Maulwurfsgrillen im Hochbeet

Wenn die frisch gekeimten Aussaaten verwühlt sind und man waagerechte Gangsysteme dicht unter der Erdoberfläche im Hochbeet findet, dann könnte eine Europäische Maulwurfsgrille am Werke sein. Dieses Insekt tritt im Garten nicht nur im Hochbeet, sondern auch in ebenerdigen Beeten, in Gewächshäusern, Frühbeeten und im Rasen auf. Was sind das für Tiere, wann werden sie zum Pflanzenschädling und wie wird man sie umweltverträglich los?

Hochbeet mit Mischkultur
Hochbeet mit Mischkultur (ohne Maulwurfsgrillen, aufgenommen im alten Weihenstephaner Kleingarten)

In letzter Zeit hört man öfter von Maulwurfsgrillen im Hochbeet. Kein Wunder, da Hochbeete wegen ihrer Vorteile („versteckte Kompostierung“, Gärtnern ohne tiefes Bücken etc.) in den letzten Jahren sehr beliebt geworden sind. Da ich schon häufig Anfragen zur Bekämpfung von Maulwurfsgrillen im Hochbeet und anderswo erhalten habe, beantworte ich die aufgetauchten Fragen mit diesem Blogbeitrag.

Gryllotalpa gryllotalpa MHNT

Die Europäische Maulwurfsgrille kann schwimmen, tauchen, fliegen und sich sowohl auf als auch unter der Erde gut bewegen. Hochbeete (und andere Flächen) sind für sie wegen des lockeren, feucht-warmen Bodens und wegen des Angebotes an tierischer und (notfalls) pflanzlicher Nahrung darin interessant. (Bild: Wikimedia Commons | Muséum de Toulouse, Didier Descouens | Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Was sind Maulwurfsgrillen?

Die Familie der Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae) gehört zur Ordnung Heuschrecken und speziell zur Unterordnung der Langfühlerschrecken. Wie alle Insekten haben sie 3 Beinpaare, wobei sich die Vorderbeine zu kräftigen Grabschaufeln entwickelt haben. Es gibt etwa 100 Arten Maulwurfsgrillen, die in sechs Gattungen aufgeteilt sind. In Mitteleuropa gibt es aber nur eine Art: die Europäische Maulwurfsgrille.

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Die Europäische Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa)

Die Europäische Maulwurfsgrille wird auch Gemeine Maulwurfsgrille, Erdkrebs, Erdwolf oder Werre genannt. Die erwachsenen Tiere werden 5 bis 6 cm lang – die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Sie besiedeln gerne Wiesen in der Nähe von Gewässern, aber auch Gärten – ein gepflegtes Hochbeet, ein Frühbeet oder der alte Komposthaufen mit lockerem Boden und ausreichend Feuchtigkeit in Sonnenlage kommt ihnen als neues Zuhause gerade recht. Man muss jedoch keine „Überfälle“ wie bei manchen Wanderheuschrecken befürchten und die Europäische Maulwurfsgrille fliegt auch nur während der Paarungszeit zur Partnerfindung.

Schema gryllotalpidae bau

Typisches Gangsystem von Maulwurfsgrillen (Grafik: Wikimedia Commons | Urheber Roger Zenner | Lizenz CC BY-SA 2.0 DE)

Die Europäische Maulwurfsgrille lebt überwiegend unterirdisch in einem Gangsystem und ist nachtaktiv, weshalb man sie außer beim Graben kaum zu Gesicht bekommt. Wenn dann doch, freut sich der (Hobby-)Entomologe über den heutzutage eher seltenen Fund, Hobbygärtner sind weniger begeistert, wenn sich die Tiere in ihrem Garten ausbreiten.

Die Gänge der Europäischen Maulwurfsgrille verlaufen wenige Zentimeter parallel unter der Oberfläche, lediglich Gänge zu den Nestern und Vorratskammern führen etwas tiefer (allerdings traue ich den Angaben zur Tiefe in der obigen Grafik von Wikimedia Commens nicht, außer die Werte wurden an einer Uferböschung gemessen).

Die Europäische Maulwurfgrille ist eine „Allesfresserin“: Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven (sogar Artgenossen), von Schnecken, Schneckeneiern, Würmern und in der Not von Pflanzenwurzeln und Knollen. Schädlich werden Maulwurfsgrillen bei Massenauftreten vor allem durch das Anlegen ihrer Gangsysteme – durch die Wühltätigkeit verlieren Keimlinge und Jungpflanzen den Bodenkontakt und vertrocknen. Allerdings beißen die Tiere auch Pflanzenwurzeln oberhalb ihrer Nester ab, damit der Boden dort verkahlt und dann stärker von der Sonne erwärmt wird.

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Bei (Hobby-)GärtnerInnen, anderen Anbauern und bei in der Grünlandpflege Tätigen ist die Europäische Maulwurfsgrille wegen der Grabaktivitäten und den Schäden, die sie an Grasnarbe, Wurzeln, Knollen und Saaten anrichten kann, wenig beliebt. Dagegen hilft auch nicht das „Singen“ der Männchen (Lockrufe und Minnegesänge) während der Paarungszeit, die im April bis Juni stattfindet und zu der die Tiere nachts ihre Tunnelsysteme verlassen. Die Lockrufe kann man sich hier anhören (Webseite des Landesbund für Vogelschutz in Bayern, LVB). Weibliche Tiere singen nicht, können aber – wie auch die Männchen – mit kurzem Zirpen bei Störungen warnen.

Nach der Paarung legt das Weibchen einige Hundert Eier verteilt über mehrere nestartige Erdhöhlen, die sie bewacht. Die Larven schlüpfen nach etwa 10 Tagen. In den nächsten 12 bis 24 Monaten durchlaufen sie mindestens fünf Häutungen, bis sie zum geflügelten, geschlechtsreifen erwachsenen Tier werden. Als erwachsenes Tier leben sie noch etwa 1 Jahr lang. Die Larven überwintern zum ersten Mal im dritten Larvenstadium in tiefen Bodenschichten.

Dieses Video von MDR Garten gibt ein paar interessante Einblicke in das geheime Leben der Europäischen Maulwurfsgrille:


Wie kann man Maulwurfsgrillen loswerden

Weil die Europäische Maulwurfsgrille bei Massenvermehrung Schäden an Gemüse (auch im Gewächshaus), Getreide, Rasen/Wiese und Weinreben hervorrufen kann, wurde sie jahrelang mit allen Mitteln bekämpft, bis sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der BRD landete – 1998 war sie noch auf der Vorwarnliste, nun ist sie laut NABU nach der „Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands von 2002″ in der Kategorie 2 (stark gefährdete Arten). Findet man Maulwurfsgrillen im eigenen Garten, sollte man also sorgfältig überlegen, ob eine Bekämpfung nötig und sinnvoll und wie sie vorzunehmen ist, immerhin ist die Europäische Maulwurfsgrille auch nützlich.

Apropos Bekämpfung: Gegen die Europäische Maulwurfsgrille gibt es aktuell keine vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zugelassenen Pflanzenschutzmittel für den Hausgarten. Von so genannten „Hausmitteln“ wie das Einbringen von Petroleum, Speiseöl oder Buttersäure in die Gänge ist wegen der Gefahr der Boden- und Grundwasserverunreinigung unbedingt abzuraten.

Natürliche Feinde der Maulwurfsgrillen

Grundsätzlich sollte man versuchen, die Maulwurfsgrillen im Garten mit der Förderung ihrer natürlichen Feinde unter Kontrolle zu bekommen. Ihre natürlichen Widersacher sind größere Vögel, beispielsweise Amseln und Krähen, aber auch Maulwurf und Dachs, wobei die beiden erstgenannten ebenfalls Aussaaten verwüsten können, wenn sie in der Erde nach den Leckerbissen suchen, und man die beiden letztgenannten auch eher nicht im Beet oder Hochbeet haben möchte. Da Maulwurfsgrillen ähnlich wie Regenwürmer bei Regen an die Erdoberfläche kommen, werden sie dann dort von Igeln (wenn sie Zugang zum Hochbeet haben beispielsweise bei einem Hochbeet am Hang), Spitzmäusen, Hühnern (am besten vor dem Anbau über die Beete laufen lassen) und nicht wasserscheuen Katzen erwischt.

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Hat sich die Maulwurfsgrille bereits ausgebreitet und buddelt das Hochbeet um, kann man sie mit Gläsern und Dosen, die man ebenerdig eingräbt, fangen und in der freien Natur wieder aussetzen. Den Fangerfolg verbessert man, indem man Holzleisten sternförmig zu den Dosen legt – die Tiere laufen an ihnen entlang und fallen in die Dosen. Die Fangdosen müssen regelmäßig überprüft werden, auch um „Beifang“ wie beispielsweise nützliche Laufkäfer freizulassen, bevor sie Schaden nehmen. Ab Mai kann man auch die Nester ausgraben. Die gefangenen Maulwurfsgrillen kann man an Uferböschungen oder auf einer Wiese in der Nähe eines Gewässers freilassen.

Nützlingsproduzenten bieten zudem Nematoden (Steinernema carpocapsae), winzige Fadenwürmer, zur Bekämpfung an. Der Einsatz ist erst ab einer Bodentemperatur über 12 Grad Celsius sinnvoll. Die Fadenwürmer dringen in die erwachsenen Maulwurfsgrillen ein und töten das Insekt von innen mittels Bakterien, die sie mitbringen, ab.

Inwieweit die Störung oder gar die Tötung der Tiere mit dem Schutz von Arten vereinbar ist, hängt von der aktuellen Situation vor Ort ab. Auskunft erhält man beim zuständigen Gartenbauberater/Kreisfachberater der Region oder der unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt).

Der Eintrag in einer Roten Liste entspricht einem wissenschaftlichen Gutachten. Erst wenn die Art im Anhang der Bundesartenschutzverordnung aufgeführt ist, gelten die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 44 BNatSchG): nicht töten, verletzen, fangen, stören oder ähnliches! Das trifft beispielsweise auf den Rosenkäfer zu (siehe Engerlinge im Garten und auf dem Balkon), nicht aber auf die Maulwurfsgrille. Wo es geht, sollte man sich aber auch ohne den Zwang des Gesetzes vom Arten- und Naturschutzgedanken leiten lassen.

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Disclaimer
Artenschutz-Einstufungen und Vorschriften ändern sich ständig. Ich habe sorgfältig recherchiert, aber ich kann keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen geben. Jede Haftung ist ausgeschlossen.

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Wann wird gesät und gepflanzt – auf das Anbau-Timing kommt es an

Basilikum und Fleißiges Lieschen im Januar ins Freie pflanzen? Macht keinen Sinn, denn sie sind nicht frosthart. Tomaten im September für das Freiland aussäen? Ebenfalls nicht zu empfehlen, denn Tomaten brauchen für Wachstum, Blüten- und Fruchtentwicklung wochenlang Licht und Wärme, aber ab September wird es kälter und die Tage kurz und dunkel. Für alles gibt es mehr oder weniger gute und völlig ungeeignete Zeiten. Zwar gibt es Gartenkalender, in denen man nachlesen kann, was in welchem Monat zu tun ist, aber zur grundsätzlichen Orientierung hier ein paar Einblicke ins Anbau-Timing im Garten und auf dem Balkon (und auch, was es mit den Eisheiligen auf sich hat) für Einsteiger.

Wann pflanzt man welche Gemüse und Kräuter, Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume? Überblick nach Pflanzengruppen.

Wann pflanzt man Blumenzwiebeln, Stauden, Ziergräser?

Stauden sind Pflanzen, die sich im Winter Richtung Boden zurückziehen, entweder in oder knapp über den Boden, und im Frühjahr oder Sommer austreiben. Manche Stauden überdauern in Rhizomen („im Wurzelstock“), andere in Zwiebeln (Blumenzwiebelpflanzen), Knollen oder anderen Wurzelspeicherorganen.

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Blumenzwiebeln – Frühjahrsblüher

Winterharte Blumenzwiebelpflanzen, die im Frühjahr blühen, werden bereits im Herbst gepflanzt. Sie benötigen eine kühle Phase, um dann, wenn es wärmer wird zur Blüte zu kommen. Frühjahrsblühende Blumenzwiebelpflanzen sind beispielsweise Krokusse, Tulpen, Narzissen und Zierlauch. Wenn Sie im Spätwinter und Frühjahr bunte Blumen im Beet, Rasen oder im Blumenkübel sehen wollen, pflanzen sie im Herbst. Später gepflanzte Blumenzwiebeln blühen später – und grundsätzlich nur, wenn sie noch genug Kälteeinwirkung abbekommen.


Diesen Balkan-Krokus (Crocus chrysanthus ‚Blue Pearl‘) habe ich statt zur normalen Pflanzzeit für Frühlingsblüher (im Herbst des Vorjahres) erst im Januar in einen Kübel im Freien gepflanzt. Sie blühten zwei Wochen später als die Krokusse, die schon mehrere Jahre am gleichen Standort standen. Dieses Überlagern von Blumenzwiebeln funktioniert aber nicht immer, weshalb man sich als Anfänger lieber an die Angaben auf der Verpackung oder auf der Webseite des Verkäufers halten sollte.

Blumenzwiebeln – Sommerblüher und Herbstblüher

Pflanzen aus Blumenzwiebeln und Knollen, die im Sommer blühen, werden im Frühjahr gepflanzt. Solche, die im Herbst blühen, kommen im Sommer in die Erde.

Mehr zu Pflanzen aus Blumenzwiebeln und Knollen (mit Tabelle mit Pflanz- und Blütenzeiten)
Mehr zu Frühlingsboten

Hinweis:
Nicht winterharte Knollen wie die von Begonien und Dahlien müssen im Herbst vor dem Frost ausgegraben und eingelagert werden. Begonien werden ab Februar drinnen vorgezogen, bis sie nach den Eisheiligen rausdürfen. Dahlienknollen können ab Mai direkt ins Beet oder in einen Kübel gepflanzt werden.

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Gartenstauden, Ziergräser, Rosen und Gehölze

Winterharte Gartenstauden, Ziergräser, Rosen und Gehölze werden im Herbst oder Frühjahr gepflanzt. Sie sind dann entweder im unbelaubten Zustand oder zumindest relativ inaktiv, wodurch die Umbettung sie weniger stresst.

Die Herbstpflanzung hat den Vorteil, dass die Pflanzen Zeit haben, gut anzuwachsen, bevor sie im nächsten Jahr langsam aktiv werden.

Für empfindliche Gartenstauden-, Ziergräser- und Gehölzarten oder Sorten bevorzugt man aber die Frühjahrspflanzung, weil das Risiko eines Frostschadens geringer ist.

Wurzelnackte Rosen sind weitgehend unbelaubt und stark zurückgeschnitten. Sie werden im Herbst ohne Topf angeboten, meist sind die Wurzeln nur in einem Beutel mit sehr wenig Erde verpackt. Wurzelnackte Rosen werden von Oktober bis März gepflanzt, wobei der Herbst besser ist, weil die Rosen da noch frischer sind und mehr Zeit zum Anwachsen haben.

Kann man Stauden, Ziergräser, Rosen oder Gehölze aus irgendeinem Grund erst im Sommer, also im belaubten Zustand, pflanzen, sollte man gesunde, kräftige Pflanzen mit ausreichend großem Topf oder Kübel kaufen und beim Pflanzen darauf achten, dass der Wurzelballen nicht auseinanderfällt, sondern die Erde und die feinen Wurzeln miteinander verbunden bleiben. Eine Pflanzung mit „nackten Wurzeln“ glückt im Sommer bei sonnig heißem Wetter nur bei wenigen Pflanzenarten, weil bei den meisten oberirdisch zu viel Wasser über das Laub verdunstet wird, die Feinwurzeln aber noch zuwenig Erdkontakt haben, um Wasser und Nährstoffe bedarfsgerecht nach oben zu liefern. Zur Pflanzung wählt man möglichst eine Wetterphase mit nicht zu hohen Temperaturen und bedecktem Himmel und/oder man stellt einen Sonnenschutz auf. Aber vor allem, darf man das Angießen nicht vergessen!
Beliebte Gartenstauden sind beispielsweise Rittersporn, Taglilie (Hemerocallis), Lilie (Lilium) und Flammenblume (Phlox).

Mehr zu Gartenstauden

Wann bepflanzt man Beete und Balkone?

Traditionell werden saisonale Bepflanzungen von Beeten, Balkonkästen und Kübeln mit Pflanzen aus dem „Beet- und Balkonpflanzen-Sortiment“ bepflanzt. Das sind frostempfindliche Pflanzen, die in unserem Klima nur ein oder zwei Jahre leben (natürlicherweise oder weil sie aus wärmeren Gefilden stammen und bei uns nicht länger überleben).

Die Hauptpflanzzeit für diese Beet- und Balkonbepflanzungen ist nach den Eisheiligen, also nach dem 15. Mai. Man kann sie entweder im Frühjahr selbst anziehen oder sie ab Ende April in der Gärtnerei oder im Gartenfachhandel kaufen.

Die Eisheiligen
Die Eisheiligen sind ein wichtiger Termin für Gärtner und Gärtnerinnen, denn es sind die Tage mit den letzten Frösten vor dem Sommer. Diese Tage werden aufgrund jahrhundertelanger Beobachtungen alljährlich vom 11. bis zum 15. Mai erwartet. Sie heißen Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Kalte Sophie (15. Mai). Allerdings halten sie ihre Termine nicht immer ganz genau ein. Manchmal kommen sie etwas früher, manchmal auch später – bis zu zwei Wochen -, manchmal bleiben sie auch aus (hallo Klimawandel!). Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte im Mai den lokalen (Agrar-) Wetterbericht verfolgen und frostempfindliche Pflanzen (südländische Kübelpflanzen, Gemüse, Kräuter und Sommerblumen) erst dann an exponierte Stellen ins Freie pflanzen/stellen, wenn der lokale Wetterdienst keinen Nachtfrost oder Bodenfrost mehr vorhersagt. Erst nach den Eisheiligen plus 2 Wochen kann man wirklich (fast) sicher sein, dass es auch nachts – selbst bei sternenklarem Himmel – nicht mehr friert. Siehe auch Eisheiligenvorhersage und Schutz
< Schafskälte
Die Schafskälte ist ein unregelmäßig auftretender Kälteeinbruch zwischen dem 4. und dem 20. Juni. Er tritt nur in manchen Jahren auf und in manchen Regionen kann es sogar einen zu Anfang und einen weiteren Kälteeinbruch gegen Ende dieser Zeitspanne geben. Problematisch kann dieser Temperatursturz für kälteempfindliche Pflanzen ohne Schutz und die frisch geschorenen Schafe sein (daher auch der Name).

Bekannte Beet- und Balkonblumen für die Sommersaison sind beispielsweise Petunien, Verbenen, Geranien, Margeriten, Zauberglöckchen, Australisches Gänseblümchen, Lobelien und viele mehr.

Sommerblumen kann man auch sehr gut mit Kräutern und Gemüsen zusammenpflanzen. Allerdings sollte man dann Blüh-/Zierpflanzen verwenden, die auch Nahrungsmittelkriterien entsprechen, also beispielsweise Biopflanzen.

Bunter Balkonkasten mit Kräutern, Gemüsen und Sommerblumen (aufgenommen in der Kleingartenanlage der HSWT in Freising/Am Staudengarten)
Flexibler ist man, wenn man in Kübel und Töpfe pflanzt: Man kann die Pflanzen immer wieder neu kombinieren.
Hornveilchen gehören zu den zweijährigen Pflanzen. Entweder man sät sie selbst schon im Vorjahr aus oder man kauft sie Ende März und härtet sie langsam ab (und zieht sie bei angekündigten Nachtfrösten sicherheitshalber nahe ans Haus oder stellt sie ins frostfreie Gewächshaus).

Tipp: Nachhaltige Beet- und Balkonbepflanzung
Weil viele Stauden und Gehölze gute Futterpflanzen für Schmetterlinge, Honigbienen und Wildbienen sind, werden mehrjährige Pflanzen wie Stauden und Gehölze nicht mehr nur in Staudenbeete o. Ä. gepflanzt, sondern auch in Balkonkästen, Töpfe und Kübel. Das ist nicht nur bienen- und schmetterlingsfreundlich, sondern auch kostengünstiger und nachhaltiger, weil so weniger Pflanzen schon nach einer Saison auf dem Komposthaufen landen.

Zum Aufhübschen von Terrassen und Balkonen werden im Herbst vom Handel auch spätblühende kompakte Stauden in kleinen Töpfen angeboten. Pflanzt man sie nach dem Verblühen in ein Beet, erlebt man manchmal im nächsten Herbst ein „explodiertes Wunder“, wenn aus dem handlichen Pflänzchen für den Gartentisch eine Aster von über einem Meter Höhe geworden ist.

Siehe auch Mehrjährige Pflanzenfreude auf Balkonien und Terrassien

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Wann Gemüse und Kräuter aussäen und pflanzen?

Mit den ersten Gemüsearten darf man im Frühjahr ins Freiland, wenn der Boden nicht mehr schmiert – das ist irgendwann im März je nach Region und Wetterverlauf des Jahres. Zunächst werden frühe Arten (Frühjahrssorten!) gesät und gepflanzt und zunächst mit Vlies geschützt. Mehr zum Frühjahrsanbau: Gemüse im Frühling


Tomaten für Garten und Balkon werden im März ausgesät und herangezogen und ab Mitte Mai nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt. Die Ernte beginnt dann etwa im August und dauert – wenn alles gut geht – bis Anfang Oktober. Wer keinen hellen, warmen Platz für die eigene Anzucht hat, kauft im Mai Jungpflanzen und pflanzt sie in Pflanzgefäße oder ins Beet.

Ansonsten ist das Frühjahr die Zeit, im Gewächshaus und auf der Fensterbank Tomaten, Chili & Paprika, Auberginen etc. auszusäen und vorzuziehen, die man nach den Eisheiligen ins Freie pflanzen kann. Besonders wärmebedürftig sind Süßkartoffeln. Man pflanzt sie besser erst im Juni. Die Sommergemüse stehen dann bis zum Spätsommer, manche bis zum Herbst.
Ab August gilt es aber auch, auf einigen Beeten im Freien und im Kleingewächshaus die Gemüse für die Ernte im Herbst und Winter auszusäen oder zu pflanzen.
Im Freien überwintern können beispielsweise Porree, Rosenkohl und Grünkohl, im kalten Gewächshaus stehen der im Herbst gesäte (oder gepflanzte) Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Löffelkraut (und in milden Gegenden auch Salatrauke), die an frostfreien Tagen geerntet werden können.

Übrigens ist Feldsalat ein Gemüse mit einer guten „Gründüngungswirkung“. Mehr dazu:
Welche Gemüse man im August noch anbauen kann.
Gründüngung

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Buchtipp:

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8





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Blumenerde ohne Torf, Bio-Blumenerde, Blumenerde sparen

torffreie Blumenerde

Auch in torffreier Blumenerde wachsen die Pflanzen prächtig

Torf ist ein begrenzter Rohstoff, der nur sehr langsam nachwächst. Torffreie (Bio-)Erden, Blumenerden und andere Pflanzenerden, enthalten Alternativen zu Torf wie Rindenhumus und Holzfaserstoffe. Hier erhalten Sie Informationen zu torfreduzierten und torffreien Pflanzenerden und wie man Blumenerde einsparen kann. (aktualisiert 1/2021)

Mit den ersten Sonnentagen beginnt die Lust aufs Gärtnern und der ein- oder andere schaut schon einmal im Gartencenter oder Baumarkt vorbei und packt neben Primeln, vorgezogenen Blumenzwiebeln und anderen Frühlingsboten auch ein paar Säcke Blumenerde beziehungsweise Pflanzerde ein. Nach den Eisheiligen geht die Balkon-/Pflanzsaison dann richtig los und Einkaufswägen voll mit Blumen und Gemüsejungpflanzen werden zusammen mit zig Blumenerdesäcken zu den Autos gekarrt und nach Hause gebracht.

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Wo kann man Blumenerde/Pflanzenerde während der Corona-Krise kaufen?
Wenn bei Ihnen vor Ort der Verkauf ab Gärtnerei oder Hof nicht möglich, das Gartencenter und die Baumärkte mit Pflanzenabteilung wegen der Ausgangsbeschränkungen zum Schutz aller vor dem Coronavirus geschlossen sind, schauen Sie im Lebensmittelgeschäft vor Ort, ob es Pflanzenerden im Sortiment hat. Ansonsten kann man nicht nur Kräuter, Blumen und andere lebende Pflanzen telefonisch oder online in entsprechenden Online-Shops bestellen und sich liefern lassen, sondern auch Blumenerden. Angeboten werden sie ebenso manchmal von Lieferdiensten des Lebensmittelhandels, von [Versand-]Gärtnereien und auf jeden Fall vom [Online-]Versandhandel für Gartenbedarf (beispielsweise von Pötschke*, Tom-Garten * oder Baldur*.

Je nach Anbieter und je nachdem, wie die regionalen Vorschriften gerade sind, werden die Pflanzen per Zusteller wie Hermes, DHL und andere geliefert oder vom Online-Lebensmittelhändler beziehungsweise Gärtner selbst gebracht und kontaktlos übergeben. Bei Lieferung per Zusteller kann man einen Wunschablageort angeben – man muss also nicht einmal die Wohnungstür öffnen. Selbstlieferer wie REWE und Gärtner mit Bringservice haben ähnliche Verfahren, um Kunden und Mitarbeiter zu schützen. 

Der Hauptbestandteil vieler Blumenerden und anderer Pflanzensubstrate ist Torf. Vor allem die Torfkultursubstrate und Einheitserden, aber auch die nicht standardisierten Erden bestehen hauptsächlich aus Torf. Zwar müssen die Zusammensetzungen nicht mehr auf der Verpackung angegeben werden, doch laut BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland lagen die Angaben vor der neuen Gesetzeslage bei 80 bis 100 Prozent Torfgehalt. Daran wird sich nicht viel geändert haben, muss man annehmen, wenn es nicht auf der Packung transparent gemacht wird.

Kritik am industriellen Torfabbau

Der industrielle Torfabbau steht nun schon lange in der Kritik, denn die Moore, die für die Torfgewinnung trockengelegt werden, sind über Jahrtausende entstanden und wertvoller Lebensraum für viele spezialisierte Pflanzen (z. B. fleischfressender Sonnentau, besondere Orchideen) und Tiere (z. B. Sumpfohreule und Birkhuhn, besondere Falter und Libellen). Außerdem sind Moore wichtige Kohlendioxid- (CO2) Speicher – noch wichtiger als Wälder! Bei Trockenlegung wird das „Treibhausgas“ CO2 frei. Laut BUND stammen 4,5 Prozent der deutschen Emissionen aus entwässerten Mooren.

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Blumenerde ohne Torf

Viele Blumenerde-Hersteller haben Alternativen entwickelt. So wird Torf oft völlig oder teilweise durch Rindenhumus (kompostierte Rinde), Grüngutkompost, Holzfaserstoffe und andere Beigaben ersetzt. Wer sich beim Blumenerdekauf für die torffreien Varianten, die es längst in jedem Gartencenter und Baumarkt gibt (vor Ort und im Internet), entscheidet, tut also etwas für Klima und Umwelt.

Torffreie und torfreduzierte Pflanzenerden bekommt man beim Gärtner, in Gartencentern, Baumärkten sowie teilweise im Lebensmittelhandel – alle diese gibt es regional vor Ort und im Internet. Letztere liefern über Zustelldienste oder bringen die Ware direkt vorbei.

Bio-Blumenerde

„Bio“ und „torffrei“ sind zwei ganz unterschiedliche Qualitätskriterien. „Torffrei“ ist noch nicht „bio“ und „bio“ bedeutet nicht automatisch „torffrei“. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte als „torffrei“, fragt nach torffreien Bio-Erden. Allerdings sind Bio-Erden nur dann „wirkliche“ Bio-Erden, wenn sie das entsprechende Siegel nach den Vorgaben der EU (EU-Öko-Verordnung) oder der Bio-Produktionsverbände (Demeter, Bioland oder andere) tragen. Der Begriff „Bio“ ist leider bei Erden/Substraten nicht geschützt und viele Firmen setzen „Bio“ schon mit der Begründung in den Namen der Blumenerde, dass ihre Blumenerde aus nachwachsenden Rohstoffen sei oder die Verpackung aus einem weniger schädlichen Kunststoff als andere, ohne dass die Erde tatsächlich Bioqualität und ein Bio-Siegel hat.

Torffreie Erden im (Gartenfach-) Handel

Beispiele für torffreie (Bio-) Erden:

* Werbelink


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Torffreie Bio-Erden verwenden

Wer bisher Torfkultursubstrate, Einheitserden bzw. torfhaltige Blumenerden gewohnt ist, muss sich umstellen, denn torffreie Pflanzen-/Blumenerden haben nicht unbedingt die gleichen Eigenschaften. Sie können sich beispielsweise hinsichtlich Struktur, Wasserhaltevermögen, Nährstoffgehalt und Nährstoffumsetzung von den Erden, die wir gewohnt sind, unterscheiden. Deshalb ist es ratsam, vor dem Gießen zu prüfen, ob die Erde noch feucht ist. Das könnte man mit einem Feuchtemesser (Tensiometer) tun, aber der Finger reicht auch – allerdings nur, wenn man wirklich tief bohrt, denn grobe Substrate sind vielleicht oben trocken, aber im Inneren doch noch ausreichend feucht. Ein Zuviel an Wasser ist aber mindestens ebenso schädlich wie ein Zuwenig. Ansonsten sollte man seine Pflanzen gut beobachten – so lassen sich auch Nährstoffmangel oder -Nährstoffüberschuss früh erkennen und beheben.

Torffreie Blumenerde selbst mischen

Wer seine torffreie Blumenerde selbst mischen möchte, kann dies zum Beispiel mit dem folgenden Blumenerde-Rezept. Man mische diese Zutaten:

  • 25% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 50% Gartenerde
  • 35% Holzfaserstoffe
  • 30% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 10% Ton

Der Ton bzw. der Tonanteil der Gartenerde bringt feine Poren in die Blumenerde. Wasser, gelöste Nährstoffe und Mineralien werden dadurch vor dem Auswaschen besser geschützt. Der Ton ist also ein guter Puffer, aber macht die selbst gemachte Blumenerde bzw. eine gute Blumenerde aus dem Handel auch etwas schwerer als grobe oder faserige organische Bestandteile, die viel Luft enthalten können.

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Blumenerde sparen

Nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch wegen der unangenehmen Erde-Schlepperei (Bootcamp-Fitness mit Schlammcatchen im Baumarkt) versuche ich, Blumenerde zu sparen. Das mache ich beispielsweise so: Wenn ich Kübel oder Töpfe neu bepflanze, dann gebe ich in das neue Gefäß aus Ton, Terracotta oder einem anderen frostfesten Material für Pflanzgefäße unten ein paar Tonscherben hinein (später darf man dann aber nur mit Arbeitshandschuhen in solchen Töpfen graben), dann eine oder mehrere abgestorbene Pflanzen vom Vorjahr mit zerpflücktem Wurzelballen, dann erst frische Blumenerde, in die ich die neue Pflanze einpflanze. Die toten Pflanzenteile können dann im Topfinneren wie im Hochbeet oder auf dem Kompost verrotten. Das Pflanzgefäß wird zu einem „Miniatur-Hochbeet“ beziehungsweise zum „bepflanzten Kompostkasten“.

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Wenn Sie über einen solchen Link einkaufen, erhalte ich eine kleine Provision. Damit finanziere ich diese Seiten und meine Arbeit.

Weitere Informationen

Dieser Beitrag wurde 2013 zum ersten Mal veröffentlicht und mehrmals aktualisiert

Buchtipp:

Flexibel und mobil gärtnern: Blumen, Gemüse & Kräuter, Stauden und Gehölze in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen anbauen und so Balkone, Terrassen, Dachterrassen, Eingangsbereiche verschönern und/oder für den Selbstversorgeranbau nutzen. Standortgerecht Gartenträume wahrmachen – vom ansprechenden Eingangsbereich über Duft-, Bienen-, Künstlerbalkon bis zur Wohlfühloase und/oder Selbstversorgerterrasse auf dem Dach.

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8 





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Der Kies muss weg (Buchvorstellung**)

Seit ein paar Jahren machen sich Kies- und Schottergärten breit und verdrängen die Pflanzen aus der Umgebung der Menschen. In seinem Buch Der Kies muss weg.*, das gerade beim Ulmer Verlag erschienen ist, geht Tjards Wendebourg der Sache auf den Grund. Haben diese Menschen Angst vor der Gartenarbeit oder davor, sich von ihren Nachbarn zu unterscheiden, die bereits im Grauen wohnen? Er liefert Argumente gegen das steinerne Elend und zeigt bessere Wege auf.

Der Kies muss weg. Buchcover mit Werbelink zu Amazon

Die Medien berichten seit Jahren. Und Pflanzenliebhaber sowie Naturschützer empören sich darüber, dass sich zunehmend Menschen für eine graue Schotterhalde vor der Haustür statt für lebendiges Grün und Blumen entscheiden. In seinem gerade beim Ulmer Verlag erschienen Buch geht Tjards Wendebourg den Steinen auf den Grund, forscht nach den Ursachen für die Ausbreitung der Schottergärten, erklärt die Nachteile und den nur vermeintlich geringeren Pflegeaufwand und zeigt Alternativen auf, die nicht nur angesichts von Klimawandel und Insektensterben zeitgemäßer sind, sondern auch das ganze Wohnambiente aufwerten und das Klima am (und auch im) Haus verbessern würden.

Meinung zum Buch
Gefallen hat mir, dass Wendebourg jede Menge Basiswissen auffährt und gute Argumente liefert, warum diese als nahezu unbelebt geplanten Schottergärten, wie sie derzeit in manchen Gegenden gehäuft aufpoppen, weder für Klima und Natur noch für den Menschen nützlich, sondern nur falsche Versprechen sind, die einen Rattenschwanz an Arbeit und Kosten nach sich ziehen. Auch nennt er in seinem Buch pflegeleichte Pflanzen als Alternativen für verschiedene Standorte und zeigt auch schöne Pflanzengesellschaften und Bepflanzungen in Bildern.
Sehr gut finde ich auch die Idee mit den QR-Codes in den Kapiteln, über die man Zusatzinformationen im Internet erreicht.

Der Autor
Tjards Wendebourg ist Dipl.-Ing. Gartenbau und hat viele Jahre lang Gartenbesitzer beraten. Seit 2001 arbeitet er als Redakteur beim Verlag Eugen Ulmer und ist inzwischen als Redaktionsleiter für zehn Fachzeitschriften verantwortlich, darunter DEGA GALABAU, FREIRAUMGESTALTER, FLÄCHENMANAGER sowie Naturschutz und Landschaftsplanung.

Buchdaten
Der Kies muss weg.*
Gegen die Verschotterung unserer Vorgärten.
Tjards Wendebourg
Ulmer Verlag 2020,
ISBN 978-3-8186-1045-6
96 S., 100 Farbfotos, Klappenbroschur.
Als E-Book (PDF) gibt es das Buch auf der Buchwebseite des Ulmer-Verlages***, Fachverlag für Garten & Pflanzen und mehr

Mein Fazit zum vorliegenden Buch:
Sehr wichtiges Thema, interessant und lesenswert umgesetzt.

Wer einen Garten plant und anlegt beziehungsweise anlegen lässt und wer Hausbesitzer oder Wohnungseigentümer(gemeinschaften) zu Neuanlagen und Umgestaltungen berät, sollte sich mit diesem Thema auseinandersetzen und das Buch lesen, bevor er einen „Schottergarten des Grauens“ empfiehlt oder anlegt. Er oder sie wird sich und/oder seinen Kunden manchen Ärger ersparen. Eine tolle Idee für Gartenplaner und Garten- und Landschaftsbauer: Ihren Kunden das Buch schenken!

Anmerkung
Ich persönlich bin ein Zahlenfreak und hätte mir den Teil des Buches, in welchem es um die Alternativen geht, noch ausführlicher gewünscht: mit (noch mehr) Gegenüberstellungen in Bildern/Plänen jeweils mit konkreten Zahlen zu Kosten und Arbeitsstunden für Anlage- und Folgekosten von Schotter-Eingangsbereichen gegenübergestellt verschiedenen, unterschiedlich teuren pflegeleichten Bepflanzungen in unterschiedlichen „Stilen“ für den Eingangsbereich und andere Außenbereiche (am liebsten noch mit Angaben zur ökologischen Mehrleistung der verschiedenen Bepflanzungen gegenüber der Steinaufschüttungsvariante, auch ausgedrückt als ökonomischer Wert). Vielleicht nimmt sich ja mal eine Forschungsanstalt dieses Themas ein paar Jahre lang an und erarbeitet solche Zahlen, und dann wird das Buch um 60 Seiten erweitert.

Einladung zur Umfrage

Tommy Gluth untersucht in seiner Abschlussarbeit am Institut für Landschaftsarchitektur der Technischen Universität Dresden die Vorlieben und Gründe für bestimmte Gartengestaltungen. Diese Arbeit kann nur gelingen, wenn sich ausreichend Freiwillige finden, die seinen Fragebogen ausfüllen. Machen Sie mit, wenn sie einen eigenen Garten an Ihrem Wohnhaus haben. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos und anonym! Unter folgendem Link können Sie teilnehmen und ihm dabei helfen, aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen: https://umfragen.psych.tu-dresden.de/sozsci/garten/

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*** Werbung: Ich bin ebenfalls Autorin des Ulmer Verlages, weshalb ich den Artikel sicherheitshalber als Werbung wegen „Markennennung“ kennzeichne, denn theoretisch könnte mein Blogartikel zu einer (weiteren) Zusammenarbeit mit dem Ulmer Verlag oder dessen Netzwerk in der Zukunft führen – soweit zur neuen Influencer-Rechtsprechung. Tatsächlich vertrete ich hier aber unbeeinflusst meine Meinung.

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Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Geld sparen, Mitreden, Öko-/Bio-Themen, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Der Kies muss weg (Buchvorstellung**)