängig vom zur Verfügung gestellten Werbematerial. Ärgerlich ist, wenn man die Werbung eines Affiliate-Partners auf vielen Seiten eingebaut hat, dieser dann plötzlich die Affiliate-Plattform verlässt und man alles wieder ausbauen muss, weil dann die Verlinkungen nicht mehr funktionieren – und kaputte Links werden von Suchmaschinen-Algorithmen nicht positiv bewertet.

Zu beachten ist, dass das Verkaufen von Werbeplatz eine gewerbliche Tätigkeit ist, die man anmelden muss (Gewerbeschein), und dass man Werbeeinnahmen natürlich in der Steuererklärung angeben bzw. eine Einnahme-/Ausgaben-Überschussauflistung machen muss. Auch als freiberufliche Journalistin/Autorin, die ein Einkommen ganz oder teilweise über Werbeeinnahmen in ihren Blogs verdient, braucht man den Gewerbeschein. Die Künstlersozialkasse (KSK) darf diese Einnahmen nach einem Gerichtsurteil jedoch nicht mehr als Ausschlusskriterium bewerten (-> Indirekte Vermarktung (KSK)).

Soweit meine Erfahrungen damit, als freiberufliche Journalistin/Autorin ein Einkommen über Werbeeinnahmen auf eigenen Online-Angeboten zu erzielen. Zwar gebe ich nur relative Werte preis, doch so viel sei gesagt: Über die genannten Werbeeinnahmen alleine erziele ich noch kein ausreichendes Einkommen für meinen Lebensunterhalt, obwohl ich daran seit Jahren hart arbeite. Doch sind die Werbeeinnahmen inzwischen ein wichtiges Standbein im Mix mit meinen anderen Einkommensquellen als Journalistin und Autorin.  



Nachtrag September 2020:
Die Proportionen haben sich inzwischen verschoben. In den letzten Jahren wurden die Werbeeinnahmen mit Google-Adsense immer weniger, dafür wurde das Amazon-Partnerprogramm wieder stärker. Auch die Anfragen und Aufträge durch Direktkunden hatten in den letzten Jahren wieder zugenommen, nachdem es zwischendrin weniger gut lief, als sich die Direktkunden (und deren Agenturen) nicht mehr für die Werbeplatzmiete interessierten, sich dann aber das Geschäft mit Sponsor-Posts und Sponsored Posts in Blogs entwickelte. Im Pandemie-Jahr 2020 sind die Werbeeinnahmen jedoch allgemein sehr stark eingebrochen, allen voran ging die Nachfrage und damit die Einnahmen durch die Direktkunden in den Keller, gefolgt von den Einnahmen durch Google-Adsense und der Affiliate-Platzform (ich nutze jetzt Awin). Die meisten Firmen haben anscheinend ihr Werbebudget drastisch reduziert.

Ich würde mich freuen, wenn auch andere Blogger und Webseitenbetreiber ihre Erfahrungen mit Werbeeinnahmen teilen, wir könnten unsere Blogartikel verlinken.

Hinweis: Dies ist keine Unternehmens- und keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

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