Parkettboden verlegen ohne Ausräumen

Vor einigen Jahren habe ich meinen Boden selbst renoviert, nämlich einen Parkettboden verlegt, wo vorher Teppichboden war. Die Herausforderung war, das umzusetzen, während ich in der Einzimmerwohnung wohnen blieb. Obwohl ich keinerlei Erfahrungen mit einer solchen handwerklichen Tätigkeit hatte, ist es mir – mit Schwierigkeiten – gelungen. Der Boden ist bis heute schön. Hier der Bericht von damals.

Das ist zurzeit mein liebstes Arbeitsgerät: eine Kartuschenpistole mit einer Kartusche Montagekleber zum Befestigen der Sockelleisten (Fußbodenleisten).

Parkettbodenverlegen: Sockelleisten ankleben

Parkettbodenverlegen: Zum Schluss darf man die Sockelleisten befestigen – ich klebe sie mit Montagekleber mithilfe einer Kartuschenpistole an. Mehr dazu bei Sockelleisten ankleben und Schönheitsreparaturen (YouTube).

Warum ich es so mag? Weil ich, immer wenn die Kartuschenpistole mit dem Montagekleber zum Einsatz kommt, wieder ein großes Stück Parkettbodenverlegen geschafft habe. Das Ankleben der Fußbodenleisten mit Montagekleber steht also für einen Etappensieg – abgesehen davon, dass das Aufbringen der Kleberkleckse auf die Rückseite der Fußbodenleisten Spaß macht. (Apropos: Wieso gibt es solche praktischen Spritzpistolen eigentlich nicht in Klein für Shampoo und Spülung? Dann müsste man sich nicht die Finger beim Ausquetschen verbiegen.)

Tatsächlich bin ich heute endlich mit dem Parkettbodenverlegen im großen Wohnraum bestehend aus Essecke, Büro, Wohn- und Schlafzimmerbereiche fertig geworden – nur noch ein paar kleinere Ausbesserungen, Regale anschrauben und einräumen etc., dann habe ich es wirklich hingekriegt und einen großen verwinkelten Raum komplett selbst verlegt – während ich darin wohnte!

Tür kürzen mit Hobel

Vor dem Verlegen habe ich die Zimmertür mit einem billigen Handhobel gekürzt. Um nur wenig kürzen zu müssen, habe ich 7 mm Furnierparkett als neuen Boden gewählt. Beim Furnierparkett ist die oberste Schicht zwar dünn, aber aus echtem Holz. Bei Laminat ist die oberste Schicht ein Foto von echtem Holz oder anderen Materialien.

Angenehm war diese Renovierung im bewohnten Zustand nicht – aber machbar und billiger, als wenn ich meine Wohnung ausgeräumt, alle Möbel in einen gemieteten LKW verladen hätte und für die Zeit der Renovierung ins Hotel gezogen wäre. So musste ich allerdings immer ein Drittel der Möbel abbauen und diese auf eines der anderen beiden Drittel stapeln, während ich im dritten Drittel arbeitete und schlief, wenn ich nicht gerade am Parkettbodenverlegen war – die ungewohnte körperliche Arbeit hielt ich allerdings immer nur ein paar Stunden am Tag aus. Muskelzuwachs dürfte mir dennoch gewiss sein, aber zwischendrin kam ich auch in den Genuss eines Hexenschusses.

Anzeige



Ich habe es geschafft – und das, obwohl ich handwerklich überhaupt nicht vorbelastet bin. Jetzt aber darf ich mich wohl zurecht Hobby-Handwerkerin nennen, soviel wie ich in der letzten Zeit mit Stichsäge, Handsäge, Laminatschneider, Spritzpistole, Multifunktionsgerät, Bohrer, Hobel und mehr hantiert habe. Und alles habe ich mir selbst mit Anleitungen im Internet sowie mithilfe der Beratung im Baumarkt und bei örtlichen Holz-/Bodenbeläge-Händlern beigebracht.

Dehnfugen mit Fugenfüller füllen

Die Dehnfuge an der Zimmertür wurde nach dem Verlegen des Parkettbodens mit Fugenfüller gefüllt und dieser mit einem Malerspachtel geglättet – siehe auch Randfugen füllen (YouTube-Video).

Am Anfang hatte ich noch höllischen Respekt, besonders vor den elektrischen Werkzeugen, aber jetzt sind mir sogar diese schon fast vertraut und ich gucke stolz auf meine kleine Gerätearmee – sie gehören jetzt zu meinem Team und entgegen meinem ursprünglichen Vorhaben werde ich sie wohl auch nach Abschluss meiner privaten Renovierungsprojekte nicht verkaufen. Kann ja sein, dass ich mal wieder etwas reparieren oder renovieren muss. Inzwischen habe ich genug Selbstvertrauen gewonnen.

Anzeige


Bis kurz vor Abschluss hatte ich allerdings große Zweifel, ob ich es wirklich hinkriegen würde, den Parkettboden selbst zu verlegen, denn da gab es so vieles, was ich noch nie getan hatte: beispielsweise Zimmertüren aushängen und kürzen, Stichsäge oder Laminatschneider einsetzen, und überhaupt, wie sollte ich einen Abschluss vor der Terrassentür oder den Übergang zur Küche hinbekommen?

Parkettboden im Winkel auf Wand und Fenster zulaufend

Da ich die Verlegerichtung im gesamten Raum beibehalten wollte, dieser aber eine schräge Ausbuchtung hat, mussten die Dielen in diesem Bereich im 45°-Winkel zur Wand und zum Fenster verlegt werden.

Auch wenn ein paar Kleinigkeiten an meinem neuen Parkettfußboden nicht perfekt sind und ich in einer praktischen Handwerkerprüfung vermutlich immer noch durchfallen würde: Ich habe es geschafft, meinen Boden selbst zu renovieren – und er ist insgesamt doch recht schön geworden. Der Raum wirkt endlich wieder frisch und edler als vorher mit abgewohnten Teppichboden. Ich hatte die Renovierung immer wieder verschoben, auch weil die Profis den gesamten Wohnraum leer haben wollten und ich mir selbst DIY (Do It Yourself) lange nicht zugetraut hatte. Aber wie immer im Leben: Ist der Leidensdruck erst groß genug bzw. der Teppich abgewetzt genug, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als die Sache/Renovierung endlich anzupacken.

Anzeige

Ich bin mit dem Ergebnis jedenfalls zufrieden. Insofern hat sich das Risiko – ich musste ja doch ziemlich in Vorleistung gehen mit Material- und Werkzeugkosten, geschweige denn die Einbringung meiner eigenen Arbeitszeit – gelohnt. Und jetzt, da die Rückenschmerzen und die blauen Flecken an den Knien (Kissen beim Arbeiten unterlegen!) weg sind, würde ich eine Parkettverlegung im bewohnten Zustand weiterempfehlen, aber nur wenn man sich Zeit und Räumlichkeiten relativ frei einteilen kann.

Parkettboden

Der neue Parkettboden ist ein Eiche-Landhausdiele-Fertigparkettboden (3-Schicht-Furnierparkett, 7 mm) mit geölter Oberfläche, schwimmend verlegt. Der Kauf und die Abholung (mit Ford Ka!) beim örtlichen Holz- und Bodenbeläge-Händler (Holz Scholbeck/Parkettzentrale) ersparte die Speditionskosten.

Noch kann ich mich allerdings nicht zurücklehnen, denn die nächsten Parkettbodenverlege-Herausforderungen warten schon: Ein winziger Flur (Haustür kürzen?) und ein kleiner begehbarer Schrank sind noch mit Parkett auszulegen– und gerade in kleinen Räumen gibt es fies viel zu (ver-)sägen. Dort muss ich außerdem, im Gegensatz zum großen Raum, den alten Teppichboden herausreißen und selbst für Dampfbremse und Trittschalldämmung sorgen. Im großen Raum hatte ich den sehr kurzen und strapazierfähigen Teppichboden, der fest aufgeklebt war, als Unterlage belassen und direkt darauf verlegt. Aber wenn dann das Parkett endlich auch im Flur und im begehbaren Schrank verlegt ist und wenn dann auch die Sockelleistenmaße und -winkel stimmen, kommt wieder der Etappen- bzw. der endgültige Sieg: Ich kann als Abschluss die Sockelleisten ankleben mit meiner Kartuschenpistole und dem Montagekleber. Und darauf freue ich mich schon.

Weitere Informationen

Anzeige


Veröffentlicht unter Geld sparen, Renovieren, Selbstverwirklichung | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Fünf Tipps, damit die Kompostierung gelingt!

Kompost ist ein wertvoller Dünger und guter Bodenverbesserer. Doch kann man bei der Kompostierung einiges falsch machen. Damit das nicht passiert, hier die fünf wichtigsten Tipps zur Kompostierung.

So wird aus Garten- und Küchenabfällen ein wertvoller Kompost:

Anzeige


  1. Die richtigen kompostierbaren Materialien im richtigen Verhältnis mischen
    Auf einen Komposthaufen kommen optimalerweise nur Garten- und ungekochte Küchenabfälle pflanzlichen Ursprungs. Damit die Kompostierung optimal vonstattengeht, mischt man stickstoffhaltige („grüne“) und kohlenstoffhaltige („braune“) Bestandteile miteinander. Zu den grünen Zutaten gehören beispielsweise Abfälle vom Gemüseputzen und Schälen, Rasenschnitt, krautige Gartenabfälle. Zu den braunen Zutaten gehören Abschnitte vom Heckeschneiden und vom Baumschnitt, Stroh und trockenes Herbstlaub. Die grünen Bestandteile bringen neben Stickstoff und anderen Nährstoffen viel Feuchtigkeit, die braunen Bestandteile vor allem Kohlenstoff und Struktur, und damit Luft, in die Mischung ein. Sie ergänzen sich wunderbar.

  2. Der richtige Behälter
So sehr ich diesen urtümlichen selbstgezimmerten Kompostbehälter liebe, für eine schnelle Verrottung mit mehr Hitzeentwicklung wäre ein Komposthaufen mit etwas weniger Grundfläche, aber dafür mehr Höhe besser.
  • Der Kompostbehälter sollte ausreichend hoch sein, damit sich im Inneren während der Verrottung Hitze aufbauen kann, denn dann geht die Verrottung schneller vonstatten und die Samen aller Art sowie Krankheitskeime werden abgetötet. Wer wenig Material für den Komposthaufen hat, sollte einen Kompostbehälter mit weniger Grundfläche, aber dafür mehr Höhe wählen.

    Der Kompostbehälter sollte, um eine gute Rotte zu ermöglichen, nicht rundum komplett verschlossen sein, sondern Luft ins Innere lassen. Er sollte außerdem guten Zugang zum Kompost ermöglichen, einerseits, um von oben Maßnahmen zur Belüftung und Wasserregulierung zu ermöglichen, andererseits, um den Kompost von der Seite her prüfen und den reifen Kompost entnehmen zu können, ohne den Kompostbehälter komplett abbauen zu müssen. Praktisch sind Kompostbehälter, bei denen man eine Seite öffnen kann oder die so konstruiert sind, dass man Latten herausziehen kann, ohne dass das Gerüst an Stabilität verliert, beispielsweise eine Kombination aus Stahl-Eckpfählern und herausnehmbaren Holzlatten.

Anzeige
Komposter bei Amazon*
Stellvertreterbild mit Werbelink zu Amazon.de

  1. Belüftung
    Der Kompost soll rotten, nicht faulen. Dafür muss Luft ins Innere gelangen. Dazu trägt einerseits ein Kompostbehälter mit ausreichend Luftzugang bei und andererseits die Vermischung von Materialien unterschiedlicher Struktur. Vor allem Grasschnitt muss mit gröberen Materialien wie trockener Stauden- und Gehölzschnitt gemischt werden, weil sich die Grashalme sonst dicht aufeinanderlegen und keine Luft dazwischen passt. Aber auch wasserhaltige Gemüseabfälle verrotten besser, wenn sie mit strukturgebenden Materialien gemischt werden. Hat man keine Sammelhaufen für die verschiedenen Materialien neben dem Kompostbehälter, so dass man sie abwechselnd einfüllen und mischen kann, gibt man sie nacheinander hinein und mischt im Behälter. Vor allem, wenn sich das Innere bereits etwas verfestigt hat, hilf ein Kompostbelüfter bei der Auflockerung und Durchmischung.

Anzeige
Kompostbelüfter bei Amazon*
Stellvertreterbild mit Werbelink zu Amazon.de

  1. Feuchtezustand des Kompostes
    Der Komposthaufen soll für eine optimale Verrottung einerseits Luft, aber andererseits auch Feuchtigkeit enthalten, damit sich die Mikroorganismen wohlfühlen, sich vermehren und „arbeiten“. Bei der Verrottung vor allem der grünen Abfälle entsteht Wasser. Dadurch und durch gelegentliche Regenfälle bleibt der Kompost eigentlich von alleine ausreichend feucht. Trocknet er jedoch während einer längeren Schönwetterperiode aus, gießt man ihn ganz einfach mit einer (Schlauch-)Brause. Damit er umgekehrt bei längeren, ausgiebigen Regenfällen nicht zu nass wird, was auch zu einer Auswaschung von Nährstoffen führen würde, deckt man ihn in solchen Wetterlagen vorübergehend ab, entweder mit einem Deckel oder mit einer Folie.
  1. Reifezustand

    Je nachdem, für was man den Kompost verwenden möchte, kann man ihn früher oder später entnehmen. Soll der Kompost beispielsweise zur Bodenverbesserung im Garten verwendet werden können, muss er noch nicht komplett durchgereift, also noch nicht in einem „erdähnlichen“ Zustand (reifer Kompost) oder bereits erdigen Zustand (Komposterde) sein. Vorsicht, Frischkompost sollte nicht direkt an die Wurzeln in ein Pflanzloch gegeben werden, da der hohe Anteil gelöster Nährstoffe von jungen Wurzeln, jungen Pflanzen und grundsätzlich von manchen Pflanzenarten nicht vertragen wird.

    Will man den Kompost jedoch für die Herstellung von eigenen Erdmischungen oder für die Düngung verwenden, dann sollte der Kompost bereits dunkel, locker und krümelig, also reif sein.

    Anzeige

    Wie lange es dauert, bis der jeweilige Zustand erreicht ist, hängt sehr von den verwendeten Materialien und ihrer Dicke, vom örtlichen Klima, der Jahreszeit und dem tatsächlichen Wetter ab.

    Reifen Kompost sollte man möglichst bald verwenden, damit die Nährstoffe nicht abgebaut oder ausgeschwemmt werden.

* Werbelink / Partnerlink / Affiliate-Link
* Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen, die über einen Werbe-Link zu Amazon zustande kommen, unter Umständen eine Provision/Werbekostenerstattung.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen


Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Gewächshaus, Öko-/Bio-Themen, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Fünf Tipps, damit die Kompostierung gelingt!

Nährstoffe bei sauren, neutralen und alkalischen Böden

Abhängig vom pH-Wert des Bodens sind wichtige Pflanzennährstoffe gut, nicht gut oder zu gut verfügbar. Warum das wichtig ist und wie man den pH-Wert des Bodens erfährt.

Eisenmangelsymptome an den Blättern einer Rose im Kübel, die über Jahre mit sehr kalkhaltigem Wasser gegossen wurde, was den pH-Wert erhöht und Eisen damit schlechter verfügbar gemacht hat.

Der pH-Wert des Bodens ist eine Maßzahl zwischen 0 und 14, die angibt, ob der Boden sauer, neutral oder basisch ist. Der neutrale Bereich liegt zwischen 6,5 und 7,5. Je weiter der pH-wert unter 6,5 liegt, desto saurer ist der Boden, je weiter er über 7,5 liegt, desto basischer.

Anzeige

Die meisten Gemüse, Feldfrüchte und viele andere Pflanzen gedeihen gut auf einem leicht sauren bis neutralem Boden, also bei einen pH-Wert von etwa 5,5 bis 7,5.

Es gibt aber Pflanzen, die sich an Böden im sauren oder alkalischen Bereich angepasst haben.

  • Sauren Boden mit einem pH-Wert von ca. 4,5 bis 5,5 mögen dagegen viele Rhododendronarten und andere Moorbeetpflanzen.
  • Alkalischen Boden (pH-Wert 8) vertragen Wicke, Luzerne, Ackerbohne, Spanische Esparsette, Spargel und Olivenbäume.
Anzeige


Wie verhalten sich die Nährstoffe bei unterschiedlichen pH-Werten

Je nach pH-Wert des Bodens sind Nährstoffe festgelegt und damit nicht pflanzenverfügbar, gut löslich und gut pflanzenverfügbar (aber auch auswaschungsgefährdet) oder zu gut löslich und damit eventuell giftig, wenn zu viel von dem Nährstoff im Boden ist. Jeder Nährstoff verhält sich da anders.

Spezieller als die Hauptnährstoffe sind die Spurenelemente: Eisen und Mangan beispielsweise sind im sauren Boden sehr gut löslich und können sogar giftig wirken. Bei basischem Boden dagegen sind sie für manche Pflanzen überhaupt nicht verfügbar, die Folge sind Mangelerscheinungen. Eisenmangel in der Pflanze liegt also nicht immer am fehlenden Eisen im Boden, sondern daran, dass das Eisen bei einem zu hohen pH-Wert, wie er beim Gießen mit sehr kalkaltigem Wasser auftreten kann, nicht von der Pflanze aufgenommen werden kann.

Anzeige


Typisch für Eisenmangel in der Pflanze sind die hellen, jungen Blätter zuerst an den Triebspitzen – gut zu unterscheiden von Stickstoffmangel, bei dem zunächst die älteren Blätter gelb werden (weil Stickstoff im Gegensatz zu Eisen in der Pflanze von alten Pflanzenteilen in die neuen umgelagert werden kann).

Damit die Pflanzen genügend, aber nicht zu viele Nährstoffe erhalten, muss man für einen pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich sorgen.

Anzeige
(Boden-Tester 3 in 1: pH, Feuchtigkeit, Licht bei Amazon)
Stellvertreterbild mit Werbelink zum Produkt bei Amazon.de

Die meisten Hauptnährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Schwefel, Kalzium und Magnesium sind im leicht sauren bis neutralem Boden gut pflanzenverfügbar. Wenn von Stickstoff allerdings mehr verfügbar ist, als die Pflanzen benötigen, weil man zu viel gedüngt hat, wird er ausgewaschen. Das kann auch bei rein organischer Düngung passieren, wenn das Wetter (warm und feucht) die Umsetzung zur pflanzenverfügbaren Form fördert. Das ist dann nicht nur schade um den verlorenen Dünger, sondern belastet Grundwasser und Gewässer.

Soil-pH
Verfügbarkeit von Nährstoffen in Abhängigkeit vom Boden-pH-Wert (Bild: Wikimedia Commons | FMoeckel | Gemeinfrei)

Wie kann man den pH-Wert feststellen

Anzeige


Der pH-Wert des Bodens kann selbst mit einem pH-Bodentest-Set oder einem pH-Messgerät (pH-Meter) überprüft werden. Wer aber einen ganz genauen Wert haben und mehr über seinen Boden wissen möchte, der sollte eine Bodenuntersuchung machen lassen. Das lohnt sich zwar nicht für einen einzelnen Topf im Kräuterregal, aber für größere Flächen.

Wodurch wird der Boden sauer oder alkalisch und was kann man tun

Der pH-Wert eines Bodens hängt zunächst vom Ausgangsgestein und anderen Materialien ab, aus denen der Boden entstanden ist. Durch sauren Regen und Auswaschungen kann er mit der Zeit saurer werden. Das kann man mit Kalkgaben oder mit alkalisch wirkenden Düngern oder Bodenhilfsstoffen ausgleichen.

Ist ein Boden aufgrund des Ausgangsgesteins, auf dem er sich entwickelt hat, alkalisch, kann man das kaum dauerhaft verändern. Wer hier sauren Boden liebenden Rhododendron oder andere Moorbeetpflanzen anpflanzen will, der muss tatsächlich den Boden austauschen. Nachhaltiger ist es, Pflanzen auszuwählen, die mit dem höheren pH-Wert zurechtkommen.

Anzeige


Wenn ein Boden im Gewächshaus, unter einem Dachvorsprung oder die Erde in Pflanzgefäßen durch die regelmäßige Verwendung von hartem Gießwasser einen zu hohen pH-Wert hat, kann man die oberste Bodenschicht austauschen beziehungsweise ist Umtopfen in frische Erde – mein Tipp: torffreie Bioerde – angesagt. Vor allem, wenn die Mineralablagerungen auf dem Boden bereits gut sichtbar sind. Außerdem sollte man auf Regenwasser oder gefiltertes Wasser zum Gießen (zumindest als Beimischung) umstellen. Regen aufzufangen und zum Gießen zu verwenden, spart auch Wasserkosten. Auf Flächen mit Bewuchs kann man versuchen, den pH-Wert durch das vorsichtige Einarbeiten von Rhododendronerde oder saurer Komposterde (mit hohem Laub- und/oder Nadelanteil) abzusenken.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige


Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Öko-/Bio-Themen, Pflanzenschutz, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Nährstoffe bei sauren, neutralen und alkalischen Böden

Maulwurfsgrillen im Hochbeet

Wenn die frisch gekeimten Aussaaten verwühlt sind und man waagerechte Gangsysteme dicht unter der Erdoberfläche im Hochbeet findet, dann könnte eine Europäische Maulwurfsgrille am Werke sein. Dieses Insekt tritt im Garten nicht nur im Hochbeet, sondern auch in ebenerdigen Beeten, in Gewächshäusern, Frühbeeten und im Rasen auf. Was sind das für Tiere, wann werden sie zum Pflanzenschädling und wie wird man sie umweltverträglich los?

Hochbeet mit Mischkultur
Hochbeet mit Mischkultur (ohne Maulwurfsgrillen, aufgenommen im alten Weihenstephaner Kleingarten)

In letzter Zeit hört man öfter von Maulwurfsgrillen im Hochbeet. Kein Wunder, da Hochbeete wegen ihrer Vorteile („versteckte Kompostierung“, Gärtnern ohne tiefes Bücken etc.) in den letzten Jahren sehr beliebt geworden sind. Da ich schon häufig Anfragen zur Bekämpfung von Maulwurfsgrillen im Hochbeet und anderswo erhalten habe, beantworte ich die aufgetauchten Fragen mit diesem Blogbeitrag.

Gryllotalpa gryllotalpa MHNT

Die Europäische Maulwurfsgrille kann schwimmen, tauchen, fliegen und sich sowohl auf als auch unter der Erde gut bewegen. Hochbeete (und andere Flächen) sind für sie wegen des lockeren, feucht-warmen Bodens und wegen des Angebotes an tierischer und (notfalls) pflanzlicher Nahrung darin interessant. (Bild: Wikimedia Commons | Muséum de Toulouse, Didier Descouens | Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Was sind Maulwurfsgrillen?

Die Familie der Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae) gehört zur Ordnung Heuschrecken und speziell zur Unterordnung der Langfühlerschrecken. Wie alle Insekten haben sie 3 Beinpaare, wobei sich die Vorderbeine zu kräftigen Grabschaufeln entwickelt haben. Es gibt etwa 100 Arten Maulwurfsgrillen, die in sechs Gattungen aufgeteilt sind. In Mitteleuropa gibt es aber nur eine Art: die Europäische Maulwurfsgrille.

Anzeige

Die Europäische Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa)

Die Europäische Maulwurfsgrille wird auch Gemeine Maulwurfsgrille, Erdkrebs, Erdwolf oder Werre genannt. Die erwachsenen Tiere werden 5 bis 6 cm lang – die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Sie besiedeln gerne Wiesen in der Nähe von Gewässern, aber auch Gärten – ein gepflegtes Hochbeet, ein Frühbeet oder der alte Komposthaufen mit lockerem Boden und ausreichend Feuchtigkeit in Sonnenlage kommt ihnen als neues Zuhause gerade recht. Man muss jedoch keine „Überfälle“ wie bei manchen Wanderheuschrecken befürchten und die Europäische Maulwurfsgrille fliegt auch nur während der Paarungszeit zur Partnerfindung.

Schema gryllotalpidae bau

Typisches Gangsystem von Maulwurfsgrillen
(Grafik: Wikimedia Commons | Urheber Roger Zenner | Lizenz CC BY-SA 2.0 DE)

Die Europäische Maulwurfsgrille lebt überwiegend unterirdisch in einem Gangsystem und ist nachtaktiv, weshalb man sie außer beim Graben kaum zu Gesicht bekommt. Wenn dann doch, freut sich der (Hobby-)Entomologe über den heutzutage eher seltenen Fund, Hobbygärtner sind weniger begeistert, wenn sich die Tiere in ihrem Garten ausbreiten.

Die Gänge der Europäischen Maulwurfsgrille verlaufen wenige Zentimeter parallel unter der Oberfläche, lediglich Gänge zu den Nestern und Vorratskammern führen etwas tiefer (allerdings traue ich den Angaben zur Tiefe in der obigen Grafik von Wikimedia Commens nicht, außer die Werte wurden an einer Uferböschung gemessen).

Anzeige

Die Europäische Maulwurfgrille ist eine „Allesfresserin“: Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven (sogar Artgenossen), von Schnecken, Schneckeneiern, Würmern und in der Not von Pflanzenwurzeln und Knollen. Schädlich werden Maulwurfsgrillen bei Massenauftreten vor allem durch das Anlegen ihrer Gangsysteme – durch die Wühltätigkeit verlieren Keimlinge und Jungpflanzen den Bodenkontakt und vertrocknen. Allerdings beißen die Tiere auch Pflanzenwurzeln oberhalb ihrer Nester ab, damit der Boden dort verkahlt und dann stärker von der Sonne erwärmt wird.

Bei (Hobby-)GärtnerInnen, anderen Anbauern und bei in der Grünlandpflege Tätigen ist die Europäische Maulwurfsgrille wegen der Grabaktivitäten und den Schäden, die sie an Grasnarbe, Wurzeln, Knollen und Saaten anrichten kann, wenig beliebt. Dagegen hilft auch nicht das „Singen“ der Männchen (Lockrufe und Minnegesänge) während der Paarungszeit, die im April bis Juni stattfindet und zu der die Tiere nachts ihre Tunnelsysteme verlassen. Die Lockrufe kann man sich hier anhören (Webseite des Landesbund für Vogelschutz in Bayern, LVB). Weibliche Tiere singen nicht, können aber – wie auch die Männchen – mit kurzem Zirpen bei Störungen warnen.

Anzeige

Nach der Paarung legt das Weibchen einige Hundert Eier verteilt über mehrere nestartige Erdhöhlen, die sie bewacht. Die Larven schlüpfen nach etwa 10 Tagen. In den nächsten 12 bis 24 Monaten durchlaufen sie mindestens fünf Häutungen, bis sie zum geflügelten, geschlechtsreifen erwachsenen Tier werden. Als erwachsenes Tier leben sie noch etwa 1 Jahr lang. Die Larven überwintern zum ersten Mal im dritten Larvenstadium in tiefen Bodenschichten.

Anzeige

Wie kann man Maulwurfsgrillen loswerden

Weil die Europäische Maulwurfsgrille bei Massenvermehrung Schäden an Gemüse (auch im Gewächshaus), Getreide, Rasen/Wiese und Weinreben hervorrufen kann, wurde sie jahrelang mit allen Mitteln bekämpft, bis sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der BRD landete – 1998 war sie noch auf der Vorwarnliste, nun ist sie laut NABU nach der „Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands von 2002″ in der Kategorie 2 (stark gefährdete Arten). Findet man Maulwurfsgrillen im eigenen Garten, sollte man also sorgfältig überlegen, ob eine Bekämpfung nötig und sinnvoll und wie sie vorzunehmen ist, immerhin ist die Europäische Maulwurfsgrille auch nützlich.

Anzeige


Apropos Bekämpfung: Gegen die Europäische Maulwurfsgrille gibt es aktuell keine vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zugelassenen Pflanzenschutzmittel für den Hausgarten. Von so genannten „Hausmitteln“ wie das Einbringen von Petroleum, Speiseöl oder Buttersäure in die Gänge ist wegen der Gefahr der Boden- und Grundwasserverunreinigung unbedingt abzuraten.

Natürliche Feinde der Maulwurfsgrillen

Grundsätzlich sollte man versuchen, die Maulwurfsgrillen im Garten mit der Förderung ihrer natürlichen Feinde unter Kontrolle zu bekommen. Ihre natürlichen Widersacher sind größere Vögel, beispielsweise Amseln und Krähen, aber auch Maulwurf und Dachs, wobei die beiden erstgenannten ebenfalls Aussaaten verwüsten können, wenn sie in der Erde nach den Leckerbissen suchen, und man die beiden letztgenannten auch eher nicht im Beet oder Hochbeet haben möchte. Da Maulwurfsgrillen ähnlich wie Regenwürmer bei Regen an die Erdoberfläche kommen, werden sie dann dort von Igeln (wenn sie Zugang zum Hochbeet haben beispielsweise bei einem Hochbeet am Hang), Spitzmäusen, Hühnern (am besten vor dem Anbau über die Beete laufen lassen) und nicht wasserscheuen Katzen erwischt.

Anzeige


Hat sich die Maulwurfsgrille bereits ausgebreitet und buddelt das Hochbeet um, kann man sie mit Gläsern und Dosen, die man ebenerdig eingräbt, fangen und in der freien Natur wieder aussetzen. Den Fangerfolg verbessert man, indem man Holzleisten sternförmig zu den Dosen legt – die Tiere laufen an ihnen entlang und fallen in die Dosen. Die Fangdosen müssen regelmäßig überprüft werden, auch um „Beifang“ wie beispielsweise nützliche Laufkäfer freizulassen, bevor sie Schaden nehmen. Ab Mai kann man auch die Nester ausgraben. Die gefangenen Maulwurfsgrillen kann man an Uferböschungen oder auf einer Wiese in der Nähe eines Gewässers freilassen.

Nützlingsproduzenten bieten zudem bei Amazon Nematoden (Steinernema carpocapsae)*, winzige Fadenwürmer, zur Bekämpfung an. Der Einsatz ist erst ab einer Bodentemperatur über 12 Grad Celsius sinnvoll. Die Fadenwürmer dringen in die erwachsenen Maulwurfsgrillen ein und töten das Insekt von innen mittels Bakterien, die sie mitbringen, ab.

Inwieweit die Störung oder gar die Tötung der Tiere mit dem Schutz von Arten vereinbar ist, hängt von der aktuellen Situation vor Ort ab. Auskunft erhält man beim zuständigen Gartenbauberater/Kreisfachberater der Region oder der unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt).

Der Eintrag in einer Roten Liste entspricht einem wissenschaftlichen Gutachten. Erst wenn die Art im Anhang der Bundesartenschutzverordnung aufgeführt ist, gelten die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 44 BNatSchG): nicht töten, verletzen, fangen, stören oder ähnliches! Das trifft beispielsweise auf den Rosenkäfer zu (siehe Engerlinge im Garten und auf dem Balkon), nicht aber auf die Maulwurfsgrille. Wo es geht, sollte man sich aber auch ohne den Zwang des Gesetzes vom Arten- und Naturschutzgedanken leiten lassen.

Anzeige

* Werbelink / Partnerlink / Affiliate-Link
* Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen, die über einen Werbe-Link zu Amazon zustande kommen, unter Umständen eine Provision/Werbekostenerstattung.



Das könnte Sie auch interessieren:

Anzeige



Disclaimer
Artenschutz-Einstufungen und Vorschriften ändern sich ständig. Ich habe sorgfältig recherchiert, aber ich kann keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen geben. Jede Haftung ist ausgeschlossen.

Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Gewächshaus, Öko-/Bio-Themen, Pflanzenschutz, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Maulwurfsgrillen im Hochbeet