Kräuselkrankheit an Pfirsich, Nektarine und Mandelbäumchen

Blütenzweige

Saftige Pfirsiche aus dem eigenen Garten oder vom Balkon – ein Traum, der wahr werden kann. Doch eine Pilzkrankheit macht leider oft einen Strich durch die Rechnung: die Kräuselkrankheit, vor allem, wenn Winter und Frühjahr nass und kalt war. Doch es lässt sich etwas gegen die Krankheit tun.

Am richtigen Standort und mit der richtigen Pflege lassen sich Pfirsiche und Nektarinen auch in Deutschland ernten.

Die Blätter von befallenen Wirtsbäume verformen sich im Frühjahr bald nach dem Austrieb. Sie rollen, kräuseln und verfärben sich (manchmal hellgrün, oft rötlich – je nach Sorte) und wirken dabei teils blasig, teils dick und starr und sie glänzen. Bald verwelken die befallenen Blätter und fallen ab.

Peach leaf curl, Taphrina deformans, Ealing, June 1977 (31021750205)
Diagnose Kräuselkrankheit am Pfirsich: Typisch sind Einrollen, Kräuselungen, blasige Auftreibungen, oft mit Verfärbungen, der Blätter. Ursache ist der Befall mit einem Pilz (Taphrina deformans). (Bildquelle: Dr Mary Gillham Archive Project, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons)

Zwar bildet der Baum bald gesunde (!) Ersatzblätter aus, doch je nach Befallstärke ist er durch die Zeit des Photosyntheseausfalls geschwächt, Früchte fallen ab und die Knospenbildung für das nächste Jahr ist reduziert. Im Mai/Juni bildet der Pilz dann einen weißlichen Filz auf den befallenen Blättern. Das sind die so genannten Asci („Schläuche“), wie man unter starker Vergrößerung erkennen kann. Die Asci wachsen senkrecht aus dem Blatt heraus und bilden Asci-Sporen, die sich verbreiten, keimen und überwintern. 

Die gebildeten Ersatzblätter bleiben jedoch gesund, da sich der Pilz ab der Asci-Sporenphase bis zum Frühjahr des Folgejahres nicht von lebendem Pflanzenmaterial ernährt.

Pfirsichblütenzweige
Pfirsich-, Nektarinen- und Mandelbäume werden während des Knospenschwellens und Aufbrechens der Knospen infiziert, wenn das Wetter in dieser Phase kühl und nass ist.

Doch wenn der nächste Spätwinter/Frühjahrsanfang (Februar/März) nass und kalt ist, dann spült der Regen überwinterte Pilzzellen in die jungen, sich öffnenden Knospen des Baumes. Sie infizieren dort die  Blätter noch vor dem Entfalten und sie durchwachsen auch die Blüten.

Für die Infektion sind 12,5 Stunden Nässe auf der Baumrinde bei Temperaturen unter 16 °C nötig. Einmal befallene Blätter sind nicht zu heilen heilen. Man sieht übrigens deshalb nur selten befallene Früchte, weil befallene Blütenknospen im Gegensatz zu den befallenen Blattknospen oft eintrocknen und abfallen.

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Mehrmalig aufeinanderfolgendes Auftreten der Kräuselkrankheit kann einen Baum so stark stressen und schwächen, dass er mit Gummifluss reagiert und Triebe absterben. Will man nicht am Ende einer mehrjährigen Leidenszeit von Baum und BesitzerInnen den Baum im schlimmsten Fall roden, muss man etwas gegen die Pilzkrankheit, seine Ansiedelung und Ausbreitung, tun.

Wirtspflanzen und Verwandtschaft

Der Erreger der Kräuselkrankheit ist ein Schlauchpilz (Taphrina deformans). Er befällt zwar hauptsächlich Pfirsich und von diesen vor allem die gelbfleischige Sorten, aber auch Nektarine und Mandelbäumchen sind nicht sicher. In einem einzigen Fall wurde meines Wissens die Kräuselkrankheit auch an einem Aprikosenbaum diagnostiziert, allerdings sollen in Südamerika befallene Früchte an einigen Lorbeergewächsen gefunden worden sein. Der Pilz ist übrigens eng verwandt mit dem pilzlichen Erreger der Narren- oder Taschenkrankheit (Taphrina pruni) an Pflaumen – ebenfalls aus der großen Abteilung der Schlauchpilze (Ascomycota).

Vorbeugung gegen die Kräuselkrankheit

Wichtig zu wissen: Die Krankheit kann die Knospen nur bei Temperaturen unter 16 °C und andauernder Blattnässe (über 12,5 Stunden anhaltend) infizieren. Die Vorbeugung beginnt daher mit dem Standort und der Sorte, die man auswählt.

Warmer Standort und genügend Luft
Wärmeliebende Pflanzenarten wie den Pfirsich sollte man an warme Standorte pflanzen. Das muss nicht unbedingt im Weinbauklima sein, ein warmer Platz am Haus, aber mit guter Luftzufuhr, kann sich auch eignen.

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Regenschutz
So, wie man Tomatenpflanzen vor der Ansiedelung der ebenfalls pilzlichen Kraut-und Braunfäuleerreger bewahren kann, indem man sie vor Regen schützt, so kann man auch Pfirsichbäumchen & Co. vor Regen geschützt anbauen oder – bei Anbau von kleinen Gehölzen im Kübel – aufstellen, beispielsweise vor einer Wand mit Dachvorsprung, auf einem überdachten Balkon oder indem man ihnen ein Regenschutzdach aus einem lichtdurchlässigen Material (Folie oder Kunststoff – wie Gewächshauseindeckung) errichtet.

Pfirsiche und Nektarinen gedeihen bei uns nur in Weinbaulagen oder an geschützten, warmen Plätzen im Garten.

Sortenwahl
Es gibt zwar keine resistenten Sorten, aber doch widerstandsfähigere – beispielsweise sollen weiß- und rotfleischige Sorten weniger anfällig sein. Die Gartenakademie der LWG empfiehlt die Sorten ‚Fruteria‘, ‚Benedicte‘, ‚Amsden‘, ‚Kernechter vom Vorgebirge‘ (= ‚Roter Ellerstädter‘). Und auch der Weinbergspfirsich ist etwas weniger anfällig.

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Pflege
Gute Pflege stärkt Pflanzen. Düngung und Bewässerung von Gehölzen sollten auf den Bedarf entsprechend der Vegetationsphase abgestimmt sein. Eine wichtige Pflegemaßnahme ist auch der fachgerechte Baumschnitt, bei dem nicht nur kranke, erfrorene beziehungsweise aus anderen Gründen abgestorbene Triebe entfernt und der Baum ausgelichtet wird, damit die Luft gut zirkulieren kann, sondern der auch dafür sorgt, dass der Baum schöne große Früchte bildet. Pfirsichbäumchen werden nach der Ernte und während der Blütezeit geschnitten, siehe folgendes YouTube-Video.

Hausmittel gegen die Kräuselkrankheit
Einige schwören auf Stärkungsmittel wie verdünnte Schachtelhalmbrühe, Knoblauchtee oder vorbeugende Präparate aus dem Handel wie Neudo-Vital Obst-Spritzmittel vor allem im Frühjahr zu der Zeit des Knospenschwellens und Öffnens, andere auf Essigspritzungen im Herbst. Zu all diesen Stärkungs- und Hausmitteln sind mir jedoch keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Wirkung gegen die Kräuselkrankheit im Vergleich zu einer unbehandelten Variante am gleichen Standort unter den gleichen Bedingungen bekannt.

Die Erfahrungen – Erfolge oder Misserfolge, von denen im Internet berichtet wird, sind unterschiedlich. Doch es spricht nichts dagegen, die Stärkungsmittel selbst auszuprobieren. Da der Pilz zur Zeit des Knospenschwellens und des Öffnens der Knospen das ganz junge Gewebe infiziert, wird das Stärkungsmittel bereits zu dieser Zeit ausgebracht. Der genaue Zeitpunkt ist abhängig von der Witterung des Winters und des Frühjahrs. Man sollte ab Ende Januar die Knospen beobachten und vorbereitet sein – wer kein Schachtelhalm im Vorjahr gesammelt und getrocknet hat, kann es getrocknet oder schon als Sud zubereitet im Gartenfachhandel kaufen.

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Direkte Bekämpfung

Kranke Blätter früh entfernen
Befallene Blätter zeigen bald nach dem Austrieb Symptome. Man sollte sie bald auspflücken, bevor sich der weiße Filz bildet. Bei starkem Befall steht dann zwar möglicherweise nur noch ein Gerippe, aber der Baum treibt bald gesunde Ersatzblätter (um den Johannistrieb am 24. Juni herum). Man gibt die abgepflückten und vom Boden aufgesammelten Blätter sicherheitshalber nicht auf den Komposthaufen im Garten, sondern in den Restmüll.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Obwohl ich persönlich davon die Finger lasse, diese Information der Vollständigkeit halber: Für den Haus- und Kleingarten sind aktuell Präparate auf Basis des Wirkstoffes Difenoconazol zugelassen (Beispiel Präparat Duaxo Universal Pilz-frei). Sinn macht die Anwendung nur in der Zeit des Knospenschwellens und Aufbrechens. Da der Wirkstoff Nebenwirkungen auf Marienkäfer (schwach schädigend), Erzwespen (schädigend), Algen (giftig), Fische und Fischnährtiere (giftig) hat, würde ich persönlich dann doch den Knoblauchsud oder ähnliches zur Stärkung bevorzugen.

Disclaimer

Zulassungen von Wirkstoffen und Präparaten ändern sich ständig. Sie können die aktuellen Zulassungen auf der Website des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit abfragen: Wählen Sie bei HuK/Alle Haus und Kleingarten, bei Kultur Pfirsich und bei Schadorganismus Kräuselkrankheit aus der jeweiligen Drop-down-Liste. Wenn Sie auf der Trefferseite auf die jeweilige Handelsbezeichnung oder die Zulassungsnummer klicken, erhalten Sie außerdem Anwendungshinweise sowie Informationen zu Nebenwirkungen auf Nützlinge/natürliche Gegenspieler und mehr.

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Biogarten: Mit Blühpflanzen Nützlinge fördern

Mit blühenden Pflanzen vom Spätwinter bis zum Spätherbst tut man sich nicht nur selbst etwas Gutes, sondern auch Schmetterlingen, Bienen, Hummeln und anderen Nützlingen, die auf Pollen und Nektar angewiesen sind. Beispiele. (zuletzt aktualisiert am 19.7.2022)

Jeder, nicht nur der Biogärtner, kann etwas zum Erhalt der Arten beitragen, indem er Schmetterlingen, Bienen, Hummeln und anderen Nützlingen im Garten oder auf dem Balkon Futter von blühenden Pflanzen bietet. Allerdings ist das nur ein erster Schritt, denn die Tiere brauchen nicht nur Pollen und Nektar, sondern auch Verstecke, Nistmöglichkeiten und Ähnliches. Schmetterlinge beispielsweise gibt es nur, wenn es auch die für jede Art spezifischen Pflanzen gibt, an denen sie sich vom Ei über die Raupe bis hin zum Schmetterling entwickeln können.

Hier eine kleine Diaschau von Nützlingen an Blüten von meinem YouTube-Kanal.

Was sind eigentlich Nützlinge?

Als Nützlinge werden vor allem Insekten und Spinnentiere bezeichnet, die für den Menschen einen Nutzen haben, beispielsweise Schädlinge fressen. Das ist also eine ziemlich egozentrische und inzwischen aus ökologischer Sicht auch überholte Sichtweise, denn letztendlich hat in der Natur alles einen Nutzen, auch alle „Schädlinge“ – und sei es nur als Leckerbissen für Vögel, die ihre Jungen damit aufziehen.

Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und viele andere sind für uns ganz offensichtlich nützlich, weil sie Pflanzen bestäuben, so dass wir Obst und Fruchtgemüse ernten können. Honigbienen sammeln darüber hinaus Honig und tragen etwas zu unserer Ernährung bei. Ohrenkneifer, Marienkäfer, ihre Larven sowie die Larven von Schwebfliegen, Florfliegen, Gallmücken und anderen sind nützlich, weil sie Blattläuse vertilgen und Raubmilben halten Spinnmilben an unseren Pflanzen in Schach. Auch Vögel und Igel sind Nützlinge, denn sie vertilgen beispielsweise Mücken und Schneckeneier. Letztendlich hat aber jedes Lebewesen eine Funktion im Ökosystem und ist wichtig. Wir brauchen die Artenvielfalt und praktizieren im Garten, auf Balkon und Terrasse am besten das Gärtnern mit der Natur und nicht gegen sie.

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Welche Blühpflanzen mögen Schmetterlinge, Bienen, Schwebfliegen & Co.?

Fast alle Blühpflanzen, die Nektar und/oder Pollen bilden, unterstützen viele Nützlinge und andere Insekten.
Für Honigbienen sind es Blühpflanzen, die als Bienentrachtpflanzen zählen – dort finden Sie beides, Pollen und Nektar. Zu den Bienentrachtpflanzen gehören beispielsweise

  • Bäume wie Robinie, Linde und Obstbäume
  • Sträucher bzw. Halbsträucher wie Ysop, Lavendel und Thymian
  • Stauden wie Kugeldistel und Futter-Esparsette
  • einjährige Pflanzen wie Raps, Buchweizen, Borretsch, Gelber Steinklee und Phacelia („Bienenfreund“)

Aber auch viele andere Blühpflanzen wie Wild-, Gewürz- und Heilkräuter werden von Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und anderen Nützlingen angeflogen (siehe auch Pflanzen für Nützlinge).

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Bei uns im Garten und in der Umgebung beobachte ich Bienen und Hummeln beispielsweise an Rasenunkräutern wie dem Löwenzahn, aber auch an Blumenzwiebelpflanzen wie Purpur-Kugellauch (Allium aflatunense ‚Purple Sensation‘), Gartenstauden wie dem Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) oder der Duftnessel (Agastache Hybride ‚Ayala‘) und an Sträuchern wie dem Spierstrauch und dem Sommerflieder (Buddleja davidii). An letzterem findet man auch sehr viele Schmetterlinge – allerdings sollte man wissen, dass die Jungtiere (Raupen) der Schmetterlinge spezielle Futterpflanzen brauchen, bei manchen Schmetterlingsraupen sind das Brennesseln, andere benötigen Dill, Fenchel, Kapuzinerkresse oder andere Raupenfutterpflanzen – nur wenn man diese Pflanzen zusätzlich in der Nähe hat, ist für den Schmetterlingsnachschub gesorgt.

Die Nützlinge und Blüten aus dem Diaschau-Film

Marienkäfer an Traubenhyazinthe
Marienkäfer an Traubenhyazinthe
Biene an Storchenschnabel
Biene an Storchenschnabel
Biene an Phacelia
Biene an Bienenfreund Phacelia
Schwebfliege an Habichtkraut
Schwebfliege an Habichtkraut
Hummel an Spierstrauch
Hummel an Spierstrauch
Biene an Schmetterlingsstrauch
Biene an Schmetterlingsflieder Buddleja davidii ‚Black Knight‘
Hummel an Agastache
Hummel an Duftnessel Agastache
Tagpfauenauge an Schmetterlingsflieder
Tagpfauenauge an Schmetterlingsflieder

Apropos Holunder

Eigentlich gehört er auch zu den wichtigen Blütenpflanzen. Allerdings: Holunder wird von Honigbienen nicht besucht, dafür aber von Schwebfliegen – diese Schwebfliegen sowie Schmetterlinge befruchten seine Blüten, sodass daraus Holunderbeeren werden, die Menschen und Vögel genießen. Die Larven der Schwebfliegen sowie Marienkäfer laben sich nebenbei an den an den Trieben oft reichlich vorkommenden Holunderblattläusen. Dadurch hat man dann eine eigene Nützlingszucht im Garten.

Der Beitrag wurde 2016 erstmalig veröffentlicht und seit dem mehrmals aktualisiert.

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Starke Nachfrage nach Immobilien auf Mallorca

Artikelkennzeichnung siehe unten

Die Liebe zur Baleareninsel der Deutschen ist kein Geheimnis. Schon seit Generationen fliegen die Deutschen in ihren Sommerurlauben auf die Insel, um dort ihren Jahresurlaub zu verbringen. In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten hat sich besonders eine junge Szene auf Mallorca gebildet und verbringt die schönste Zeit des Jahres beim Partymachen auf dem Ballermann oder in der Hauptstadt Palma. Jahr für Jahr zählt man mehr Touristen auf der Insel und viele Menschen kommen immer wieder zurück. Das führt natürlich auch zum Wunsch, selbst eine eigene Immobilie auf der Insel zu erwerben. Man erkennt seine Wünsche, wenn man sich im Spiegel betrachtet. Durch die Etablierung des Homeoffice haben sich auch neue Möglichkeiten ergeben, um diesen Traum leichter leben zu können. Dass sich aufgrund der verstärkten Bautätigkeit auf der Baleareninsel auch die eine oder andere Kaufoption bietet, ist nachvollziehbar.

Wenn sich der Wunsch nach einer festen Bleibe festigt

Der Wunsch, aus dem temporär empfundenen Urlaubsgefühl einen Dauerzustand herbeizuführen, kann ebenso nachvollzogen werden. Gerade der Urlaubsflair und die Nähe zu Deutschland sind zwei wichtige Argumente, sich den Kauf einer eigenen Immobilie auf Mallorca ernsthaft durch den Kopf gehen zu lassen. Gründe gibt es mehr als genug, auch einen permanenten Umzug in Erwägung zu ziehen. Denken Sie nur an die vielen einsamen Buchten, die abseits des Partylebens den Menschen zur Verfügung stehen. Es muss nicht immer Highlife geben. Außerdem ist die Insel groß genug, um ausreichend Spielraum für verschiedene Tätigkeiten zu haben. Berühmt ist die Insel auch wegen der zahlreichen Golfplätze und den vielen Grünflächen, die zu Tagesausflügen einladen. Wenn Sie den Entschluss gefasst haben, eine Bleibe auf Mallorca zu erwerben, wollen wir Ihnen in diesem Artikel auch einige Tipps mit auf die Reise geben.

Tipps für den Immobilienerwerb auf Mallorca

Ganz gleich, ob Ihr Interesse an einer Immobilie an einer einsamen Küste Mallorcas liegt oder ob diese doch besser in der Nähe zur Hauptstadt gelegen sein soll, Sie werden überall Ihr Glück finden können. Derzeit sind Fincas besonders beliebt, weil sie dem Individualgedanken sehr gerecht werden. Wenn Sie Fincas auf Mallorca kaufen wollen, dann empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit einem erfahrenen Makler. Dieser wird Sie auch über die notwendigen Formalitäten informieren, die für den Erwerb einer Finca notwendig sind.

* Dies sind Informationen unseres Werbekunden

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Wohnung selbst renovieren

Rückblick auf mein Renovierungs-Experiment

2013 dachte ich, ich sollte mal weg vom Schreibtisch und zur Abwechslung etwas Praktisches machen. Da meine Wohnung eine Renovierung dringend nötig hatte, entschied ich mich, selbst Hand anzulegen. Vielleicht hätte ich besser in eine Selbsthilfegruppe für größenwahnsinnige Selbst-Renovierer gehen sollen: „Ich heiße Eva und ich habe keine Ahnung von dem, was ich da tun werde.“ Meine Erfahrungen. (aktualisiert 8.7.2022)

Decke, Wand und Küchenspiegel renovieren. DIY.
DIY: Hier werden Decke, Wand und Küchenspiegel renoviert. Man braucht eine Strategie, um unnötiges Hin- und Herrutschen der Möbel zu vermeiden.

Ich studierte vorab jede Menge Renovierungs-Anleitungen in Video, Wort und Bild im Internet – da gab es Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Vorher-Nachher-Wohnung-Shows und Kombinationen aus Anleitung und Show. Und natürlich gab es auch viel unbrauchbares SEO-Gedöns, das man gleich wieder wegklicken konnte.

Aber es gab einiges Hilfreiches – sowohl von Privatleuten, die ihre Erfahrungen in Blogs oder auf Bewertungsplattformen teilten, als auch Informationen auf Websites von Profis für Heimwerker.

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Das sieht doch alles ganz einfach aus, dachte ich nach reichlichem Studium der Renovierungsmaterie. Do it yourself!  Keine Ahnung zu haben, hat mich bei anderen Experimenten auch nicht abgeschreckt!

Ich maß also in meiner Wohnung alles Relevante ab und fuhr mit einer langen Liste in den Baumarkt und in Fachgeschäfte der näheren Umgebung. Was ich dort nicht fand, bestellte ich mir über das Internet. Als ich so ziemlich alles beisammenhatte, begann ich mein persönliches Renovierungsprojekt.

Decke streichen war das Schlimmste

Vor dem Streichen der Decke müssen Wände und alles, was rumsteht oder an den Wänden hängt, abgedeckt werden

Vor dem Decken streichen musste alles mit Folie abgedeckt werden.

Als Erstes wollte ich streichen – sowohl die Wände als auch die Decke hatten es nötig. Die besondere Herausforderung: Meine Möbel und ich konnten während der Renovierung nicht ausziehen. Aus diesem Grund und weil ich wusste, dass meine Kondition nach Jahren der Schreibtischarbeit vermutlich nicht die Beste war, musste ich Stück für Stück, Fläche für Fläche, Wand für Wand vorgehen.

Gelernt hatte ich in einer der Anleitungen, dass ich mit der Decke anfangen musste und – da ich nicht alles auf einen Rutsch streichen können würde – die Wände abdecken musste, sonst würde es Farbnasen an den Wänden und Farbkleckse auf den Möbeln geben. Die gab es nicht oder nur wenige, aber dafür eine zu klein geratene Eva, die trotz Leiter nicht richtig in die Winkel zum Abkleben kam, die sich und die Folien immer wieder mit Kreppband verhedderte, die schon beim Vorpinseln der Kanten müde wurde, der der Teleskop-Stiel beim Streichen abbrach, weshalb ihr die Farbrolle auf den Kopf fiel, deren Arme immer länger und schwerer und deren Stimmung immer panischer wurde. Es flossen Tränen. Es wurde gejammert und geschimpft.

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Ich überlegte, einen Handwerker anzurufen und um Rettung zu flehen, entschloss mich dann nach etwas mehr Ausheulen jedoch dazu, weiterzumachen.

Es war grauenhaft und schien nicht enden zu wollen. Aber irgendwann habe ich es doch geschafft – die Decke war nach mehreren Etappen komplett gestrichen und leuchtete in frischem Weiß. Okay, sie ist ein wenig ungleichmäßig, man sieht je nach Lichteinfall die Bahnen der Rolle und ein paar Pickel hat sie auch – obwohl ich mit der Zeit von der Technik her besser wurde. Aber sie ist wieder schön weiß, wie es auch meine Haare, mein Gesicht, meine Schultern und meine Fußsohlen nach dem Streichen waren (durch zwei Paar Socken hindurch!).

Im Vergleich zur Decke waren die Wände ein Kinderspiel. Wand für Wand räumte ich Regale und Schränke leer, verschob die jeweiligen Möbel, klebte die Steckdosen ab und bedeckte den Boden mit Folien und Malervlies (sehr hilfreich, da Malervlies im Gegensatz zu den Abdeckfolien und zu Zeitungspapier nicht an den farbdurchtränkten Socken hängen blieb). Dann roll, roll, roll und schon war die Wand weiß und ich konnte ein paar Stunden später alles wieder zurückräumen. Es dauerte, aber nun sind Decke und alle Wände weiß und die Wohnung wirkt hell und frisch – eine vorweggenommene Frühjahrskur für die Wohnung.

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Küchenspiegel-Intermezzo

Als die Küchenwände fertiggestrichen und sämtliche Küchenmöbel und -utensilien noch ausgeräumt waren, entschied ich mich, zwischendrin den Küchenspiegel zu renovieren. Der alte bestand aus braunen italienischen Küchenfliesen mit altmodischen Motiven darauf, die mir noch nie gefallen hatten. Ich habe lange überlegt, ob ich – wie es vernünftig gewesen wäre – einen glatten Hintergrund aus Glas, Aluminium, neuen Fliesen oder Ähnliches haben wollte, mich dann aber für eine rustikale und unvernünftige Variante entschieden.

Für meine Fliese-auf-Fliese-Küchenspiegel-Renovierung grundierte ich die alte Fliesenoberfläche mit einer gelblichen Grundierflüssigkeit für Fliesen, verteilte dann nach dem Antrocknen Stück für Stück einen speziellen Elastolith-Fliesenkleber, der wie Mörtel oder Zement aussah, darauf und drückte die zu dem Elastolith-System gehörenden Flachverblender nach dem Durchkämmen mit dem Zahnspachtel in den flexiblen Fliesenkleber – so wie ich es in der Anleitung gelesen hatte.

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Die Flachverblender waren im unverarbeiteten Zustand biegsam und konnten sogar mit einer Schere geschnitten werden – das machte die Anbringung einfach. Verfugen musste man auch nicht, denn es reichte laut Anleitung, die Fliesenkleber-Masse zwischen den angedrückten Verblendern mit einem Pinsel glattzustreichen – was aber alles andere als einfach war, weil der Fliesenkleber immer am Pinsel kleben blieb, auch wenn man den Pinsel alle 2 bis 3 Zentimeter neu mit Wasser befeuchtete, um das zu vermeiden.

Es war etwas nervig und für mich nicht so einfach, wie es in den Videos im Internet ausgesehen hatte – das gilt für alles, was ich nach Anleitung gemacht habe, denn richtige „Heimwerker“, für die diese Anleitungen sind, sind ja schon halbe Profis, im Gegensatz zu mir, die handwerklich so gut wie unbelastet war (ich kann nur Ikea-Schraubschlüssel und Akkuschrauber). Jedenfalls: Nach dem Aushärten waren Elastolith-Fliesenkleber und -Flachverblender wie gewünscht miteinander verbunden und hart wie Beton. Die Fugen sind mir zwar ein wenig zu breit und an manchen Stellen auch etwas schief geraten – aber ich bin doch zufrieden mit dem Ergebnis und meiner Leistung.

Hinter die Wasserhähne habe ich zwar als Spritzschutz eine Plexiglasplatte gestellt, aber fast freue ich mich darauf, meinen rustikalen Küchenspiegel eines Tages zu renovieren, denn dann werde ich ihn weiß übertünchen, sodass man nur noch die Struktur der Verblender erkennt – als sei darunter richtiges Mauerwerk. Und schnell ein Stückchen Küchenspiegel neu zu überweißeln, ist für mich inzwischen eine Kleinigkeit. Nachtrag 2022: Bis heute war es nicht nötig, den Küchenspiegel zu überstreichen oder auszutauschen. Obwohl ich mir manchmal wünschte, ich hätte ein glatteres Material gewählt als diese rauen Flachverblender, zeigt sich, dass sich Flecken in der Regel gut entfernen lassen.

Elastolith Flachverblender Fliese auf Fliese verlegt

Linke Seite: Elastolith-Flachverblender Fliese auf Fliese verlegt. Rechts sieht man noch die alten Fliesen unter der Grundierung durchscheinen.

Türen und Regalfronten aufgefrischt

Nun waren also meine Wände und der Küchenspiegel neu, aber die abgewetzten Stellen an den dunklen Funiertüren der Wohnung störten – wie auch der alte Teppichboden – das Gesamtbild noch erheblich. Ich hatte vor ein paar Monaten schon mit farbigen Pflegemitteln experimentiert, aber das hatte nicht viel gebracht. Erfolg hatte ich dann aber letzte Woche mit verschiedenfarbigen Stiften zur Ausbesserung von Holzoberflächen. Türen, Holzregalfronten und -seiten sehen nun tatsächlich wieder fast wie neu aus. Und so bleibt mir das Austauschen von Türen und Türstöcken erst einmal noch erspart.

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(Fliese Naturstein bei Amazon)

Sorgenkind Bodenbelag

Mein Teppichboden wurde zwar immer schonend behandelt, aber nach all den Jahren waren die Gebrauchsspuren einfach nicht zu übersehen. Ein neuer Bodenbelag soll her. Zuerst dachte ich an Holzdielen, dann wollte ich einen Naturstein-Bodenbelag im mediterranen Stil, dann Fliesen auf Holzbasis, dann wieder Holzdielen. Ein Problem ist, dass bei der Verlegung all dieser Bodenbeläge die Wohnung eigentlich komplett ausgeräumt werden müsste. Außerdem sind sie teuer und für die Ewigkeit gedacht – aber kann ich mich tatsächlich für ein Design für die Ewigkeit entscheiden?

Laminat, Linoleum und ähnliche Materialien habe ich zunächst abgelehnt, ich wollte etwas Natürliches. Inzwischen bin ich mir aber gar nicht so sicher, ob Furnierholz-, Laminat- oder Linoleumböden von der Umweltbilanz her nicht sogar besser wären. Außerdem kosten sie weniger, sind flacher und ich müsste nicht alle Türen kürzen lassen.

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Außerdem stand auch noch die ganz große Frage im Raum: Soll ich den Boden selbst verlegen oder einen Fachmann/Fachfrau/Fachfirma beauftragen? So eine Erfahrung wie beim Deckenstreichen wollte ich nicht noch einmal machen. Doch andererseits ist es auch ein gutes Gefühl, zu sehen, was man trotz großer Schwierigkeiten selbst schaffen kann – auch wenn es nicht ganz perfekt ist. Ich konnte mir für diese Entscheidung allerdings noch ein paar Monate Zeit lassen, denn ein Buchprojekt und andere schöne Aufträge hatten meinen Kalender für die nächsten Monate voll im Griff und es blieb erst einmal keine Zeit – weder für eigene Renovierungsexperimente noch für die Renovierung durch die entsprechenden Handwerker.

Nachtrag: Ich habe dann auch einen neuen Parkettboden selbst verlegt. Insgesamt war die ganze Renovierung einschließlich des Bodens eine große Plackerei und nicht alles ist mir perfekt gelungen, aber der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es war hinterher ein ganz neues Wohngefühl, das nun schon viele Jahre anhält.

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