Die Nützlinge sind wieder da!

Nuetzlinge-Allium-sphaerocephalon-mit-Ackerhummel

Ackerhummel an ZierlauchAllium sphaerocephalon (Kugelköpfiger Lauch)

Vor einigen Tagen geriet ich in Panik, weil plötzlich keine Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Nützlinge mehr an meinen Pflanzen zu finden waren – weder im Topfgarten auf der
Terrasse, noch im Staudenbeet. Ich machte mich mit dem Fotoapparat auf, sie zu suchen, denn ich war besorgt. Schließlich fand ich sie: Sie summten und brummten in einem riesigen Beet mit Klatschmohn. Bei meiner nächsten Exkursion zwei Tage später fand ich weitere Nützlinge auf einer großen Baumscheibe, die jemand mit Bienenweide Phacelia besät hatte, und noch mehr Bienen und Hummeln an den Blüten von Spiersträuchern, die es in den Gärten der Umgebung fast feldweise gibt.

Einerseits war ich erleichtert, dass es anscheinend noch Nützlinge gab, da ich  in verschiedenen Meldungen gelesen hatte, dass die Bienen unter dem langen Winter stark gelitten haben – und das, wo ihnen Monokulturanbau und Pestizideinsatz das Leben sowieso schon schwer machen. Andererseits fragte ich mich, ob ich etwas falsch gemacht hatte mit meinen eigenen Pflanzen. Ich mag meine Blumen, blühenden Gemüse (Tomaten, Chili) und Kräuter – warum sie nicht?

Biene am Schmetterlingsflieder Buddleja davidii-'Black Knight'

Biene am Schmetterlingsflieder Buddleja davidii ‚Black Knight‘

Doch Entwarnung: Seit heute sind Bienen, Hummeln und Schwebfliegen auch bei mir wieder zahlreich unterwegs. Offensichtlich waren die vielen Spiersträucher in der Umgebung eine zu starke Konkurrenz und mein verblühender Thymian und die Balkonblumen für sie wenig reizvoll. Da die Spiersträucher nun ziemlich „abgeweidet“ und am verblühen sind und bei mir inzwischen Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), Zierlauch (Kugelköpfiger Lauch Allium sphaerocephalon), Chili, Tomaten und anderes reichlich blühen, sind meine Pflanzen und ich auch wieder besuchenswert geworden.

Nützlinge fördern
Wer etwas für Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Nützlinge tun möchte, der sollte nicht ausschließlich Zierpflanzen im Garten haben, die ihm selbst gut gefallen, sondern darauf achten, dass auch Blüten für Nützlinge dabei sind. 

Pflanzen, die im Juli für Bienen, Hummeln und andere Nützlinge attraktiv sind, sind z. B. Bienenfreund/Bienenweide (Phacelia), Steinklee, Ackerbohnen, Buchweizen, Löwenzahn, Luzerne, Kornblume, Ehrenpreis, Fingerhut, Blauer Eisenhut, Lavendel, Mohn, Klatschmohn, Königskerzen, Ziest, Lupinen, Fetthenne, Glockenblumen, Schafgarbe, Wegwarte, Flockenblumen, Taubnesseln und andere.

Viele der aufgezählten Nützlings-Pflanzen zählen am falschen Platz als Unkraut, dabei sind sie auch hübsche Balkon- oder Beetpflanzen. Phacelia beispielsweise sieht nicht nur schön aus (auch im Balkonkasten oder Kübel) und ernährt Nützlinge, sondern ist auch eine sehr gute Gründüngungspflanze. Lavendel, Blauer Eisenhut und Lupinen sind nicht nur für hungrige Bienen und Hummeln, sondern auch für das menschliche Auge eine Freude.

Erdhummel an Phacelia

Erdhummel an Phacelia

Wer den Nützlingen von Spätwinter bis Herbst einen gedeckten Tisch im Garten und auf dem Balkon bereitet und vor dem Winter auch an ihre Überwinterungsmöglichkeiten denkt, der hat wichtige Verbündete im Kampf gegen Schädlinge und wird außerdem mit besseren Obst- und Gemüseernten belohnt.

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Gärtner Pötschke - wo Qualität und Freude sich verbinden

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Demokratie verraten und verkauft?

Kommentar von Eva Schumann
Im Nachhinein scheint mir, dass die Bundesregierung in den Monaten vor Edward Snowdens Enthüllungen merkwürdig still war, was das Thema Vorratsdatenspeicherung betrifft. Jetzt weiß ich auch, warum: Es gab sie ja schon längst, und zwar ohne dass man sich mit Bürgerkritik an flächendeckender Überwachung und Auswertung herumschlagen musste, – und dazu noch viel besser und viel mehr, als was man vermutlich selbst leisten könnte.

Die Bündnispartner USA und Großbritannien haben die Sammlung und Auswertung der Daten deutscher Bürger (und Unternehmen) übernommen. Da Internetdatenströme über ausländische Leitungen laufen und die Daten auf Servern im Ausland gespeichert werden, konnten der amerikanische Nachrichtendienst National Security Agency (NSA) und der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) schnüffeln, ohne dass lästige deutsche Gesetze wie das Persönlichkeitsrecht, Schutz der Menschenwürde und das Post- und Fernmeldegeheimnis sie daran gehindert hätten. Und deutsche Politiker taten das offensichtlich auch nicht, sondern im Gegenteil: Sie ließen ihre Behörden das System nutzen.

Die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden machten das Ausmaß der Überwachung durch Geheimdienste wie NSA und GCHQ deutlich. Unsere regierenden Politiker sagten lange nichts oder taten empört – genau genommen, die meisten nur in Bezug auf die Überwachung von Botschaften und EU-Gebäuden, nicht wegen der Verletzung der Bürgerrechte. Ansonsten verbarg man sich hinter schwammigen Aussagen. Man könnte dahinter das Konzept der glaubhaften Abstreitbarkeit (Plausible Deniability – glaubhafte Abstreitbarkeit) vermuten: Man benutzt Code-Namen und fragt nicht nach Details, so dass man später den Worten nach nicht lügt, wenn man die Wahrheit nicht ans Licht bringt. „I did not have spying relations with that PRISM“.

Die Frage ist, ob unsere Regierungsmitglieder für gelegentliche Tipps der NSA unsere Bürgerrechte, u. U. auch Wirtschafts-Know-how und die Demokratie verraten und verkauft haben.

Dass Bundesinnenminister Friedrich von seiner USA-Reise sagt, er habe den Amerikanern klar gemacht, wie sensibel die Deutschen in Bezug auf Privatsphäre und Datenschutz seien („What else is new?“, werden die gelacht haben), und dass die NSA nicht gegen Gesetze in Deutschland verstoßen dürfe, sagt doch alles. Die Server der amerikanischen Mega-Konzerne Google, Facebook, Apple, Microsoft, die laut Snowden’s zweitem Video dem NSA Zugang zum Back-End gaben, stehen überwiegend nicht in Deutschland, was offensichtlich nicht nur mit der „Steueroptimierung“ zu tun hat. Genauso wenig überraschend ist, dass die Amerikaner Friedrich versicherten, dass sie keine Wirtschaftsspionage gegen deutsche Unternehmen betrieben. Was sollten sie auch sonst sagen? Dass jeder Administrator oder Hacker die gesammelten Daten abgreifen und verkaufen kann? So oder so, wir können nicht kontrollieren, was die Amerikaner tun.

„Deutsches Recht auf deutschem Boden“, lässt jetzt auch Bundeskanzlerin Merkel hören – wohl wissend, dass die Daten meist nicht auf deutschem Boden ausgelesen werden, sondern im Ausland. Und daran will sie nichts ändern.

Auch der angebliche Kurswechsel von Merkel und einigen MinisterInnen in Sachen Vorratsdatenspeicherung dürfte nicht nur mit den kommenden Wahlen zu tun haben, sondern, so vermute ich: Man braucht die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland einfach nicht mehr, die NSA macht das billiger und man muss nicht mit den eigenen Bürgern diskutieren oder sich an unsere demokratischen Prozesse und Strukturen halten.

Egal, ob man nun für oder gegen Vorratsdatenspeicherung irgendeiner Art ist – was hier stinkt, ist, dass die Bürger – wie auch bei anderen Themen – von dieser Regierung für dumm verkauft werden sollen. Statt das Thema Totalüberwachung mittels Geheimdienste versus Bürgerrechte offensiv anzugehen und eine Diskussion auf internationaler Ebene anzufachen und gemeinsam Regelungen zu suchen, duckt sich die Regierung weg und biedert sich in Washington an. Bundeskanzlerin Merkel hat ihren Vorratsdatenspeicherung-befürwortenden Innenminister nach Washington geschickt, der sich dort fast ausschließlich vom politischen Fußvolk hat abspeisen lassen müssen, möglicherweise, weil man auf höherer Ebene die Farce um die Unwissenheit der deutschen Regierung nicht mitspielen wollte.

Statt also die „Gunst“ dieser Stunde für internationale Gespräche über Bürgerrechte in Zeiten von Internet und Globalisierung zu nutzen, lässt die Regierung Merkel die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen mit den USA ohne Verzögerung beginnen – wo es übrigens um nichts weniger als unsere Verbraucherschutzstandards geht. Für was die wohl (an Monsanto & Co.) verkauft werden sollen?

Quellen und weitere Informationen

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Nährstoffe für Pflanzen: Stickstoff

Nährstoffe für Pflanzen: Stickstoffmangel an Tomaten

Stickstoffmangel an Tomaten

Hilfe, meine Tomaten-Pflanze hat Hunger! Das erkennt man an den gelben Blättern im unteren Bereich, die die Pflanze seit drei Tagen hat, während oben viel junger Austrieb mit normaler Blattfarbe und -form zu sehen ist. Beide Pflanzen im Kübel – die Tomaten-Pflanze und die Tomatillo-Pflanze, die sich mit ihr den Platz teilen muss – sind in den letzten beiden Wochen ziemlich gewachsen, und weil in der Erde trotz meiner Düngung (ist schon einige Wochen her) am Ende nicht mehr genügend Nährstoffe waren, hat der Neuzuwachs die Nährstoffe aus den älteren Blättern „abgesaugt“. Mit diesem Nährstoff-Umbau-Mechanismus versucht die Pflanze sich nicht ausbremsen zu lassen.

So ein Nährstoff-Umbau innerhalb einer Pflanze klappt allerdings nur bei mobilen Nährstoffen wie Stickstoff. Andere Nährstoffe wie Eisen kann die Pflanze nicht an einer Ecke herauslösen und woanders neu verwerten. Auf Eisenmangel deutet daher hin, wenn die jungen Blätter gelb sind und die unteren Blätter normal.

Hinweis: Blattaufhellungen können auch andere Ursachen haben, beispielsweise Krankheiten (Virus-, Bakterien- oder Pilzkrankheiten), Schädlingsbefall (beispielsweise Spinnmilben), Standort- und Pflegeprobleme.

Nährstoffe für Pflanzen – woher kommen sie?

Bei der im Bild gezeigten Pflanze handelt es sich um eine Tomate im Kübel, die ihre Nährstoffe nur aus der Erde im Kübel beziehen kann. Schuld an deren aktuellem Nährstoff-Mangel bin natürlich ich: Wegen des schlechten Wetters hatte ich mit weniger Wachstum und geringerem Nährstoffbedarf gerechnet, und deshalb nicht ausreichend gedüngt – was ich privat auch nur Pi mal Daumen mache. Aber natürlich beobachte ich meine Pflanzen immer genau, um gegensteuern zu können.

Düngen: Nährstoffmangel beheben

Da ich aktuell keinen eigenen Kompost habe, dünge ich meine Tomaten, wie auch alle anderen Pflanzen, mit einem festen organischen Dünger (2013: 7 Prozent Stickstoff, 3 Prozent Phosphat und 10 Prozent Kali; seit 2014 bin ich auf einen vegetarischen Dünger umgestiegen: 5 Prozent Stickstoff, 3 Prozent Phosphat und 6 Prozent Kali). Dieser Dünger ist wie Kompost eher langsam wirkend – abhängig von der Temperatur und Feuchtigkeit werden die organischen Verbindungen durch Mikroorganismen in pflanzenverfügbare Nährstoffe umgewandelt.

Meine Pflanzen hätten in den letzten Wochen, während des Wachstumsschub bei warmen Wetter, etwas mehr Nährstoffe gebraucht, als ich ihnen gegeben habe, vor allem mehr Stickstoff.

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Schnell wirkender Dünger
Am schnellsten kann man einen Nährstoffmangel mit einem Blattdünger beheben, jedenfalls wenn es sich um einen Nährstoff handelt, der über die Blätter aufgenommen werden kann – und dazu gehört Stickstoff. Allerdings habe ich keinen Blattdünger zuhause und ich möchte mir wegen zwei Pflanzen auch keinen anschaffen.

Die zweitschnellste Möglichkeit ist ein schnell wirkender Flüssigdünger, den man dem Gießwasser beimischt. Diesen Weg bin ich gegangen – jedoch nicht mit einem reinen Stickstoffdünger, da ich nur einen flüssigen Universaldünger zuhause hatte. Außerdem dünge ich diese Woche wie geplant wieder mit dem organischen Festdünger.

Organische Dünger
Die langsamste Wirkung hat ein fester organischer Dünger. Organische Dünger (zu denen auch Kompost aus dem Garten gehört) sind zwar allgemein zu bevorzugen, weil sie das Bodenleben fördern, und sie sind es auch aus ökologischer Sicht, weil sie meistens aus organischen Abfällen aufbereitet werden. Allerdings müssen organisch gebundene Nährstoffe erst umgebaut werden, denn letztendlich werden fast alle Nährstoffe von den Pflanzenwurzeln erst aufgenommen, wenn sie vom Bodenleben in eine mineralische bzw. lösliche Form gebracht wurden. Dieser Nährstoff-Umbau passiert im Boden und ist stark abhängig von Bodentemperatur, Bodenfeuchte, pH-Wert und davon, wie und wie gut der Boden belebt ist (Bodenorganismen). Die Nährstoff-Freisetzung und -Bindung im Boden ist wegen der vielen, sich gegenseitig beinflussenden Faktoren nicht immer einfach vorhersehbar. Aber vorausschauendes Denken ist bei der Düngung mit organischen Düngern wichtig.

Pflanzennährstoff Stickstoff
Stickstoff ist für den Aufbau organischer Stickstoffverbindungen wie Eiweißstoffe, Enzyme, Vitamine und Blattgrün (Chlorophyll) nötig. Erst durch das Chlorophyll kann die Pflanze Fotosynthese betreiben und letztendlich leben und wachsen.

Stickstoffmangel wirkt als Wachstumsbremse, denn Stickstoff ist ein so genannter Minimumsfaktor: Fehlt er, hilft es auch nicht, wenn von etwas anderem viel da ist. Besonders problematisch ist Stickstoffmangel, wenn er schon bei jungen Pflanzen auftritt, denn die Pflanzen hören dann auf zu wachsen (Wachstumsstockung), wirken „sperrig“ und bilden vorzeitige „Not-„Blüten, doch die Früchte aus diesen Blüten sind eher spärlich und bleiben klein. Tritt der Stickstoffmangel erst bei einer größeren Pflanze auf, kann man ihn leichter ausgleichen, indem man düngt.

Stickstoffüberversorgung ist auch nicht gut. Stickstoff ist nicht nur in der Pflanze mobil, sondern – sobald er mineralisiert ist – auch im Boden leicht löslich, er kann also leicht ausgewaschen werden.

Abgesehen davon, dass dann meist ein Teil des löslichen Stickstoffs (egal, ob er ursprünglich aus organischem oder mineralischem Dünger stammte) aus dem Boden bzw. der Pflanzenerde (Substrat) ausgewaschen werden kann, tut ein Zuviel an Stickstoff auch den Pflanzen nicht gut. Tomaten bilden bei Stickstoffüberdüngung beispielsweise enorm viele, sehr dunkelgrüne Blätter, die im oberen Bereich der Pflanze schopfartig umgebogen sind. Wenn man das feststellt, sollte man sofort mit der Stickstoffdüngung aufhören – also keinen Dünger mehr geben, der Stickstoff enhält. Blüten- und Fruchtbildung können durch Stickstoffüberschuss verzögert werden und oft sind die Pflanzen anfälliger für Schädlinge. Sogar auf den Geschmack soll sich Stickstoffüberschuss negativ auswirken. Und bei sehr hohem Stickstoffüberschuss und gleichzeitigem Lichtmangel kann es auch zu einer Nitrat-Anreicherung in den Pflanzen kommen. Aus den Nitraten können wiederum Nitrite und Nitrosamine gebildet werden. Beim Winteranbau von Gemüse im Gewächshaus ist also besonders auf eine bedarfsgerechte Düngung zu achten.

Möglicherweise resultiert der Stickstoffmangel an meinen Tomaten und Tomatillos auch daher, dass der viele Regen den bereits mineralisierten Stickstoff aus der Topferde herausgelöst hat und ich ihn mit dem überschüssigen Wasser im Untersetzer weggekippt habe. Der Rasen kann sich freuen. Eine andere mögliche Ursache ist, dass ein Teil des Stickstoffs, den ich gedüngt habe, von der Erde selbst gebunden wurde – so eine Stickstoffbindung passiert zum Beispiel, wenn kohlenstoffreiche Materialien wie Rinde oder Stroh reichlich im Boden oder in der Pflanzenerde vorhanden sind (und ich hatte torffreie Bio-Erde gekauft), denn da bauen sich dann natürliche Populationen von Boden-Mikroorganismen auf, die die Rinde zersetzen wollen. Wir Hobbygärtner und Gärtner wollen diesen Abbau nicht unbedingt, würden gerne einen Teil grobe Bestandteile für die Struktur erhalten, aber so ist die Natur: Sie will kompostieren – zumindest wenn das Temperatur, Feuchte etc. passen. Doch für den Aufbau der Mikroorganismen-Population wird ein Teil des im Boden bzw. in der Erde verfügbaren Stickstoffs verbraucht und den muss man mit Düngung ausgleichen. Dieser Vorgang ist übrigens auch der Grund, warum man, wenn man seine Sträucher mit Rinde mulcht, vorher etwas Stickstoffdünger (z. B. 50 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter, für eine 5 cm dicke Rindenmulchschicht) ausstreut und oberflächlich einrecht.

Stickstoffhaltige Dünger
Kompost ist ein Mehrnährstoffdünger: 1 Liter enthält neben anderen Nährstoffen zwischen 2 und 15 Gramm Stickstoff – abhängig davon, wie das Ausgangsmaterial war (Gemüseabfälle und Grasschnitt bringen viel Stickstoff in den Kompost, Holzhäcksel und Stroh senken den Stickstoffanteil).
Reine Stickstoffdünger sind beispielsweise Hornspäne, Horngries, Hornmehl (10 bis 14 Prozent Stickstoff). Weitere stickstoffbetonte organische Dünger sind beispielsweise Schnuckidu Ökodünger (9,4 Prozent Stickstoff) und Euflor Organim (10 Prozent Stickstoff). 

Ein paar gelbe Blätter lassen sich verschmerzen

Die alten gelben Blätter meiner Tomaten-Pflanzen werden auch nach meiner Düngung kaum mehr ergrünen, aber das Gelbwerden der unteren Blätter wird sich langsamer oder gar nicht fortsetzen, sobald der Dünger zu wirken beginnt. Und ein paar alte gelbe Blätter schaden der Tomate nicht – es ist also nichts passiert.

Wer Gartenkompost hat, sollte natürlich seinen Gartenkompost als Grunddünger verwenden, wer keinen Gartenkompost hat, nimmt einen organischen Volldünger als Grunddünger. Je nach Pflanzenart müssen Nährstoffe zusätzlich gedüngt werden. Siehe auch Kompost ausbringen. Volldünger und Einzelnährstoffdünger bekommt man im Gartencenter, Baumarkt oder bei (Online-) Gartenfachgeschäften.

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Hybridsamen – hui oder pfui?

Hybridsamen - Aussaten

Hybridsamen – Aussaaten

Manche Hobbygärtner verurteilen Hybridsamen (korrekt müsste es heißen: Samen von Hybridsorten) inzwischen genauso wie gentechnisch verändertes Saatgut – dabei ist die Hybridsamen-Erzeugung weder neu noch unnatürlich.

Verstört werden Verbraucher, Selbstversorger, Urban Gardener, Kleingärtner und andere Hobbygärtner durch Meldungen über Aufkäufe von Saatgutunternehmen durch Mega-Agrarkonzerne wie Monsanto, durch Nachrichten über deren Einflussnahme auf Politik/Entwicklungspolitik, durch Informationen über Patente auf klassisch gezüchtete Gemüsesorten sowie durch zahlreiche Lebensmittelskandale. Viele dieser Entwicklungen sind das Ergebnis einer Politik, die die Agrarindustrie und deren Konzentrierung auf wenige Konzerne gefördert hat.

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Viele Verbraucher haben nun jegliches Vertrauen in die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung verloren. Ein Teil dieser Kette ist die Pflanzenzüchtung, die die Sorten für den gärtnerischen Anbau und den Anbau beim Hobbygärtner züchten.

Gentechnisch veränderte Sorten sind bei uns sowieso nicht im Handel, aber dafür viele Hybridsamen. Sind die nun empfehlenswert oder sollte man Hybridsamen grundsätzlich ablehnen?

Was sind Hybridsamen?

Hybridsamen sind Samen, die aus einer Kreuzung entstanden sind. Gekreuzt werden bei Gemüse und landwirtschaftlichen Kulturen meist zwei reinerbige Elternlinien der gleichen Art. Bei Zierpflanzen werden häufig verschiedene Arten und sogar verschiedene Gattungen miteinander gekreuzt.

Bei der Hybridsamen-Züchtung aus reinen Linien der gleichen Art werden Vater- und Mutterlinie i. d. R. ganz normal durch Auslese (Selektion) gezüchtet – so wie der Mensch es seit Tausenden von Jahren macht und wie es auch die Evolution macht. Bei der Befruchtung zur Hybridsamen-Erzeugung muss dann dafür gesorgt werden, dass sich die Linien nicht selbst befruchten, sondern tatsächlich der Pollen der reinerbigen Vatersorte auf die Narben der reinerbigen Muttersorte gelangen. Da beide durch die Auslese gute Sorten (reine Elternlinien) sind, entstehen aus dieser Kreuzung Samen – und aus diesen Samen dann Pflanzen -, die bestimmte gute Eigenschaften haben. Solche Eigenschaften können die Wuchskraft, Blattgröße, Blattstellung, Blühfreudigkeit, Blütenfarbe, Blütengröße, Blühdauer, Fruchtform, Fruchtgröße, Geschmack und Inhaltsstoffe der Früchte, Ertrag, Transportfähigkeit, Lagerbarkeit und vieles andere betreffen. Außerdem wird Hybriden aus zwei reinen Linien grundsätzlich eine höhere Leistungsfähigkeit und Vitalität bescheinigt – das wird Heterosiseffekt genannt.

Wie andere Samen auch, sind Hybridsamen, die bei uns im Handel angeboten werden, nicht gentechnisch verändert – sie sind keine „Genetically Modified Organisms“ (GMOs).

Hybridsamen-Tomaten: 'Sungold' F1

Hybrid-Tomatensorte ‚Sungold‘ F1

Der Nachteil der Hybridsamen liegt darin, dass die Samen der nächsten Generation, also die Samen aus den Früchten der Hybridsamen-Pflanzen, ganz verschiedene Erbanlagen in sich haben. Denn bei der Befruchtung der Hybridpflanzenblüten kreuzt sich Hybrid mit Hybrid. Das bedeutet: Alle offenen und versteckten Eigenschaften des Hybridsamen werden auf alle möglichen Weisen miteinander kombiniert – in dem einen Samen so, in dem nächsten Samen anders und im dritten noch einmal anders. Wenn man dann diese Samen aussät, werden daraus ganz unterschiedliche Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Unerwünschte Eigenschaften der Vorfahren, die im Hybridsamen der ersten Generation unterdrückt wurden, kommen nun bei einem Teil der Hybrid-Nachkommen wieder ans Licht.

Deshalb macht es keinen Sinn, Hybridsamen zu kaufen, wenn man von den Pflanzen aus Hybridsamen wieder Samen für das nächste Jahr ernten möchte in der Hoffnung, die wären dann so wie die Pflanzen aus den gekauften Hybridsamen. Wer aber Spaß am Rumprobieren und eigenen Kreuzungsversuchen hat, der freut sich über dieses Eigenschaftengemisch der Hybridsamen-Kinder, denn da können plötzlich wieder Wildeigenschaften und alle möglichen anderen interessanten Eigenschaften zutage treten.

Hybridsamen - Erzeugung F1 und Aufspaltung in F2

Hybridsamen: Erzeugung der F1-Hybriden und Aufspaltung in der nächsten Generation (F2).

Ein weiterer Nachteil der Hybridsamen ist jedoch für viele, dass die Hybridsamen oft von Tochterunternehmen der in die Kritik geratenen Agrarkonzerne Monsanto (Tochterunternehmen: z. B. De Ruiter Seeds, Seminis, Petoseeds), Bayer Crop Science (Tochterunternehmen: Nunhem), DOW Chemicals (Tochterunternehmen: IFS) u. a. erzeugt werden (Nachtrag: inzwischen wurde Monsanto von Bayer gekauft). Für Gemüsesorten kann man den Züchter über Online-Abfragen in der EU-Datenbank feststellen – kostet nichts und ist für jeden zugänglich, Links siehe unten.

Woran erkennt man Hybridsamen/Hybridsorten

Bei Gemüse erkennt man Hybridsamen an dem Zusatz „F1“ hinter dem Sortennamen, z. B. Tomate ‚Cornabel‘ F1 ist eine Hybridsorte. F1 steht für „erste Filial- oder Nachkommengeneration“. Die nächste Generation, die Kinder der Hybridsamen-Pflanzen sind die F2-Generation.

Arthybriden erkennt man an dem Zusatz „x Hybriden“ nach dem Artnamen, z. B. Calibrachoa x Hybriden ‚Orange‘ (das ist eine Minihängepetunie). Gattungshybriden erkennt man an einem vorangestellten x, z. B. x Orchiaceras spurium (natürliche Orchideenhybride).

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Warum sind Hybridsamen teurer?

Hybridsamen sind meist mit besonders viel Aufwand über Jahre gezüchtet worden. Es müssen gute Linien als Kreuzungspartner gefunden werden, die sich optimal ergänzen – so dass die gewünschten Erbanlagen wirksam werden und die anderen nicht. Für die Hybridsamen-Erhaltung müssen die Elternlinien erhalten und zur Samenerzeugung eine kontrollierte Kreuzung durchgeführt werden. Das schlägt sich im Preis nieder.

Da Hybriden nicht so leicht nachgebaut werden können, sind Hybridsorten aber auch eine Möglichkeit für die Unternehmen, ihre Züchtungen vor Nachbau zu schützen – denn Sortenzüchtung ist immer zeit- und arbeitsintensiv und die Kosten dafür müssen wieder reinkommen, will die Firma nicht pleitegehen.

Andererseits würde zu viel Schutz der Unternehmen – wenn beispielsweise der Nachbau alter Sorten und die Züchtung freier Sorten zu stark eingeschränkt würde – dazu führen, dass die Unternehmen einerseits zu viel Macht erhalten und andererseits die Sortenvielfalt weiter schwinden würde, was letztendlich sogar die Ernährungssicherheit gefährden könnte.

Für wen sind Hybridsamen geeignet?

Hybridsorte Calibrachoa x Hybriden 'Orange'

Hybridsorte Calibrachoa x Hybriden ‚Orange‘

Hybridsamen sind i. d. R. „Premiumsorten“, das heißt: Sie sind vergleichsweise teuer, aber oft auch sehr gut. Hybridsamen eignen sich für Gärtner und Hobbygärtner, die ihre Samen nicht selbst aus den Früchten gewinnen wollen/müssen, wenn sie die gleiche Sorte im nächsten Jahr wieder anbauen wollen, sondern die jedes Jahr genug Geld haben, um neues Saatgut oder Pflanzen kaufen können, oder die gerne mit dem Eigenschaftenmix der Hybridsamen-Nachkommen experimentieren wollen. Unsere Wirtschaft in Deutschland ist in fast jedem Bereich arbeitsteilig – warum also nicht auch beim Saatgut. Viele Gärtner greifen daher gerne auf gute Hybridsorten zurück. Wer aber bestimmte Erzeuger vermeiden möchte, kann in der EU-Datenbank recherchieren, von wem die Sorten stammen, und entsprechend auswählen.

Für wen sind Hybridsorten nicht geeignet?

Wer sein Saatgut selbst ernten und im nächsten Jahr aussäen möchte und dabei erwartet, dass die Nachkommen die gleichen Eigenschaften wieder haben, für den sind Hybridsorten ungeeignet. Der oder die sollten samenfeste Sorten kaufen (und aufpassen, dass sie nicht von anderen Sorten befruchtet werden)!

Auch wer sich daran beteiligen möchte, alte Sorten zu erhalten, und entsprechende Initiativen unterstützen möchte, bezieht sein Saatgut lieber bei ökologisch agierenden Züchtern und Initiativen (beispielsweise von der Bingenheimer Saatgut AG, Dreschflegel Bio-Saatgut, Arche Noah und anderen – siehe auch Wo kauft man samenechte Sorten …). Bei der Erzeugung von eigenem Samen muss, wenn eine Sorte erhalten werden soll, dafür gesorgt werden, dass die Pflanzen nicht von anderen Sorten befruchtet werden können.

Fazit: Hybridsamen sind nicht für jeden das Richtige

Hybridsamen haben nichts mit Gentechnik o. Ä. zu tun. Hybridsorten sind oft besonders gute, aber auch teure Sorten. Aus den Samen der Hybridsamen-Pflanzen werden lauter verschiedene Pflanzen, weshalb man Hybridsamen jedes Jahr neu kaufen muss, wenn man wieder die gleichen Pflanzeneigenschaften haben will. Will man bestimmte Züchter meiden, muss man die Herkunft der Hybridsamen recherchieren – das gilt aber auch für Nicht-Hybridsorten.

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