Pflanzen des Jahres 2020

Jedes Jahr wählen verschiedene Organisationen, Institutionen oder auch PR-Kampagnen ihre Pflanzen des Jahres. Da gibt es die Blume des Jahres, die Staude des Jahres, den Baum des Jahres, die Arneipflanze des Jahres, die Giftpflanze des Jahres und viele andere. Meist geht es darum, das Augenmerk von Gärtnern und Öffentlichkeit auf diese Pflanzen lenken, denn oft handelt es sich um gefährdete, zu wenig bekannte oder nicht genug wertgeschätzte Pflanzen. Dies sind die wichtigsten Pflanzen des Jahres 2020 im Überblick und von wem sie jeweils als solche bestimmt wurden:

Der Lavendel (Lavandula-angustifolia) ist Arzneipflanze 2020.

Echter Seeball
Die Wasserpflanze des Jahres 2020 ist der Echte Seeball (Aegagropila linnaei), eine Alge der nördlichen Erdhalbkugel. Die Pflanze symbolisiert die Dringlichkeit eines wirksamen Gewässerschutzes. Zur Wasserpflanze des Jahres gekürt wurde sie vom Verband der Deutschen Sporttaucher (VDST) gemeinsam mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwasser-Sport-Verband (SUSV).

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Fieberklee
Der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) ist die Blume des Jahres 2020. Er ist eine Sumpfblume, die als Erstbesiedlerin Lebensräume erschließt. Zur Blume des Jahres 2020 auserkoren wurde der Fieberklee von der Loki-Schmidt-Stiftung.

Rutenhirse
Die Rutenhirse (Panicum), ein robustes und trockenheitsverträgliches Ziergras, wurde vom Bund Deutscher Staudengärtner (BDS) zur Staude des Jahres 2020 auserwählt.

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Robinie
Die Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung kürte die Robinie (Robinia pseudoacacia) zum Baum des Jahres 2020. Diese Baumart wurde erst vor 300 Jahren im Mittelmeerraum eingeführt und steht auf der Liste der invasiven Baumarten. Andererseits ist sie robust und eine gute Bienenweide – sie könnte also bei fortschreitender Klimaerwärmung zur Hoffnungsträgerin werden.

Wegwarte
Die Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus) wurde vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, bekannt als Paracelsus, zur Heilpflanze des Jahres 2020 bestimmt. Auf ihr basieren die Kulturformen Chicorée, Radicchio und Zuckerhut mit ihren gesundheitsförderlichen Bitterstoffen.

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Lavendel
Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Universität Würzburg wählte den Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) zur Arzneipflanze des Jahres 2020. Der Echte Lavendel ist ein kleiner Strauch, aus dessen Blütenständen Lavendelöl gewonnen wird, dessen junge Blätter in der Küche als Gewürz verwendet werden und dessen Auszüge der Blüten als Arzneitee und als Badezusatz genutzt werden.

Schwarze Tollkirsche
Dieses Nachtschattengewächs (Atropa belladonna) ist die Giftpflanze des Jahres 2020 – verantwortlich für die Ernennung ist der Botanische Sondergarten Wandsbek. Die Aufnahme der in der Pflanze enthaltenen Giftstoffe führt je nach Menge zu Mundtrockenheit, zu Sehrstörungen oder gar zum Tod durch Atem- und Herzstillstand.

Gurke
Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) hat die Gurke (Cucumis sativus) zum Gemüse der Jahre 2019 und 2020 ernannt. VEN möchte darauf aufmerksam machen, wie viel Artenvielfalt bei der Gurke verlorengegangen ist und für den Erhalt und die Verbreitung samenfester, und damit nachbaufähiger Sorten werben.

Junge Gurkenpflanze im Gewächshaus

Rudbeckie und Gurke
Fleuroselect, die internationale Organisation der Zierpflanzenindustrie, stellt 2020 die Rudbeckie (Rudbeckia) und die Gurke (Cucumis sativus) in den Mittelpunkt ihrer Home-and-Garden-Marketingkampagnen „Year Of The Rudbeckia“ und „Year Of The Cucumber“.

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Sedum
Der Unternehmerverband Gärtner Schweiz JardinSuisse kürt erstmals eine Pflanze des Jahres. Die Wahl fiel auf Sedum aus der Familie der Dickblattgewächse – und zwar auf die ganze Gattung, zu der die Weiße Fetthenne (Sedum alba), der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre), Tripmadam (Sedum reflexum) und viele andere gehören.

Zu den Pflanzen des Jahres 2019

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Drei Tipps für mehr Sicherheit bei der Gartenarbeit

Artikelkennzeichnung siehe untenImmer wieder kommt es bei der Gartenarbeit vor, dass sich sowohl private Gartenbesitzer als auch professionelle Gärtner bei den Tätigkeiten im Garten verletzen. Von kleinen Schnittwunden bis hin zu schwerwiegenden Verletzungen birgt auch der sonst so schöne Garten einige Verletzungsrisiken. Wir möchten Ihnen daher hier drei Tipps an die Hand geben, mit denen Sie ohne Risiko Ihrem liebsten Hobby nachgehen können.

Tipp Nr. 1: Sicherheitsausrüstung

Garten- oder Arbeitshandschuhe werden sehr häufig im Garten getragen. Oft eher mit dem Hintergedanken, sich die Hände nicht schmutzig zu machen, jedoch sollte der Sicherheitsaspekt nicht vergessen werden. Kleinere Wunden an den Händen können sehr einschränkend sein und sollten daher möglichst mittels speziellen Handschuhen vermieden werden. Außerdem bieten solche Handschuhe mehr Halt bei der Verwendung von Gartengeräten oder Ähnlichem. Außer den Handschuhen sollten jedoch noch weitere Aspekte berücksichtigt werden. Gerade wenn größere Arbeiten im Garten anstehen, empfiehlt es sich beispielsweise in spezielle Sicherheitsschuhe zu investieren. Diese schützen die Füße vor herunterfallenden Gegenständen, beispielsweise vor spitzen Gegenständen, die sich sonst leicht durch eine normale Schuhsohle bohren könnten. Verbessern kann man die Sicherheit noch durch lange Arbeitshosen und Zusatzequipment, wie zum Beispiel Knieschoner. So wird die Gartenarbeit nicht nur deutlich sicherer, sondern zugleich auch angenehmer zu verrichten. Sämtliches Equipment der hier genannten Ausrüstung können Sie bequem bei Tooler einkaufen.

Tipp Nr. 2: Arbeiten Sie im Team

Einige Tätigkeiten im Garten sollten nicht alleine erledigt werden. Sobald Sie zum Beispiel Äste hoch in der Baumkrone beschneiden müssen und eine hohe Leiter benötigen, sollten Sie die Hilfe einer weiteren Person in Anspruch nehmen. Zu oft kommt es vor, dass Personen bei der Gartenarbeit von der Leiter stürzen und sich schwerwiegende Verletzungen zufügen. Oft ist der Standort für eine hohe Leiter im Garten einfach nicht ideal – durch den weichen Boden vom Rasen oder dem Beet hat eine Leiter nicht den besten Halt und droht schnell zu kippen. Mit einer zweiten Person kann die Leiter fest am Boden gehalten werden und Sie können die Arbeiten in der Höhe mit gutem Gewissen verrichten. Auch wenn Sie schwere Gegenstände von A nach B transportieren müssen, ist die Hilfe einer zweiten Person immer besser, als Verletzungen am Rücken zu riskieren. Ganz zu schweigen, dass die Arbeit gemeinsam gleich doppelt so viel Spaß bereiten kann.

Tipp Nr. 3: Lassen Sie sich Zeit

Einer der häufigsten Gründe für Unfälle und Verletzungen bei der Gartenarbeit ist der Faktor Zeit. Schnell nach Feierabend noch in den Garten oder zwischendurch kleinere Tätigkeiten erledigen, kann gefährlich sein, weil dann häufig alle Risiken ausgeblendet werden und sei es nur für einen kurzen Augenblick. Gerade auf diesem Weg passieren die meisten Unfälle. Schließlich soll die Gartenarbeit Spaß machen und man sollte ruhig etwas Zeit dafür einplanen. So geht die Arbeit am leichtesten von der Hand und das Risiko für unnötige Verletzungen wird erheblich reduziert.

* Sponsor-Posts sind informative Beiträge meiner Werbepartner

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Wabi Sabi im Garten (mit Buchvorstellung „Mein Wabi Sabi Garten“**)

Wabi Sabi liegt im Trend. Passend dazu ist im Ulmer Verlag*** ein neues Buch erschienen: Mein Wabi Sabi Garten* von Annette Lepple. Es nähert sich dem Thema Garten und Gärtnern von der ästhetisch-philosophischen Seite, gibt aber auch praktische Tipps und inspiriert mit Beispielen in Bildern.

Mein Wabi Sabi Garten* von Annette Lepple gibt einem Mix zeitgenössischer Gartenplanungs- und Pflegetrends einen ästhetisch-philosophischen Rahmen.

Immer auf der Suche nach Trends wurde ich hellwach, als ich sah, dass der Ulmer Verlag ein Buch über Wabi Sabi im Gartenbuch-Sortiment hatte.

Wabi Sabi? Das klingt japanisch, erinnert an Wasabi, den japanischen Meerrettich. Asien und Asiatisches liegen ja voll im Trend – nicht nur in Hollywood (bei den diesjährigen Oscars ging zum ersten Mal der Preis für den Besten Film ins Ausland und zwar für „Parasite“ aus Südkorea), sondern auch was Beauty, Reisen, Musik (BTS), Wohnen und anderes betrifft.

Wabi Sabi?

Wabi Sabi kommt tatsächlich aus Japan. Mit Wabi Sabi genießt man die Schönheit der Unvollkommenheit. Es ist ein ästhetisches Konzept, das mit dem Zen-Buddhismus verbunden ist.

Wabi Sabi hat eine lange Entwicklung hinter sich und ist heute ein veränderter Blick auf die Welt – einer, der Unfertigkeit, Wandel und Unvollkommenheit akzeptiert und willkommen heißt. Zu Wabi Sabi gehören aber auch Einfachheit und Respekt.

Wabi Sabi findet man derzeit auch als Einfluss in der Wohnungsgestaltung, denn das Konzept passt zu den Trends der Zeit wie das Streben nach Nachhaltigkeit und innerem Wert, nach Einfachheit und Wohlfühlen mit überschaubar vielen Dingen, die dem jeweiligen Menschen tatsächlich etwas bedeuten (statt in überflüssigem Konsumschrott zu ertrinken).

Was hat Wabi Sabi mit dem Garten zu tun?

Annette Lepple wendet das Wabi Sabi-Konzept auf den Garten an, gibt ihrem Garten damit sozusagen einen ästhetisch-philophischen Rahmen.

Der Wabi Sabi Garten hat wenig mit den strengen Regeln eines japanischen Steingartens (Zengartens) zu tun, wie wir ihn von Gartenausstellungen und Ähnlichem kennen, sondern ist eher sanft gestaltete („gemalte“) Naturhaftigkeit im Wandel der Jahreszeiten und der Zeit – ein sich ständg wandelndes Spiel der Farben, Formen und Strukturen. Ihr perfekt unperfekter Garten soll Zufriedenheit, Achtsamkeit und Heiterkeit vermitteln.

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Buchrückseite von Mein Wabi Sabi Garten*

In ihrem Buch führt Annette Lepple ausführlich an das Thema Wabi Sabi allgemein und im Garten im Speziellen heran. Sie stellt die Elemente von Wabi Sabi im Garten vor: Wasser, Wildnis, Asymmetrie, Handwerk, Upcycling, Naturmaterialien und Pflanzstil. Doch der größte Abschnitt im Buch ist natürlich den Pflanzen im Wabi Sabi-Garten gewidmet, ihrer Schönheit in den verschiedenen Stadien des Wandelns und selbst noch im Tod, einschließlich der Rolle, welche die sich selbst aussäenden Ein- und Zweijahrespflanzen in diesem perfekt unperfekten Garten spielen. Das Buch enthält viele Beispiele und Anregungen zur Umsetzung, wunderschöne Bilder und Tabellen zum Nachschlagen.

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Inhaltsverzeichnis von Mein Wabi Sabi Garten*

Die Autorin
Annette Lepple hat Gartendesign in London studiert und sich als Fotografin, Journalistin und Autorin einen Namen gemacht.

Das Buch
Mein Wabi Sabi-Garten. Respektvoll gestalten, achtsam genießen.*
Der Weg zum perfekt unperfekten Garten.
Annette Lepple.
Ulmer Verlag 2020,
ISBN 978-3-8186-0943-6
144 S., 165 Farbfotos, Flexcover. ISBN 978-3-8186-0943-6.
Als E-Book (PDF) gibt es das Buch auf der Buchwebseite des Ulmer-Verlages***, Fachverlag für Garten & Pflanzen und mehr

Mein Wabi Sabi Garten – mein Fazit

Trends liegen meist schon „in der Luft“, denn sie sind Teil ihrer Zeit.

Die Elemente des Wabi Sabi-Gartens und Gärtnerns sind nicht (alle) neu, aber sie werden aus einer neuen Perspektive heraus bewusst eingesetzt. Die jahrelange Tradition bei uns, Pflanzen auf ein uniformes Idealbild ihrer Art oder Sorte hinzutrimmen und Gärten wie einen Zoo von Katalogbildern zu inszenieren, haben moderne Garten- und Landschafts-Planer, Naturgartenfreunde und andere schon länger verlassen. Wer sich von Wabi Sabi für den eigenen Garten inspirieren lässt, entscheidet sich bewusst für einen naturhaften Garten mit Pflanzen-„Individuen“, die mit ihrer Umgebung dem Standort entsprechend zu einem harmonischen Gefüge zusammenwachsen. In diesem Garten werden weniger Pflanzen im Katalog-Zustand, sondern natürliche, angepasste Pflanzenschönheit, auch von Verblühendem und sogar Totem, zelebriert. Bewusstes Wahrnehmen und respektvolles Einflußnehmen sind ein wichtiger Aspekt des Wabi Sabi Gartens und des Genusses.

Mein Fazit zum vorliegenden Buch: Ein schönes Buch für Menschen, die sich mit ihrem Garten auch ästhetisch-philosophisch auseinandersetzen wollen, beispielsweise für sich definieren möchten, welche Bedeutung ihr Garten für sie haben soll und wie er sich in ihr Leben und überhaupt in das große Ganze einfügen soll. Darüber hinaus enthält das Buch auch viele praktische Tipps, Tabellen zum Nachschlagen (ich liebe Tabellen!!!) und wunderschöne inspirierende Fotos.

* Werbelink
** Rezensionsexemplar bestellt und kostenlos erhalten
*** Werbung: Ich bin ebenfalls Autorin des Ulmer Verlages, weshalb ich den Artikel sicherheitshalber als Werbung wegen „Markennennung“ kennzeichne, denn theoretisch könnte mein Blogartikel zu einer (weiteren) Zusammenarbeit mit dem Ulmer Verlag in der Zukunft führen – soweit zur neuen Influencer-Rechtsprechung. Tatsächlich vertrete ich hier aber unbeeinflusst meine Meinung.

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Sind Borkenkäfer auch im Garten eine Gefahr?

Die Nachrichten über den Wald zerstörende Borkenkäfer haben auch im vergangenen Sommer wieder die Schlagzeilen angeführt. Wie kam es dazu und was bedeutet das eigentlich für die Bäume und Sträucher im Garten.

Eigentlich sind Borkenkäfer ein wichtiges Mitglied im Ökosystem Wald: Sie sorgen dafür, dass schwache oder bereits abgestorbene Gehölze zerkleinert werden – so wird Platz für Jungbäume geschaffen und Nährstoffe wieder in den Boden zurückgeführt.
In den letzten Jahren waren allerdings in den Wäldern viele Bäume durch Stürme geschädigt, nicht zuletzt, weil unsere Wälder keine naturbelassenen Wälder, sondern oft Monokulturwälder aus schnell wachsenden Fichten zur Holzproduktion sind – diese sind vor allem an milden Flachlandstandorten anfälliger als es ein Laubbaummischwald wäre. Dazu kamen trockene Sommer, was die Bäume zusätzlich schwächte, denn dann können sie ihre Schutzmechanismen, die gesunde Bäume normalerweise gegen Borkenkäfer haben, nicht aktivieren. Jedenfalls waren die Bedingungen der letzten Jahre schlecht für die Bäume und gut für die Borkenkäfer, die sich stark vermehrt haben. Viele Borkenkäfer haben viel Hunger und wenn es nicht mehr genug abgestorbene oder kranke Bäume gibt, werden auch die gesunden angegriffen.

Welche Borkenkäfer schädigen im Wald

Vor allem zwei Arten Borkenkäfer haben sich in den Wäldern stark ausgebreitet, beide sind sogenannte rindenbrütende Borkenkäfer:

Brutsystem des Buchdruckers
Rindenbrütende Borkenkäfer wie der Buchdrucker legen ihre Brutsysteme unter der Borke an. (Bild gemeinfrei/Wikimedia, Ursprung Meyers Konversationslexikon 1888)

Der Buchdrucker (Ips typographus) befällt vor allem Fichten, aber auch andere Nadelgehölze. Er wird bei Temperaturen über 16,5 °C aktiv, aber nur wenn die Tageslänge über 14 Stunden liegt (also ab etwa Mitte April). Die männlichen Käfer machen sich auf die Suche nach Wirtsbäumen, fressen sich in die Rinde um darunter eine Rammelkammer anzulegen, die später zum Zentrum des Brutsystems werden soll. Einzelne Käfer kann ein Baum durch Harzbildung abtöten, aber ab 200 Käfern ist auch ein gesunder Baum besiegt. Ist der Baum durch hohe Temperaturen und Wassermangel geschwächt, reichen schon weniger Käfer pro Baum. Wenn dann die Weibchen kommen, paaren sich die Käfer, die Weibchen legen Eier in den senkrechten Muttergängen ab und die Larven fressen später ihre eigenen Gänge senkrecht dazu.

Der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) befällt junge Nadelbäume oder die Spitzen von älteren Bäumen, weil da die Rinde noch dünn ist. Auch er legt Brutsysteme an, wobei seine Muttergänge sternförmig von der Rammelkammer abgehen.

Welche Borkenkäfer schädigen im Garten

Jeden Gartenbesitzer treibt die Frage um, ob die Borkenkäfer, von denen man jetzt so viel hört, auch im Garten zu einem Problem werden können.

Die beiden hauptsächlich im Wald schädigenden Borkenkäfer, Buchdrucker und Kupferstecher, können auch in Parks und Gärten zu Schädlingen werden, wenn dort Fichten und andere Nadelgehölze stehen. Doch sie bleiben ausschließlich auf ihren Wirtspflanzen und befallen nicht etwa Birken, Fächerahorn, Flieder oder andere Laubgehölze im Garten. Trotzdem kann man auch für Laubgehölze keine Entwarnung geben, denn es gibt noch andere Borkenkäfer und Gehölzschädlinge.

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Rindenbrütende Borkenkäfer im Garten

Hier einige Beispiele für rindenbrütige Borkenkäfer, die an Gehölzen im Garten auftreten können.

Obstbaumsplintkäfer (Scolytus mali, Scolytus rugulosus)
Diese beiden Borkenkäferarten können geschwächte Apfel- und Birnenbäume, Quitten, Steinobstgewächse, Weißdorn, Esche und andere Bäume befallen. Befallene Bäume kümmern oder sterben beginnend an einzelnen Ästen ab. In der Rinde findet man zahlreiche, kleine Löcher – bei Steinobstgewächsen tritt an diesen Gummifluss auf. Unter der Rinde sind die Borkenkäferbrutsysteme aus Muttergängen und Larvengängen. Oft werden frisch verpflanzte, geschwächte und gestresste Bäume befallen. Gesunde Bäume, die optimal mit Wasser und Nährstoffen versorgt und regelmäßig geschnitten werden (dabei werden auch kranke oder abgestorbene Äste entfernt), sind weniger gefährdet. Natürliche Gegenspieler sind Vögel.

Auch Obstgehölze können von Borkenkäfern befallen werden, allerdings nicht von Buchdrucker und Kupferstecher aus dem Wald, sondern beispielsweise vom Obstbaumsplintkäfer.

Von der Gattung Scolytus gibt es noch viele andere Borkenkäfer, die auf jeweils andere Baumarten spezialisiert sind. Der Eichensplintkäfer (Scolytus intricatus) beispielsweise interessiert sich vor allem für Eichen, seltener für andere Laubgehölze. Er ist relativ häufig und hat zwei Generationen pro Jahr. Der Große und der Kleine Ulmensplintkäfer (Scolytus scolytus, Scolytus multistriatus) bevorzugen Ulmen, der Birkensplintkäfer (Scolytus rugulosus) Birken.

Thuja- und Wacholder-Borkenkäfer (Phloeosinus thujae, Phloeosinus aubei)
Diese beiden Borkenkäferarten befallen geschwächte Lebensbäume (Thujen), Scheinzypressen, Wacholder und andere Zypressengewächse. Im Frühjahr fressen sich die 2 mm kleinen Weibchen in die frisch ausgetriebenen Triebe und legen dort während ihres Reifungsfraßes kurze Gänge an. Die befallenen Triebe werden blass und verfärben sich, knicken häufig auch ab. Nach diesem Reifungsfraß bohren sich die Käfer in die Rinde des Stammes ein und legen ihre Eier ab. Die Muttergänge sind zweiarmig mit 20 bis 30 zunächst senkrecht abgehenden Larvengängen, die aber später auch die Richtung wechseln können. In dieser Phase kommt es zur Schädigung der Leitungsbahnen und der Wachstumsschicht unter der Rinde (Kambium). Die Käfer überwintern im Larvenstadium und fressen sich im Frühjahr nach außen – es entstehen querovale „Ausbohrlöcher“ und man findet Bohrmehl. Ein bis maximal zwei Generationen sind pro Jahr möglich.

Auch Flieder wird nicht von Buchdruckern und Kupferstechern heimgesucht, da diese auf Nadelgehölze spezialisiert sind. Doch der Bunte Eschen-Bastkäfer kann ausnahmsweise auch an geschwächtem Flieder und anderen Garten- und Parkgehölzen auftreten.

Bunter Eschen-Bastkäfer (Hylesinus fraxini Synonym Leperisinus varius)
Dieser Borkenkäfer befällt hauptsächlich Eschen, nachdem sie vom Eschentriebsterben befallen wurden, aber auch Ahorn, Eiche, Walnuss, Robinie, Hasel, Flieder und andere Gehölze. Der Borkenkäfer befällt zwar neben frisch geschlagenem Holz auch lebende Bäume, allerdings bevorzugt er vorgeschädigte Gehölze – sei es durch Wassermangel, Überflutung, Hagelschaden, Krankheits- oder Insektenbefall. Bei älteren Bäumen beginnt der Befall meist oben im Wipfel und wandert dann nach unten.

Der Kleine Buchenborkenkäfer (Taphrorychus bicolor)
Dieser Borkenkäfer kann sich in Massen vermehren, wenn seine Wirtsbäume (hauptsächlich Rotbuchen, aber gelegentlich auch Birke, Eiche und Hainbuche) durch Trockenheit und Hitze geschwächt sind. Der Käfer schwärmt bereits ab März.

Holzbrütender Borkenkäfer als Schädling im Garten

Ungleicher Holzbohrer (Xyleborus dispar)
Dieser Borkenkäfer tritt am Ahorn sowie gelegentlich an Eiche, Esche und anderen Laubgehölzen (auch Obstgehölze) auf. Der Name des Käfers rührt vom unterschiedlichen Aussehen der flugunfähigen männlichen und der flugfähigen, größeren weiblichen Käfer her. Der Ungleiche Holzbohrer bevorzugt geschwächte Pflanzen und wird erst bei einer Massenvermehrung zur Gefahr für gesunde Gehölze.

Weitere baumschädigende Käfer im Garten

Nicht nur Borkenkäfer fressen Löcher in Äste und Stämme.

Schädliche Falterlarven im Stamm

Auch die Larven von manchen Faltern können zum Schädling im Stamm werden: Die orangeroten, übelriechenden Raupen des Weidenbohrers (Cossus cossus) leben ab dem zweiten Lebensjahr mehrere Jahre im Stamm von Weide, Birke, Esche, Apfel-, Birn- oder Kirschbäumen, bevor sie sich verpuppen und zum nachtaktiven Falter werden. Man kann den Befall an der durch eine Öffnung abgegebenen Mischung aus Kot und Bohrspänen erkennen.

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Was tun gegen Borkenkäfer und andere Rinden- und Holzschädlinge

Man kann also auch im Garten Probleme mit Borkenkäfern und anderen Rinden- und Holzschädlingen bekommen. Jedoch ist es im Garten einfacher als in Wäldern oder Parks, mit Gieß- und Pflegemaßnahmen stressmindernd auf die Gehölze einzuwirken und sie damit gegen Borkenkäfer stärken. Allerdings ist zu bedenken, dass der Klimawandel die Standortbedingungen verändert und längerfristig auch die Bepflanzung am Standort mit der Zeit daran angepasst werden muss.

Vorbeugende Maßnahmen

Gehölze und andere Pflanzen für den Garten sollte man grundsätzlich nicht nur nach Schönheit und persönlichem Geschmack auswählen, sondern nach deren Standorteignung. Eine gute Beratung für die Arten- und Sortenwahl von Gehölzen bekommt man in Baumschulen und guten Gartenbüchern.

Vor jeder geplanten Pflanzung von Gehölzen muss vor Ort geprüft werden, ob der Boden ausreichend tiefgründig ist und die Wurzeln auch in ein paar Jahren noch Platz haben werden, um die nötige Standsicherheit bei Stürmen zu gewährleisten und dem Baum ein „stressfreies“ Leben zu ermöglichen. Außerdem ist auf die richtige Pflanzzeit und Pflanztiefe für die Baumart zu achten.

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Wer seine Gartenbäume zudem art- oder sortengerecht versorgt und pflegt, stärkt deren Abwehrkräfte. Bei anhaltender Hitze und Bodentrockenheit sollte man nicht nur Gartenfichten in der Nähe eines akut befallenen Waldes etwas Wasser gönnen, sondern auch andere Flachwurzler oder offensichtlich durch Trockenheit gestresste Bäume bewässern. Aber Vorsicht: Zu viel Wasser bei undurchlässigen Böden kann ebenfalls schädigen.

Auch regelmäßige Kontrollgänge sind zu empfehlen. Alle Gehölze sollten dabei auf Krankheiten und Schädlinge untersucht und abgestorbene Triebe und Äste sofort entfernt werden. Hinweise auf einen Befall sind auch Einbohrlöcher (eventuell mit Harztropfen) und Bohrmehl. Wenn Spechte auf der Suche nach Insekten die Borke abschlagen, sollte man die Stücke daraufhin untersuchen, ob sich auf der Innenseite Anzeichen für Brutsysteme befinden. Auch wenn Blätter absterben oder Nadeln rot werden und/oder rieseln, kann das ein Anzeichen sein, dass die Leitungsbahnen des Baumes durch Borkenkäfer oder andere im Stamm fressende Insekten oder deren Larven geschädigt sind.

Wer Totholzhaufen anlegt, um mit diesen die Artenvielfalt im Garten zu fördern, sollte dieses Holz auf lebende Borkenkäfer und deren Larven prüfen – besonders, wenn man sich das Totholz von Dritten holt.

Wenn Borkenkäfer da sind

Findet man Thuja-Splintkäfer oder den Wacholder-Borkenkäfer schon im Sommer an Lebensbäumen, Scheinzypressen, Wacholder und anderen Zypressengewächsen, bevor sie sich in die Rinde eingebohrt haben, reicht das Herausschneiden und Entfernen befallener Triebe. Ist bereits der Stamm befallen, so muss im Winter das ganze Gehölz entfernt werden, bevor die Käfer schlüpfen und ausfliegen, um die nächsten Bäume zu befallen.

Sind einzelne Äste eines Baumes von einer der vielen Borkenkäferarten befallen, sollte man auch diese sofort entfernen. Sind Bäume ganz befallen, beispielsweise Fichten mit Buchdruckerbefall am Stamm, müssen sie gerodet und entfernt werden, bevor die Käfer ausfliegen, also im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr.

Was man nicht tun sollte:

Man sollte keine Borkenkäfer-Lockstofffallen nahe bei potenziellen Wirtsbäumen anbringen, denn die locken Borkenkäfer aus der ganzen Umgebung an.

Das Schnittgut von mit Splintkäfern befallenen Thujen oder Wacholder sollte man nicht auf den Komposthaufen im Garten werfen, sondern in die Biotonne geben oder zu einer Grüngutannahmestelle fahren.

Der Baum muss weg – was ist zu bedenken?

Wer in einer Stadt oder Gemeinde mit Baumschutzverordnung wohnt, sollte bei der Behörde nachfragen, ob man für den speziellen Baum eine Genehmigung für die Fällung benötigt. Jede Stadt oder Gemeinde hat andere Vorschriften, welche Baumarten betroffen sind, ab welchem Stammumfang man eine Genehmigung braucht, welche Ausnahmen es gibt und anderes mehr. In der Regel stellt man den Antrag bei der jeweiligen Unteren Naturschutzbehörde – so beispielsweise in München, Bamberg und anderen Städten und Gemeinden.

Handelt es sich beim Befall des zu fällenden Baumes um eine Insektenart, die besonders geschützt ist, wie es beim Birnbaumprachtkäfer der Fall ist, muss vor einer Fällung ebenfalls die Untere Naturschutzbehörde kontaktiert werden.

Für das Fällen und Roden größerer Bäume sollte man eine Fachfirma für Baumpflege beauftragen, damit der Baum nicht auf dem Hausdach landet oder Menschen gefährdet werden. Profi-Unternehmen für Baumfällungen beraten, stellen Baumgutachten aus, fällen oder roden die Bäume auf sichere Art und nehmen den Baum dann mit oder lassen ihn abtransportieren. Die Kosten für die einzelnen Leistungen sollte man vor Auftragserteilung abklären.

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