Apfel-Gespinstmotte – Gespenster im Apfelbaum

Der Apfelbaum hängt voller Gespinste mit Raupen oder Kokons darin? Verursacher ist wahrscheinlich die Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus), auch Apfelbaum-Gespinstmotte genannt.

Pflanzenschädlich sind nicht die erwachsenen Falter, sondern deren Nachkommen, die Raupen. Bei einem Massenauftreten spinnen sie im Frühjahr den ganzen Baum ein und leben unter dem Schutz des seidenartigen Schleiers wie im Schlaraffenland. Ein stark befallener Apfelbaum kann alle Blätter und die Fruchtansätze verlieren, größere Früchte wachsen oft nicht weiter. Die gute Nachricht: Ein gesunder, gepflegter Baum im besten Wachstumsalter bildet so schnell wie möglich Ersatztriebe und regeneriert sich. Dennoch: Ein Großteil der diesjährigen Ernte ist verloren.


Stadien der Apfelgespinnstmotte Yponomeuta malinellus ugglan

Die Zeichnung zeigt links unten eine erwachsene Apfel-Gespinstmotte, links oben die Gespinst spinnenden Raupen sowie darunter deren Kokons, in denen sie sich verpuppen. Rechts oben ist eine Apfel-Gespinstmottenraupe im Detail zusehen. (Abbildung: Bibliographisches Institut Leipzig, Public domain, via Wikimedia Commons)

Wenn der Baum jedes Jahr wieder befallen wird, kann ihn das allerdings je nach Grundzustand und Befallsstärke mehr oder weniger schwächen.

Da die Apfel-Gespinstmotte das durch den Klimawandel verursachte trockenere, wärmere Wetter und die milden Winter mag, breitet sie sich zunehmend aus und gewinnt bei uns als Obstbaumschädling an Bedeutung.

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Apfelbaum-Gespinstmotte – Aussehen und Lebensweise

Apfelbaum-Gespinstmotten fliegen bei uns je nach Lage und Witterungsverlauf zwischen Juni und August in der Dämmerung. Tagsüber findet man sie unter Blättern sitzend.

Die Weibchen legen ihre Eier etwa im Juli/August an zwei- bis vierjährige Triebe in die Kronen von Apfelbäumen, bevorzugt in Knospennähe. Ein Weibchen legt bis zu 150 Eier in Gruppen von bis zu 60 Stück. Die Eier werden dachziegelartig flach abgelegt, die Gelege werden durch einen wasserfesten Überzug geschützt.

Aus den Eiern schlüpfen bereits nach ein bis zwei Wochen winzige weißliche Raupen, die ohne Nahrung aufzunehmen unter der Schutzschicht überwintern.

Erst im kommenden Frühjahr, ab einer mittleren Tagestemperatur von etwa 12 °C, werden sie aktiv (etwa Mitte April) und fressen sich in die benachbarten Knospen. Nach ihrer ersten Häutung leben die zunehmend gelblich grau werdenden Raupen auf den Blättern und nagen zwischen den Blattnerven. Später richten sie Gespinstnester ein, in denen sie in Gruppen von bis zu 300 Raupen leben. Die Raupen haben einen dunklen Kopf und an jeder Körperseite eine Linie aus dunklen Punkten.

Wenn die Raupen mit ca. 25 mm Länge ausgewachsen sind, verpuppen sie sich in weißen Kokons (je nach Witterung etwa Mitte Juni), oft nah beieinander, innerhalb ihrer Gespinstnester. Die Puppen selbst sind bräunlich, später fahlbraun. Aus den Puppen schlüpfen 8 bis 20 Tage später die Falter der nächsten Generation, die sich nach 14 Tagen paaren und weitere 6 Tage später mit der Eiablage beginnen.

Das folgende YouTube-Video zeigt ein Gespinst mit Gespinstmottenraupen:

Gespinstmotten an anderen Bäumen

Der Apfelbaum-Gespinstmotte sehr ähnlich ist die Pflaumen-Gespinstmotte (Y. padella) und die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Y. cagnagella). Insektenkundler unterscheiden sie anhand der Zahl der Fühlersegmente: So hat die Pflaumengespinstmotte laut wissenschaftlicher Quelle 51 bis 57, die Apfel-Gespinnstmotte 50 bis 56 und die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte 56 bis 65 Fühlerglieder.  

Auch die Raupen der Gespinstmotten sind kaum voneinander zu unterscheiden, aber die Wirtspflanze, auf der man die Raupen findet, gibt einen guten Hinweis: Die grau-grünlichen Raupen der Pflaumengespinstmotte findet man an Steinobstarten. Die grau-fahlgelben Raupen der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte sind auf das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) spezialisiert und haben einen helleren Kopf als die Raupen der Apfel-Gespinstmotte. Darüber hinaus gibt es auch noch Traubenkirschen-Gespinstmotten (Yponomeuta evonymella), die Faulbaum-Gespinstmotte (Yponomeuta plumbella)  und weitere spezialisierte Gespinstmotten.

Gespinstmotten versus Eichenprozessionsspinner

Gespinstmottenraupen verursachen im Gegensatz zu den Raupen des Eichenprozessionsspinners keine allergischen Reaktionen, denn ihnen fehlen die Brennhaare, die die Eichenprozessionsspinnerraupen ab dem dritten Larvenstadium haben. Eichenprozessionsspinnerraupen treten bevorzugt an Eichen, manchmal auch an Hainbuchen auf, sie haben eine breite dunkle Linie auf dem Rücken und sind sehr auffällig mit langen Haaren behaart.

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Natürliche Feinde der Apfel-Gespinstmotte und ihrer Raupen

Zu den natürlichen Gegenspieler der Apfel-Gespinstmotte gehören Vögel (sie vertilgen Falter und Raupen), räuberische Wanzen (die machen sich über Raupen und Eier her) sowie Parasitoide. Letzteres sind Schlupfwespen, Erzwespen, Raupenfliegen und andere, die ihre Eier an oder in die Raupen legen, so dass sich ihre Nachkommen in der Raupe entwickeln können, was diese umbringt. 

Natürliche Feinde sind in artenreichen Gärten vorhanden, in denen naturnahes, nachhaltiges Gärtnern praktiziert wird: Der Garten sollte über den Winter nicht völlig kahl und aufgeräumt sein, sondern Nistmöglichkeiten, Verstecke und Überwinterungsplätze für Vögel und Insekten bieten und somit die Artenvielfalt fördern.

Maßnahmen gegen Gespinstmotten

Ein fachkundiger Winterschnitt entfernt automatisch schon einen Teil der Eigelege. Man kann auch gezielt nach diesen suchen und sie abkratzen. Je später, desto schwieriger sind sie allerdings festzustellen, da sie mit der Zeit nachdunkeln und da sie eventuell auch zwischen Flechten nicht auffallen.

Im Frühjahr, wenn die sehr kleinen Raupen in die Knospen gewandert sind und anschließend in den Blättern minieren, sollte man diese Blätter abpflücken und vernichten oder entsorgen (nicht in den eigenen Gartenkomposthaufen geben).

Sobald Gespinstnester auftreten, kann man diese herausschneiden und ebenfalls entsorgen oder sie mit einem scharfen Wasserstrahl zerstören.

Um einen befallenen Baum zu stärken, kann man ihn im nächsten Frühjahr mit reifem Kompost düngen (1 bis 2 Liter/m2 im Wurzelbereich, je nachdem, wie gut die Versorgungslage bisher war) oder einen organischen Dünger nach Dosierungsangaben auf der Verpackung verabreichen.

Im Notfall

Wenn man in seinem Garten schon mehrere Jahre einen starken Befall an den Apfelbäumen hatte und/oder die Bäume bereits geschwächt sind, und wenn man den Zeitpunkt erwischen kann, an dem die Raupen noch frei fressen, macht unter Umständen eine Spritzung Sinn. Für den Hausgarten zugelassen sind beispielsweise Präparate auf Basis von Azadirachtin wie „Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei Neem“.

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Minieren die Raupen dagegen in den Knospen oder sind sie schon unter ihren Gespinsten, werden sie nicht mehr erreicht. Eine Spritzung ist dann eher schädlich als nützlich, denn auch Neem-Präparate haben eine negative Wirkung auf Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und andere mehr.

Für professionelle Obstanbauer sind gegen freifressende Raupen (außer Eulenraupen) an Kernobst biologische Pflanzenschutzmittel auf Basis von Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki Stamm ABTS-351 zugelassen, beispielsweise DiPel DF.

Hinweis Pflanzenschutzanwendung

Wenn Sie ein Pflanzenschutzpräparat ausbringen wollen, nehmen Sie eines, das zugelassen ist! Aktuell zugelassene Mittel und Wirkstoffe finden Sie in der Datenbank des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (wählen Sie Apfel bei Kultur, Gespinstmotten bei Schadorganismus und Haus-und Kleingarten bei HUK/alle aus). Wenn Sie in der Ergebnisliste links auf den Präparatenamen klicken, erscheint eine Seite mit den Anwendungshinweisen, Nebenwirkungen auf Nützlinge und anderes zum Produkt.

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Wie werden Blumentöpfe, Kübel und andere Pflanzgefäße möglichst umweltgerecht entsorgt?

Am umweltfreundlichsten und billigsten ist es, wenn man Töpfe, Schalen, Kübel und andere Pflanzgefäße möglichst viele Jahre im Einsatz hat, sie eventuell repariert oder upcycelt (verschönert, umfunktioniert) und weiterhin verwendet. Aber manchmal werden es einfach zu viele Gefäße oder sie sind so kaputt, dass man sie nicht mehr aufmotzen kann, und manchmal mag man sie einfach nicht mehr. Wie wird man Blumentöpfe und Pflanzgefäße aus den verschiedenen Materialien dann möglichst umweltgerecht los? (aktualisiert am 05.11.2024)

Ursachen für Schäden an Töpfen gibt es viele. Neben der Beschädigung beim Rasenmähen oder Transport, bekommen Terracotta-Kübel häufig im unteren Bereich einen Sprung, wenn sich Wasser sammeln konnte, das sich bei Frost ausgedehnt hat (Wasserablauf war nicht frei).

Pflanzgefäße aus Naturstein, Holz und Keramischen Massen (Ton, Terracotta und Ähnliches)
Schalen, Töpfe, Tröge, Kübel und andere Gefäße aus Naturstein kann man im Grunde ewig im Einsatz haben. Oft sind sie sogar recht wertvoll. Falls man sie wirklich nicht mehr mag, kann man sie an Liebhaber verschenken/verkaufen oder zweckentfremdet nutzen, beispielsweise kann man aus ihnen ein Wasserspiel o. ä. bauen oder man nutzt sie, um etwas zu beschweren.

Gefäße aus Ton oder Terrakotta sind unterschiedlich frosthart abhängig vom Ton und dem Herstellungsverfahren.

Gefäße aus Ton oder Terrakotta sind unterschiedlich frosthart abhängig vom Ton und dem Herstellungsverfahren.

Auch Gefäße aus Holz, beispielsweise Pflanzkästen oder halbierte Fässer, kann man sehr lange nutzen. Sie lassen sich notfalls reparieren, verkaufen oder verschenken. Wenn gar nichts mehr geht, kann man sie selbst zerhacken und im Kamin verfeuern oder kleine Mengen in die eigene Restmülltonne geben. Man kann Holzgefäße auch zum Wertstoffhof bringen. Als Außenbereichsholz darf es aber nicht in den normalen Holzcontainer geworfen werden, der für Holzmöbel gedacht ist. Wenn der Wertstoffhof Naturholz sammelt und die Pflanzbehälter nicht behandelt sind, kann man fragen, ob man sie dort hinzufügen darf. Ansonsten kann man Außenholz in überschaubaren Mengen (gebührenpflichtig) in deren Müllbehälter geben.

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Tontöpfe und Terrakottagefäße (alternative Schreibweise: Terracotta) sind normalerweise langlebig, jedenfalls wenn man auf die Winterfestigkeit und Frostfestigkeit bei Töpfen und Kübeln für Draußen achtet (Winterfestigkeit und Frostfestigkeit von Pflanzgefäßen).

Rose im Tonkübel - Naturmaterialien haben viel Charme.

Rose im Tonkübel – Naturmaterialien haben viel Charme.

Um Kübel, die an eine Wiese angrenzen vor „Angriffen“ durch Rasenmäher zu schützen und/oder Defekte im untersten Bereich zu kaschieren, kann man ihnen eine Manschette aus Edelrost-Metall anlegen und/oder eine Beetumrandung in kleinem Abstand anbringen und in die Lücke kleinere Blühpflanzen säen oder pflanzen (beispielsweise Hornveilchen, Vergißmeinnicht, Duftsteinrich, Kalifornischer Mohn).

Tontöpfe

Was tun, wenn ein Pflanzgefäß kaputt geht oder nicht mehr gefällt? Die wenigsten Probleme mit der Entsorgung bereiten natürliche Materialien.

Sind die Töpfe so defekt, dass Reparieren, Kaschieren oder Upcyceln nicht mehr geht, kann man sie zerschlagen und die Scherben zur Dränage oder zum Schutz des Abflusslochs vor Verstopfung bei anderen Pflanzkübeln verwenden. Hat man mehr Scherben, als man braucht, kann man sie in haushaltsüblichen Mengen in den Restmüll geben. Bei größeren Mengen sollte man sie zum örtlichen Wertstoffhof bringen, wo sie normalerweise zum Bauschutt gehören.

Pflanzgefäße aus Metall
Pflanzgefäße aus Metall gibt es matt, hochglänzend und mit „Edelrost“ (gewünschter Rost) – jeweils mit einer völlig anderen „Aussage“. Doch bei der Entsorgung sind sie gleich.

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Pflanzgefäße aus Edelstahl und anderen Metallen kann man zum Wertstoffhof bringen, dort gibt es in der Regel einen Container für Schrott, dessen Inhalt in einen Recyclingprozess eingebracht wird, bei dem die Metalle aussortiert und wiederverwendet werden.

Gefäße aus Beton, Kunststein etc.
Schalen, Kübel und andere Pflanzgefäße aus Beton, Kunststein und ähnlichem, für die man keine Verwendung mehr hat, werden in der Restmülltonne entsorgt. Sind sie zu groß, bringt man sie zum Wertstoffhof und muss sie dort beim Bauschutt abgeben.

Im Zweifelsfall sollte man das Wertstoffhofpersonal vor Ort fragen, die Leute sind in der Regel sehr hilfsbereit. Allerdings sollte man nach möglichen Gebühren fragen, bevor man schwere oder sperrige Pflanzgefäße eine steile Treppe hinauf zur Containeröffnung schleppt. Erscheinen die Gebühren zu hoch, kann man das Gefäß wieder mitnehmen und sich eine andere Lösung überlegen – vielleicht entscheidet man sich doch, aus dem Kunststeintopf einen Miniteich zu basteln.

Gefäße aus Kunststoff und Verbundstoffen (Fiberglas/faserverstärkter Kunststoff, Fiberclay, Fiberstone etc.)

Plastiktöpfe, in denen Pflanzen geliefert wurden, kann man anschließend für die eigene Jungpflanzenanzucht – also Aussaat oder Stecklingsvermehrung – oder für Zimmerpflanzen, die sowieso einen Übertopf erhalten sollen, verwenden. Wer mag, kann die Töpfe auch anmalen oder mit Sprühfarbe umfärben – schon hat man einen ganz neuen Stil und/oder Farbakzent auf dem Balkon oder der Terrasse.

Plastiktöpfe, die kaputt sind oder die man nicht mehr mag und die ursprünglich als „Verpackung“ mit gekauften Pflanzen ins Haus kamen, darf man in den meisten Kommunen in den gelben Sack oder die gelbe Tonne stecken. In manchen Gemeinden gibt es Plastiksammelcontainer getrennt für Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC) etc. Gibt es solche Angebote nicht, gehören Plastiktöpfe/-Übertöpfe, Pflanzkübel, Schalen oder andere Pflanzgefäße aus Kunststoff in die Restmülltonne, sehr große als Sperrmüll zum Wertstoffhof.

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Viele Pflanzgefäße aus den neuen Verbundmaterialien, beispielsweise durch Glasfasern verstärkter Kunststoff (GFK), wirken sehr natürlich und sind optisch sehr ansprechend. Oft vereinen sie Materialeigenschaften ganz verschiedener Materialien. Ihre Entsorgung belastet die Umwelt allerdings mehr als natürliche Materialien oder Materialien, für die es schon einen Recycling-Kreislauf gibt. Doch sind die meisten dieser Pflanzgefäße immerhin recht langlebig – was auch die Frostfestigkeitsgarantien verschiedener Hersteller zeigen.

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Für Pflanzgefäße aus Faserverbundstoffen wie Fiberglas, Fiberclay, Fiberstone, Faserbeton, Polystone und wie sie alle heißen, gilt derzeit i. d. R. die Recyclingklasse 7, das heißt: Es ist kein Recycling vorgesehen. Zwar gibt es mit Fibreglass Recycling Europe und der Neocomp GmbH Verwerter, allerdings kann man dort als Verbraucher nicht mit seinem kaputten Blumentopf aus glasfaserverstärktem Kunststoff vorbeischauen und ihn dort lassen. Die Unternehmen recyceln Produkte von Herstellern, mit denen sie Verträge haben und die dann entsprechend gelabelt werden. Man muss Behälter aus Faserverbundstoffen als Endverbraucher derzeit, wenn man sie nicht für etwas anderes verwenden kann (beispielsweise als Aufbewahrungsbehälter im Keller), in den Restmüll geben beziehungsweise sehr große Gefäße zum Wertstoffhof bringen und sie dort als Sperrmüll abgeben.

Pflanzgefäße aus Faser-Kunststoff-Verbund, oft einfach Fiberglas genannt, sind schön, leicht und langlebig, dieser hier auch frosthart und standfest, aber es bleibt das Problem mit der Entsorgung, falls er irgendwann doch kaputt gehen sollte.

Pflanzgefäße aus Faser-Kunststoff-Verbund wie dieser Esteras-Woodley Kübel (Emsa)*, oft einfach Fiberglas genannt, sind schön, leicht und langlebig, dieser hier auch frosthart und standfest, aber es bleibt das Problem mit der Entsorgung, falls er irgendwann doch kaputt gehen sollte.

Nur zur Info:
Beim Abbau von alten Windkrafträdern und beim Ausrangieren von Leichtflugzeugen und Booten fallen große Mengen solcher Verbundstoffe als Abfall an und an ihnen ist die Zementindustrie interessiert – sie nutzen sie als Energielieferant und sie können auch die mineralischen Zusätze verwerten. Für diesen Zweitnutzungsprozess gibt es Recyclingunternehmen wie Fibreglass Recycling Europe und Neocomp GmbH. Ich habe leider keine Sammelstelle und kein Kreislaufsystem für Endverbraucher-Haushaltsprodukte aus solchen Stoffen gefunden, obwohl über das Thema Recycling von Verbundstoffen schon lange gesprochen wird. Die Hersteller der Fiberglas-/Faserverbund-Pflanzgefäße, die ich angeschrieben habe, bieten leider keine Rücknahme an und kennen auch keine Sammelstellen für Endverbraucher.

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Töpfe aus verschiedenen Ausgangsstoffen. Sie müssen unterschiedlich entsorgt werden, wenn sie nicht mehr genutzt und aussortiert werden.

Töpfe aus verschiedenen Ausgangsstoffen (v.l.n.r.: Ton, Fiberglas-Mineral-Kunststoff-Verbund, Kunststoff-Vliesgewebe, Polypropylen-Kunststoff; vorne rechts: Terracotta). Sie müssen unterschiedlich entsorgt werden, wenn sie nicht mehr genutzt und aussortiert werden.

Pflanzgefäße aus Gewebe, Vlies und Ähnlichem
„Vliesgewebe“ für den Einsatz im Garten sind meines Wissens meist aus Kunststoff hergestellt beispielsweise aus Polypropylen (PP). Solche Pflanztöpfe/Pflanzsäcke aus Vliesgewebe können laut Herstellerangaben mehrere Jahre genutzt werden, wenn man sie jeweils am Ende der Saison ausleert, gut trocknet und trocken aufbewahrt. Wie diese Gefäße entsorgt werden, hängt letztendlich davon ab, aus welchem Material sie sind: Einigermaßen saubere Kunststoffbehälter werden über den gelben Sack oder die Wertstofftonne einem Sortier- und Recycling-Kreislauf zugeführt, sonst gehören sie in den Restmüll. HINWEIS: Vliesgewebe aus Kunststoffen gehören auf keinen Fall auf den Komposthaufen oder in die Biotonne, da sie zwar kaputt gehen, aber nicht verrottbar sind (auch wenn manche so „natürlich“ wie Stoffe aus Naturfasern aussehen)! Auf den Kompost oder in die Biotonne dürften nur Vliesgewebe aus verrottbaren Naturmaterialien (Schafswolle, Flachs, Baumwolle) sowie reiner Schafwoll- oder Tierhaarfilz, doch werden diese meines Wissens nicht als Material für Pflanzgefäße verwendet (zu hoher Preis, nicht haltbar mit nasser Erde darin usw.).

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Buchtipp zum Anbau in Pflanzgefäßen:
Flexibel und mobil gärtnern: Blumen, Gemüse & Kräuter, Stauden und Gehölze in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen anbauen und so Balkone, Terrassen, Dachterrassen, Eingangsbereiche verschönern und/oder für den Selbstversorgeranbau nutzen. Standortgerecht Gartenträume wahrmachen – vom ansprechenden Eingangsbereich über Duft-, Bienen-, Künstlerbalkon bis zur Wohlfühloase und/oder Selbstversorgerterrasse auf dem Dach.

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Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
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Richtig arbeitslos melden – Fristen und Co.

Artikelkennzeichnung siehe unten

Wer von seinem Arbeitgeber die Kündigung erhalten hat, sollte schnellstmöglich die Agentur für Arbeit davon in Kenntnis setzen. Bei einer frühen Kündigung durch den Arbeitgeber oder einer befristeten Stelle möchte die Arbeitsagentur spätestens drei Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Information erhalten. Mit Eingang der Meldung gilt man als arbeitssuchend. Wer erst sehr spät erfährt, dass er seinen Arbeitsplatz verliert, sollte sich bei Arbeitsagentur spätestens am dritten darauffolgenden Tag melden.

Erster Tag der Arbeitslosigkeit: Persönlich arbeitslos melden

Arbeitssuchende müssen sich spätestens am ersten Tag ihrer Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur persönlich arbeitslos melden. Die persönliche Vorstellung ist die Voraussetzung dafür, dass der Arbeitssuchende vom ersten Tag an Arbeitslosengeld erhält. Im Falle einer späteren persönlichen Vorstellung ist eine rückwirkende Zahlung des Arbeitslosengeldes nicht möglich.

Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Arbeitssuchende erkrankt ist und deshalb nicht persönlich erscheinen kann. Dies sollte er der Arbeitsagentur zum einen sofort telefonisch mitteilen und zum anderen später ein ärztliches Attest vorlegen.

Wer die für ihn zuständige Filiale der Arbeitsagentur aufsucht, um sich arbeitslos zu melden, sollte folgende Dokumente zum Gespräch mitnehmen:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis und Meldebestätigung
  • Arbeitsvertrag und Kündigungsschreiben
  • Sozialversicherungsausweis

Qualifikationsnachweise und Lebenslauf sind ebenfalls hilfreich.

Antrag auf Arbeitslosengeld stellen: Schriftlich oder online

Um finanzielle Leistungen von der Arbeitsagentur zu erhalten, sollte der Arbeitssuchende im nächsten Schritt das Arbeitslosengeld beantragen. Es ist möglich, den Antrag auf Arbeitslosengeld online bei der Bundesagentur für Arbeit zu stellen. Daneben kann er das Antragsformular auch herunterladen und ausdrucken oder persönlich bei der Arbeitsagentur abholen.

Anspruch auf Arbeitslosengeld – ja oder nein?

Bereits bei der Arbeitslosenmeldung sollte der Arbeitssuchende klären, ob er überhaupt Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Der Verlust des aktuellen Arbeitsplatzes ist eine Voraussetzung dafür, Arbeitslosengeld zu erhalten. Aber auch, wer in der Woche weniger als 15 Stunden arbeitet, gilt als arbeitslos.

Weitere Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld sind eine vorherige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sowie Einzahlungen in die Arbeitslosenversicherung. Der Arbeitssuchende muss innerhalb der letzten zwei Kalenderjahre mindestens 12 Monate lang Beiträge in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Auch Ersatzzeiten wie Mutterschaft und Kinderbetreuung, Krankengeldbezug, Wehrdienst sowie Bundesfreiwilligen- und Jugendfreiwilligendienst werden mit angerechnet.

Die Jobsuche

Der Arbeitssuchende ist nach der Arbeitslosenmeldung verpflichtet, kontinuierlich nach einem neuen Job zu suchen. Dabei schätzt die Arbeitsagentur Eigeninitiative sehr. Seine Bemühungen sollte der Arbeitssuchende durch Vorlage von Bewerbungsschreiben und Antworten von Unternehmen nachweisen.

Auch die Arbeitsagentur wird ihm Vorschläge unterbreiten. Ferner muss der Arbeitssuchende bereit sein, Kurse zur beruflichen Eingliederung zu besuchen. Eine gute Verfügbarkeit und Erreichbarkeit sind wichtig. Wer Arbeitslosengeld bezieht, muss unter seiner Anschrift per Briefpost an jedem Werktag erreichbar sein. Verfügbarkeit heißt, dass der Arbeitssuchende arbeitsfähig und arbeitsbereit ist. Arbeitsfähig ist eine arbeitslose Person, die einer zumutbaren versicherungspflichtigen Tätigkeit von mindestens 15 Stunden pro Woche nachgehen kann und möchte.

Foto: Gerd Altmann/Pixabay

* Sponsor-Posts sind informative Beiträge meiner Werbepartner

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Forsythien: Schluss mit der Verteufelung

Forsythien werden von manchen verteufelt, weil sie Bienen und erwachsenen Schmetterlingen nichts zu bieten hätten, und auf ForsythienliebhaberInnen wird in den sozialen Netzen mit selbstgerechter Empörtheit herumgehackt. (Meinungsbeitrag)

Forsythien sind umstritten
Viele Menschen lieben die Forsythie als Frühlingsbotin und Teil der deutschen Osterschmückkultur, andere sprechen ihr die Daseinsberechtigung ab und beschimpfen die ForsythienliebhaberInnen in den sozialen Netzen.

Ich persönlich bin keine besondere Forsythienliebhaberin, ich finde sie „okay“ – dabei fällt mir ein, dass ich mit einer Forsythie vor dem Kinderzimmerfenster aufgewachsen bin. Aber ich halte gar nichts von dieser Schwarz-Weiß-Malerei und „Cancel Culture“, die derzeit zur Schau getragen wird, – nicht bei Menschen (außer sie sind Massenmörder) und auch nicht, wenn es um Pflanzen geht.

Der Nutzen für Bienen und für erwachsene Falter ist nicht das einzige Kriterium für den Wert einer Pflanze. Auch wenn sie keinen Pollen entwickelt, kann sie interessant als Futter für Raupen (Jugendstadien von Schmetterlingen) und für andere Insekten sein. Und so genannte Nützlinge (räuberische Wanzen, Spinnen, Florfliegen etc.) freuen sich über jede Beute – auch an einer von Bienen nicht geschätzten Pflanze.

Beispielsweise finden räuberische Insekten und Vögel an Forsythien frühzeitig Insekten, die von der gelben Farbe angelockt wurden, und kleine Vögel können sich zwischen den mit Blütenbüscheln üppig bedeckten Zweigen verstecken, wenn viele andere Gehölze noch kahl sind. Manche Vogelarten nutzen Forsythien als Ansitz, andere brüten darin, wieder andere naschen von den Knospen, wenn das Futterangebot ansonsten knapp ist.

Jede Pflanze, die von so genannten Schädlingen befallen wird, hat deren Gegenspielern („Nützlinge“) etwas zu bieten. Forsythien werden beispielsweise von Spinnmilben, Blattwanzen, Dickmaulrüsslern sowie nach Angaben einiger Quellen auch von Falterraupen wie Buchdruckereulen und Schlehenspinnern heimgesucht. Die Spinnmilben sind Futter für räuberische Spinnentiere wie Raubmilben, die anderen für räuberische Insekten wie die Larven der Florfliegen sowie für Raubwanzen, die Falter und deren Raupen sind Eiweißhappen für Vögel.

Ich erinnere mich, als ich noch im Biologischen Pflanzenschutz arbeitete, dass eine Kollegin für ihre kleine Nützlingszucht nach Raubwanzen vor allem an Forsythien suchte, um ihre Nützlingsmannschaft aufzufrischen, und sie meines Wissens dort auch regelmäßig fand.

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Und es gibt natürlich auch andere hilfreiche Eigenschaften, die eine Pflanze haben kann wie Frosthärte, Unempfindlichkeit, Genügsamkeit, Ungiftigkeit und anderes mehr. Die Forsythie ist für viele Menschen ein Stimmungsaufheller, ein Symbol für Ostern und Hoffnung. Man kann von ihr Blütenzweige schneiden und die Wohnung und anderes mit den Zweigen schmücken. Außerdem ist die Forsythie eine Zeigerpflanze für den Erstfrühling im phänologischen Kalender, nach ihr richten sich viele Gärtnernde mit dem Rosenschnitt.

Ganz abgesehen davon, dass bei uns zwar viele, aber nicht alle Forsythien Hybriden (Forsythia × intermedia) sind, die in diesem Fall (fast) keine Pollen bilden: Auf dem Vormarsch ist die Forsythie „Beatrix Farrand“, die Pollen bildet und daher auch für Pollen fressende/sammelnde Insekten interessant ist.

Nichtsdestotrotz ist es empfehlenswert, nicht ausschließlich Forsythien oder ausschließlich gefüllte Blumen in einen Garten zu pflanzen, auch wenn man sie besonders liebt. Besser ist es (auch für einen gesunden Garten) nach Vielfalt zu streben und dabei unbedingt auch einheimische Pflanzen mit einem hohen Wert für Vögel, Bienen und andere Fauna (beispielsweise solche für Schmetterlinge und solche für deren Raupen) zu berücksichtigen. Schöne heimische Gehölze mit „Mehrwert“ sind beispielsweise die Felsenbirne (sie hat später Früchte für die Vögel und je nach Sorte auch noch eine tolle rosa-kupferfarbene Herbstfärbung zu bieten), Kornelkirsche (geeignet zum Marmelademachen, Futter für die Vögel) und viele andere (siehe auch → Pflanzen für Nützlinge).

Wer die Forsythie nicht mag – egal aus welchen Gründen -, muss sie nicht in den eigenen Garten pflanzen, hat aber nicht das Recht, sie anderen zu verbieten.

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