Wann wird gesät und gepflanzt – auf das Anbau-Timing kommt es an

Basilikum und Fleißiges Lieschen im Januar ins Freie pflanzen? Macht keinen Sinn, denn sie sind nicht frosthart. Tomaten im September für das Freiland aussäen? Ebenfalls nicht zu empfehlen, denn Tomaten brauchen für Wachstum, Blüten- und Fruchtentwicklung wochenlang Licht und Wärme, aber ab September wird es kälter und die Tage kurz und dunkel. Für alles gibt es mehr oder weniger gute und völlig ungeeignete Zeiten. Zwar gibt es Gartenkalender, in denen man nachlesen kann, was in welchem Monat zu tun ist, aber zur grundsätzlichen Orientierung hier ein paar Einblicke ins Anbau-Timing im Garten und auf dem Balkon (und auch, was es mit den Eisheiligen auf sich hat) für Einsteiger.

Zwiebeln des Zierlauchs (Allium aflatunense) werden bereits im Herbst ins Beet oder einen großen Kübel gepflanzt und blüht dann – je nach Standort und Frühlingswetter – Ende April oder im Mai des nächsten Jahres.

Wann pflanzt man welche Gemüse und Kräuter, Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume? Überblick nach Pflanzengruppen.

Wann pflanzt man Blumenzwiebeln, Stauden, Ziergräser?

Stauden sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die im Winter oberirdisch absterben: Ihr Leben zieht sich im Winter Richtung Boden zurück, entweder in oder knapp über den Boden. Im Frühjahr oder Sommer treiben sie wieder frisch aus. Manche Stauden überdauern in Rhizomen („im Wurzelstock“), andere in Zwiebeln (Blumenzwiebelpflanzen), Knollen oder anderen Wurzelspeicherorganen.

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Blumenzwiebeln – Frühjahrsblüher

Winterharte Blumenzwiebelpflanzen, die im Frühjahr blühen, werden bereits im Herbst gepflanzt. Sie benötigen eine kühle Phase, um dann, wenn es wärmer wird zur Blüte zu kommen. Frühjahrsblühende Blumenzwiebelpflanzen sind beispielsweise Krokusse, Tulpen, Narzissen und Zierlauch. Wenn Sie im Spätwinter und Frühjahr bunte Blumen im Beet, Rasen oder im Blumenkübel sehen wollen, pflanzen Sie diese Arten im Herbst. Später gepflanzte Blumenzwiebeln blühen später – und grundsätzlich nur, wenn sie noch genug Kälteeinwirkung abbekommen.


Diesen Balkan-Krokus (Crocus chrysanthus ‚Blue Pearl‘) habe ich statt zur normalen Pflanzzeit für Frühlingsblüher (im Herbst des Vorjahres) erst im Januar in einen Kübel im Freien gepflanzt. Sie blühten zwei Wochen später als die Krokusse, die schon mehrere Jahre am gleichen Standort standen. Dieses Überlagern von Blumenzwiebeln funktioniert aber nicht immer, weshalb man sich als Anfänger lieber an die Angaben auf der Verpackung oder auf der Webseite des Händlers/Vermehrers halten sollte.

Wer den Pflanztermin im Herbst völlig verpasst hat, kann im Spätwinter/Frühjahr vorgetriebene, blühfertige getopfte Pflanzen in der Gärtnerei, im Gartencenter und im Internet kaufen – beispielsweise bei Pflanzmich.de* oder bei Amazon*. Die Auswahl ist natürlich viel kleiner und der Preis viel höher als zur Pflanzzeit im Herbst, aber wenn man ein paar Kübel dekorativ bepflanzt und geschickt platziert, kann man noch Frühlingsstimmung auf Balkon, Terrasse, im Eingangsbereich oder in den Garten zaubern. Die Auswahl an blühenden Freilandspflanzen beschränkt sich um die Zeit meist auf Krokusse, Narzissen, Hyazinthen, Winterlinge, aber auch Christrose, kleinblütige Hornveilchen und Primeln sind zu finden.

Blumenzwiebeln – Sommerblüher und Herbstblüher

Pflanzen aus Blumenzwiebeln und Knollen, die im Sommer blühen, werden im Frühjahr gepflanzt. Solche, die im Herbst blühen, kommen im Sommer in die Erde.

Mehr zu Pflanzen aus Blumenzwiebeln und Knollen (mit Tabelle mit Pflanz- und Blütenzeiten)
Mehr zu Frühlingsboten

Hinweis:
Nicht winterharte Knollen wie die von Begonien und Dahlien müssen im Herbst vor dem Frost ausgegraben und eingelagert werden. Begonien werden ab Februar drinnen vorgezogen, bis sie nach den Eisheiligen rausdürfen. Dahlienknollen können ab Mai direkt ins Beet oder in einen Kübel gepflanzt werden.

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Gartenstauden, Ziergräser, Rosen und Gehölze

Winterharte Gartenstauden, Ziergräser, Rosen und Gehölze werden im Herbst oder Frühjahr gepflanzt. Sie sind dann entweder im unbelaubten Zustand oder zumindest relativ inaktiv, wodurch die Umbettung sie weniger stresst.

Die meisten winterharten Stauden und Gehölze werden im Frühjahr oder im Herbst gepflanzt. Im Bild: Rosafarbener Purpursonnenhut/Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea ‚Magnus‘), violetter Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii ‚Black Knight‘) – beide wurden einige Jahre zuvor im Herbst gepflanzt.

Die Herbstpflanzung hat den Vorteil, dass die Pflanzen Zeit haben, gut anzuwachsen, bevor sie im nächsten Jahr langsam aktiv werden.

Für empfindliche Gartenstauden-, Ziergräser- und Gehölzarten oder Sorten bevorzugt man aber die Frühjahrspflanzung, weil das Risiko eines Frostschadens oder auch Schaden durch Übernässung (Schneeschmelze in entsprechenden Lagen) geringer ist.

Wurzelnackte Rosen sind weitgehend unbelaubt und stark zurückgeschnitten. Sie werden im Herbst ohne Topf angeboten, meist sind die Wurzeln nur in einem Beutel mit sehr wenig Erde verpackt. Wurzelnackte Rosen werden von Oktober bis März gepflanzt, wobei der Herbst besser ist, weil die Rosen da noch frischer sind und mehr Zeit zum Anwachsen haben.

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Kann man Stauden, Ziergräser, Rosen oder Gehölze aus irgendeinem Grund erst im Sommer, also im belaubten Zustand, pflanzen, sollte man gesunde, kräftige Pflanzen mit ausreichend großem Topf oder Kübel kaufen und beim Pflanzen darauf achten, dass der Wurzelballen nicht auseinanderfällt, sondern die Erde und die feinen Wurzeln miteinander verbunden bleiben. Eine Pflanzung mit „nackten Wurzeln“ glückt im Sommer bei sonnig heißem Wetter nur bei wenigen Pflanzenarten, weil bei den meisten oberirdisch zu viel Wasser über das Laub verdunstet wird, die Feinwurzeln aber noch zuwenig Erdkontakt haben, um Wasser und Nährstoffe bedarfsgerecht nach oben zu liefern. Zur Pflanzung wählt man möglichst eine Wetterphase mit nicht zu hohen Temperaturen und bedecktem Himmel und/oder man stellt einen Sonnenschutz auf. Aber vor allem, darf man das Angießen nicht vergessen!
Beliebte Gartenstauden sind beispielsweise Rittersporn, Taglilie (Hemerocallis), Lilie (Lilium) und Flammenblume (Phlox).

Mehr zu Gartenstauden

Wann bepflanzt man Beete und Balkone?

Traditionell werden saisonale Bepflanzungen von Beeten, Balkonkästen und Kübeln mit Pflanzen aus dem „Beet- und Balkonpflanzen-Sortiment“ bepflanzt. Das sind frostempfindliche Pflanzen, die in unserem Klima nur ein oder zwei Jahre leben (natürlicherweise oder weil sie aus wärmeren Gefilden stammen und bei uns nicht länger überleben).

Frostempfindliche Blumen, Gemüse und Kräuter sowie Pflanzen aus südlichen Gefilden werden erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freie gepflanzt/gestellt.

Die Hauptpflanzzeit für diese Beet- und Balkonbepflanzungen ist nach den Eisheiligen, also nach dem 15. Mai. Man kann sie entweder im Frühjahr selbst anziehen oder sie ab Ende April in der Gärtnerei oder im Gartenfachhandel kaufen.

Die Eisheiligen
Die Eisheiligen sind ein wichtiger Termin für Gärtner und Gärtnerinnen, denn es sind die Tage mit den letzten Frösten vor dem Sommer. Diese Tage werden aufgrund jahrhundertelanger Beobachtungen alljährlich vom 11. bis zum 15. Mai erwartet. Sie heißen Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Kalte Sophie (15. Mai). Allerdings halten sie ihre Termine nicht immer ganz genau ein. Manchmal kommen sie etwas früher, manchmal auch später – bis zu zwei Wochen -, manchmal bleiben sie auch aus (hallo Klimawandel!). Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte im Mai den lokalen (Agrar-) Wetterbericht verfolgen und frostempfindliche Pflanzen (südländische Kübelpflanzen, Gemüse, Kräuter und Sommerblumen) erst dann an exponierte Stellen ins Freie pflanzen/stellen, wenn der lokale Wetterdienst keinen Nachtfrost oder Bodenfrost mehr vorhersagt. Erst nach den Eisheiligen plus 2 Wochen kann man wirklich (fast) sicher sein, dass es auch nachts – selbst bei sternenklarem Himmel – nicht mehr friert. Siehe auch Eisheiligenvorhersage und Schutz

Schafskälte
Die Schafskälte ist ein unregelmäßig auftretender Kälteeinbruch zwischen dem 4. und dem 20. Juni. Er tritt nur in manchen Jahren auf und in manchen Regionen kann es sogar einen zu Anfang und einen weiteren Kälteeinbruch gegen Ende dieser Zeitspanne geben. Problematisch kann dieser Temperatursturz für kälteempfindliche Pflanzen ohne Schutz und die frisch geschorenen Schafe sein (daher auch der Name).

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Bekannte Beet- und Balkonblumen für die Sommersaison sind beispielsweise Petunien, Verbenen, Geranien, Margeriten, Zauberglöckchen, Australisches Gänseblümchen, Lobelien und viele mehr.

Sommerblumen kann man auch sehr gut mit Kräutern und Gemüsen zusammenpflanzen. Allerdings sollte man dann Blüh-/Zierpflanzen verwenden, die auch Nahrungsmittelkriterien entsprechen, also beispielsweise Biopflanzen.

Bunter Balkonkasten mit Kräutern, Gemüsen und Sommerblumen (aufgenommen in der Kleingartenanlage der HSWT in Freising/Am Staudengarten)
Flexibler ist man, wenn man in Kübel und Töpfe pflanzt: Man kann die Pflanzen immer wieder neu kombinieren.
Hornveilchen gehören zu den zweijährigen Pflanzen. Entweder man sät sie selbst schon im Vorjahr aus oder man kauft sie im Februar/März und härtet sie langsam ab (und zieht sie bei angekündigten Nachtfrösten sicherheitshalber nahe ans Haus oder stellt sie ins frostfreie Gewächshaus).

Tipp: Nachhaltige Beet- und Balkonbepflanzung
Weil viele Stauden und Gehölze gute Futterpflanzen für Schmetterlinge, Honigbienen und Wildbienen sind, werden mehrjährige Pflanzen wie Stauden und Gehölze nicht mehr nur in Staudenbeete o. Ä. gepflanzt, sondern auch in Balkonkästen, Töpfe und Kübel. Das ist nicht nur bienen- und schmetterlingsfreundlich, sondern auch kostengünstiger und nachhaltiger, weil so weniger Pflanzen schon nach einer Saison auf dem Komposthaufen landen.

Zum Aufhübschen von Terrassen und Balkonen werden im Herbst vom Handel auch spätblühende kompakte Stauden in kleinen Töpfen angeboten. Pflanzt man sie nach dem Verblühen in ein Beet, erlebt man manchmal im nächsten Herbst ein „explodiertes Wunder“, wenn aus dem handlichen Pflänzchen für den Gartentisch eine Aster von über einem Meter Höhe geworden ist.

Siehe auch Mehrjährige Pflanzenfreude auf Balkonien und Terrassien

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Wann Gemüse und Kräuter aussäen und pflanzen?

Mit den ersten Gemüsearten darf man im Frühjahr ins Freiland, wenn der Boden nicht mehr schmiert – das ist irgendwann im März je nach Region und Wetterverlauf des Jahres. Zunächst werden frühe Arten (Frühjahrssorten!) gesät und gepflanzt und zunächst mit Vlies geschützt. Mehr zum Frühjahrsanbau: Gemüse im Frühling


Tomaten für Garten und Balkon werden im März ausgesät und herangezogen und ab Mitte Mai nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt. Die Ernte beginnt dann etwa im August und dauert – wenn alles gut geht – bis Anfang Oktober. Wer keinen hellen, warmen Platz für die eigene Anzucht hat, kauft im Mai Jungpflanzen und pflanzt sie in Pflanzgefäße oder ins Beet.

Ansonsten ist das Frühjahr die Zeit, im Gewächshaus und auf der Fensterbank Tomaten, Chili & Paprika, Auberginen etc. auszusäen und vorzuziehen, die man nach den Eisheiligen ins Freie pflanzen kann. Besonders wärmebedürftig sind Süßkartoffeln. Man pflanzt sie besser erst im Juni. Die Sommergemüse stehen dann bis zum Spätsommer, manche bis zum Herbst.
Ab August gilt es aber auch, auf einigen Beeten im Freien und im Kleingewächshaus die Gemüse für die Ernte im Herbst und Winter auszusäen oder zu pflanzen.
Im Freien überwintern können beispielsweise Porree, Rosenkohl und Grünkohl, im kalten Gewächshaus stehen der im Herbst gesäte (oder gepflanzte) Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Löffelkraut (und in milden Gegenden auch Salatrauke), die an frostfreien Tagen geerntet werden können.

Übrigens ist Feldsalat ein Gemüse mit einer guten „Gründüngungswirkung“. Mehr dazu:
→ Welche Gemüse man im August noch anbauen kann.
→ Gründüngung

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Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
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Blumenerde ohne Torf, Bio-Blumenerde, Blumenerde sparen

torffreie Blumenerde

Auch in torffreier Blumenerde wachsen die Pflanzen prächtig

Torf ist ein begrenzter Rohstoff, der nur sehr langsam nachwächst. Torffreie (Bio-)Erden, Blumenerden und andere Pflanzenerden, enthalten Alternativen zu Torf wie Rindenhumus und Holzfaserstoffe. Hier erhalten Sie Informationen zu torfreduzierten und torffreien Pflanzenerden und wie man Blumenerde einsparen kann. (zuletzt bearbeitet am 22.5.2024)

Mit den ersten Sonnentagen beginnt die Lust aufs Gärtnern und der ein- oder andere schaut schon einmal im Gartencenter oder Baumarkt vorbei und packt neben Primeln, vorgezogenen Blumenzwiebeln und anderen Frühlingsboten auch ein paar Säcke Blumenerde beziehungsweise Pflanzerde ein. Nach den Eisheiligen geht die Balkon-/Pflanzsaison dann richtig los und Einkaufswägen voll mit Blumen und Gemüsejungpflanzen werden zusammen mit zig Blumenerdesäcken zu den Autos gekarrt und nach Hause gebracht.

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Der Hauptbestandteil vieler Blumenerden und anderer Pflanzensubstrate ist Torf. Vor allem die Torfkultursubstrate und Einheitserden, aber auch die nicht standardisierten Erden bestehen hauptsächlich aus Torf. Zwar müssen die Zusammensetzungen nicht mehr auf der Verpackung angegeben werden, doch laut BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland lagen die Angaben vor der neuen Gesetzeslage bei 80 bis 100 Prozent Torfgehalt. Daran wird sich nicht viel geändert haben, muss man annehmen, wenn es nicht auf der Packung transparent gemacht wird.

Kritik am industriellen Torfabbau

Der industrielle Torfabbau steht nun schon lange in der Kritik, denn die Moore, die für die Torfgewinnung trockengelegt werden, sind über Jahrtausende entstanden und wertvoller Lebensraum für viele spezialisierte Pflanzen (z. B. fleischfressender Sonnentau, besondere Orchideen) und Tiere (z. B. Sumpfohreule und Birkhuhn, besondere Falter und Libellen). Außerdem sind Moore wichtige Kohlendioxid- (CO2) Speicher – noch wichtiger als Wälder! Bei Trockenlegung wird das „Treibhausgas“ CO2 frei. Laut BUND stammen 4,5 Prozent der deutschen Emissionen aus entwässerten Mooren.

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Blumenerde ohne Torf

Viele Blumenerde-Hersteller haben Alternativen entwickelt. So wird Torf oft völlig oder teilweise durch Rindenhumus (kompostierte Rinde), Grüngutkompost, Holzfaserstoffe und andere Beigaben ersetzt. Wer sich beim Blumenerdekauf für die torffreien Varianten, die es längst in jedem Gartencenter und Baumarkt gibt (vor Ort und im Internet), entscheidet, tut also etwas für Klima und Umwelt.

Torffreie und torfreduzierte Pflanzenerden bekommt man beim Gärtner, in Gartencentern, Baumärkten sowie teilweise im Lebensmittelhandel – alle diese gibt es regional vor Ort und im Internet. Letztere liefern über Zustelldienste oder bringen die Ware direkt vorbei.

Bio-Blumenerde

„Bio“ und „torffrei“ sind zwei ganz unterschiedliche Qualitätskriterien. „Torffrei“ ist noch nicht „bio“ und „bio“ bedeutet nicht automatisch „torffrei“. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte als „torffrei“, fragt nach torffreien Bio-Erden. Allerdings sind Bio-Erden nur dann „wirkliche“ Bio-Erden, wenn sie das entsprechende Siegel nach den Vorgaben der EU (EU-Öko-Verordnung) oder der Bio-Produktionsverbände (Demeter, Bioland oder andere) tragen. Der Begriff „Bio“ ist leider bei Erden/Substraten nicht geschützt und viele Firmen setzen „Bio“ schon mit der Begründung in den Namen der Blumenerde, dass ihre Blumenerde aus nachwachsenden Rohstoffen sei oder die Verpackung aus einem weniger schädlichen Kunststoff als andere, ohne dass die Erde tatsächlich Bioqualität und ein Bio-Siegel hat.

Torffreie Erden im (Gartenfach-) Handel

Beispiele für torffreie (Bio-) Erden:

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Torffreie Bio-Erden verwenden

Wer bisher Torfkultursubstrate, Einheitserden bzw. torfhaltige Blumenerden gewohnt ist, muss sich umstellen, denn torffreie Pflanzen-/Blumenerden haben nicht unbedingt die gleichen Eigenschaften. Sie können sich beispielsweise hinsichtlich Struktur, Wasserhaltevermögen, Nährstoffgehalt und Nährstoffumsetzung von den Erden, die wir gewohnt sind, unterscheiden. Deshalb ist es ratsam, vor dem Gießen zu prüfen, ob die Erde noch feucht ist. Das könnte man mit einem Feuchtemesser (Tensiometer) tun, aber der Finger reicht auch – allerdings nur, wenn man wirklich tief bohrt, denn grobe Substrate sind vielleicht oben trocken, aber im Inneren doch noch ausreichend feucht. Ein Zuviel an Wasser ist aber mindestens ebenso schädlich wie ein Zuwenig. Ansonsten sollte man seine Pflanzen gut beobachten – so lassen sich auch Nährstoffmangel oder -Nährstoffüberschuss früh erkennen und beheben.

Torffreie Blumenerde selbst mischen

Wer seine torffreie Blumenerde selbst mischen möchte, kann dies zum Beispiel mit dem folgenden Blumenerde-Rezept. Man mische diese Zutaten:

  • 25% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 50% Gartenerde
  • 35% Holzfaserstoffe
  • 30% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 10% Ton

Der Ton bzw. der Tonanteil der Gartenerde bringt feine Poren in die Blumenerde. Wasser, gelöste Nährstoffe und Mineralien werden dadurch vor dem Auswaschen besser geschützt. Der Ton ist also ein guter Puffer, aber macht die selbst gemachte Blumenerde bzw. eine gute Blumenerde aus dem Handel auch etwas schwerer als grobe oder faserige organische Bestandteile, die viel Luft enthalten können.

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Blumenerde sparen

Nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch wegen der unangenehmen Erde-Schlepperei (Bootcamp-Fitness mit Schlammcatchen im Baumarkt) versuche ich, Blumenerde zu sparen. Das mache ich beispielsweise so: Wenn ich Kübel oder Töpfe neu bepflanze, dann gebe ich in das neue Gefäß aus Ton, Terracotta oder einem anderen frostfesten Material für Pflanzgefäße unten ein paar Tonscherben hinein (später darf man dann aber nur mit Arbeitshandschuhen in solchen Töpfen graben), dann eine oder mehrere abgestorbene Pflanzen vom Vorjahr mit zerpflücktem Wurzelballen, dann erst frische Blumenerde, in die ich die neue Pflanze einpflanze. Die toten Pflanzenteile können dann im Topfinneren wie im Hochbeet oder auf dem Kompost verrotten. Das Pflanzgefäß wird zu einem „Miniatur-Hochbeet“ beziehungsweise zum „bepflanzten Kompostkasten“.

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Weitere Informationen

Dieser Beitrag wurde 2013 zum ersten Mal veröffentlicht und mehrmals aktualisiert

Buchtipp in eigener Sache:

Flexibel und mobil gärtnern: Blumen, Gemüse & Kräuter, Stauden und Gehölze in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen anbauen und so Balkone, Terrassen, Dachterrassen, Eingangsbereiche verschönern und/oder für den Selbstversorgeranbau nutzen. Standortgerecht Gartenträume wahr machen – vom ansprechenden Eingangsbereich über Duft-, Bienen-, Künstlerbalkon bis zur Wohlfühloase und/oder Selbstversorgerterrasse auf dem Dach.

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
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Der Kies muss weg (Buchvorstellung**)

Seit ein paar Jahren machen sich Kies- und Schottergärten breit und verdrängen die Pflanzen aus der Umgebung der Menschen. In seinem Buch Der Kies muss weg.*, das gerade beim Ulmer Verlag erschienen ist, geht Tjards Wendebourg der Sache auf den Grund. Haben diese Menschen Angst vor der Gartenarbeit oder davor, sich von ihren Nachbarn zu unterscheiden, die bereits im Grauen wohnen? Er liefert Argumente gegen das steinerne Elend und zeigt bessere Wege auf.

Der Kies muss weg. Buchcover mit Werbelink zu Amazon

Die Medien berichten seit Jahren. Und Pflanzenliebhaber sowie Naturschützer empören sich darüber, dass sich zunehmend Menschen für eine graue Schotterhalde vor der Haustür statt für lebendiges Grün und Blumen entscheiden. In seinem gerade beim Ulmer Verlag erschienen Buch geht Tjards Wendebourg den Steinen auf den Grund, forscht nach den Ursachen für die Ausbreitung der Schottergärten, erklärt die Nachteile und den nur vermeintlich geringeren Pflegeaufwand und zeigt Alternativen auf, die nicht nur angesichts von Klimawandel und Insektensterben zeitgemäßer sind, sondern auch das ganze Wohnambiente aufwerten und das Klima am (und auch im) Haus verbessern würden.

Meinung zum Buch
Gefallen hat mir, dass Wendebourg jede Menge Basiswissen auffährt und gute Argumente liefert, warum diese als nahezu unbelebt geplanten Schottergärten, wie sie derzeit in manchen Gegenden gehäuft aufpoppen, weder für Klima und Natur noch für den Menschen nützlich, sondern nur falsche Versprechen sind, die einen Rattenschwanz an Arbeit und Kosten nach sich ziehen. Auch nennt er in seinem Buch pflegeleichte Pflanzen als Alternativen für verschiedene Standorte und zeigt auch schöne Pflanzengesellschaften und Bepflanzungen in Bildern.
Sehr gut finde ich auch die Idee mit den QR-Codes in den Kapiteln, über die man Zusatzinformationen im Internet erreicht.

Der Autor
Tjards Wendebourg ist Dipl.-Ing. Gartenbau und hat viele Jahre lang Gartenbesitzer beraten. Seit 2001 arbeitet er als Redakteur beim Verlag Eugen Ulmer und ist inzwischen als Redaktionsleiter für zehn Fachzeitschriften verantwortlich, darunter DEGA GALABAU, FREIRAUMGESTALTER, FLÄCHENMANAGER sowie Naturschutz und Landschaftsplanung.

Buchdaten
Der Kies muss weg.*
Gegen die Verschotterung unserer Vorgärten.
Tjards Wendebourg
Ulmer Verlag 2020,
ISBN 978-3-8186-1045-6
96 S., 100 Farbfotos, Klappenbroschur.
Als E-Book (PDF) gibt es das Buch auf der Buchwebseite des Ulmer-Verlages***, Fachverlag für Garten & Pflanzen und mehr

Mein Fazit zum vorliegenden Buch:
Sehr wichtiges Thema, interessant und lesenswert umgesetzt.

Wer einen Garten plant und anlegt beziehungsweise anlegen lässt und wer Hausbesitzer oder Wohnungseigentümer(gemeinschaften) zu Neuanlagen und Umgestaltungen berät, sollte sich mit diesem Thema auseinandersetzen und das Buch lesen, bevor er einen „Schottergarten des Grauens“ empfiehlt oder anlegt. Er oder sie wird sich und/oder seinen Kunden manchen Ärger ersparen. Eine tolle Idee für Gartenplaner und Garten- und Landschaftsbauer: Ihren Kunden das Buch schenken!

Anmerkung
Ich persönlich bin ein Zahlenfreak und hätte mir den Teil des Buches, in welchem es um die Alternativen geht, noch ausführlicher gewünscht: mit (noch mehr) Gegenüberstellungen in Bildern/Plänen jeweils mit konkreten Zahlen zu Kosten und Arbeitsstunden für Anlage- und Folgekosten von Schotter-Eingangsbereichen gegenübergestellt verschiedenen, unterschiedlich teuren pflegeleichten Bepflanzungen in unterschiedlichen „Stilen“ für den Eingangsbereich und andere Außenbereiche (am liebsten noch mit Angaben zur ökologischen Mehrleistung der verschiedenen Bepflanzungen gegenüber der Steinaufschüttungsvariante, auch ausgedrückt als ökonomischer Wert). Vielleicht nimmt sich ja mal eine Forschungsanstalt dieses Themas ein paar Jahre lang an und erarbeitet solche Zahlen, und dann wird das Buch um 60 Seiten erweitert.

Einladung zur Umfrage

Tommy Gluth untersucht in seiner Abschlussarbeit am Institut für Landschaftsarchitektur der Technischen Universität Dresden die Vorlieben und Gründe für bestimmte Gartengestaltungen. Diese Arbeit kann nur gelingen, wenn sich ausreichend Freiwillige finden, die seinen Fragebogen ausfüllen. Machen Sie mit, wenn sie einen eigenen Garten an Ihrem Wohnhaus haben. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos und anonym! Unter folgendem Link können Sie teilnehmen und ihm dabei helfen, aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen: https://umfragen.psych.tu-dresden.de/sozsci/garten/

* Werbelink
** Rezensionsexemplar bestellt und kostenlos erhalten
*** Werbung: Ich bin ebenfalls Autorin des Ulmer Verlages, weshalb ich den Artikel sicherheitshalber als Werbung wegen „Markennennung“ kennzeichne, denn theoretisch könnte mein Blogartikel zu einer (weiteren) Zusammenarbeit mit dem Ulmer Verlag oder dessen Netzwerk in der Zukunft führen – soweit zur neuen Influencer-Rechtsprechung. Tatsächlich vertrete ich hier aber unbeeinflusst meine Meinung.

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Pflanzen des Jahres 2020

Jedes Jahr wählen verschiedene Organisationen, Institutionen oder auch PR-Kampagnen ihre Pflanzen des Jahres. Da gibt es die Blume des Jahres, die Staude des Jahres, den Baum des Jahres, die Arneipflanze des Jahres, die Giftpflanze des Jahres und viele andere. Meist geht es darum, das Augenmerk von Gärtnern und Öffentlichkeit auf diese Pflanzen lenken, denn oft handelt es sich um gefährdete, zu wenig bekannte oder nicht genug wertgeschätzte Pflanzen. Dies sind die wichtigsten Pflanzen des Jahres 2020 im Überblick und von wem sie jeweils als solche bestimmt wurden:

Der Lavendel (Lavandula-angustifolia) ist Arzneipflanze 2020.

Echter Seeball
Die Wasserpflanze des Jahres 2020 ist der Echte Seeball (Aegagropila linnaei), eine Alge der nördlichen Erdhalbkugel. Die Pflanze symbolisiert die Dringlichkeit eines wirksamen Gewässerschutzes. Zur Wasserpflanze des Jahres gekürt wurde sie vom Verband der Deutschen Sporttaucher (VDST) gemeinsam mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwasser-Sport-Verband (SUSV).

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Fieberklee
Der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) ist die Blume des Jahres 2020. Er ist eine Sumpfblume, die als Erstbesiedlerin Lebensräume erschließt. Zur Blume des Jahres 2020 auserkoren wurde der Fieberklee von der Loki-Schmidt-Stiftung.

Rutenhirse
Die Rutenhirse (Panicum), ein robustes und trockenheitsverträgliches Ziergras, wurde vom Bund Deutscher Staudengärtner (BDS) zur Staude des Jahres 2020 auserwählt.

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Robinie
Die Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung kürte die Robinie (Robinia pseudoacacia) zum Baum des Jahres 2020. Diese Baumart wurde erst vor 300 Jahren im Mittelmeerraum eingeführt und steht auf der Liste der invasiven Baumarten. Andererseits ist sie robust und eine gute Bienenweide – sie könnte also bei fortschreitender Klimaerwärmung zur Hoffnungsträgerin werden.

Wegwarte
Die Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus) wurde vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, bekannt als Paracelsus, zur Heilpflanze des Jahres 2020 bestimmt. Auf ihr basieren die Kulturformen Chicorée, Radicchio und Zuckerhut mit ihren gesundheitsförderlichen Bitterstoffen.

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Lavendel
Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Universität Würzburg wählte den Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) zur Arzneipflanze des Jahres 2020. Der Echte Lavendel ist ein kleiner Strauch, aus dessen Blütenständen Lavendelöl gewonnen wird, dessen junge Blätter in der Küche als Gewürz verwendet werden und dessen Auszüge der Blüten als Arzneitee und als Badezusatz genutzt werden.

Schwarze Tollkirsche
Dieses Nachtschattengewächs (Atropa belladonna) ist die Giftpflanze des Jahres 2020 – verantwortlich für die Ernennung ist der Botanische Sondergarten Wandsbek. Die Aufnahme der in der Pflanze enthaltenen Giftstoffe führt je nach Menge zu Mundtrockenheit, zu Sehrstörungen oder gar zum Tod durch Atem- und Herzstillstand.

Gurke
Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) hat die Gurke (Cucumis sativus) zum Gemüse der Jahre 2019 und 2020 ernannt. VEN möchte darauf aufmerksam machen, wie viel Artenvielfalt bei der Gurke verlorengegangen ist und für den Erhalt und die Verbreitung samenfester, und damit nachbaufähiger Sorten werben.

Junge Gurkenpflanze im Gewächshaus

Rudbeckie und Gurke
Fleuroselect, die internationale Organisation der Zierpflanzenindustrie, stellt 2020 die Rudbeckie (Rudbeckia) und die Gurke (Cucumis sativus) in den Mittelpunkt ihrer Home-and-Garden-Marketingkampagnen „Year Of The Rudbeckia“ und „Year Of The Cucumber“.

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Sedum
Der Unternehmerverband Gärtner Schweiz JardinSuisse kürt erstmals eine Pflanze des Jahres. Die Wahl fiel auf Sedum aus der Familie der Dickblattgewächse – und zwar auf die ganze Gattung, zu der die Weiße Fetthenne (Sedum alba), der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre), Tripmadam (Sedum reflexum) und viele andere gehören.

Zu den Pflanzen des Jahres 2019

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