Insektenhotels selbst bauen

Ideenbuch Insektenhotels - Werbelink zu Amazon.de
Vor drei Tagen erhielt ich ein Rezensionsexemplar vom „Ideenbuch Insektenhotels“, das Melanie von Orlow geschrieben hat und das im Ulmer Verlag erschienen ist. Ich habe es sofort verschlungen. Damit der ein oder andere urbane Gärtner, Hobbygärtner oder gleich die ganze Familie noch die Ferienzeit nutzen können, sich ihr Insektenhotel selbst zu bauen, habe ich mich sofort an die Rezension gemacht. Mein Fazit: Sehr empfehlenswert!

Hummel am Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea 'Magnus'

Hummel am Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea ‚Magnus‘ – Topfgarten und Staudenbeet werden derzeit von Bienen, Wildbienen und Hummeln auf Futtersuche stark besucht.

Bienen, Hummeln, Florfliegen, Marienkäfer und andere Nützlinge haben es wegen Monokultur und Pestizid-Einsatz schwer in diesen Zeiten. Damit es ihnen wenigstens in unseren Gärten und auf unseren Balkonen gut geht und sie ihre Arbeit tun können – nämlich Pflanzen bestäuben und/oder Schädlinge vernichten, müssen wir sie unterstützen: einerseits geeignete Futterpflanzen für Pollen und Nektar anbauen und andererseits Nisthilfen bzw. Überwinterungsplätze anbieten. Das Ideenbuch Insektenhotels von Melanie von Orlow zeigt Ideen und praktische Anleitungen, wie man Nisthilfen selbst bauen kann.

Dr. Melanie von Orlow beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit Bienen & Co. Sie studierte u. a. Biologie und ist Sprecherin der NABU-Bundesarbeitsgruppe Hymenoptera (Hautflügler).

Das erste Kapitel des Buches „Insektenhotels: so klappt es!“ bringt uns die zu schützenden Tiere und ihre Ansprüche näher und stellt die Baumaterialien für Insektenhotels sowie den Umgang damit vor.

Ab dem zweiten Kapitel geht es zur Sache – nämlich zu den praktischen Bauanleitungen.

Dabei ist das zweite Kapitel mit 56 Seiten das umfangreichste. Es widmet sich den Nisthilfen und Insektenhotels für Einzelgänger. Einzelgänger sind solitäre Bienen, die sehr wichtig für die Bestäubung sind, und solitäre Wespen, von denen viele Arten nützlich sind, weil sie ihre Nachkommen mit Raupen, Fliegen, Blattläusen und anderen Insekten ernähren. Gezeigt werden Ideen für die verschiedenen Ansprüche – von kleinen, kreativen Nisthilfen, die sich auch für einen Balkon oder eine Terrasse eignen, bis hin zum Großhotel als Projekt für den Schul- oder Gemeinschaftsgarten. Bei jeder Idee sind neben der Materialliste und der Bauanleitung auch der Schwierigkeitsgrad und der Zeitaufwand angegeben. Diese Schwierigkeitsgrade gibt es: sehr einfach, einfach, mittelschwer, etwas aufwendiger und aufwendig. Der Zeitbedarf für den Zusammenbau reicht von 1 Stunde bis zu einem Wochenende.

Das dritte Kapitel gehört den Hummeln und Hornissen und räumt mit einigen Vorurteilen auf. Es enthält die Anleitungen für eine Hummelburg (halber Tag, etwas aufwendiger) und eine Hornissenherberge (1 Tag, fortgeschritten).

Im vierten Kapitel geht es um Florfliegen, Marienkäfer, Ohrenkneifer und Schmetterlinge. Es enthält Beispiele für Ohrenkneifer-Paradiese (1/2 Stunde, sehr einfach), einen Florfliegenkasten (3 Stunden, einfach), ein Marienkäfer-Hotel (2 Stunden, einfach) und eine Schmetterlingsschutzhütte (2-3 Stunden, einfach).

Alle Kapitel sind gespickt mit Tipps und Hinweisen. Den Abschluss bietet ein Service-Kapitel mit Bezugsquellen und Lesetipps.

Obwohl ich auf die Schnelle noch kein Insektenhotel nachgebaut habe, halte ich das Ideenbuch Insektenhotels für sehr empfehlenswert. Es ist ansprechend aufgemacht und bebildert, enthält interessante Informationen und kreative Ideen. Die Anbauanleitungen erscheinen mir beim Lesen schlüssig und je nach Schwierigkeitsgrad und handwerklicher Erfahrung mehr oder weniger leicht umsetzbar – wobei die meisten Ideen auch für handwerkliche Anfänger geeignet sein dürften.

Ich finde, der Kauf lohnt sich für jeden, der Wildbienen, Hummeln und anderen Nützlingen Quartier bieten will und Nisthilfen oder Insektenhotels selbst bauen möchte. Das Buch ist auch ein hübsches Geschenk oder Mitbringel für Hobbygärtner, die sich für naturnahes Gärtnern interessieren, sowie für Hobby-Insektenkundler – es sind nämlich einige Beobachtungsnisthilfen dabei, bei denen man einen Blick in die Kinderstuben werfen kann, ohne die Tiere zu beeinträchtigen.

Buchdaten im Überblick
Ideenbuch Insektenhotels - Werbelink zu Amazon.de
Ideenbuch Insektenhotels*
30 Nisthilfen einfach selbst gebaut
Melanie von Orlow
Eugen Ulmer Verlag
96 Seiten, gebundene Ausgabe
14,90 € (D)

*Buchabbildungen und Links mit Asterisk (*) sind Werbelinks zu Amazon.de

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Blumen gießen: morgens oder abends?

Morgens oder abends gießen?

Morgens oder abends gießen?

Die Wetteraussichten stehen auf sonnig und trocken, das bedeutet, dass wir Selbstversorger und Hobbygärtner die Wasserversorgung unserer Balkon- und Gartenpflanzen im Auge haben müssen. Jeder hat seine eigene Philosophie, was das Gießen betrifft. Meine beschreibe ich unten. Wie machen Sie es/macht ihr es – im Normalfall und bei einer Hitzewelle? Gießt ihr nur den Gemüsegarten oder auch die Blumenbeete und den Rasen? Habt ihr Hilfen wie Regner oder ein anderes (Urlaubs-) Bewässerungssystem? Und nutzt ihr Bewässerungscomputer und anderes für eine automatisierte Bewässerung?

Mein Topfgarten mit Gemüse, Kräutern, Sommerblumen und Stauden auf der Terrasse und mein Staudenbeet auf dem begrünten Tiefgaragendach benötigen bei Hitzewellen besonders viel Aufmerksamkeit. Doch gieße ich bei extremem Wetter auch andere Pflanzen, die vertrocknen könnten (junge Obstbäume, Rasen auf dem Tiefgaragendach) und die in meiner (Schlauch-)Reichweite liegen. Mein Eindruck ist, dass auch das Klima im Haus angenehmer bleibt, wenn der Garten draußen nicht zur Wüste wird, sondern gut bepflanzt und – falls nötig – gegossen wird.

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Ich bin bekennende Morgengießerin – einerseits, weil mir das Gießen am Morgen hilft, richtig wach zu werden, andererseits, weil es den Pflanzen guttut. Allerdings halte ich mich nicht stur an Regeln, sondern schaue:

  • Wie es den Pflanzen geht (schlappen sie oder stehen sie knackig da – wenn sie schlappen bekommen sie auch außerplanmäßig Wasser),
  • wie der letzte Tag und die letzte Nacht waren,
  • was der Wetterbericht hinsichtlich Temperatur, Wind und Sonnenstunden für den aktuellen Tag und die nächsten Tage vorhersagt.

Und natürlich muss ich mich auch nach meinen terminlichen Möglichkeiten richten.

Trockenheitsschaden

In diesem Garten gab es Trockenheitsschäden an Stauden, Sträuchern, Rasen und sogar den Bäumen (nicht im Bild).

Warum ich morgens gieße
Am meisten Wasser benötigen die Pflanzen tagsüber während der warmen Sonnenstunden. Ich gieße morgens, bevor es warm wird – so verteilt sich das Wasser im Boden, bis es warm ist und die Pflanzen es brauchen. Außerdem sind Luft und Boden am Morgen kühler und es geht weniger Wasser über Verdunstung verloren, als wenn man am späten Nachmittag bei warmer Luft und aufgeheiztem Boden gießt.

In der Nacht brauchen Pflanzen i. d. R. wenig Wasser, so dass es nichts ausmacht, wenn der Wasservorrat nachts im Boden nicht gefüllt ist. Nur an extrem heißen Tagen gieße ich einzelne Schützlinge ein zweites Mal am späten Nachmittag – und nur dann, wenn für die nahe Zukunft kein Regen vorhergesagt ist und die Pflanzen bereits trocken sind oder Symptome wie schlaffe Blätter zeigen.

Blumen gießen am Morgen

Blumen gießen im Morgenlicht ist am schönsten und tut auch den Pflanzen gut.

Wie ich gieße
Beruflich hatte ich immer mit automatischer Bewässerung zu tun, aber privat gieße ich manuell mit Gießkanne (Topfgarten) und mit Schlauch (Staudenbeet und Rasen – nur bei extremer Trockenheit) – nach Möglichkeit immer in den Wurzelbereich und nicht über die Blätter (außer beim Rasen). Beim Gießen in den Wurzelbereich verteilt sich das Wasser unterirdisch, es geht weniger Wasser durch Verdunstung verloren, als wenn man breitflächig und über die Pflanzen gießt. Trockene oberirdische Pflanzenteile sind auch weniger gefährdet, von Pilzkrankheiten befallen zu werden.

Wasser spart auch, wer den Boden nicht nackt liegen lässt, sondern bedeckt hält – durch Gründüngung, Unterpflanzungen/Untersaaten und Mulchen.

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Und wie ist eure Gießphilosophie? Habt ihr schon einmal ein Smart Gardening Bewässerungssystem ausprobiert?

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Gemüse und Kräuter vom Balkon

Gemüse vom Balkon: Balkontomaten können in Töpfen, Kübeln oder Balkonkästen angebaut werden

Gemüse vom Balkon: Tomaten werden je nach Sorte in Töpfen, Kübeln oder sogar im Balkonkästen angebaut.

Den Balkon mit ein paar Blümchen aufzuhübschen, ist vielen Balkongärtnern in Zeiten von Urban Gardening zu wenig. Sie möchten auf dem Balkon auch Gemüse und Kräuter anbauen und ernten. Radieschen, Salat, Paprika, Tomaten, Basilikum und Schnittlauch sollen von der „eigenen Scholle“ direkt frisch auf dem Tisch landen. Und nebenbei wird die Artenvielfalt unterstützt und an der Klimarettung mitgewirkt.

Und das funktioniert auch sehr gut. Gemüse und Kräuter lassen sich in Kübeln, Töpfen und Blumenkästen anbauen – pur oder in Mischung mit Blumen, Stauden und kleineren Gehölzen.

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Der Gemüseanbau auf dem Balkon ist im Jahresverlauf etwa der gleiche wie im Garten: Im Frühjahr werden die Frühgemüse wie Radieschen, Kohlrabi und Salat gesät oder gepflanzt, ab etwa Mitte Mai kommen Tomaten, Chili und Paprika, Tomatillo, Auberginen und ähnliche frostempfindliche Gemüse dazu. Im August kann man noch einmal Salat und bis September auch Radieschen aussäen. Feldsalat und Spinat können an vielen Standorten auch im Balkonkasten, Hochbeet oder Tischbeet als späte Herbst- oder Winterkultur angebaut werden, nur darf man den Pflanzbehälter in diesen Monaten weder völlig austrocknen, noch vernässen lassen.

Kräutergarten als Topfgarten auf und neben der Terrasse

Wer Kräuter und Gemüse in einem Balkonkasten, Kübel oder einem anderen Pflanzgefäß mit Sommerblumen zusammenpflanzen möchte, sollte bedenken, dass gekaufte Sommerblumen mit Wachstumshemmern und Pestiziden behandelt sein können. Was man an Zierpflanzen nicht selbst aus unbehandeltem Saatgut ausgesät oder vom Bio-Gärtner des Vertrauens gekauft hat, würde ich persönlich daher lieber nicht in den gleichen Blumenkasten wie das Balkon-Gemüse oder die Kräuter pflanzen, sondern jeweils in eigene Gefäße. Doch sonst sind gemischt bepflanzte Balkonkästen eine Augenweide und Quelle für die Gaumenfreuden zugleich.

Die Blüten des Salbeis sind bei Bienen und Hummeln als Futterquelle beliebt.
Phacelia sieht schön aus und Bienen und Hummeln laben sich an ihr.

Phacelia sieht schön aus und Bienen und Hummeln laben sich an ihr.

Wer auch etwas für Nützlinge wie Bienen, Hummeln, Marienkäfer, Schwebfliegen und andere tun möchte, der pflanzt Ringelblumen, Phacelia, blühende Kräuter wie Dill, Borretsch, Thymian und Schafgarbe oder andere Insektenpflanzen zwischen sein Balkongemüse.

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Gegen Platzmangel auf dem Balkon oder der Terrasse: ein Regal für Kräuter und Blumen
Mein eigenes „Balkonien“ hat kein Geländer und ist im Erdgeschoss – es ist ein Topfgarten auf einer Südseiten-Terrasse. Was Balkonbesitzer und ich gemeinsam haben, ist das Platzproblem. Das konnte ich mit einem Balkonregal lösen. Darin bringe ich 8 bis 12 Kräuter- und Blumentöpfe unter.














Gemüse vom Balkon: Tomatillo-Früchte reifen in einer Ballon-Hülle.
Gemüse-Experiment in „Balkonien“: Tomatillo-Anbau (funktioniert ähnlich wie der Anbau vonnn Stabtomaten). Die Früchte reifen in einer Ballon-Hülle.
Tomatensorte Corazon
Wer Tomaten selbst anbaut, hat die Qual der Wahl. Dies ist die Tomate ‚Corazon‘.

Der einzige Balkonkasten, den ich habe, steht bei mir (mangels Balkongeländer) auf dem Boden und enthält eine geschenkte niedrige Blumenmischung und Dahlien. Gemüse, Kräuter sowie weitere Sommerblumen. Stauden und Gehölze kultiviere ich dagegen in Töpfen oder Kübeln und kann sie so beliebig umstellen und kombinieren – je nachdem, was meine Anbauexperimente ans Licht bringen. Als Pflanzerde nutze ich inzwischen nur noch torffreie Bio-Erde. Die Töpfe und Kübel sind überwiegend aus Ton, doch teste ich auch andere Topfmaterialien vor allem auf ihre Winterfestigkeit und Frostbeständigkeit.

Während man für Balkonkästen und das Topfregal niedrig bleibende Gemüse-/Kräuterarten und -sorten wählen muss, kann man in Kübeln und anderen großen Pflanzgefäßen auch hoch wachsende Gemüse unterbringen. Je größer der Topf ist und je mehr Pflanzenerde da hinein passt, desto mehr Speicherkapazität hat man für Wasser und Nährstoffe und desto besser ist i. d. R. auch die Standfestigkeit. Bei zu klein gewählten Töpfen muss man im Sommer mit der Gießkanne daneben stehen oder eine automatischen Bewässerung installieren und die Standfestigkeit durch Anbinden o. Ä. sichern.

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Als urbaner Gärtner mit beschränktem Platz kommt man immer wieder an die Grenzen des Machbaren, weil man immer noch diese oder jene Pflanze anbauen oder eine bestimmte Sorte ausprobieren möchte. Ich habe dieses Jahr eine Tomate und eine Tomatillo-Pflanze versuchsweise in einen Kübel zusammengepflanzt, weil ich für zwei Kübel keinen Platz mehr gehabt hätte. Bisher funktioniert das gut und beide haben schon reichlich Früchte entwickelt, doch muss ich mit dem Gießen und Düngen ziemlich hinterher sein.

Mit dem Ausgeizen nehme ich es bei meinen Tomaten im Kübel übrigens nicht so genau – ich versuche nur, ein Gleichgewicht zwischen Blättern und Fruchtansätzen zu erreichen. Höher als 1,60 m sollen Tomate und Tomatillo bei mir auch gar nicht werden, da ich die Pflanzen nur mit Stäben, die ich in den Kübel gesteckt habe, aufrecht halten kann. Wer eine überdachte Terrasse oder eine andere Vorrichtung hat, die ein höheres Aufbinden ermöglicht, kann Tomaten nah beieinander stellen und mehr in die Höhe kultivieren – dann macht auch strengeres Ausgeizen Sinn. Meine Tomate werde ich ab etwa Mitte/Ende August (je nach Wetterprognosen) daran hindern, weitere Blüten zu bilden, weil die Früchte späterer Blüten meist nicht mehr ausreifen können. 2023 habe ich das zum Glück gelassen – aufgrund des warmen Herbstes konnte ich bis November Tomaten ernten.

Sehr dankbare Balkongemüse sind Paprika und Chili. Viele Sorten bleiben sowieso klein und können oft ohne Stütze im Topf angebaut werden. Bisher waren nur zwei Chilisorten, die ich hatte, über einen Meter hoch und mussten an Stäben befestigt werden: ‚Bischofsmütze‘ und ‚Brazilian Starfish‘. Beim Gießen von Paprika muss man ein bisschen aufpassen – sie sind Flachwurzler, Staunässe mögen sie nicht, aber Trockenheit auch nicht. Man gießt sie also öfter, aber nicht zu viel auf einmal.

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Auberginen - Anbau im Kübel

Auberginen-Anbau im Kübel (Balkon oder Terrasse)

Dieses Jahr habe ich in meinem „Balkonien“ auch eine Auberginen-Pflanze im Kübel (könnte die Sorte ‚Blaukönigin‘ sein, war falsch etikettiert). Darüber haben sich auch die Schnecken gefreut, vor denen man auf der Terrasse – im Gegensatz zum Balkon – nicht sicher ist. Sie fraßen vor ein paar Wochen alle Blüten und den Großteil der Blätter der Aubergine weg. Auch die beiden Chilipflanzen daneben blieben nicht verschont. Doch inzwischen sind alle Pflanzen auf dem Weg der Genesung. Die Chilis haben bereits erste grüne Früchte, die Aubergine immerhin wieder Blütenknospen. (Nachtrag: Bald darauf hatte sie auch jede Menge Früchte, siehe Bild).

Besondere Chili-Sorten gibt es nur bei eigenem Anbau.

Besondere Chili-Sorten gibt es nur bei eigenem Anbau.

Auch wenn man es mit einem kleinen Balkon oder einer kleinen Terrasse nicht unter die Voll-Selbstversorger schafft, kann man doch einiges ernten. Bei mir beginnt die Erntezeit schon im zeitigen Frühjahr mit dem ersten Schnittlauch, den ich draußen überwintere und der auf meiner Südseitenterrasse sehr früh austreibt. Basilikum und andere Kräuter ernte ich ab Frühjahr am laufenden Band. Demnächst gibt es frische Tomaten, würzige Tomatillos und scharfe Chilis. Das letzte, was ich (bisher) im Spätherbst geerntet habe, war der Thymian, mit dem sich bekanntermaßen leckere Soßen zubereiten lassen.

„Vom Balkon (oder von der Terrasse) frisch auf den Tisch“ macht nicht zuletzt wegen der unendlich vielen Experimentiermöglichkeiten viel Freude.

Erntetage sind die besten Tage!

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Schneckenplage


Durch das nasse Wetter Anfang Juni konnten die Schnecken wieder aufholen, was der lange Winter ihnen an Beeinträchtigungen zugefügt hatte. Besonders die Nachtschnecken vermehrten sich plötzlich rasend schnell und wurden mal wieder zu einer Plage im Garten und sogar auf der Terrasse.

Schneckenplage: Große Nacktschnecke

Schneckenplage: Große Nacktschnecken findet man leicht und kann sie gut absammeln. Problematisch sind die kleinen Jungschnecken.

Viele Garten- und Pflanzenliebhaber wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Sie hatten mit Liebe ein Gemüse- oder Blumenbeet bepflanzt, doch der frisch gepflanzte Salat war am nächsten Morgen ratzeputz weg und von den Tagetes, Dahlien und Sonnenblumen standen nur noch Stümpfe. Nicht mal die Pflanzen auf der Terrasse waren vor ihnen sicher.

Schneckenplage: Zauberglöckchen Calibrachoa war nur auf dem Tisch vor den Schnecken sicher

Schneckenplage: Zauberglöckchen Calibrachoa war nur auf dem Tisch vor den Schnecken sicher

Meine Zauberglöckchen, Auberginen- und Chili-Pflanzen in Töpfen und Kübeln schienen eine magische Wirkung auf die Schnecken auszuüben, so dass sie sogar mehrere Meter Terrasse für eine Mahlzeit davon überquerten. Die einzigen schneckensicheren Plätze auf meiner Terrasse waren das Topfregal und der Gartentisch.

Schnecken bekämpfen kann man auf vielerlei Art: absammeln per Hand und woanders aussetzen, töten mit einem Küchenmesser oder mit Gartenwerkzeugen, anlocken und ertrinken lassen (Bierfallen), abfangen mit Lockpflanzen (z. B. Tagetes – die sind billiger als Zauberglöckchen), schneckensichere Beetumrandungen, Igel fördern, Laufenten halten und so weiter.

Ich habe mich für ein sehr scharfes Küchenmesser und einen schnellen Tod entschieden, doch Zartbesaitete sammeln die Schnecken lieber ab und setzen sie auf einer Wiese weit weg wieder aus. Wieder andere kultivieren nur Pflanzen, die Schnecken nicht mögen.

Schneckenplage

Schneckenplage: Nachts und bei feuchtem Wetter kommen die Nacktschnecken aus ihren Verstecken

Ein besonderes Problem der Schneckenplage Ende Juni: Viele der Schadschnecken waren noch sehr klein und daher schwer zu finden. Am Morgen waren zwei Dahlien im Beet weg, die Blüten und Blattspitzen zweier Zauberglöckchen abrasiert und zwei Chilipflanzen sowie der Auberginenpflanze fehlten alle Blüten und die Hälfte der Blätter, aber keine Schnecke weit und breit zu finden bzw. nur eine fette Schnecke an der Aubergine, die aber nicht all das andere auch hat anrichten können.

Schneckenplage: bei der Suche nach den Schnecken die überstehenden Topfränder nicht vergessen

Schneckenplage: bei der Suche nach den Schnecken die überstehenden Topfränder nicht vergessen

Üblicherweise verstecken sich Schnecken im Garten unter ausgelegten Brettern, im hohen Gras, unter großen schattenspendenden Blättern – überall wo es relativ feucht und kühl ist. Doch die kleinen Schnecken saßen auch unter Erdklümpchen, unter den Töpfen, unter den Topfuntersetzern, unterhalb der gewölbten Topfränder, unter der Gießkanne… Und sie waren so klein und meistens hellgrau, dass man sie auch mit kleinen Steinen verwechseln konnte, wenn man die Brille nicht auf hatte.









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Es dauerte einige Zeit, bis ich der Schneckenplage Herr wurde und meine Pflanzen langsam wieder aufleben konnten. Zwei von vier Zauberglöckchen und zwei von sechs Dahlien waren leider nicht mehr zu retten, aber wenigstens die Chili-Pflanzen und die Aubergine erholten sich und blühen inzwischen – sogar erste Chili-Früchte zeigen sich.

Schneckenplage: Eine Abwehrmöglichkeit sind Beetumrandungen und (elektrische) Schneckenzäune.

Schneckenplage: Eine Abwehrmöglichkeit sind Beetumrandungen und (elektrische) Schneckenzäune.

Ein kleiner Trost für alle Garten- und Pflanzenliebhaber: Das aktuelle, trockene und warme Wetter bremst nicht nur Mücken aus, sondern dämmt auch die Schneckenplage ein, so dass wir für späte Blumen-/Gemüse-Aussaaten (z. B. Radieschen) und -Pflanzungen (z. B. Blumenkohl, Kohlrabi, Salate) zuversichtlich sein dürfen.

Weitere Informationen

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