Neue Viruskrankheit an Tomaten, Paprika & Chili

Das Tomato Brown Rugose Fruit Virus (ToBRFV), auch als Jordanvirus bezeichnet, ist eine neue Krankheit an Tomaten, Paprika & Chili. Diese Viruskrankheit ist für den Tomaten- und Paprikaanbau sehr gefährlich, kann ganze Bestände dahinraffen, weshalb es EU-Notmaßnahmen gibt. Das sollten GärtnerInnen und Hobbygärtnernde wissen.

Symptome des  Tomato Brown Rugose Fruit Virus (ToBRFV) alias Jordanvirus (Foto: Aviv Dombrovsky and Elisheva Smith, CC BY 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/3.0>, via Wikimedia Commons)
Symptome des Tomato Brown Rugose Fruit Virus (ToBRFV) alias Jordanvirus an Tomaten (Foto von Aviv Dombrovsky and Elisheva Smith unter CC BY 3.0 via Wikimedia Commons)

So erkennt man den Virusbefall mit ToBRFV

  • An den Blättern zeigen sich mosaikartige Verfärbungen und Aufhellungen, teilweise wirken die Blätter blasig aufgewölbt und wie gerafft. Die Pflanzen haben wenig Blattmasse und kaum Zuwachs im oberen Pflanzenbereich.
  • Die Früchte färben sich nicht gleichmäßig und oft nicht bis zur sortentypischen Reifefarbe. Sie haben gelbe, manchmal mosaikartige Verfärbungen, manche (Sorten) färben sich fleckig grün-gelb oder braun. In einigen anderen Ländern wurden befallene Früchte teilweise schrumpelig, was bei uns noch nicht beobachtet wurde.
  • Bei manchen Sorten sterben die Kelchblätter fleckenweise ab (Nekrosen).
  • Die Pflanzen welken, vergilben und sterben ab.
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Die Symptome sind sortenabhängig verschieden und unterschiedlich stark ausgeprägt. Eine sichere Diagnose ist nur mit einem Labortest möglich. Das Problem mit Sorten, die weniger starke Symptome haben, ist, dass diese nicht ernst genommen werden und eine Diagnose und die notwendigen Maßnahmen unterbleiben, wodurch es zu einer unbemerkten Verschleppung und Ausbreitung kommen kann.

Über das Virus

Das Virus ist sehr leicht übertragbar, sehr widerstandsfähig und extrem langlebig. Schon wenige übertragende Viren lassen die Krankheit ausbrechen. Hitze macht ihnen offenbar wenig aus und sogar über 50 Jahre alter eingetrockneter Pflanzensaft kann noch infektiös sein. Tomaten und Paprika sind wegen ihrer langen Kulturdauer und den häufigen Pflege- und Erntearbeiten im Bestand besonders gefährdet.

Entdeckt wurde das Virus 2014 in Israel, beschrieben wurde es 2015 in Jordanien (deshalb „Jordanvirus“). Im Herbst 2018 hat man ToBRFV erstmalig in Deutschland diagnostiziert. Inzwischen ist es in zahlreichen Ländern Vorderasiens, Europas (zuletzt wurde es in Finland in einem kleinen Tomaten-Gewächshaus entdeckt), Nordamerikas sowie in China und anderswo aufgetreten.

In den betroffenen Ländern werden seitdem viele Anstrengungen unternommen, das Virus wieder loszuwerden. In Deutschland wurde es im Oktober 2018 als Quarantäne-Organismus eingestuft und behandelt, was bedeutet, dass alle befallenen Pflanzen in den Betrieben vernichtet wurden.

2019 wurde das Jordanvirus in Deutschland für ausgerottet erklärt. Doch laut National Plant Protection Office (NPPO) Deutschland gab es von Oktober 2020 bis November 2021 wieder drei Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen (Saatgutproduktion, Erwerbsanbau, privater Anbau), einen Ausbruch in Rheinland-Pfalz (Erwerbsanbau), einen Ausbruch in Niedersachsen (Erwerbsanbau) und einen in Thüringen (Erwerbsanbau).

Das Virus und seine Wirtspflanzen

Das ToBRFV gehört wie das Tabakmosaikvirus (TMV) und das Tomatenmosaikvirus (ToMV) zur Gattung Tobamo-Virus.

Bei den Gemüsen sind vor allem Tomaten und Paprika gefährdet. Es scheint wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei geklärt, aber doch eher unwahrscheinlich, dass Auberginen und Kartoffeln erkranken oder Überträger sein können.

Unter den Zierpflanzen gehören Petunien und Tabak/Ziertabak zu den Wirten. An folgenden Arten Beikräutern/Wildpflanzen wurde das Virus ebenfalls schon diagnostiziert: Rauhaariger Amaranth (Amaranthus retroflexus), Wilde Rübe (Beta vulgaris subsp. maritima), Mauer-Gänsefuß (Chenopodium murale), Kanadisches Berufkraut (Conyza canadensis), Löwenzahn (Taraxacum officinale), Malve (Malva parviflora), Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata), Portulak (Portulaca oleracea), Veronika (Veronica syriaca), Nachtschatten (Solanum elaeagnifolium), Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum) und  Langkapselige Jute/ Molokhia (Corchorus olitorius) laut Quelle: EPPO Reporting Service.

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Das Jordanvirus kann durch Samen, Jungpflanzen und Früchte von einem Betrieb beziehungsweise einem Garten zum anderen verbreitet werden. Im Bestand wird es oft bei Kontakt (Aneinanderreiben von Pflanzenteilen) sowie durch Dränagewasser übertragen und  durch Werkzeuge, Kisten, Kleidung, Haare und Hände bei den Pflege- und Erntearbeiten verteilt. Auch Bestäuberinsekten wie Hummeln können das Virus übertragen. Pflanzenreste in der Erde, Keimlinge aus den Samen abgefallener kranker Früchten können zudem die Nachfolgekultur infizieren. Selbst erdelose Kulturverfahren sind nicht sicher, da das Virus auch über die Bewässerung verteilt werden kann.

Vorbeugung gegen das Jordan-Virus

Damit sich das Virus nicht ansiedeln und verbreiten kann, sollten alle Erwerbs-und Freizeit-Gärtner und Gärtnerinnen informiert und wachsam sein.

Saatgut und Jungpflanzen
Bei der Anschaffung sollte auf gesundes Saatgut und gesunde Jungpflanzen geachtet werden. In die EU dürfen nur noch Samen oder Jungpflanzen mit einem Pflanzengesundheitszeugnis eingeführt werden, innerhalb der EU brauchen Unternehmer einen Pflanzenpass. Freizeitgärtnernde, die Samen oder Jungpflanzen kaufen oder tauschen, sollten nur bekannten Quellen mit gesunden Beständen vertrauen.

Sorten
Sortenresistenzen gegen verwandte Viren wie das Tabakmosaikvirus oder das Tomatenmosaikvirus helfen bei Tomaten nicht, wohl aber teilweise bei Paprika (und zwar scheinen Sorten/Unterlagen mit den Resistenzgenen TM0, TM2 und TM3 nicht von ToBRFV befallen zu werden). Allerdings ist auch die Resistenzzüchtung gegen ToBRFV im Gange, da man in Wildtomaten Resistenzgene gefunden hat. Möglicherweise gibt es in ein paar Jahren gegen ToBRFV resistente Sorten.

Hygiene
Nicht nur dieses Virus, auch viele andere Krankheitserreger können in/an Blattresten, Samen und verseuchter Erde/Kompost, Haltestäben, Scheren und anderen Werkzeugen überdauern. Spätestens, wenn man Probleme hatte, muss man auch als Hobbygärtner oder Hobbygärtnerin auf Hygiene achten: Kranke Pflanzen von Beeten immer sauber abräumen, Haltestäbe, Bindematerial, Werkzeuge und ähnliches vor Gebrauch (und zwischendrin) desinfizieren.

Gartenbaubetrieben und den Mitarbeitern werden deshalb darüber hinaus konsequente Hygienemaßnahmen empfohlen: Händewaschen, Handdesinfektionsmittel auf Basis von Benzoesäure, Handschuhe, Desinfektionsmatten, Arbeitskleidung, die am Standort bleibt, Reinigung und Desinfektion auch von Transportkisten und Wägen, Wasserdesinfektion, Verbot fremde Tomaten und Paprika in den Betrieb zu bringen sowie das Einhalten einer Arbeitsrichtung (Einbahnstraßenprinzip) und die Einrichtung von Hygieneschleusen. Größere und gefährdete Betriebe sollten zusammen mit Beratern ein individuelles Hygienekonzept entwickeln.

Nachtrag: Hoffnung für den Erwerbsgartenbau
Es zeichnet sich ab, dass eine wirkungsvolle Desinfektion des aufgefangenen Brauchwasser vor der Wiederverwendung mit Ozon oder Ultraschall möglich ist.

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Bestandskontrollen
Regelmäßige Bestandskontrollen sollte man auch wegen anderer Erreger und Schädlinge durchführen, aber jetzt eben auch auf die oben beschriebenen neuen Symptome achten.

Nicht jede auffällige Erscheinung ist eine Krankheit, bei manchen Sorten ist eine ungewöhnliche Zeichnung sortentypisch (beispielsweise die Zeichnung bei ‚Tigerella‘) und Pflegefehler können Symptome wie Grünkragen oder Blütenendfäule hervorrufen (beim ersten bleibt der Kragen um den Stielansatz grün, beim zweiten bleibt das andere Ende der Tomate grünlich oder wird braun).

Nicht jede „Unregelmäßigkeit“ bei der Fruchtausfärbung ist auf eine Krankheit zurückzuführen. Beispiel: Bei der Tomatensorte ‚Tigerella‘* ist eine Musterung sortentypisch.

Quarantäne-Schadorganismus

ToBRFV ist ein Quarantäne-Schadorganismus und damit meldepflichtig! Schon der Verdachtsfall muss dem zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden. Das ist beispielsweise in Bayern die

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Lange Point 10
85354 Freising
E-Mail: pflanzengesundheit@lfl.bayern.de

Wird man zur Probenahme und Einsendung an ein Labor aufgefordert, geht man mit der Plastiktüte zur Pflanze, nimmt die Probe und verschließt die Tüte. Keinesfalls sollte man verdächtige Pflanzen/Pflanzenteile offen quer durch die Kleingartenanlage oder den Gemüsegarten tragen oder sie gar auf den Komposthaufen geben.

Mit dem Ergebnis der Untersuchung wird man über die eventuell notwendigen Maßnahmen und wie sie durchzuführen sind, informiert.

Buchtipps

Gartenbuch Eva Schumann Werbelink Tomaten, Paprika & Chili für Garten und Balkon:
richtig anbauen und frisch genießen
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Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 3-8186-1047-9
Taschenbuch 129 Seiten

Gartenbuch Chili Paprika Eva Schumann - Werbelink Paprika ud Chili
erfolgreich anbauen
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Eva Schumann
Ulmer Verlag, Stuttgart
ISBN 3-8186-0071-6
Taschenbuch 128 Seiten



Gartenbuch Eva Schumann Werbelink Gärtnern in Töpfen*
(Balkon, Terrasse, Garten gestalten,
Blumen und Gemüse nach Saison oder als Dauerbepflanzung)
Eva Schumann
Ulmer Verlag, Stuttgart
ISBN 3-8186-0635-8
Taschenbuch, 128 Seiten

Gartenbuch Kleingewächshaus Schumann Milicka - Werbelink Das Kleingewächshaus*
Technik und Nutzung

Eva Schumann/Gerhard Milicka 
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 5. Auflage (13. Juni 2019)
gebundenes Buch, 319 Seiten
ISBN 3-8186-0822-9
Online-Bestellung*

Gewächshausbuch Eva Schumann Werbelink Gewächshaus und Frühbeet*
erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau

Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 2. Auflage (22. Juni 2020)
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 978-3-8186-0947-4
Taschenbuch und Kindle* (Amazon.de)
Taschenbuch, PDF und EPUB** (Verlag Eugen Ulmer)

Gartenbuch Eva Schumann Werbelink Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten.*
Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff
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(Gemüse- und Kräuteranbau, einschl. Erdbeeren verfrühen)
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (13. Jan. 2022)
ISBN 3-8186-1415-6
Taschenbuch, 128 Seiten
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Arbeitskalender für Gewächshaus und Frühbeet („Gewächshauskalender“)

2022 erschien beim Verlag Eugen Ulmer mein neues Gewächshausbuch Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff*. Es ist ein immerwährender Arbeitskalender für alle anfallenden Arbeiten im Gewächshaus, Frühbeet, Tomatenhaus, unter Folie und an anderen geschützten Orten nach Monaten. Er enthält für jeden Monat nicht nur detaillierte und praktische pflanzenbauliche Vorschläge und Anregungen, sondern auch ob und was vorzubereiten und am Gewächshaus zu warten ist. (Buchvorstellung in eigener Sache, zuletzt aktualisiert am 19.08.2022)

Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff - zum Buch bei Amazon.de (Werbelink)
Damit Sie keinen Termin verpassen und das Gartenjahr im Gewächshaus, Frühbeet und unter Folie optimal nutzen können: Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff*.

Einen groben Kleingewächshauskalender für alle Nutzungsarten gibt es von mir schon länger online und er ist sehr gefragt, aber der Verlag Eugen Ulmer hat mir die Möglichkeit gegeben, einen wesentlich detaillierteren, immerwährenden Arbeitskalender für die gemüsebauliche Nutzung von Gewächshaus und Frühbeet als Buch zu erstellen, das man jedes Jahr wieder als Planungs- und Arbeitshilfe zur Hand nehmen kann. Das Buch ist gerade erschienen und kann in jeder Buchhandlung sowie beim Verlag Eugen Ulmer bestellt werden.

Warum es dieses Gewächshausbuch braucht

Gewächshausbücher sowie viele andere Gartenbücher sind meist themenorientiert. Das macht Sinn, wenn man sich zu den einzelnen Verfahren und Gemüsekulturen tiefergehend informieren möchte. Ich habe selbst zwei solcher Gewächshausbücher geschrieben: ein großes Buch über Gewächshaustechnik und alle Nutzungsarten von Gartengewächshäusern von Gemüse bis Tropenpflanzen (Das Kleingewächshaus – Technik und Nutzung von Schumann/Milicka*) sowie ein Taschenbuch über den Gemüseanbau im Gewächshaus und Frühbeet (Gewächshaus und Frühbeet: Erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau*). Zwar enthalten diese Bücher auch jeweils einen kurzen Überblick über die Arbeiten im Gewächshaus im Laufe des Gartenjahres, aber wer detailliert nachschlagen können möchte, welche Arbeiten in jedem Monat im und am Gewächshaus anfallen, was man wann vorbereiten, aussäen, vorziehen, pflanzen, pflegen, ernten sollte und welche Instandhaltungsarbeiten in diesem Monat anfallen, der wird froh über das neue Buch Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff* sein, denn es ist ein immerwährender Arbeitskalender, der Ihnen darüber hinaus auch ein wenig Platz für eigene Notizen (Beobachtungen, Sorten etc.) gibt.

Cover hinten vom Buch Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - Arbeitskalender (Werbelink)
Timing spielt im Gemüse- und Kräuteranbau eine große Rolle. Umso mehr, wenn man den Platz in einem Gewächshaus oder Frühbeet optimal nutzen möchte, denn schließlich steckt jede Menge Arbeit und/oder Geld in dem guten Stück.

Das Buch

Mit dem dauerhaften Arbeitskalender Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt…* wissen Sie immer, was im aktuellen Monat zu tun ist. Sie verpassen keine Termine für Aussaat, Pflanzung, Pflegearbeiten, termingerechte Jungpflanzenanzucht und anderes und Sie bekommen Anregungen, was Sie zu welchem Zeitpunkt anbauen können. Endlich ein ausführlicher Gewächshauskalender, den man jedes Jahr wieder benutzen kann!

Zur Einstimmung und zum besseren Verständnis werden zunächst astronomische, meteorologische und phänologische Jahreszeiten erklärt, dann erläutert, was Gewächshaus, Frühbeet, Tomatenhaus, Folientunnel usw. leisten können sowie ein Überblick über das Gartenjahr und Eckdaten zur Jungpflanzenanzucht gegeben.

Für jeden Monat von Januar bis Dezember wird beschrieben und in Bildern veranschaulicht:

  • Was muss/kann vorbereitet werden
  • Was kann man direkt ins Beet aussäen
  • Was kann man ins Beet pflanzen (selbst vorgezogene oder gekauft hat)
  • Was kann man verfrühen und treiben
  • Welche Pflegemaßnahmen und Ernten fallen an
  • Was kann man jetzt vorziehen, damit es zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgepflanzt werden kann (Jungpflanzenanzucht)
  • Sonstige Gärtnerarbeiten, an die man denken sollte
  • Instandhaltung des Gewächshauses
  • Platz für eigene Notizen mit einem Extratipp

Das Buch enthält außerdem Specials zu den Themen

  • Anbau ohne gewachsenen Boden
  • Wasserversorgung
  • Gründüngung

sowie einen Serviceteil mit Bezugsquellen, Lesetipps und mehr.

Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - säen - pflanzen - pflegen - ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff. (Werbelink)
Jeder Monat im Buch hat die gleiche Struktur, so dass man sich im immerwährenden Arbeitskalender gut zurechtfindet.
Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - säen - pflanzen - pflegen - ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff. (Werbelink)
Jeder Monat ist zudem mit praktischen Informationen und Gartentipps gespickt. Am Ende jeden Monats ist zudem etwa eine Dreiviertelseite für Ihre eigenen Notizen reserviert.

Buchdaten



Gartenbuch Eva Schumann Werbelink Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten.*
Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff
*
(Gemüse- und Kräuteranbau, einschl. Erdbeeren verfrühen)
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (13. Jan. 2022)
ISBN 3-8186-1415-6
Taschenbuch, 128 Seiten
Jetzt online bestellen*

Das Buch enthält 84 Farbfotos, 2 farbige Zeichnungen und 5 Tabellen. Beim Verlag Eugen Ulmer** finden Sie auch einen Blick ins Buch.

Das Buch kann über jede Buchhandlung vor Ort und online sowie direkt beim Verlag Eugen Ulmer** bestellt werden.
Bei Amazon.de findet man es unter https://amzn.to/3JqBnYb*.

Danksagung von Eva Schumann, Autorin von Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - säen - pflanzen - pflegen - ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff.
Danksagung von Eva Schumann, Autorin von Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat … *

* Werbelink (Buchabbildungen und Werbelinks führen zu einem Werbepartner und ich erhalte eine kleine Provision, falls dort irgend etwas bestellt wird).
** Link zum Buchverlag (unbezahlt, unbeauftragt)

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Autoversicherung: Typklasse

Kennzeichnung siehe unten

So wirkt sich die Typklasse auf die Autoversicherung aus

Die Prämie für die jährliche Autoversicherung setzt sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen. Neben persönlichen Eigenschaften des Fahrers bzw. des Fahrzeughalters, der Regionalklasse und weiteren Faktoren spielt auch die Typklasse eine wichtige Rolle. Mit der Typklasse wird Bezug auf das zu versichernde Fahrzeug genommen. Was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Katalogisierung der Schadensbilanz

Zur Kalkulation von Risiko und möglichen Schadensregulierungen ziehen Versicherungen gerne die sogenannte Typklasse zurate. Dabei wird ermittelt, wie häufig ein bestimmtes Fahrzeugmodell in einen Unfall verwickelt wird und wie hoch die jeweilige Unfallsumme ausfällt. Besonders fehleranfällige Autos werden demnach in eine höhere Typklasse eingeordnet. Dies führt wiederum dazu, dass die Prämie der Autoversicherung für Sie als Fahrzeughalter steigt. Wie bei Regionalklassen auch, wird die Einteilung der verschiedenen Fahrzeugmodelle vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vorgenommen und jährlich überprüft.

Die eigene Typklasse herausfinden

Wenn Sie neugierig geworden sind, zu welcher Typklasse Ihr Fahrzeug gehört, können Sie dies mit wenigen Klicks ganz einfach herausfinden. Geben Sie hierfür die Herstellerschlüsselnummer (HSN) und die Typschlüsselnummer (TSN) in den Typklassenrechner des GDV ein und Sie erhalten die aktuelle Typklasse für Ihren Wagen. Die HSN und TSN finden Sie unter anderem in der Zulassungsbescheinigung Teil I.

Unterschiede in der Kasko- und Kfz-Haftpflichtversicherung

Da die Kfz-Haftpflichtversicherung nur Schäden von Dritten ersetzt, sind für den Versicherungsschutz bzw. die anfallende Prämie die Schäden, die am eigenen Fahrzeug entstanden sind, nicht relevant. Diese sind dann für die Vollkaskoversicherung interessanter. Aus diesem Grund ergeben sich je nach Versicherungsart unterschiedliche Typklassen. Die meisten Typklassen gibt es bei der Vollkaskoversicherung (10 bis 34), während die Kfz-Haftpflicht nur die Typklassen von 10 bis 25 kennt und bei der Teilkasko bei 33 Schluss ist. Übrigens: Verschlechtert sich Ihre Typklasse, können Sie Ihre Autoversicherung außerordentlich kündigen und zu einer günstigeren wechseln.

Die Typklasse als Kaufkriterium

Vor dem Kauf eines neuen oder gebrauchten Autos ist es durchaus sinnvoll, einen Blick auf die jeweiligen Typklassen zu werfen. Denn auch die Unterschiede einzelner Fahrzeugmodelle in unterschiedlichen Ausführungen können teilweise erheblich sein. Auf diese Weise kann die Typklasse als Kaufkriterium dienen, um hinterher einen günstigen Versicherungsbeitrag zu erzielen.



* Sponsor-Posts sind informative Beiträge von Werbepartnern veröffentlicht gegen Bezahlung

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Die neuen Wilden. Braucht der Naturschutz eine Willkommenskultur? (Buchvorstellung**)

Buchcover Die neuen Wilden - Werbelink zu AmazonEinheimisches ist nicht nur gut und Fremdes ist nicht nur schlecht. Zuwandernde Arten können sogar überlebenswichtig sein, sagen einige Ökologen heute und ziehen damit die Ablehnung der Naturschützer der alten Schule auf sich. Das Buch „Die neuen Wilden. Wie es mit fremden Tieren und Pflanzen gelingt, die Natur zu retten.“ von Fred Pearce zeigt, dass es Zeit für einen neuen Naturschutz wird. (Rezensionsexemplar ehalten, zuerst veröffentlicht am 21.6.2016, immer noch aktuell)

Es ist an der Zeit, mit der Dämonisierung von fremden Arten (auch „Invasives“, „Neophyten“ und „Aliens“ genannt) aufzuhören. Nicht alles, was fremd ist, ist feindlich. So auch im Naturschutz. Gebietsfremde Arten können beispielsweise Teil einer Lösung von menschengemachten Problemen sein. Die dickstieligen Wasserhyazinthen beispielsweise, die Wasserwege verstopfen können, treten nur da in Massen auf, wo das Wasser verschmutzt und zu nährstoffreich ist. Sie gehen weg, wenn die Ursache beseitigt ist bzw. sie das Wasser gesäubert haben und es keinen neuen Eintrag gibt. Ebenso tritt manche invasive Qualle nur da auf, wo andere Tiere nicht mehr leben können, weil das Wasser zu sauerstoffarm ist.

Oft wird von Naturschützern auch Ursache und Wirkung nicht getrennt, kritisiert Pearce. Die Invasivarten besiedelten oft Flächen, wo die Einheimischen wegen Umweltveränderungen bereits gestört oder sogar ausgerottet wurden. Daran ist aber nicht der Neophyt oder die invasive Art schuld. Beispielsweise hat sich die Caulerpa-Alge im Mittelmeer auf Flächen ausgebreitet, nachdem dort Süßgraswiesen wegen der Verschmutzung abgestorben waren. Die Alge kam mit den Bedingungen besser zurande, besiedelte den frei gewordenen Standort und filterte das Wasser. Und Überraschung: Sie beherbergt in ihrem Habitat mehr Spezies als vorher die Süßgraswiesen. Wo das Wasser wieder sauberer wird, zieht sie sich zurück.

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Starre Ökosysteme und eine Heimatnatur gäbe es auf lange Sicht sowieso nicht. Nordamerika und Teile Europas waren vor 10.000 Jahren wegen der Eiszeit noch von Eis bedeckt. Seitdem werden die neuen Flächen von allen Seiten aus kolonialisiert. Bei diesen Kolonialisierungen spielen und spielten Zufall, Wetter (-Extreme), Strömungen, Menschenwanderungen, Natur- und Landschaftspflegephilosophien der jeweiligen Zeit und Kultur, Schiffsverkehr (Ballastwasser-Ablassung) und vieles andere eine Rolle.

Entgegen früheren Annahmen seien Ökosysteme oft nicht einmal durch eine gemeinsame Entwicklung entstanden. Wie die Insel Ascension im Südatlantik zeige, wo Pflanzen aus aller Welt ausgesetzt wurden, können sie doch zu einem erfolgreichen Ökosystem werden – man spricht hier vom ökologischen Fitting. Die bereits vorhandenen tierischen Arten freuen sich über den Schutz, die gespeicherte Feuchtigkeit, Schatten oder die Nahrung, die ihnen die fremden Arten bieten. Sie bestäuben sie und sie verteilen ihre Samen.

Das Drüsige Springkraut ist für viele ein ungeliebter Neophyt, aber Bienen schätzen den reichen Nektar und zuckerhaltigen Pollen.
Das Drüsige Springkraut ist für viele ein ungeliebter Neophyt, aber Bienen schätzen den reichen Nektar und zuckerhaltigen Pollen.

Natürlich gibt es auch Negativbeispiele, aber man muss eben genau hinschauen und die positiven Seiten sowie die negativen Seiten der alten und der neuen Spezies betrachten, bevor man eingreift – wenn man sich denn dazu entscheidet. Es darf nicht mehr so sein, dass das Alte immer das Gute ist und die Neuen verteufelt und ausgerottet werden müssen. Meist hat es einen Grund, warum plötzlich etwas Neues Fuß fassen kann: beispielsweise, weil ein Platz unbesiedelt ist oder es eine Veränderung der örtlichen Bedingungen gegeben hat. Abgesehen davon, dass oft auch beide Arten nebeneinander existieren können. Mehr Artenvielfalt bedeutet dann auch mehr Flexibilität bei Veränderungen, sei es durch das Klima oder andere (menschengemachte) Veränderungen.

Natürlich gibt es auch Negativbeispiele, aber man muss eben genau hinschauen und die positiven Seiten sowie die negativen Seiten der alten und der neuen Spezies betrachten, bevor man eingreift – wenn man sich denn dazu entscheidet. Es darf nicht mehr so sein, dass das Alte immer das Gute ist und die Neuen verteufelt und ausgerottet werden müssen. Meist hat es einen Grund, warum plötzlich etwas Neues Fuß fassen kann: beispielsweise, weil ein Platz unbesiedelt ist oder es eine Veränderung der örtlichen Bedingungen gegeben hat. Abgesehen davon, dass oft auch beide Arten nebeneinander existieren können. Mehr Artenvielfalt bedeutet dann auch mehr Flexibilität bei Veränderungen, sei es durch das Klima oder andere (menschengemachte) Veränderungen.

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Und: Wie anders sollen Arten gedeihen und auf den Klimawandel reagieren, als durch das Vordringen in neue Territorien?

Auch die Hawaii-Inseln, wo sich die Old-School-Invasiv-Biologen mit den „ketzerischen“ Vertretern der neuen Wildheit Auge in Auge gegenüberstehen, sind für Pearce ein Beispiel für den Nutzen einer Willkommenskultur. Es haben sich dort mehr neue Arten angesiedelt, als alte Arten tatsächlich deswegen ausgestorben seien. Und auch die Neuen leisten ihre Dienste für die Natur – sie bestäuben die Blüten und sie verbreiten die Samen.

Pearce kritisiert, dass die Naturschützer der alten Schule bei den Zuwanderern immer nur die Negativseiten, und bei den alten Bewohnern immer nur die Positivseiten benennen und auf dieser Basis krasse Maßnahmen zur Ökosystemerhaltung durchsetzen wollen. Die einseitige Sichtweise fängt bei der Definition von Schaden an: Nimmt die Population der alten Art ab, so ist das grundsätzlich ein Schaden, den der Einwanderer verursacht. Dabei können auch einheimische Arten eine „Pest“ sein und sich negativ auf die Biodiversität auswirken.

Mit Säuberungswut und Ausrottung lassen sich selten alte Zustände dauerhaft wiederherstellen, so Pearce – am ehesten noch auf Inseln. Meistens erzielt man allerdings ungewollte Folgen und das auch noch bei enorm hohen monetären Kosten und – je nachdem, was bekämpft wird – bei einem Einsatz von großen Mengen an Gift, die in die Natur entlassen werden.

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Fred Pearce ist ein renommierter britischer Umweltjournalist, der für den Guardian und Daily Telegraph schreibt und dessen Bücher über Wasserknappheit und Landgrabbing in viele Sprachen übersetzt wurden. Er ist außerdem Umweltberater der Zeitschrift „New Scientist“.

In seinem Buch „Die neuen Wilden. Wie es mit fremden Tieren und Pflanzen gelingt, die Natur zu retten.“ setzt Pearce sich für neue Wilde in einer neuen Wildnis ein. Und damit ist er nicht alleine, denn ein Riss führt durch die Ökologen- und Naturschützerwelt – da sind die Old-School-Ökologen und die Invasionsbiologen, die durch Ausrottung von neuen zugewanderten Arten zu einem früheren Zustand zurückwollen, versus die neuen Ökologen, die weg von der Schwarz-Weiß-Malerei und zu einer Ökologie mit den Neuen wollen (zumindest, wo es Sinn macht).

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Pearce kritisiert auch die Beweisführung der Vertreter der „alten“ Ökologen als zu einseitig sowie für das Veröffentlichen nicht überprüfter Zahlen. Sie würden darüber hinaus Erfahrungen, die auf einzelnen Inseln gemacht wurden, auf die Natur der gesamten Erde übertragen.

Pearce fordert: Fremde dürften nicht mehr per se verteufelt werden, denn die Natur lasse sich nicht einfrieren. Ein Problem der Naturschützer: Sie wollen die Schwachen schützen, aber die Natur will und braucht die Starken.

Das Buch
Die neuen Wilden: Wie es mit fremden Tieren und Pflanzen gelingt, die Natur zu retten*
Fred Pearce
oekom verlag**
ISBN 978-3-86581-768-6
336 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
22,95 Euro / 23,60 (A)
auch als E-Book erhältlich

Das Buch ist mit einem Vorwort von Prof. Dr. Josef. H. Reichholf ausgestattet, einem bekannten Zoologen, Evolutionsbiologen und Ökologen sowie Honorarprofessor an der Technischen Universität München.

Mein persönliches Fazit zum Buch:
Sehr spannendes Thema, sehr interessante Beispiele von einer Reise über sechs Kontinente und für mich eine überzeugende Beweisführung. Lesenwert! ***** (Fünf von fünf Sternen)

Nachtrag: Das Magazin „bild der wissenschaft“ hat sechs Wissensbücher des Jahres ausgezeichnet, die über Themen aus Wissenschaft und Forschung besonders kompetent, verständlich und unterhaltsam berichten – darunter in der Kategorie „Zündstoff, das brisanteste Buch“: Die neuen Wilden. Wie es mit fremden Tieren und Pflanzen gelingt, die Natur zu retten* von Fred Pearce, erschienen im März 2016 im oekom verlag. Herzlichen Glückwunsch!

* Werbelink zu Amazon
** Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar erhalten.

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