Wohnung selbst renovieren

Rückblick auf mein Renovierungs-Experiment

2013 dachte ich, ich sollte mal weg vom Schreibtisch und zur Abwechslung etwas Praktisches machen. Da meine Wohnung eine Renovierung dringend nötig hatte, entschied ich mich, selbst Hand anzulegen. Vielleicht hätte ich besser in eine Selbsthilfegruppe für größenwahnsinnige Selbst-Renovierer gehen sollen: „Ich heiße Eva und ich habe keine Ahnung von dem, was ich da tun werde.“ Meine Erfahrungen. (aktualisiert 8.7.2022)

Decke, Wand und Küchenspiegel renovieren. DIY.
DIY: Hier werden Decke, Wand und Küchenspiegel renoviert. Man braucht eine Strategie, um unnötiges Hin- und Herrutschen der Möbel zu vermeiden.

Ich studierte vorab jede Menge Renovierungs-Anleitungen in Video, Wort und Bild im Internet – da gab es Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Vorher-Nachher-Wohnung-Shows und Kombinationen aus Anleitung und Show. Und natürlich gab es auch viel unbrauchbares SEO-Gedöns, das man gleich wieder wegklicken konnte.

Aber es gab einiges Hilfreiches – sowohl von Privatleuten, die ihre Erfahrungen in Blogs oder auf Bewertungsplattformen teilten, als auch Informationen auf Websites von Profis für Heimwerker.

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Das sieht doch alles ganz einfach aus, dachte ich nach reichlichem Studium der Renovierungsmaterie. Do it yourself!  Keine Ahnung zu haben, hat mich bei anderen Experimenten auch nicht abgeschreckt!

Ich maß also in meiner Wohnung alles Relevante ab und fuhr mit einer langen Liste in den Baumarkt und in Fachgeschäfte der näheren Umgebung. Was ich dort nicht fand, bestellte ich mir über das Internet. Als ich so ziemlich alles beisammenhatte, begann ich mein persönliches Renovierungsprojekt.

Decke streichen war das Schlimmste

Vor dem Streichen der Decke müssen Wände und alles, was rumsteht oder an den Wänden hängt, abgedeckt werden

Vor dem Decken streichen musste alles mit Folie abgedeckt werden.

Als Erstes wollte ich streichen – sowohl die Wände als auch die Decke hatten es nötig. Die besondere Herausforderung: Meine Möbel und ich konnten während der Renovierung nicht ausziehen. Aus diesem Grund und weil ich wusste, dass meine Kondition nach Jahren der Schreibtischarbeit vermutlich nicht die Beste war, musste ich Stück für Stück, Fläche für Fläche, Wand für Wand vorgehen.

Gelernt hatte ich in einer der Anleitungen, dass ich mit der Decke anfangen musste und – da ich nicht alles auf einen Rutsch streichen können würde – die Wände abdecken musste, sonst würde es Farbnasen an den Wänden und Farbkleckse auf den Möbeln geben. Die gab es nicht oder nur wenige, aber dafür eine zu klein geratene Eva, die trotz Leiter nicht richtig in die Winkel zum Abkleben kam, die sich und die Folien immer wieder mit Kreppband verhedderte, die schon beim Vorpinseln der Kanten müde wurde, der der Teleskop-Stiel beim Streichen abbrach, weshalb ihr die Farbrolle auf den Kopf fiel, deren Arme immer länger und schwerer und deren Stimmung immer panischer wurde. Es flossen Tränen. Es wurde gejammert und geschimpft.

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(Wandfarbe bei Amazon)

Ich überlegte, einen Handwerker anzurufen und um Rettung zu flehen, entschloss mich dann nach etwas mehr Ausheulen jedoch dazu, weiterzumachen.

Es war grauenhaft und schien nicht enden zu wollen. Aber irgendwann habe ich es doch geschafft – die Decke war nach mehreren Etappen komplett gestrichen und leuchtete in frischem Weiß. Okay, sie ist ein wenig ungleichmäßig, man sieht je nach Lichteinfall die Bahnen der Rolle und ein paar Pickel hat sie auch – obwohl ich mit der Zeit von der Technik her besser wurde. Aber sie ist wieder schön weiß, wie es auch meine Haare, mein Gesicht, meine Schultern und meine Fußsohlen nach dem Streichen waren (durch zwei Paar Socken hindurch!).

Im Vergleich zur Decke waren die Wände ein Kinderspiel. Wand für Wand räumte ich Regale und Schränke leer, verschob die jeweiligen Möbel, klebte die Steckdosen ab und bedeckte den Boden mit Folien und Malervlies (sehr hilfreich, da Malervlies im Gegensatz zu den Abdeckfolien und zu Zeitungspapier nicht an den farbdurchtränkten Socken hängen blieb). Dann roll, roll, roll und schon war die Wand weiß und ich konnte ein paar Stunden später alles wieder zurückräumen. Es dauerte, aber nun sind Decke und alle Wände weiß und die Wohnung wirkt hell und frisch – eine vorweggenommene Frühjahrskur für die Wohnung.

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Küchenspiegel-Intermezzo

Als die Küchenwände fertiggestrichen und sämtliche Küchenmöbel und -utensilien noch ausgeräumt waren, entschied ich mich, zwischendrin den Küchenspiegel zu renovieren. Der alte bestand aus braunen italienischen Küchenfliesen mit altmodischen Motiven darauf, die mir noch nie gefallen hatten. Ich habe lange überlegt, ob ich – wie es vernünftig gewesen wäre – einen glatten Hintergrund aus Glas, Aluminium, neuen Fliesen oder Ähnliches haben wollte, mich dann aber für eine rustikale und unvernünftige Variante entschieden.

Für meine Fliese-auf-Fliese-Küchenspiegel-Renovierung grundierte ich die alte Fliesenoberfläche mit einer gelblichen Grundierflüssigkeit für Fliesen, verteilte dann nach dem Antrocknen Stück für Stück einen speziellen Elastolith-Fliesenkleber, der wie Mörtel oder Zement aussah, darauf und drückte die zu dem Elastolith-System gehörenden Flachverblender nach dem Durchkämmen mit dem Zahnspachtel in den flexiblen Fliesenkleber – so wie ich es in der Anleitung gelesen hatte.

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Die Flachverblender waren im unverarbeiteten Zustand biegsam und konnten sogar mit einer Schere geschnitten werden – das machte die Anbringung einfach. Verfugen musste man auch nicht, denn es reichte laut Anleitung, die Fliesenkleber-Masse zwischen den angedrückten Verblendern mit einem Pinsel glattzustreichen – was aber alles andere als einfach war, weil der Fliesenkleber immer am Pinsel kleben blieb, auch wenn man den Pinsel alle 2 bis 3 Zentimeter neu mit Wasser befeuchtete, um das zu vermeiden.

Es war etwas nervig und für mich nicht so einfach, wie es in den Videos im Internet ausgesehen hatte – das gilt für alles, was ich nach Anleitung gemacht habe, denn richtige „Heimwerker“, für die diese Anleitungen sind, sind ja schon halbe Profis, im Gegensatz zu mir, die handwerklich so gut wie unbelastet war (ich kann nur Ikea-Schraubschlüssel und Akkuschrauber). Jedenfalls: Nach dem Aushärten waren Elastolith-Fliesenkleber und -Flachverblender wie gewünscht miteinander verbunden und hart wie Beton. Die Fugen sind mir zwar ein wenig zu breit und an manchen Stellen auch etwas schief geraten – aber ich bin doch zufrieden mit dem Ergebnis und meiner Leistung.

Hinter die Wasserhähne habe ich zwar als Spritzschutz eine Plexiglasplatte gestellt, aber fast freue ich mich darauf, meinen rustikalen Küchenspiegel eines Tages zu renovieren, denn dann werde ich ihn weiß übertünchen, sodass man nur noch die Struktur der Verblender erkennt – als sei darunter richtiges Mauerwerk. Und schnell ein Stückchen Küchenspiegel neu zu überweißeln, ist für mich inzwischen eine Kleinigkeit. Nachtrag 2022: Bis heute war es nicht nötig, den Küchenspiegel zu überstreichen oder auszutauschen. Obwohl ich mir manchmal wünschte, ich hätte ein glatteres Material gewählt als diese rauen Flachverblender, zeigt sich, dass sich Flecken in der Regel gut entfernen lassen.

Elastolith Flachverblender Fliese auf Fliese verlegt

Linke Seite: Elastolith-Flachverblender Fliese auf Fliese verlegt. Rechts sieht man noch die alten Fliesen unter der Grundierung durchscheinen.

Türen und Regalfronten aufgefrischt

Nun waren also meine Wände und der Küchenspiegel neu, aber die abgewetzten Stellen an den dunklen Funiertüren der Wohnung störten – wie auch der alte Teppichboden – das Gesamtbild noch erheblich. Ich hatte vor ein paar Monaten schon mit farbigen Pflegemitteln experimentiert, aber das hatte nicht viel gebracht. Erfolg hatte ich dann aber letzte Woche mit verschiedenfarbigen Stiften zur Ausbesserung von Holzoberflächen. Türen, Holzregalfronten und -seiten sehen nun tatsächlich wieder fast wie neu aus. Und so bleibt mir das Austauschen von Türen und Türstöcken erst einmal noch erspart.

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(Fliese Naturstein bei Amazon)

Sorgenkind Bodenbelag

Mein Teppichboden wurde zwar immer schonend behandelt, aber nach all den Jahren waren die Gebrauchsspuren einfach nicht zu übersehen. Ein neuer Bodenbelag soll her. Zuerst dachte ich an Holzdielen, dann wollte ich einen Naturstein-Bodenbelag im mediterranen Stil, dann Fliesen auf Holzbasis, dann wieder Holzdielen. Ein Problem ist, dass bei der Verlegung all dieser Bodenbeläge die Wohnung eigentlich komplett ausgeräumt werden müsste. Außerdem sind sie teuer und für die Ewigkeit gedacht – aber kann ich mich tatsächlich für ein Design für die Ewigkeit entscheiden?

Laminat, Linoleum und ähnliche Materialien habe ich zunächst abgelehnt, ich wollte etwas Natürliches. Inzwischen bin ich mir aber gar nicht so sicher, ob Furnierholz-, Laminat- oder Linoleumböden von der Umweltbilanz her nicht sogar besser wären. Außerdem kosten sie weniger, sind flacher und ich müsste nicht alle Türen kürzen lassen.

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Außerdem stand auch noch die ganz große Frage im Raum: Soll ich den Boden selbst verlegen oder einen Fachmann/Fachfrau/Fachfirma beauftragen? So eine Erfahrung wie beim Deckenstreichen wollte ich nicht noch einmal machen. Doch andererseits ist es auch ein gutes Gefühl, zu sehen, was man trotz großer Schwierigkeiten selbst schaffen kann – auch wenn es nicht ganz perfekt ist. Ich konnte mir für diese Entscheidung allerdings noch ein paar Monate Zeit lassen, denn ein Buchprojekt und andere schöne Aufträge hatten meinen Kalender für die nächsten Monate voll im Griff und es blieb erst einmal keine Zeit – weder für eigene Renovierungsexperimente noch für die Renovierung durch die entsprechenden Handwerker.

Nachtrag: Ich habe dann auch einen neuen Parkettboden selbst verlegt. Insgesamt war die ganze Renovierung einschließlich des Bodens eine große Plackerei und nicht alles ist mir perfekt gelungen, aber der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es war hinterher ein ganz neues Wohngefühl, das nun schon viele Jahre anhält.

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Kamine gibt es viele, doch welche Bauart soll es werden?

Kennzeichnung siehe unten

Immer mehr Menschen denken über den Einbau eines Kaminofens nach – und das nicht nur aufgrund steigender Energiepreise. Ein Kamin steht für Gemütlichkeit, außerdem verleiht er der Wohnung oder dem Eigenheim eine wohnliche Atmosphäre, die zum Wohlfühlen einlädt. Was viele sich allerdings vor dem Kauf eines solchen Einrichtungselements fragen: Welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Kaminarten hinsichtlich Wärmeleistung, Leuchtkraft, Energieeffizienz, Reinigung und Wartung? Finden wir es heraus.

4 Kaminarten im Vergleich

Kamin ist nicht gleich Kamin! Doch worin unterscheiden sich die einzelnen Modelle? Der folgende Vergleich bringt Licht ins Dunkel.

Wärmeleistung
herkömmlicher HolzofenHolzöfen können die Erwärmung eines Raumes oder auch der gesamten Wohnung übernehmen. In Form eines wasserführenden Kamins erweisen sie sich vor allem in der Übergangszeit als sehr hilfreich.
PelletkaminofenMit einer Leistung von 10 bis 25 kW sind Pelletöfen in der Lage, einen Raum zu beheizen oder gar eine Zentralheizung zu unterstützen.
ElektrokaminDie meisten Elektrokamine sind zwar mit einem Heizelement ausgestattet, aber um einen Wohnraum dauerhaft damit beheizen zu können, reicht es nicht aus. Soll die gemütliche Stimmung im Wohnzimmer lediglich unterstützt werden, erfüllt die Strahlungswärme jedoch ihren Zweck.
Bio-EthanolkaminDiese Kaminart eignet sich vorrangig als Dekorationselement, nicht als Heizung.
Leuchtkraft
herkömmlicher HolzofenKaminöfen überzeugen mit einem sehr schönen, hellen Flammenbild, das für ein gemütliches Ambiente sorgt.
PelletkaminofenIm Hinblick auf Flammenbild und Leuchtkraft kann der Pelletofen seinen Mitstreitern nicht das Wasser reichen. Die Verbrennung erfolgt recht gleichmäßig, wodurch das charakteristische Flackern verloren geht, das Verbraucher an einem Kamin schätzen.
ElektrokaminBei einem Elektrokamin lassen sich die Flammen bequem regulieren und so auch ihre Leuchtkraft.
Bio-EthanolkaminDas Flammenbild ist besonders klar und intensiv. Auch hier ist die Regulierung der Flamme stufenlos möglich.
Energieeffizienz
herkömmlicher HolzofenHolzöfen sind vor allem als wasserführende Modelle sehr energieeffizient. Ansonsten gilt: Augen auf beim Energielabel!
PelletkaminofenHolzpellets verbrennen besonders effizient. Auch hier gibt es die Möglichkeit eines wasserführenden Pelletofens, der effektiv und umweltfreundlich heizt.
ElektrokaminElektrokamine werden mit Strom betrieben. Heizkosten können hier gespart werden, indem man Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzt, den man selbst produziert hat, beispielsweise Solarstrom.
Bio-EthanolkaminEthanolkamine sind relativ sparsam: Im Durchschnitt verbrauchen sie 0,4 Liter Brennstoff pro Stunde. So brennt ein Kamin mit einer Brennkammer von 2 Litern ca. 5 Stunden.
Reinigung und Wartung
herkömmlicher HolzofenKaminöfen sollten bei häufiger Nutzung regelmäßig gesäubert werden – sowohl von innen als auch von außen. Das erhöht nicht nur die Lebensdauer, sondern sorgt gleichzeitig für eine wirkungsvolle Verbrennung. Dasselbe gilt für die Wartung durch einen Fachmann.
PelletkaminofenIm Vergleich zu einem Holzkamin fällt in Pelletkaminöfen deutlich weniger Asche an, eine Reinigung des Brennraums ist aber trotzdem unabdingbar. Spezielle Aschesauger eignen sich hierfür hervorragend. Die jährliche Kaminwartung sollte auch bei Pelletöfen nicht vernachlässigt werden.
ElektrokaminDas „Feuer“ eines elektrisch betriebenen Kamins entwickelt weder Rauch noch Ruß oder Staub. Demzufolge ist die Kaminart sehr pflegeleicht und wartungsarm.   
Bio-EthanolkaminEthanolkamine punkten mit ihrer sauberen, rückstandslosen Verbrennung. Auch hier hält sich der Reinigungs- und Wartungsaufwand in Grenzen.
Abgasentwicklung
herkömmlicher HolzofenStammt das verwendete Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und wird es vollständig verbrannt, vermeidet man unnötige klima- und gesundheitsschädliche Emissionen.
PelletkaminofenPellets verbrennen, ebenso wie Holz, nahezu CO₂-neutral. Moderne Modelle verfügen über eine stufenlos regulierbare Verbrennungsluftzuführung, wodurch der Schadstoffgehalt der Abluft weiter reduziert wird.
ElektrokaminDa in einem Elektrokamin nichts verbrannt wird, sondern die Flammen künstlich entstehen, gibt es auch keine schädlichen Abgase.
Bio-EthanolkaminDie Verbrennung in einem Bio-Ethanolkamin erfolgt rückstandslos und schadstofffrei. Darüber hinaus entstehen weder Ruß noch Rauch.

Tipp: Wer sich nun für einen Elektro- oder Ethanolkamin interessiert, ist bei der muenkel.eu GmbH goldrichtig. Der Online-Spezialist für Kamine begeistert mit höchster Qualität, Fachexpertise, einem umfangreichen Sortiment und individuell anpassbaren Kaminen!



* Dies ist ein informativer Gastartikel meines Werbepartners.

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Keine Angst vor Pflanzen

Warum sieht man in den letzten Jahren häufiger Vorgärten und andere Gartenbereiche, für die die Bezeichnung Schotterhalde zutreffender wäre? Oder warum haben manche Balkone keine Pflanzen? Ist das nur Teil eines minimalistischen Gestaltungsstils: viel Schotter und mittendrin ein perfekt geschnittener Buchsbaum? Liegt es am Klimawandel – wollen die Besitzer Wasser sparen? Sind sie vielleicht oft abwesend oder aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, sich um Pflanzen zu kümmern? Oder haben sie vielleicht einfach Angst vor Pflanzen, weil sie keine Erfahrung haben? Für all diese Umstände gibt es bessere Lösungen, als auf Pflanzen zu verzichten. (aktualisiert am 4.6.2022)

Manche Vorgärten und Gärten sehen aus, als ob ihre Besitzer oder deren Architekten/Bauherren/Planer überhaupt keine Pflanzen mögen – da wurde Schotter auf eine Folie geschüttet, ein paar größere Steinbrocken darauf verteilt, und das war’s dann mit dem Garten. Tot! Dabei sorgen schöne Pflanzen das ganze Jahr hindurch für ein ansprechendes Ambiente und vor allem im Hochsommer für ein angenehmeres Klima und frischere Luft – sowohl am als auch im Haus. (Hinweis: Dies ist keine Kritik an Steingärten mit Pflanzen, die an kargen Standorten erst richtig schön werden, sondern ein Hinweis, wie schade es ist, wenn man sich ohne Not für eine pflanzenlose Schotteraufschüttung oder Kunstrasen entscheidet.)

Stauden: einmal pflanzen - viele Jahre Freude haben.

Stauden: einmal pflanzen – viele Jahre Freude haben.

Wer jedoch nicht mit Pflanzen aufgewachsen ist und auch später wenig Erfahrung mit ihnen gesammelt hat, fürchtet möglicherweise, etwas falsch zu machen, und verzichtet daher lieber auf lebende Pflanzen. Plastik oder Schotter kann man immerhin nicht umbringen! Doch damit, auf lebendes Grün und Blühendes zu verzichten, tut man sich keinen Gefallen, denn Leben mit Pflanzen ist gesünder und schöner.

Außerdem macht Gärtnern glücklich – probieren Sie es aus, ein paar Töpfe, Pflanzerde und Samen oder Jungpflanzen, schon sind Sie dabei, auch wenn Sie nur einen Balkon, eine Terrasse oder eine Ecke vor dem Hauseingang haben.

Und falls Sie sich an eine Dauerbepflanzung im Vorgarten, einem Beet im Garten oder in Pflanzbehälter machen möchten: Bald ist wieder Pflanzzeit für Stauden, Blumenzwiebelpflanzen und Gehölze. Was nächstes Jahr im Frühjahr blühen soll, wird schon im Spätsommer und Herbst davor gepflanzt.

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Hilfreich ist es, wenn man sich vor dem Kauf von Pflanzen oder Samen anschaut, wie der Standort beschaffen ist: Erhält der Platz Sonnenlicht, ist er besonders warm oder eher kühl und feucht? Entsprechend sucht man die Arten und Sorten aus: Wenn der Balkon oder das Beet auf der Südseite vom Haus liegt und nicht durch Bäume o. Ä. beschattet wird, nimmt man sonnenhungrige Arten (beispielsweise wie im Bild oben (auf unserem begrünten Tiefgaragendach) Purpursonnenhut Echinacea, Prairiekerze Gaura und Zierarten von Allium), an schattigere Plätze setzt man Pflanzen, die mit weniger Licht auskommen. Hier finden Sie Listen mit schattenverträglicheren Arten:

Ansonsten kann man sich von Garten- und Landschaftsbaubetrieben oder in Gärtnereien (Staudengärtnereien, Baumschulen) beraten lassen. Will man selbst in Ruhe auswählen, schaut man in ein Fachbuch oder auf die Webseiten entsprechender Gärtnereien – letztere haben oft tolle Filtermöglichkeiten und man kann sich Arten mit bestimmten Eigenschaften (Blütenfarbe, Blütezeit, Wert für Bienen) für bestimmte Standorte (Sonne, Halbschatten etc.) anzeigen lassen. Wer gerne stöbert, geht in die Pflanzenabteilung vom Gartencenter oder Baumarkt und schaut, bevor eine Pflanze im Einkaufswagen landet, auf das Stecketikett im Topf, denn dort findet man in der Regel Angaben zu den Standort- und Pflegeansprüchen.

Zum Gärtnern gehört auch das Ausprobieren und Üben

Gärtnern ist gar nicht so schwierig: Wenn der Standort zur Pflanze passt, kann nicht mehr allzu viel passieren. Mit jedem Saatgutpäckchen und mit jeder Pflanze, die man kauft, erhält man in der Regel eine Anleitung zum Pflanzen und Pflegen. Und sollte doch eine Pflanze in Ihrer Obhut sterben, dann geben Sie sie auf den Komposthaufen, in die Biotonne oder zu einer Grüngutsammelstelle – dort wird sie zu wertvoller Komposterde und dient dann anderen Pflanzen als Nährstofflieferant, das ist ein natürlicher Kreislauf.

Arbeit und Zeit sparen

Zwar macht Gärtnern glücklich (Gartentherapie: Gärtnern für die Seele), aber wer – aus welchen Gründen auch immer – mit seiner Zeit und Kraft haushalten muss, muss dennoch nicht ohne Pflanzen leben:

  • Viele winterharte Großpflanzen wie Gartenbambus, Chinaschilf sowie (immergrüne) Gehölze, die zum Standort passen, machen viel her, aber wenig Arbeit – und für das eine Mal im Jahr, wenn Sie geschnitten werden, kann man sich jemand anheuern.
  • Auch Stauden muss man nur einmal pflanzen und sie kommen jedes Jahr wieder – viele Arten sind sehr pflegearm.
  • Schön aussehen kann auch eine Blumenwiesenmischung. Sie bedeckt den Boden, wird ein bis zwei Mal im Jahr geschnitten und benötigt ansonsten kaum Pflege.
  • Apropos Bodenbedeckung: Bodendecker nennt man niedrige bis mittelhohe Gehölze oder Stauden, die den Boden nach kurzer Zeit dicht bedecken, so dass das Unkraut kaum eine Chance hat. Viele Bodendecker sind auf Dauer eher pflegeleichter als Schotter, aber mit den üblichen Vorteilen von Pflanzen (besseres Kleinklima, Luftfilterung, Schallpuffer, Artenvielfaltsförderung etc.). Es gibt Bodendecker für den Schatten, für die Sonne, für verschiedene Boden- und Wasserversorgungssituationen etc.
  • Wer den Zeitaufwand und die Wasserkosten fürchtet: Die Gießarbeit und die Wassermenge für den Garten kann man stark reduzieren, indem man ein (Tropf-)Bewässerungssystem anbringt oder anbringen lässt und dieses per Zeitschaltuhr, Feuchtefühler etc. automatisiert oder per Handy (Smart Garden) fernsteuert.

Bepflanzung statt Schotter – auch für Vögel, Bienen und andere Nützlinge

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Die Belohnung für eine Bepflanzung (statt Schotter) sind nicht nur das ansprechendere Erscheinungsbild und das angenehmere Klima – beides hebt die Wohnqualität -, sondern auch die Freude daran, etwas für die Natur zu tun – dass dank unserer Hilfe Vögel, Bienen und andere Tiere einen Lebensraum mit Nahrung und Verstecken bekommen.

Haben Sie keine Angst davor, bei der Pflanzung und Pflege etwas falsch zu machen. Pflanzen verzeihen auch viele Fehler – schließlich wollen sie dasselbe wie Sie: dass sie leben!

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Apfel-Gespinstmotte – Gespenster im Apfelbaum

Der Apfelbaum hängt voller Gespinste mit Raupen oder Kokons darin? Verursacher ist wahrscheinlich die Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus), auch Apfelbaum-Gespinstmotte genannt.

Pflanzenschädlich sind nicht die erwachsenen Falter, sondern deren Nachkommen, die Raupen. Bei einem Massenauftreten spinnen sie im Frühjahr den ganzen Baum ein und leben unter dem Schutz des seidenartigen Schleiers wie im Schlaraffenland. Ein stark befallener Apfelbaum kann alle Blätter und die Fruchtansätze verlieren, größere Früchte wachsen oft nicht weiter. Die gute Nachricht: Ein gesunder, gepflegter Baum im besten Wachstumsalter bildet so schnell wie möglich Ersatztriebe und regeneriert sich. Dennoch: Ein Großteil der diesjährigen Ernte ist verloren.


Stadien der Apfelgespinnstmotte Yponomeuta malinellus ugglan

Die Zeichnung zeigt links unten eine erwachsene Apfel-Gespinstmotte, links oben die Gespinst spinnenden Raupen sowie darunter deren Kokons, in denen sie sich verpuppen. Rechts oben ist eine Apfel-Gespinstmottenraupe im Detail zusehen. (Abbildung: Bibliographisches Institut Leipzig, Public domain, via Wikimedia Commons)

Wenn der Baum jedes Jahr wieder befallen wird, kann ihn das allerdings je nach Grundzustand und Befallsstärke mehr oder weniger schwächen.

Da die Apfel-Gespinstmotte das durch den Klimawandel verursachte trockenere, wärmere Wetter und die milden Winter mag, breitet sie sich zunehmend aus und gewinnt bei uns als Obstbaumschädling an Bedeutung.

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Apfelbaum-Gespinstmotte – Aussehen und Lebensweise

Apfelbaum-Gespinstmotten fliegen bei uns je nach Lage und Witterungsverlauf zwischen Juni und August in der Dämmerung. Tagsüber findet man sie unter Blättern sitzend.

Die Weibchen legen ihre Eier etwa im Juli/August an zwei- bis vierjährige Triebe in die Kronen von Apfelbäumen, bevorzugt in Knospennähe. Ein Weibchen legt bis zu 150 Eier in Gruppen von bis zu 60 Stück. Die Eier werden dachziegelartig flach abgelegt, die Gelege werden durch einen wasserfesten Überzug geschützt.

Aus den Eiern schlüpfen bereits nach ein bis zwei Wochen winzige weißliche Raupen, die ohne Nahrung aufzunehmen unter der Schutzschicht überwintern.

Erst im kommenden Frühjahr, ab einer mittleren Tagestemperatur von etwa 12 °C, werden sie aktiv (etwa Mitte April) und fressen sich in die benachbarten Knospen. Nach ihrer ersten Häutung leben die zunehmend gelblich grau werdenden Raupen auf den Blättern und nagen zwischen den Blattnerven. Später richten sie Gespinstnester ein, in denen sie in Gruppen von bis zu 300 Raupen leben. Die Raupen haben einen dunklen Kopf und an jeder Körperseite eine Linie aus dunklen Punkten.

Wenn die Raupen mit ca. 25 mm Länge ausgewachsen sind, verpuppen sie sich in weißen Kokons (je nach Witterung etwa Mitte Juni), oft nah beieinander, innerhalb ihrer Gespinstnester. Die Puppen selbst sind bräunlich, später fahlbraun. Aus den Puppen schlüpfen 8 bis 20 Tage später die Falter der nächsten Generation, die sich nach 14 Tagen paaren und weitere 6 Tage später mit der Eiablage beginnen.

Das folgende YouTube-Video zeigt ein Gespinst mit Gespinstmottenraupen:

Gespinstmotten an anderen Bäumen

Der Apfelbaum-Gespinstmotte sehr ähnlich ist die Pflaumen-Gespinstmotte (Y. padella) und die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Y. cagnagella). Insektenkundler unterscheiden sie anhand der Zahl der Fühlersegmente: So hat die Pflaumengespinstmotte laut wissenschaftlicher Quelle 51 bis 57, die Apfel-Gespinnstmotte 50 bis 56 und die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte 56 bis 65 Fühlerglieder.  

Auch die Raupen der Gespinstmotten sind kaum voneinander zu unterscheiden, aber die Wirtspflanze, auf der man die Raupen findet, gibt einen guten Hinweis: Die grau-grünlichen Raupen der Pflaumengespinstmotte findet man an Steinobstarten. Die grau-fahlgelben Raupen der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte sind auf das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) spezialisiert und haben einen helleren Kopf als die Raupen der Apfel-Gespinstmotte. Darüber hinaus gibt es auch noch Traubenkirschen-Gespinstmotten (Yponomeuta evonymella), die Faulbaum-Gespinstmotte (Yponomeuta plumbella)  und weitere spezialisierte Gespinstmotten.

Gespinstmotten versus Eichenprozessionsspinner

Gespinstmottenraupen verursachen im Gegensatz zu den Raupen des Eichenprozessionsspinners keine allergischen Reaktionen, denn ihnen fehlen die Brennhaare, die die Eichenprozessionsspinnerraupen ab dem dritten Larvenstadium haben. Eichenprozessionsspinnerraupen treten bevorzugt an Eichen, manchmal auch an Hainbuchen auf, sie haben eine breite dunkle Linie auf dem Rücken und sind sehr auffällig mit langen Haaren behaart.

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Natürliche Feinde der Apfel-Gespinstmotte und ihrer Raupen

Zu den natürlichen Gegenspieler der Apfel-Gespinstmotte gehören Vögel (sie vertilgen Falter und Raupen), räuberische Wanzen (die machen sich über Raupen und Eier her) sowie Parasitoide. Letzteres sind Schlupfwespen, Erzwespen, Raupenfliegen und andere, die ihre Eier an oder in die Raupen legen, so dass sich ihre Nachkommen in der Raupe entwickeln können, was diese umbringt. 

Natürliche Feinde sind in artenreichen Gärten vorhanden, in denen naturnahes, nachhaltiges Gärtnern praktiziert wird: Der Garten sollte über den Winter nicht völlig kahl und aufgeräumt sein, sondern Nistmöglichkeiten, Verstecke und Überwinterungsplätze für Vögel und Insekten bieten und somit die Artenvielfalt fördern.

Maßnahmen gegen Gespinstmotten

Ein fachkundiger Winterschnitt entfernt automatisch schon einen Teil der Eigelege. Man kann auch gezielt nach diesen suchen und sie abkratzen. Je später, desto schwieriger sind sie allerdings festzustellen, da sie mit der Zeit nachdunkeln und da sie eventuell auch zwischen Flechten nicht auffallen.

Im Frühjahr, wenn die sehr kleinen Raupen in die Knospen gewandert sind und anschließend in den Blättern minieren, sollte man diese Blätter abpflücken und vernichten oder entsorgen (nicht in den eigenen Gartenkomposthaufen geben).

Sobald Gespinstnester auftreten, kann man diese herausschneiden und ebenfalls entsorgen oder sie mit einem scharfen Wasserstrahl zerstören.

Um einen befallenen Baum zu stärken, kann man ihn im nächsten Frühjahr mit reifem Kompost düngen (1 bis 2 Liter/m2 im Wurzelbereich, je nachdem, wie gut die Versorgungslage bisher war) oder einen organischen Dünger nach Dosierungsangaben auf der Verpackung verabreichen.

Im Notfall

Wenn man in seinem Garten schon mehrere Jahre einen starken Befall an den Apfelbäumen hatte und/oder die Bäume bereits geschwächt sind, und wenn man den Zeitpunkt erwischen kann, an dem die Raupen noch frei fressen, macht unter Umständen eine Spritzung Sinn. Für den Hausgarten zugelassen sind beispielsweise Präparate auf Basis von Azadirachtin wie „Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei Neem“.

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Minieren die Raupen dagegen in den Knospen oder sind sie schon unter ihren Gespinsten, werden sie nicht mehr erreicht. Eine Spritzung ist dann eher schädlich als nützlich, denn auch Neem-Präparate haben eine negative Wirkung auf Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und andere mehr.

Für professionelle Obstanbauer sind gegen freifressende Raupen (außer Eulenraupen) an Kernobst biologische Pflanzenschutzmittel auf Basis von Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki Stamm ABTS-351 zugelassen, beispielsweise DiPel DF.

Hinweis Pflanzenschutzanwendung

Wenn Sie ein Pflanzenschutzpräparat ausbringen wollen, nehmen Sie eines, das zugelassen ist! Aktuell zugelassene Mittel und Wirkstoffe finden Sie in der Datenbank des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (wählen Sie Apfel bei Kultur, Gespinstmotten bei Schadorganismus und Haus-und Kleingarten bei HUK/alle aus). Wenn Sie in der Ergebnisliste links auf den Präparatenamen klicken, erscheint eine Seite mit den Anwendungshinweisen, Nebenwirkungen auf Nützlinge und anderes zum Produkt.

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