Wir essen unser Unkraut: Löwenzahn-Bratkartoffeln mit Speck

Ist Löwenzahn ein Unkraut, Wildgemüse oder eine Heilpflanze? All das und noch mehr! Eine kurze Vorstellung und ein super einfaches Rezept („Löwenzahn-Bratkartoffeln mit Speck“), das sich für Vegetarier und Veganer ganz leicht abwandeln lässt.

Löwenzahn im Garten
Löwenzahn im Garten. Je jünger die Blätter sind, desto weniger bitter sind sie.

Unkraut ist ein unsinniger Begriff, denn krautige Pflanzen im botanischen Sinne sind „nicht verholzende“ Pflanzen. Nicht krautig (un-krautig) wären dann also Gehölze. Aber als Unkraut wurden und werden meist Pflanzen bezeichnet, die an einem Platz wachsen, wo wir Menschen sie nicht wollten, weil sie dort entweder den von uns angebauten Kulturpflanzen das Licht, Wasser und Nährstoffe wegnehmen oder weil wir sie da nicht schön oder aus anderen Gründen unpassend finden. Als Unkräuter bezeichnet wurden und werden beispielsweise Giersch, Zaunwinde, Kriechender Hahnenfuß und viele mehr. Oft wurde die Zuordnung auch aus der konventionellen Landwirtschaft übernommen, in der bei vielen jede Pflanze, die nicht die angebaute war, als Feind angesehen wurde.

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Doch inzwischen, in Zeiten des Artensterbens, verbreitet sich mehr und mehr die Erkenntnis, dass alle Lebewesen Bestandteil miteinander verwobener, vieldimensionaler Netze sind, bei denen die einzelnen Komponenten wichtig sind und mit deren Vielfalt das Gesamte an Stabilität gewinnt – wovon wir letztendlich abhängen (Nahrung für uns, Nahrungspflanzenbestäuber, Futter für andere Mitlebewesen, auf die wir über Umwege angewiesen sind usw.).

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Der Gewöhnliche Löwenzahn

Zu den Pflanzen, die von manchen als „Unkraut“ bezeichnet werden, gehört der Gewöhnliche Löwenzahn. Aber eigentlich ist er ein heimisches Wildkraut, das in Wiesen, an Wegrändern und in Gärten wächst, das Brachflächen, Schutthalden und jede freie Ritze besiedelt.

Löwenzahn-Basics

Löwenzahn (Taraxacum) ist eine Gattung der Familie der Korbblütler. Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) bezeichnet nicht nur eine Art, sondern eine ganze Gruppe. Die Hauptblütezeit ist im April/Mai – zu der Zeit ist er eine wichtige Bienenweidepflanze (Löwenzahnhonig). Wie bei allen Korbblütlern ist das, was wir als eine Blüte wahrnehmen, eigentlich ein Blütenstand mit Hochblättern, Hüllblättern und vielen gelben Zungenblüten auf einem hohlen Blütenstandstiel. Nachts sowie bei Regen oder Trockenheit schließen sich die Hüllblätter.

Die einzelnen Blüten bilden Früchte, die zusammen den Fruchtstand bilden, den Kinder als „Pusteblume“ bezeichnen. Jede kleine Frucht des Fruchtstandes hat ihren eigenen Flugschirm an einem Stielchen und wird vom Wind davon getragen.

Die jungen Blättern eignen sich roh als Salatbestandteil, Presssaft oder Smoothiezutat, lassen sich aber auch als Gemüse kochen. Auch die Wurzeln kann man roh oder gekocht essen oder über Trocknung und Röstung zu einem Kaffeeersatz verarbeiten. Aus den Blüten kann Sirup oder Gelee hergestellt werden. Löwenzahn ist außerdem ein wichtiges Kraut für Weidetiere und Bestandteil der Kräuter für Kleintiere.

Löwenzahn und andere Kräuter zum Essen oder zur inneren Anwendung sollte man nur da sammeln, wo nicht gespritzt wurde, nicht an viel befahrenen Straßen oder an Hunde-Gassirouten.

Die einzelnen Blüten des gelben Blütenstandes entwickeln sich zu Flugsamen und der Blütenstand wird zur Pusteblume ein.

Die jungen Blätter des Löwenzahns eignen sich roh und kleingeschnitten als Salatbestandteil oder als Würzkraut. Man kann sie auch Presssäften oder Smoothies als Zutat hinzufügen oder sie als Gemüse zubereiten. Auch die Wurzeln kann man roh oder gekocht essen oder über Trocknung und Röstung zu einem Kaffeeersatz verarbeiten. Aus den Blüten lassen sich Sirup oder Gelee herstellen. Löwenzahn ist außerdem ein wichtiges Kraut für Weidetiere und Bestandteil der Kräutermixtur für Kleintiere.

Frisch geernteter Löwenzahn
Frisch geernteter Löwenzahn

Löwenzahn hat wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Inulin, Bitterstoffe, Triterpene und andere) auch in der Medizin, Volksheilkunde und Homöopathie Bedeutung und wird/wurde beispielsweise gegen Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden, Diabetes und anderem mehr angewendet. So kann man einen Tee aus Blättern (innerlich, angeblich gut für die Verdauung), Wurzeln (innerlich, angeblich gut für die inneren Organe) oder Blüten (äußerlich, angeblich gut als Gesichtswasser) zubereiten. Andererseits wird Löwenzahn von der Informationszentrale gegen Vergiftungen als „gering giftig“ eingestuft, jedoch ohne Angaben, ab welchen Mengen und für wen. Man sollte sicherheitshalber keine zu großen Mengen Löwenzahn essen und wer zu Allergien neigt, sollte wissen, dass der Milchsaft zu Hautreizungen führen kann.

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Löwenzahn und andere Kräuter zum Verzehr oder zur inneren Anwendung sollte man nur da sammeln, wo keine giftigen Pflanzenschutzmittel oder Ähnliches gespritzt wurden, nicht an vielbefahrenen Straßen und nicht dort, wo regelmäßig Hunde Gassigeführt werden.

Löwenzahn-Rezept

In unserem Gemeinschaftsgarten wächst der Löwenzahn im Rasen auf dem begrünten Tiefgaragendach und am Grundstücksrand im lichten Schatten unter Laubgehölzen (die im Winter und Frühling noch blattlos sind). Während er in unserem Rasen wenig Blattmasse bildet, weil er mit Gräsern, Gänseblümchen und anderen Rasenblumen konkurrieren muss, gedeiht er im Frühling unter den Bäumen prächtig. Es bot sich also an, ihn nicht nur den Hasen zu überlassen, sondern ihn auch einmal in der Küche zu verarbeiten.

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Löwenzahn-Bratkartoffeln mit Speck

Das ist mein Rezept für ein schnelles Gericht aus (übriggebliebenen) Pellkartoffeln und ein paar Löwenzahnblättern aus dem Garten. Natürlich kann man auch Salzkartoffeln verwenden, ich bevorzuge Pellkartoffeln, weil sie so schnell, energiesparend und vitaminschonend im Dampfkochtopf gekocht werden können.

Zutaten

Pellkartoffeln, gepellt und in Scheiben
Löwenzahnblätter, gewaschen und grob gehackt
(Löwenzahnblüten zur Dekoration)
Zwiebel(n), gehackt
Speck (ersatzweise Tofu würzig mariniert), gewürfelt
zum Braten geeignetes Pflanzenöl oder Fett
Salz und Pfeffer
(Butter, kaltgepresstes Pflanzenöl)

Zubereitung

In einer Pfanne mit etwas hitzeverträglichem Pflanzenöl o. Ä. Speck auslassen. Den Speck dann an den Rand schieben (oder herausnehmen und warm halten) und Kartoffeln und Zwiebeln im Öl/Fett anschwitzen, bis sie leicht gebräunt sind. Zum Schluss die gehackten Löwenzahnblätter hinzufügen und heiß werden lassen. Mit Salz, Pfeffer (Butter, Pflanzenöl) abschmecken. Auf Tellern mit Löwenzahnblüten garnieren und servieren.

Löwenzahnbratkartoffeln mit Speck
Löwenzahn-Bratkartoffeln mit Speck

PS: Dazu kann man Spiegelei, (vegane) Würstchen, gebratenen Leberkäs (oder entsprechende Tofu-/Seitanprodukte) essen.

Zwei interessant klingende Rezepte mit Gewöhnlichem Löwenzahn findet man auch in dem Buch

Buchcover Der Giersch muss weg - mit Werbelink zu Amazon.de
Der Giersch muss weg!*
28 Unkräuter bekämpfen oder einfach aufessen.
50 frische Wildkräuter-Rezepte
Susanne Hansch, Elke Schwarzer
Verlag Eugen Ulmer**
Klappenbroschur
ISBN: 978-3-8186-0647-3




** Das Buch habe ich kostenfrei vom Verlag erhalten
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Vegan essen und dabei fit und gesund sein für Anfänger

Kennzeichnung siehe unten beim Asterisk (*)Millionen Menschen haben sich in Deutschland für die vegetarische Ernährung entschieden. Ein zunehmender Teil von ihnen lebt vegan – sie verzichten vollständig auf tierische Produkte. Wie gelingt der Einstieg in die gesunde, vegane Ernährung? Schmeckt die pflanzenbasierte Kost überhaupt? Tipps und Informationen helfen, die ersten Schritte hin zum tierproduktfreien Leben zu gehen – und dranzubleiben.

Vegan essen, gesund leben – wie geht das?

In der Ernährung bedeutet vegan: kein Fleisch, keine Eier, keine Milchprodukte, kein Honig und andere Inhaltsstoffe, die von Tieren stammen. Die meisten Veganer entscheiden sich aus Tierliebe für diese Ernährungsweise. Die vegane Ernährung hat aber auch einen positiven Einfluss auf die Umwelt und das Klima und bei einem ausgewogenen Speiseplan leistet die pflanzenbasierte Ernährung auch einen wertvollen Beitrag zur eigenen Gesundheit. Darüber hinaus führt die Ernährungsumstellung auf vegan dazu, dass die eigene Lebensweise reflektiert wird – so mancher findet dadurch gesündere Gewohnheiten für den Alltag als bisher.

Legt man neben dem Verzicht auf tierisches Essen auch Wert auf Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse und eine ausgewogene Zusammenstellung, kann die vegane Ernährung die Gesundheit positiv beeinflussen. Vielversprechend ist die Umstellung auf den veganen Speiseplan, wenn Sie Gewicht reduzieren wollen. Veganer haben eine große Auswahl an hochwertigen Lebensmitteln, aus denen sie wählen können. Neben ausgewogen-gesunden Produkten bieten die Supermärkte jedoch auch im Vegan-Regal Hochkalorisches und eher ungesunde Fettbomben. Mit dem Wechsel zur pflanzlichen Kost gehen viele aber einen ersten Schritt hin zu einer langfristig gesünderen Ernährung.

Gesund abnehmen und schlank bleiben – mit veganer Ernährung kann das klappen

Noch gibt es eine begrenzte Anzahl an Studien, die die langfristige Wirkung von veganem Essen untersuchen. Doch eines konnte schon gezeigt werden: Als Diät funktioniert die Umstellung auf pflanzliche Kost ausgezeichnet. Auch Blutdruck- und Blutfettwerte verbesserten sich bei einer ausgewogen veganen Diät nachweisbar. So profitiert von der Umstellung nicht nur die schlanke Linie, sondern zugleich die Gesundheit.

Vegan essen und fit werden – Fitnesstraining mit Pflanzenpower

Passen vegane Ernährung und Fitness zusammen? Verträgt sich der pflanzliche Speiseplan mit einem Muskelaufbautraining? Ist es möglich, die nötigen Proteine zum Muskelaufbau ausschließlich aus pflanzlicher Nahrung zu beziehen?

Die Antwort lautet: im Prinzip ja. Es kommt auf die Auswahl an.

Wer sein Muskelwachstum anregen will, muss dazu nicht zum bekannten Molkeprotein greifen. Auch Proteine aus Reis oder Soja können den veganen Speiseplan ergänzen. Tatsächlich enthalten alle pflanzlichen Lebensmittel Proteine – allerdings in unterschiedlicher Menge.

Besonders proteinhaltig sind:

  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Kichererbsen)
  • Vollkorngetreide
  • Nüsse (Mandeln, Haselnüsse, Cashewnüsse)
  • Saaten (Hanfsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne)

Wer sich einen ausgewogenen Speiseplan zusammenstellt, kann auch im Sport weiterhin Höchstleistungen abrufen. Diverse Spitzensportler schwören sogar auf vegan-vegetarische Ernährung. Erfolgreiche Diätansätze sind ebenso möglich wie das gewohnte Ausdauer- und Aufbautraining – so mancher wird nach der Umstellung auf vegane Ernährung gar eine verbesserte Leistungsfähigkeit feststellen.

Vegan durchstarten mit einfachen Rezepten

Machen Sie sich den Anfang leicht. Probieren Sie verschiedene Rezepte aus, und was gut schmeckt, darf gern öfter auf den Tisch. Für den Anfang lohnen sich Gerichte, die leicht zuzubereiten und nicht sehr aufwändig sind. Gerade Menschen, die bisher nicht regelmäßig selbst gekocht haben, werden eine Weile brauchen, um sich an die Zubereitung am eigenen Herd zu gewöhnen. Mit den nachfolgenden Rezepten gelingt der Einstieg ins vegane Leben bestimmt – sie sind unwiderstehlich lecker und einfach zuzubereiten.

Quinoa-Birnen-Auflauf

Zutaten für 3 Personen:
250 g Quinoa
500 ml Wasser
Fett für die Auflaufform
5 Birnen
80 ml Hafermilch (alternativ auch Sojamilch)
Für den Guss:
35 g Mandelmus
200 ml Hafermilch
1 EL Zitronensaft
2 EL Mehl

Zubereitung:
Quinoa heiß waschen, abtropfen lassen. Das Wasser zum Kochen bringen, Quinoa hinzugeben. Ca. 15 Minuten unter häufigem Umrühren kochen. Eine Viertelstunde auf der heißen Platte quellen lassen.
Das Mandelmus in Hafermilch auflösen, die Mischung mit dem Mehl und Zitronensaft zu einer dickflüssigen Masse verrühren. Quinoa vom Herd nehmen, 80 ml Hafermilch einrühren und bei geschlossenem Deckel 10 Minuten ausquellen lassen.
Die Auflaufform einfetten. Quinoamasse einfüllen, verteilen und gleichmäßig andrücken.
Die Birnen schälen, entkernen, in Spalten schneiden. Die Stücke auf der Quinoa verteilen und den Guss darübergießen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad etwa 25 Minuten backen.
Kann als Hauptgericht dienen, oder mit Marmelade und frischem Obst als leckere Nachspeise.

Mousse au Chocolat – vegane Nachspeise, fix angerichtet

Zutaten:
200 g Cashewsahne – selbst gemacht oder gekauft
1 Banane
1 EL Kakao
1 Spritzer Zitronensaft
1 Prise Salz
Etwas Zimt
Mandelsplitter zum Bestreuen.

Zubereitung:
Alle Zutaten im Mixer oder Smoothie-Maker zu einer dicken Creme mixen. Nach Bedarf mit etwas Agavendicksaft abschmecken. Mandelsplitter obenauf streuen. Vor dem Servieren kühl stellen.

Die erfolgreiche Ernährungsumstellung auf vegan – so nutzen Sie die Pflanzenpower für sich

Mehr Informationen, Tipps und Rezepte für eine gesunde vegane Ernährung sowie einen Online-Shop mit einer riesigen Auswahl an veganen Lebensmitteln finden Sie bei veganfitness.de.

Ist die Umstellung auf vegane Kost einmal gelungen, bemerken Sie viele Veränderungen, nicht nur in Ihren Alltagsgewohnheiten. Die vegane Küche kann sich positiv auf die schlanke Linie auswirken, Sportler entdecken neue Leistungslevels, und dank reichhaltiger neuer Erfahrungen in der Küche weitet sich der kulinarische Blick. Die pflanzliche Kost kann eine echte Bereicherung für den Speiseplan und für den gesamten Lifestyle sein. Mit den richtigen Informationen gelingt es Ihnen bald, das pflanzliche Kochen in den Alltag zu integrieren. Geben Sie sich selbst genug Zeit, und genießen Sie die sichtbaren und spürbaren Erfolge Ihres neuen Menüplanes.

*Sponsor-Posts sind informative Artikel meiner Werbepartner.

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Schöner Schein mit Filtern, Facetuning, Photoshop & Co.

Wie glaubwürdig sind Bilder als Teil der Selbstdarstellung, Selbstvermarktung und Kommunikation angesichts der Bearbeitungsmöglichkeiten und wie ehrlich sollte man sein?

Schon nicht manipulierte Bilder und Videos können im falschen Zusammenhang ein falsches Zeugnis sein. In den letzten Jahren ist hinzugekommen, dass Bilder und Videos immer einfacher verändert werden können. Das geschieht nicht nur, wenn Tatsachen politisch motiviert falsch dargestellt werden sollen oder wenn jemand Prominente mit gefälschten Videos unter Druck setzen oder deren Ruf zerstören will. Dank Digitalisierung lassen sich heute alle unsere Bilder mit ein paar Klicks oder Tipps verändern: das Wetter verschönern, die Figur trimmen, unerwünschte Personen oder Gegenstände aus dem Bild entfernen. Aber soll man diese Möglichkeiten für die Selbstdarstellung, Selbstvermarktung und die Business-Kommunikation nutzen?

Aufwachen macht mehr Spaß mit Snapchat-Effekten, Linsen und Filtern
Der Blick in den Spiegel am Morgen kann in meinem Alter schon manchmal frustrieren: Augenringe, Knitterfalten, Rötungen und anderes mehr. Aber auf meinem neuen iPhone habe ich jetzt endlich die Snapchat-App installieren können (gab es für mein voriges Lumia-Smartphone mit Windows nicht). Die Zeiten mit dem Frust am Morgen sind vorbei, denn jetzt heißt es: Aufwachen, Smartphone an, Snapchat öffnen, Effekt auswählen und schon lächelt mir eine schmalere Eva mit makelloser Haut, schönen, langen Wimpern, Lidstrich und/oder mit sonstiger Verzierung je nach Laune an. Will ich heute Prinzessin sein, Vampir oder will ich bunte Haare und ein Piercing über der Lippe?



Ich liebe es, alle angebotenen Effekte. Linsen und Filter auszuprobieren. Allerdings bin ich dadurch heute eine Stunde später aufgestanden. In bester Laune!

Kleiner Tipp: Den Spiegel im Badezimmer sollte man am Abend vorher verhängen, sonst kommt beim Zähneputzen das Erwachen!


Solange man im Homeoffice arbeitet und die Kommunikation mit der Außenwelt auf Snapchatten, Instagram & Co. mit geschönten Fotos und Videos, E-Mails und Telefonieren beschränkt, kann man den schönen Schein im Business und anderswo aufrechterhalten. Aber was ist, wenn man rausgeht? Dass man dann auf der Straße von Fremden nicht erkannt werden kann, werden viele begrüßen, die zurückgezogen leben und ihre Privatsphäre schützen wollen. Allerdings könnte es frustrierend werden, wenn man dann doch einmal auf eine Veranstaltung geht oder sich mit virtuellen Bekannten geschäftlich oder privat verabredet und denen dann möglicherweise vor Schreck die Kinnlade runterfällt.
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Wie ist Ihre/eure Meinung zu dem Thema? Soll man sich online möglichst positiv darstellen? Oder doch lieber authentisch mit allen Facetten? Man könnte natürlich auch tiefstapeln, um dann im wahren Leben positiv zu überraschen. (Da hier aktuell nicht kommentiert werden kann: Wer einen Blogbeitrag zum Thema verfasst hat, kann mir den Link an tinto@tinto.de schicken. Ansonsten freue ich mich über Kommentare und Diskussionen bei Facebook, Twitter, Instagram & Co.).

Apropos: Wie weit soll das Verschönern mit App-Effekten, Facetuning, Photoshop & Co. im Privaten gehen? Soll man die Bikinifigur aufmöbeln, Muttermale entfernen, den Müll am Bildrand vom Strandfoto wegretouchieren? Aber wie echt sind dann die Erinnerungen, die ja auch durch Bilder wachgehalten werden? Wie viel Realität ist eigentlich wichtig?

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Was bringt das Bedingungslose Grundeinkommen? (Buchvorstellung und Meinung)

Das gerade im Econ-Verlag erschienene Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* von Michael Bohmeyer und Claudia Cornelsen führt der neu entfachten Diskussion um das Bedingungslose Grundeinkommen frische Luft zu. Was bringt das bedingungslose Grundeinkommen? Wie verändert es die Menschen und die Gesellschaft? Und wie soll es finanziert werden? Es stellt sich auch die Frage, ob wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen überhaupt noch brauchen – das Umfeld hat sich in den letzten Jahren gewandelt.


Gerade im Econ-Verlag erschienen: Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis*

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen wird schon lange angedacht und in ganz unterschiedlichen Ausprägungen schon lange gefordert. Vor allem, als vor etwa zwei Jahrzehnten die Arbeitslosenquote in Deutschland noch über 10 Prozent lag, die Hartz-4-Effekte zu beobachten waren und man die (weitere) Digitalisierung wie eine Welle auf uns zurollen sah, wurde das Thema bei uns in Deutschland heiß diskutiert. Roboter würden bald die noch verbliebene Arbeit übernehmen, fürchtete man, und das Heer der Menschen ohne Arbeit und ohne Einkommen würde zu einem riesigen Problem werden. Wovon sollten die (wir!) dann leben? Von „Hartz 4“? Wer sollte in die Rentenkasse zahlen? Wie sollte man selbst noch Geld anlegen und für das Alter oder Notzeiten vorsorgen können? Schöne Aussichten angesichts der offenen oder unterschwelligen Unterstellung seitens mancher Politiker, Parteien und Teilen der Presse, dass Arbeitslose und andere Bedürftige Schmarotzer seien [Entmenschlichung als Mittel, um staatliche Hilfe möglichst klein halten und sogar das Mindesteinkommen noch reduzieren lassen zu können, wenn sich jemand nicht jeder (oft genug unsinnigen) Forderung seines Betreuers beim Jobcenter fügt]. Vergessen wird von den Vertretern der Sanktionen gerne, dass viele dieser Menschen vorher auch in die Arbeitslosenversicherung und ins Steuersäckl gezahlt haben und/oder dass sie vielleicht in (prekären) Jobs wichtige Aufgaben für uns und unsere Gesellschaft erfüllt haben. Gehorche ohne Widerspruch und du kannst dir ein Geburtstagsgeschenk fürs Kind leisten oder eben nicht – das ist für manche Bedürftige leider die demütigende Realität.

Statistik: Arbeitslosenquote in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 2004 bis 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Das Bedingungslose Grundeinkommen könnte eine Lösung sein, die Probleme menschenwürdig zu lösen, sagen die Befürworter. Und es sollte nicht nur akut Arbeitslosen die Schmach der unfreiwilligen „Bedürftigkeit“ nehmen, sondern allen offenstehen – bedingungslos in beide Richtungen: ohne Voraussetzungsprüfung und ohne Rechtfertigung. So würde kein Neid entstehen. Außerdem sollte es höher sein als das Arbeitslosengeld 2 („Hartz 4“) der Langzeitarbeitslosen.

Eine der großen Fragen ist: Wie würden sich Menschen verhalten, deren Existenz, wenn auch auf bescheidenem Niveau, gesichert ist? Würden sie sich dem Nichtstun hingeben? Würden Sie sich für eine gerechtere Welt oder andere würdige Ziele engagieren? Denn die einen träumen vom guten Kern der Menschen, die sich fortan nur noch zum Wohle der Allgemeinheit verhalten würden, die anderen desillusionieren, dass Menschen nur dann etwas tun, erst recht etwas Sinnvolles, das aber keinen Spaß macht, wenn sie davon einen persönlichen Vorteil haben. Aber wie sind Menschen wirklich?

In einigen Ländern gab es bereits staatliche Pilotprojekte mit ganz unterschiedlichen Konzepten eines Grundeinkommens. Sie waren allerdings nicht bedingungslos, sondern nur für bestimmte Gruppen (beispielsweise Finnland: ausschließlich für Arbeitslose), wurden vorzeitig abgebrochen (kanadische Provinz Ontario nach einem Regierungswechsel) oder wichen anders vom obigen Idealbild ab.

Um Erfahrungen in Deutschland zu sammeln, starteten Michael Bohmeyer und Mitstreiter ein Experiment, bei dem Geld von Spendern gesammelt wird („Crowdfunding“), das dann als Bedingungsloses Grundeinkommen für ein Jahr verlost wird. Um das zu verwirklichen, gründete Michael Bohmeyer den Verein Mein Grundeinkommen e.V., der die Informationsarbeit übernehmen und das Ganze abwickeln würde. Die, die in die Verlosung einzahlen (und dadurch auch an der Lotterie teilnehmen können), werden Crowdhörnchen genannt. Der einzelne merkt seinen kleinen Beitrag nicht, aber ein oder mehrere andere würden dank aller beteiligten Crowdhörnchen ein Jahr lang monatlich 1000 Euro (zusätzlich) zur Verfügung haben. Und vielleicht ist man sogar selbst der/die glückliche GewinnerIn.

Das Interesse an dem Projekt wuchs schnell und es wurde sowohl für den Lostopf als auch für den Verein (nur der ist gemeinnützig) so viel gespendet, dass inzwischen 273 Bedingungslose Grundeinkommen für ein Jahr vergeben werden konnten (mehr sind in der Pipeline). Für den Verein arbeiten inzwischen 23 Mitarbeiter. Die, die ein Bedingungsloses Grundeinkommen gewinnen, müssen keine Bedürftigkeit nachweisen oder andere Bedingungen erfüllen und sie können mit den 12 x 1000 Euro machen, was sie wollen. Da Gewinne grundsätzlich steuerfrei sind, können sie über den Betrag zusätzlich zu dem, was sie sonst an Einkommen haben, verfügen, ohne dadurch in eine höhere Steuerklasse zu rutschen oder dass das Finanzamt ihnen das Geld wegnehmen könnte. Benachteiligt sind hier Arbeitslosengeld-2-/Hartz-4-Empfänger: Sie müssen zwar auch keine Steuer zahlen, aber ihr Anspruch auf die staatliche Hilfe fällt durch den Gewinn eines Bedingungslosen Grundeinkommens zumindest für dieses Jahr weg.

Einige der bisherigen GewinnerInnen wurden – so sie gewillt waren – interviewt, um Erkenntnisse zu gewinnen, was das Bedingungslose Grundeinkommen bewirkt und wie es die Menschen und ihr Leben verändert hat. Ihre Beobachtungen und Folgerungen aus diesen Gesprächen veröffentlichten Michael Bohmeyer, der Initiator, und Claudia Cornelsen, eine Mitstreiterin, in einem Buch.

Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis*
Michael Bohmeyer, Claudia Cornelsen
Econ Verlag (Januar 2019)
ISBN: 978-3-4302-1007-2







Die Ergebnisse sind überraschend und interessant – und ich möchte sie hier nicht vorwegnehmen. Man erhält Einblicke in deutsche Wirklichkeiten (Paralleluniversen!), lernt ganz unterschiedliche Lebenswege kennen und welche Auswirkungen das Bedingungslose Grundeinkommen für ein Jahr auf diesen jeweils hatte.

Aber wir haben doch heute zuwenig Fachkräfte und die Unternehmen finden keine Auszubildenden

Bevor ich das Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* kaufte, fragte ich mich, wie akut der Bedarf an einem Bedingungslosen Grundeinkommen eigentlich (noch) ist. Die Arbeitslosen sind doch weniger geworden, sieht man in Statistiken und hört man immer lauter, vor allem von den Hartz-4 Befürwortern. Doch wenn man genau hinschaut, sind viele der Menschen in zwar gesellschaftlich wichtigen, aber dennoch so schlecht bezahlten Jobs untergekommen, dass ihnen nichts für Rücklagen für Notfälle bleibt, geschweige denn für die von Teilen der Politik erwartete zusätzliche eigene Altersvorsorge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Brauchen wir angesichts des zunehmenden Nachwuchs- und Fachkräftemangels und der Überalterung unserer Gesellschaft wirklich noch ein Bedingungsloses Grundeinkommen? Da mit dem Schwenk von warmherziger Willkommenskultur zu Fremdenängstlichkeit und Fremdenfeindlichkeit manchen angekommenen Geflüchteten die Illusion von Integration, Gleichberechtigung und gegensetigem Respekt genommen und ein Teil potenzieller qualifizierte Einwanderer verschreckt wurden, müssen wir doch jetzt eigentlich jeden Bürger des Landes, der noch atmet, zur Arbeit treiben – jedenfalls, wenn wir nicht wollen, dass Konzerne und damit auch deren Steuern (und die Steuern der Angestellten) wegen des Fachkräftemangels in andere Länder abwandern und mittlere und kleinere Betriebe hier gleichzeitig pleitegehen, weil die Menschen hier vor Ort nicht genug Geld haben, um bei ihnen zu kaufen oder Dienste in Anspruch zu nehmen. Da ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen doch kontraproduktiv. Oder nicht?
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Warum das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen noch relevant ist

Ihre Erkenntnisse aus den Gesprächen mit den Gewinnern lassen die beiden AutorInnen von Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* unser vertrautes Leistungsprinzip „Fordern und Fördern“ in Frage stellen – und das nicht nur hinsichtlich der Grundsicherung und Sanktionen der Jobcenter, die diese „Grundsicherung“ bei angeblichem Fehlverhalten manchmal so stark vermindern, dass in Extremfällen nicht einmal genug zum Essen bleibt.

Nach Lektüre des interessanten Buches, finde ich, dass das Bedingungslose Grundeinkommen nach wie vor seine Berechtigung hat. Das Vertrauen der Menschen in Staat und Gesellschaft wurden durch die Stigmatisierung von Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit untergraben. Das begann als Deutschland „der kranke Mann Europas“ war und nach Lösungen gesucht wurde, wie man angesichts zunehmender Arbeitslosigkeit die hohen Sozialausgaben in den Griff bekommen könnte. So kam es zu Hartz 4 und Co. Jedoch: Das Hetzen mancher Medien und die unterschwellige Unterstellung seitens weiten Teilen der Politik seit damals, Arbeitslose wollten nicht arbeiten, und nicht zuletzt dieses harte Fordern-und-Fördern-Prinzip haben eine Angst vor dem Absturz bis weit in die Mittelschicht ausgelöst. Schließlich ist niemand vor Arbeitslosigkeit gefeit. Tagtäglich gehen Firmen pleite, wird in Konzernen umstrukturiert und Leute entlassen. Jeder Mensch kann morgen selbst eine/einer der Fallengelassenen sein und vor Jobcentermitarbeitern zu Kreuze kriechen und sein Leben rechtfertigen müssen. All das hat vermutlich zum Vertrauensverlust in den Staat, zu Neiddebatten, Fremdenfeindlichkeit und zur gesellschaftlichen Spaltung zumindest beigetragen. Das Bedingungslose Grundeinkommen würde das Vertrauen wiederherstellen und die Menschen vermutlich wieder mehr zusammenführen können.

Wenn man allen ein Bedingungsloses Grundeinkommen gäbe und dadurch alle mehr Sicherheit und Freiheit haben, würden sie ohne Existenzangst den eigenen Neigungen nachgehen können, auch wenn diese Neigung ein nicht so gut bezahlter Pflege- oder Dienstleistungsberuf ist (allerdings darf das nicht ein Freifahrtschein für Arbeitgeber werden, ihre Mitarbeiter schlecht zu bezahlen). Anreiz für das Erlernen und Ausüben eines höher qualifizierenden Berufes wäre immer noch das eigene Bedürfnis nach Profilierung, die bessere zusätzliche Bezahlung durch den Arbeitgeber und der sonstige Selbstverwirklichungsantrieb.

Wer soll das Bedingungslose Grundeinkommen bezahlen?

Vieles wird zur Finanzierung des Bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert: Einsparungen bei den bisherigen Transferleistungen und der Sozialverwaltung, höhere Konsumsteuer oder Einkommenssteuer, Einführung einer Robotersteuer und/oder Finanztransaktionssteuer und anderes mehr.

Im Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* wird vorgeschlagen, das Bedingungslose Grundeinkommen aus der Einkommenssteuer zu finanzieren. Dazu würden zwar die Steuern erhöht, die mittleren Einkommen bekämen diese Erhöhung aber in etwa als Bedingungsloses Grundeinkommen wieder heraus, die Ärmeren und Armen bekämen mehr als sie eingezahlt haben, die Reichen weniger.

Mein Fazit zum Experiment des Vereins „Mein Bedingungsloses Grundeinkommen“

Das Experiment hat seine Grenzen: Man kann es leider nicht wirklich statistisch auswerten und erst recht nicht die Ergebnisse und Beobachtungen auf eine ganze Gesellschaft übertragen. Dafür ist die Zahl der Interviewten zu klein. Außerdem ist die Dauer des gewonnenen Bedingungslosen Grundeinkommens von vorneherein auf ein Jahr beschränkt – ich vermute, Menschen würden sich anders verhalten, wenn sie wüssten, dass sie das Bedingungslose Grundeinkommen zeitlich unbegrenzt erhalten würden. Wir können auch nichts darüber erfahren, wie sich ein Bedingungsloses Grundeinkommen langfristig (über Jahre oder ein ganzes Leben lang) auf die Menschen und die Gesellschaft auswirkt und ob sich das Erleben der EmpfängerInnen verändert, wenn ALLE Menschen bedingungslos in den Genuss kommen und nicht nur wenige glückliche Gewinner, die sich möglicherweise vom Schicksal auserkoren, reich beschenkt und schon deshalb glücklicher fühlen. Trotzdem finde ich das Experiment und die daraus gewonnenen Erfahrungen sehr interessant (und ich werde ein Crowdhörnchen bleiben).

Fazit zum Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis*

Auch wenn man als neugierige/r LeserIn die ein- oder andere Erwartung, Schlussfolgerung und Finanzierungsidee möglicherweise nicht teilt, ist das Buch doch eine gute Informationsquelle zum Thema Bedingungsloses Grundeinkommen und erzählt Geschichten von Menschen in Deutschland, ihre ganz verschiedenen Lebenswege, wie sie das Bedingungslose Grundeinkommen genutzt haben und wie es ihr Leben verändert hat. Darüber hinaus regt es allgemein zur Diskussion an, wie wir die Zukunft unserer Gesellschaft gestalten wollen.

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