Japankäfer: Fressorgien in Gruppen

Der Japankäfer (Popillia japonica) wurde ungewollt eingeführt und da es ihm hier gefällt, macht er sich nun breit. Da sowohl die Käfer (oberirdisch an Blättern und Blüten) als auch deren Larven (unterirdisch an Wurzeln) großen Schaden anrichten können und es (noch?) nicht genügend natürliche Feinde gibt, zählt er in der EU zu den Quarantäneschädlingen, das heißt er wird amtlich überwacht und bekämpft.

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Der ausgewachsene Japankäfer kann mit dem heimischen Gartenlaubkäfer verwechselt werden. Doch die fünf akuraten hellen Haarbüschel jeweils an den Körperseiten sowie weitere auf dem Hinterleib unterscheiden ihn. (Bildquelle: USDA, gemeinfrei, via Wikimedia Commons)


Begriffe

Lebewesen, die sich ohne menschliches Zutun hier entwickelt haben oder zugewandert sind, gelten als einheimisch (native) oder neueinheimisch (neonative).

Gebietsfremde Arten, die vor 1492 durch menschlichen Einfluss eingeführt wurden und sich etabliert haben, heißen Archäobiota. Arten, die nach 1492 durch menschliches Zutun wie Handel und Reisemitbringsel kamen und blieben, werden Neobiota genannt.

Von den 3000 Neobiota-Arten in Deutschland sind etwa 115 Insektenarten. Von diesen 115 Insektenarten gelten 60 Arten als invasiv. d. h. sie können Schaden anrichten – sei es wirtschaftlicher Schaden in Gartenbau, Weinbau, Land- und Forstwirtschaft, Gesundheitsschäden, soziale Probleme und/oder Schäden an vorhandenen Ökosystemen/Verdrängung heimischer Arten, wobei an letzterem aber vor allem der Klimawandel, Nährstoffeinträge, Pestizideinsatz sowie die Versiegelung und Verbauung von Landschaft schuld sind.

Neue Schädlinge, die nicht genügend natürliche Feinde und ein großes Schadpotenzial haben, werden in der EU als Quarantäneschädlinge gelistet, amtlich überwacht (in Deutschland ist das Julius Kühn-Institut zuständig, Leitlinien zu verfassen) und bekämpft. Es gibt eine Liste der zwanzig wichtigsten Quarantäneschädlinge, einer davon ist der Japankäfer.

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Der Japankäfer

Der etwa 1 bis 1,5 cm lange Japankäfer gehört zu den Blatthornkäfern und ähnelt unserem heimischen Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola), der aber seltener in solchen Massen auftritt, dass er so erheblichen Schaden anrichten würde wie es der Japankäfer schafft. Man kann den Japankäfer anhand seiner hellen Haarbüscheln, von denen er fünf an jeder Seite des Körpers und weitere auf dem Hinterleib trägt, vom Gartenlaubkäfer unterscheiden. Außerdem frisst der Japankäfer gerne in Gesellschaft, tatsächlich lockt er mit Pheromonen weitere Japankäfer herbei. Dann fressen sie dicht an dicht, bis nur noch Blattgerippe übrig sind (Skelettierfraß).

Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Asien (Japan, nördliches China und Kurilen). Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde er in die USA eingeschleppt und entwickelte sich dort zu einem gefürchteten Schädling. In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts entdeckte man ihn zum ersten Mal auf den Azoren (portugisische Inseln im Atlantik), 2014 dann auf dem europäischen Festland und 2018 ist er auch in Oberstdorf in Bayern angekommen.

Japanese Beetle Feeding on Peach Tree
Der Japankäfer mag es beim Speisen gesellig. Mit Pheromonen lockt er andere Japankäfer herbei. Hier lässt sich eine kleine Gruppe Japankäfer die Blätter eines Pfirsichbaumes schmecken. (Bildurheber: Zech Smith, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)


Der Japankäfer fliegt ab Mitte Mai bis etwa Anfang August und tut sich an Laub und Trieben gütlich. Was seinen Speiseplan betrifft, ist er nicht sehr wählerisch: Etwa 300 Pflanzenarten schmecken ihm. Einen Hinweis auf seinen Besuch geben die skelettierten Blätter, falls man den meist in Gruppen auftretenden Käfer nicht (mehr) findet.

Zu den Pflanzenarten, die der Japankäfer schädigen kann, gehören Apfelbäume, Steinobst, Mais, Hopfen, Soja, Tomaten, Bohnen, Rhabarber, Erdbeeren, Wein, Rosen und andere Ziergehölze sowie Gräserarten.

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Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in feuchten Boden, jeweils 2 bis 4 beieinander, im Laufe ihres Lebens insgesamt bis zu 60 Eier pro Weibchen. Aus den Eiern schlüpfen die Larven, die wie bei allen Blatthornkäfern Engerlinge genannt werden (und nur von Fachleuten anhand der Anordnung der Borsten auf dem letzten Hinterleibssegment bestimmt werden können).

Die Engerlinge fressen im Boden an den Wurzeln von Gräsern, aber auch von Pflanzen wie Soja, Tomaten und Erdbeeren. Sie überwintern in frostfreier Tiefe und wandern im Frühjahr wieder nach oben, um weiter an den Wurzeln zu fressen. Anschließend verpuppen sie sich und schlüpfen ab Mitte Mai als erwachsene Käfer. Der gesamte Zyklus dauert ein Jahr, nur in kälteren Regionen zwei Jahre.

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Engerling des Japankäfers (Bildquelle: USDA, gemeinfrei, via Wikimedia Commons).


Wenn die Engerlinge in Massen im Rasen (in Gärten, Parks und auf Golfflächen) auftreten und an den Wurzeln fressen, wird der Rasen darüber braun und unansehnlich. Zwar kommen dann die Vögel als natürliche Feinde und scharren und picken nach den Larven, aber das macht die Rasenfläche erst einmal nicht schöner – doch meist ist der Rasen an solchen Stellen sowieso nicht zu retten, warum also nicht die Vögel futtern lassen und danach erst neuen Rasen anlegen.

Andere Pflanzen als Gräser werden durch den Larvenfraß an ihren Wurzeln geschwächt, sie bilden weniger Früchte oder sterben ebenfalls ab.

Neben den Vögeln sind Laufkäfer, Maulwürfe, Igel und Spitzmäuse ebenfalls natürliche Feinde der Engerlinge. Jeder Engerling der von ihnen verspeist wird, ist ein eierlegender blätterfressender Japankäfer weniger im nächsten Jahr.

Meldepflicht

Wer einen Quarantäneschädling wie den Japankäfer findet, muss das dem zuständigen Pflanzenschutzdienst melden (den Käfer hebt man solange am besten in einem Gläschen auf). In Bayern ist dies beispielsweise die
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Lange Point 10, 85354 Freising
Tel.: 08161 71-0
E-Mail: ips@LfL.bayern.de
www.LfL.bayern.de/ips


Die Fachleute von der Meldestelle geben Auskunft, was zu tun ist, beispielsweise, ob man den Käfer mit Angabe von Datum und Fundort einschicken soll und welche Maßnahmen zu ergreifen sind.

Im Allgemeinen gibt es keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen den Japankäfer im Haus- und Kleingarten. Der Nützlingsproduzent e-nema spricht von positiven Erfahrungen mit Nützlingen, und zwar mit Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora, zur biologischen Bekämpfung der Larven des Japankäfers im Boden.

Empfohlen wird von einigen Pflanzenschutzfachleuten, Rasen zur Flugzeit nicht zu bewässern und/oder auf jeden Fall eine höhere Schnitthöhe beim Mähen einzustellen, weil die Rasenfläche dann weniger attraktiv für die Eiablage der weiblichen Japankäfer ist.

Abgeraten wird von Lockstofffallen im befallenen oder befallsgefährdeten Bestand, weil dadurch unter Umständen mehr Japankäfer angelockt als durch die Fallen abgefangen werden.

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Hinweis:
Über den Japankäfer und weitere Quarantäneschädlinge habe ich für den Praktischen Gartenratgeber geschrieben („Gefährliche Käfer aus Asien, Der praktische Gartenratgeber, Heft 2/2020, Obst- und Gartenbauverlag München des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege e. V.)

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Bienen helfen – auch Sommerblüher säen und pflanzen

Unsere Bienen sind gefährdet. Ursachen sind Monokulturen, Pestizide und Varroamilben – wobei sich diese Faktoren auch gegenseitig beeinflussen –, und auch der Klimawandel macht den Bienen zu schaffen. Mit dem Anbau von Frühjahrsblühern können wir nicht nur früh Farbe in den Garten bringen, sondern auch Bienen, Hummeln und anderen Nützlingen Nahrung bieten. Nun stellt sich heraus, dass es mindestens genauso wichtig ist, auch im Sommer für Pollen- und Nektarnachschub, also blühende Pflanzen, zu sorgen. (letzte Aktualisierung Juli 2021)

Biene an Bienenweide Phacelia

Biene an Bienenweide Phacelia

Der Klimawandel verändert den Jahresrhythmus. Nicht nur die ersten Frühjahrsblüher blühen früher, sondern auch die nachfolgenden Pflanzen. Die Blütezeiten der verschiedenen Arten schieben sich nach vorne und sind oft kürzer. Und plötzlich blüht dann im Sommer kaum noch etwas, gerade dann, wenn die Bienenvölker viel Futter brauchen.

Biene an Prachtspiere Spirea
Biene an Prachtspiere Spirea

Dabei ist es so wichtig, dass wir die Bienen erhalten. Sie werden nicht umsonst die Liebesboten der Pflanzen genannt, denn sie sorgen dafür, dass Blüten bestäubt werden. Ohne sie hätten wir nicht nur keinen Honig, sondern müssten auch auf Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Bohnen, Kürbis, Melone und vieles andere verzichten. Circa 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau hängen in Deutschland von der Bestäubung der Honigbienen ab.

Biene an Storchenschnabel Geranium

Biene an Storchenschnabel Geranium

Wir können den Bienen in unseren Gärten und auf den Balkonen einerseits schon früh Futter in Form von Pollen und Nektar bieten, indem wir Frühjahrsblüher pflanzen, und andererseits dafür sorgen, dass später im Sommer auch noch genug blüht.

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Sommerblühende Bienenweidepflanzen sind beispielsweise
Himbeeren, Brombeeren, Fingerkraut, Bartblume, Besenheide, Losbaum, Heckenkirsche, Islandmohn, Lerchensporn, Lavendel, Schafgarbe, Duftnessel, Stockrose, Mädchenauge, Storchenschnabel, Staudensalbei, Staudenwicke, Purpursonnenhut, Goldmelisse, Blutweiderich, Minze, Fetthenne, Sonnenbraut, Sonnenblume.

Biene am Purpursonnenhut Echinacea

Biene am Purpursonnenhut Echinacea

Neben den bereits genannten mehrjährigen Stauden und Gehölzen, die in der Regel gepflanzt werden, gibt es auch ein- und zweijährige sommerblühende Pflanzen wie den Klatschmohn oder die Bienenweide, die ausgesät werden. Wer es bunt mag, findet im Gartenfachhandel auch Samenmischungen für Bienen, Schmetterlinge und Nützlinge im Garten.

Klatschmohn (Papaver rhoeas) ist eine ein- bis zweijährige Pionierpflanze und ein wichtiger Pollenlieferant für Bienen und Hummeln. Der Samen wird inzwischen auch im Gartenfachhandel angeboten.

Bis weit in den Herbst blühen beispielsweise
Dost, Efeu, Fetthenne, Flockenblume, Feinstrahlaster, Kammminze, Ölweide, Rosen, Herbstastern.

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Es gibt so viel Interessantes zum Thema Bienen, beispielsweise:

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Was sind NFTs? Und worum geht es bei dem Blockchain-, Bitcoin-, Ethereum- und NFT-Hype?

Non-fungible Token (NFT) sind derzeit das Gesprächsthema, wenn es um digitale Trends geht. Erst kürzlich wurde ein virtuelles Grundstück im Blockchain-Spiel Axie Infinity, repräsentiert durch einen einzelnen NFT, für 1,5 Millionen US-Dollar verkauft. Jetzt bietet auch Elon Musk (Tesla, SpaceX u.a.), der sich seit ein paar Tagen Technokönig von Tesla nennt, ein solches NFT zum Verkauf an und soll ein (scherzhaftes?) Angebot von 69 Millionen US-Dollar erhalten haben. Und auch Jeffree Star, früher MySpace-Star und Singer-Songwriter, heute kreativer Allrounder, Beauty- und Fashion-Influencer und erfolgreicher Self-made-Unternehmer (Jeffree Star Cosmetics, Killer Merch u. a.) kündigte seine erste NFT-Kollektion für die nächsten Tage an. (ergänzt am 05.02.2022)

→ Einführung NFTs
→ Blockchains
→ Smart Contracts
→ NFTs für Künstler/Urheber
→ NFTs kaufen und verkaufen, Wallets
→ NFT-Marktplätze
→ Geld verdienen mit Kryptowährungen, Blockchain-Technologie, NFTs, als Affiliate
   → Jeffree Star X Marcelo Cantu
→ Disclaimer





NFT steht für non-fungible Token, nicht austauschbare/einzigartige „Wertmarke“, die in einer Blockchain gespeichert ist.

Als fungibel werden Dinge bezeichnet, die austauschbar sind, beispielsweise Währungen: Jeder Fünf-Euro-Schein ist genauso viel wert wie ein anderer. Es spielt auch keine Rolle, ob man zwei Fünf-Euro-Scheine besitzt oder einen Zehn-Euro-Schein. Genauso ist ein US-Dollar wie der andere, eine (Standard-) Goldfeinunze wie die andere und ein Bitcoin (eine Kryptowährung) wie ein anderer Bitcoin.

Nicht fungibel sind im Gegensatz dazu einzigartige Dinge/Vermögenswerte beispielsweise persönliche Ausweise (Personalausweis, Impfpass etc.), einzigartige Kunstwerke, Grundstücke und Gebäude, aber auch digitale Schöpfungen wie digitale Kunstwerke, Skins (Aussehen und Eigenschaften des Spielers) und andere Elemente in digitalen Spielen, Musikdateien etc. in limitierter Auflage. Die Urheberschaft und die Transfers können mit Einträgen in einer Blockchain zertifiziert und damit auch kommerzialisierbar gemacht werden.

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Ein Vermögenswert wird tokenisiert, wenn von ihm eine digitale Version erstellt wird. Je nach Vermögenswert kann dieser noch gestückelt werden (beispielsweise Immobiie) und jedes Stück durch ein Token repräsentiert werden, das auf einer Blockchain sicher gehandelt werden kann.
 
Blockchain
Eine Blockchain ist eine Art digitales Register/Hauptbuch, dessen Einträge nicht wie sonst bei Daten in einer relationalen Datenbankstruktur auf einem Server aufbewahrt werden, sondern entsprechend der so genannten Distributed Ledger Technology (DLT) in einem verteilten Peer-to-Peer-Netzwerk.

Die DLT macht Zwischenhändler überflüssig. Die Datensätze, Transaktionen, befinden sich samt Metadaten in Blöcken (blocks), die durch kryptographische Verfahren aneinandergereiht werden. Jeder Block hat einen eindeutigen Hash-Wert und er kennt den Hashwert des vorherigen Blocks in der Kette. Die Einträge in einer dezentralen Blockchain können nachträglich nicht manipuliert werden und sie können mit einem Explorer durchsucht werden (Transparenz).

Die Blockchain-Technologie ermöglicht die Schaffung dezentraler Strukturen wie die Bitcoin- und die Ethereum-Blockchain und damit nicht nur die Schaffung digitaler Währungen, sondern auch anderer dezentraler Anwendungen. Immer mehr Menschen sind davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie nicht nur das Internet, sondern die Welt umkrempeln wird.



Bitcoin-Blockchain
Die Bitcoin-Blockchain wurde ursprünglich für die Kryptowährung Bitcoin (wie alle Währungen ein fungibler Vermögenswert) geschaffen und genutzt. Ihr Zweck war vor allem, den Transfer von Geldwerten zwischen Teilnehmern dezental, direkt, nicht manipulierbar und transparent zu ermöglichen und zwar jedem, da die Bitcoin-Blockchain öffentlich (= permissionless) ist. Die Programmiermöglichkeiten auf der Bitcoin-Blockchain waren im Vergleich zu denen auf Ethereum gering, aber viele Entwickler wollten sich damit nicht abfinden und auch auf der Bitcoin-Blockchain Decentralized-Finance-(DeFi)Produkte anbieten können, eben wegen der ausdrücklichen Dezentralisiertheit und der größeren Sicherheit von Bitcoin. [Inzwischen gibt es DeFi auch auf Bitcoin, beispielsweise in Gestalt von Sovryn, einer DeFi-Anwendung mit Belohnungssystem, welche auf einem Bitcoin-Nebenarm namens Rootstock (RSK) aufsetzt. RSK ist mit der Ethereum Virtual Machine kompatibel, die das Smart-Contracts-Protokoll unterstützt.] Sehr interessante Einblicke zur bisherigen und wahrscheinlich zukünftigen Entwicklung der Blockchaintechnologie gibt ein Gespräch Defi on Bitcoin Explained (YouTube Channel Anthony Pompliano) zwischen Anthony Pompliano und Edan Yago.

Bitcoin (Spielgeld)
Der Bitcoin ist eine digitale Währung (Kryptowährung). Es gibt keine echten Bitcoin-Münzen oder Scheine. Die abgebildete Münze ist eine Sammlermünze beziehungsweise Spielgeld von Amazon*.
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Ethereum-Blockchain
Ethereum ist komplexer als die Bitcoin-Blockchain mit einem umfassenden Angebot an Programmiersprachen und Werkzeugen, mit denen es viele Möglichkeiten der Nutzung gibt. Der Kern von Ethereum ist die Ethereum Virtuel Machine (EVM) mit einer Turing-vollständigen Software – das bedeutet: mit universeller Programmierbarkeit. Die Ethereum-Blockchain wird einerseits für die Kryptowährung Ether (abgekürzt: ETH, Symbol: Ξ) benutzt, aber fast von Anfang an auch für anderes, beispielsweise für die Erstellung und den Transfer nicht fungibler Token (NFT) wie persönliche Ausweise (gut für Identity Management), einzigartige Kunstwerke (Rückverfolgbarkeit, eindeutiger Besitzer), digitale Sammlerstücke (Crypto-Collectibles), von denen es nur eine beschränkte Menge gibt, und vieles mehr. Ethereum ist die Blockchain-Plattform für Ether Smart Contracts und dApps.
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Auch der Ether ist eine rein digitale Währung (Kryptowährung). Solche Münzen sind lediglich Symbole oder ein witziges Spielgeld-Geschenk – gekauft bei Amazon.de*.
 
Ethereum Smart Contracts
Die Ethereum-Blockchain-Plattform ermöglicht über ihre Scripting-Funktionalität automatisierte/intelligente Vertragsabwicklung (Ether smart contracts). Diese Skripte werden in den Netzwerkknoten der Blockchain ausgeführt. Wird dabei festgestellt, dass ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist, wird das dazugehörige Verfahren entsprechend der Vertragsbedingungen ausgelöst. Die Smart-Contracts lesen und schreiben Transaktionen in die Blockchain. Beispiel für den Einsatz von Smart Contracts: Bei Nichtzahlung von Raten oder nach Ablauf einer bestimmten Zeit, ist das (smarte) Auto/Telefon/Spielelement im Computergame für den Käufer/Mieter nicht mehr nutzbar.

Ethereum DApps
Eine dApp (dezentrale App) ist eine auf einer Blockchain basierenden Open-Source-Software, mit der beispielsweise kryptografisch verschlüsselte Token erzeugt und angeboten werden können. Zur dAPP gehört neben den Smart Contracts das back-end (die verbindende Logik) sowie das front-end, beispielsweise die Webseite, mit dem Nutzer mit der Blockchain interagieren können. Die weltweite Ethereum-Blockchain-Entwicklergemeinde kreiert beispielsweise dApps für neue Projekte, die auf Ethereum gehostet werden. Beispiele sind dAPPs zur Zertifizierung und Lizenzierung von (digitalen) Assets, die Schaffung neuartiger Finanzdienstleistungen (Decentralized Finance, DeFi), die Rückverfolgbarkeit von Lieferketten (Verantwortlichkeiten, Verhinderung von Produktpiraterie etc.), Identitätsmanagement und vieles mehr. dApps auf Ethereum können ganz oder auch nur teilweise dezentral sein, je nachdem wie viel Logik in die Smart Contracts gelegt wird und wie viel in Logik außerhalb der Blockchain, um Anpassungen zu ermöglichen.

Ethereum Standards
Programmier-Standards sind die Regeln, nach denen etwas programmiert wird. ERC steht für Ethereum Request for Comments. Beispiele:
ERC20 ist die Standard-Schnittstelle (interface) für austauschbare Token wie eine virtuelle Währung.
ERC721 ist die Standard-Schnittstelle, die ermöglicht, Smart Contracts als handelbare Token abzuwickeln, ähnlich wie ERC20, nur dass die Token nicht fungibel sind, sondern einzigartig. Jeder NFT hat einen eigenen Smart Contract. Sie werden beispielsweise für Kunstwerke oder Musik verwendet.

ERC1155 ist der sogenannte Multi-Token-Standard. Er ermöglicht gebündelte Transaktionen von NFTs: Mit einem Smart Contract können mehrere Token erstellt werden beispielsweise für limitierte Auflagen.

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Gas geben
Mit „Gas“ kann man Transaktionen priorisieren und beschleunigen, indem man eine hohe Gas-Nummer vergibt. Das erhöht die Transaktionsgebühren, mit denen die Miner (die Schürfer) der Blockchain für das Schürfen („Minen“) bezahlt werden. Dieses Schürfen hat nichts mit Minenarbeit im Bergwerk zu tun, sondern mit teurer technischer Ausstattung und Stromverbrauch für hohe Rechnerleistungen.  

Anwendungen von NFTs für Künstler/Urheber
Bei Kunstwerken alter Meister, die normalerweise im Museum hängen, weiß man, dass es sich um Diebesgut oder um eine Kopie handeln muss, wenn man sie zu einem Spottpreis angeboten bekommt. Anders sieht das bei digitalen Schöpfungen aus, hier sind Künstler/Urheber und später die rechtmäßigen Besitzer kaum nachzuvollziehen. NFTs ermöglichen es unter anderem, den Besitz einzigartiger digitaler Werke, Videospiele, Musikdateien zu zertifizieren und (die Zertifikate und damit die Zahl der zertifizierten Besitzer) knapp zu halten und damit zu kommerzialisieren.
 
Wie kauft man NFTs
Mit NFTs werden Besitzverhältnisse transparent gemacht. Man kann öffentliche Blockchains nämlich mittels Explorern wie https://blockstream.info (Bitcoin-Explorer) und https://etherscan.io (Ethereum Blockchain Explorer) einsehen.

Die auf Ethereum basierten NFTs werden in der Regel mit Ether (oder darauf aufbauenden Währungen) bezahlt. Ether gilt als eine der sichersten Kryptowährungen. Man benötigt eine Ethereum-Wallet, wie sie beispielsweise die Gateway-Applikation Metamask bietet (welche es als Browser-Erweiterung von Google Chrome und als mobile App gibt). Hinweis: In dieser Wallet sollte man nur die Ether halten, die man zeitnah für Aktivitäten benötigt. Die ersten Ether schiebt man von einer anderen Wallet, in der man bereits Ether hat, dorthin. Wer beispielsweise bei bitcoin.de* ist, kann dort verschiedene Kryptowährungen mit Euro kaufen und hat dort automatisch auch eine Wallet für diese Bitcoins, Ethers und andere unterstützten Kryptowährungen.

Weitere Desktop/Online-Wallets, auf denen man seine privaten Schlüssel dann selbst verwalten kann, sind Mist, MyEtherWallet und Exodus. Sie werden in der Regel zusätzlich zu Metamask eingerichtet, um Ethers und Tokens, die man nicht gerade handeln will, dort hinzuschieben.



Wer vor allem handeln/traden will, kann auch einen Broker/Social-Trading-Plattform wie eToro nutzen (eToro Europe Ltd. mit Sitz in Zypern, Privatanleger bis 20.000 Euro Einlagensicherung pro Kunde (nicht pro Konto!)), bei dem man ebenfalls eine Wallet für Ether verwenden kann (eToro Wallet, „versteht“ derzeit 18 Kryptowährungen). Man beachte beim Vergleich von Plattformen (Broker-, Swap- und andere) die Gebühren und die Spreads und bei jeder Transaktion die Gas-Fees!

Das, was man nicht tradet oder bald benötigt, sondern ein paar Tage länger halten will, sowie größere Ether-Beträge überträgt man am besten in eine eigene Wallet, auf die man nur selbst Zugriff hat, so als sei man selbst die Bank. Was lange „liegen“ soll sowie größere Guthaben sollte man zur Sicherheit in eine Hardware Wallet (wie Trezor oder Ledger) schieben, die keine Verbindung zum Internet hat und nicht ausspioniert werden kann.

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Jede Wallet hat eine individuelle Wallet-Adresse (und einen privaten Schlüssel, den man niemals weitergeben darf). Wenn man Ether transferiert, muss man die Wallet-Adresse des Empfängers kennen. MyEtherWallet unterstützt Ether sowie ERC20- und ER721-Token.
 

NFT-Marktplätze (Beispiele)

OpenSea https://opensea.io/
OpenSea ist der größte Marktplatz für Kunst, Sammlerstücke, Spielelemente, Domainnamen etc. mit Auktionsfunktionen, ist aber eigentlich lediglich die Schnittstelle zu SuperRare, Decentraland, rarible und anderen – ist also eigentlich mehr ein Explorer für NFT-basierte Marktplatzprojekte.

SuperRare https://www.superrare.co/
Hier kann man zum Kunsthändler werden. SuperRare ist ein Marktplatz für seltene digitale Kunstwerke. Bezahlt wird mit Ether. Die Plattform verdient an den Galleriekommissionen (15 Prozent). Der Urheber/Künstler erhält 85 Prozent des Verkaufserlöses und bei einem Weiterverkauf des Kunstwerkes ebenfalls jeweils einen Anteil in der Höhe, den er im NFT festgelegt hat, üblich scheinen etwa 10 Prozent zu sein.

Decentraland https://play.decentraland.org/
Decentraland hat einen Marktplatz in einer virtuellen Welt für tokenisierte virtuelle Immobilen und andere Dinge dieser WElt. Bezahlt wird mit Decentraland Coin (MANA) – einer anderen Kryptowährung (1 MANA entspricht derzeit etwa 0,188 US-Dollar).

Weitere Marktplätze für digitale-Kunst-NFTs sind Rarible und Nifty Gateway. Bei Nifty Gateway kann man nicht nur mit Kryptowährung, sondern auch mit Kreditkarte bezahlen.

Screenshot vom NFT-Marktplatz OpenSea
NFT-Marktplatz OpenSea: Die Preise werden bei OpenSea in Ether (ETH) angezeigt. 1 ETH ist aktuell etwa 1.480 Euro wert.

Nachtrag: Inzwischen gibt es NFTs nicht mehr nur auf der Ethereum-Blockchain, sondern auch auf neueren Blockchain-Plattformen wie Solana oder Cardano.

 
Geld verdienen mit Blockchain-Technologie, Kryptowährungen und NFTs

An diesem Hype kann man auf vielerlei Weise partizipieren und auch Geld verdienen:

Investieren in / Traden von Kryptowährungen
Man kann Kryptowährungen wie Ether/Ethereum (ETH), Bitcoin (BTC) und viele andere Coins kaufen und verkaufen, so wie man auch US-Dollar oder Gold kaufen und verkaufen kann. Mit Glück sind die Krypto-Coins beim Verkauf mehr wert als beim Kauf (gemessen in Euro oder US-Dollar, je nachdem womit man eingestiegen ist). Investoren planen langfristig, sie benötigen eine Meinung zum Investitionsobjekt und dessen langfristige Bedeutung für Wirtschaft, Gesellschaft usw. sowie die wahrscheinliche Wertentwicklung. Trader halten die Titel meist weniger als einen Tag, manchmal nur Sekunden, das Handelsobjekt ist ihnen egal, sie brauchen nur eine Meinung zu dessen kurzfristigen Wertentwicklung. Manche tun aber auch beides, Investieren und Traden – erfolgreich sind die, die es zu trennen wissen und für jedes eine eigene Strategie haben.

Der Gewinn ist steuerfrei, wenn man die Coins länger als ein Jahr gehalten hat und mit ihnen nicht zusätzlich Geld verdient hat, beispielsweise durch Verleihen (Crypto-Lending) oder der Beteiligung am Crypto-Staking (Proof of Stake) – dann wird es steuerlich komplizierter. Man sollte sich aber bewusst sein, dass die oben genannten Kryptowährungen und weitere alternativen Digitalwährungen zu Bitcoin (abgekürzt heißen die alternativen Digitalwährungen zu Bitcoin „Alt-Coins“) sehr großen Schwankungen unterliegen. Den Durchblick zu behalten, ist schwierig, denn die Entwicklung in diesem Bereich ist rasant.

Manche Coins haben fundamental keinen Wert (sie sind nicht Mittel, um irgendeinen Dienst oder ein Projekt zu realisieren), sondern sind Meme Coins wie beispielsweise Dogecoin. Die Gefahr, dass eine Meme-Coin-Blase platzt, ist groß. Irgendwann wird die Meute, die den Kurs durch die (unter anderem bei Reddit) verabredete oder durch Elon-Musk-Tweets (Mister „I pump but I don’t dump“) befeuerte Nachfrage nach oben getrieben hat, mit großer Wahrscheinlichkeit weiterziehen. Den letzten beißen dann die Hunde, denn die Preise hängen ab von Angebot und Nachfrage.

Dogecoin - symbolische Münze für diese Meme-Kryptowährung
Der Dogecoin sollte ein Witz sein, eine Parodie auf die überall sprießenden neuen Kryptowährungen. Doch die Kryptoenthusiaten in ihrer Goldgräberstimmung kauften und kauften und der Preis stieg. Dabei ist Dogecoin eine inflationäre Kryptowährung, die wie der US-Dollar ständig nachgedruckt/nachgemined wird. Dogecoin ist aktuell die viertgrößte Kryptowährung, gemessen an der Marktkapitalisierung (Mai 2021). Die abgebildete Münze ist eine Sammlermünze beziehungsweise Spielgeld von Amazon*.
Aber auch bei Kryptowährungen und dApps mit mehr fundamentalem Wert ist man nicht vor Überraschungen sicher. Selbst die Bewertungen der soliden Projekte, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit den derzeitigen Kampf um die Claims gewinnen können, die Innovation bringen und auf denen das Web 3.0 realisiert wird, schwanken sehr stark und damit die Preise für deren Projektbeteiligung/Währung. Wenn man Pech hat, hängt die Bewertung gerade dann in einem Tief, wenn man das Geld braucht und verkaufen will (Liquiditätsplanung). Und selbst bei den guten ist nicht auszuschließen, dass ein besserer, disruptiverer auftaucht, der das Geschäft an sich reißt (vor Google war Netscape die verbreitetste Suchmaschine – kaum jemand erinnert sich überhaupt noch daran, das kann hier genauso passieren). Die Chancen und die Risiken sind in diesem Bereich in diesem Stadium der Entwicklung riesig. Man sollte kein Geld investieren, auf das man angewiesen ist.

Drei Fragen, die man sich vor einer Investition in ein Projekt/Währung des aktuellen Krypto-Hypes fragen sollte (YouTube Channel The Bitcoin Express, Englisch)



Noch viel risikoreicher sind Hebelprodukte auf Währungen wie Optionen, Zertifikate und CFDs. Erfahrende Marktteilnehmer nutzen sie in kleinen Mengen zur Absicherung anderer Positionen. Die, die sie zum Zocken nutzen, gehen damit oft das Risiko ein, sich vollständig zu ruinieren.

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Geldverdienen mit NFTs
Urheber/Künstler können eigene (digitale) Werke direkt auf den NFT-Marktplätzen in NFTs wandeln (genannt „minting“) und verkaufen. Sie können vorgeben, ob und wie sie bei Weiterverkäufen prozentual beteiligt werden müssen (Lizenzgebühr, „royalty“). Aber Achtung: Die Transferkosten für das Minting und das Handeln können (auch abhängig von der Tageszeit) sehr hoch sein.

Sammler und Anleger können NFTs kaufen, sammeln und (eventuell mit Wertzuwachs) weiterverkaufen. Dabei ist zu beachten, dass man vom Anlegerstandpunkt her mit dem Kauf eines NFTs nicht nur in das Kunstwerk, sondern auch in die Währung investiert. Wer sich für die Wertentwicklung seiner Investition in Kryptowährung und in Fiatgeld interessiert, sollte sich also merken, wie viel Euro oder US-Dollar ursprünglich ausgegeben wurden, um die Ether oder andere Kryptowährung für den Kauf der NFTs zu beschaffen, und mit dem Preis am Verkaufstag umgerechnet in Euro oder US-Dollar vergleichen. Wer es ganz genau wissen will, sollte auch die Inflation berücksichtigen.
 
Jeffree Star X Marcelo Cantu Collection. Die NFTs wurden auf der Rarible-Plattform angelegt, sind aber wie im Bild ersichtlich auch über OpenSea zu finden
Gerade frisch online gestellt worden: Die digitalen Kunstwerke der Jeffree Star X Marcelo Cantu Collection. Die NFTs wurden auf der Rarible-Plattform (https://rarible.com/jeffreestar) angelegt, sind aber wie im Bild zu sehen auch über die Meta-Plattform OpenSea (https://opensea.io/accounts/jeffreestar) zu finden.
Jeffree Star X Marcelo Cantu Collection auf Rarible

Auf der Rarible-Plattform werden die digitalen Kunstwerke – hier die Jeffree Star X Marcelo Cantu Collection – in WETH gehandelt.
1 WETH = 1.007091 ETH

Elon Musk hat sich zwar inzwischen von seinem NFT-Angebot bei Twitter distanziert, ist aber sehr in die Blockchain-Technologie mental und in verschiedene Coins finanziell investiert.



Dafür interessieren sich zunehmend Musiker sowie die Modebranche, speziell Dolce & Gabbana, für Blockchains und NFTs.



Geldverdienen als Werbepartner (Affiliate)
Geld verdienen lässt sich auch als Werbepartner von NFT-Marktplätzen beispielsweise als OpenSea-Affiliate oder als Werbepartner von Kryptowährungshandelsplätzen beispielsweise als bitcoin.de Affiliate*.

Geldverdienen mit Aktien und Fonds, die auf Kryptothemen setzen
Wer lieber in die zugrundeliegende Blockchain-Technologie und die Aussicht auf deren wahrscheinlich zunehmende Bedeutung investieren möchte, kann Aktien von Unternehmen kaufen, die von dieser Entwicklung profitieren werden oder würden, wenn alles so läuft, wie es derzeit nach Meinung vieler aussieht, beispielsweise von Microsoft (Azure Blockchain-Dienst: Blockchain-Apps in der Cloud), Nvidia (Grafikkarten für Mining), AMD (Grafikkarten für Mining), IBM (Blockchain-Lösungen), Amazon (Blockchain bei AWS, Amazon Web Services) und anderen. Eine Alternative sind Aktien eines Unternehmens, das in Kryptowährungen und digitale Assets investiert wie die Immutable Holdings Inc. (aber Vorsicht: Die Aktie wird an deutschen Börsen kaum gehandelt, so dass man kaum rein und noch schwieriger wieder raus kommt).

Inzwischen gibt es auch einige Aktienfonds und ETFs, die in Unternehmen investieren, die vermutlich von der Blockchain-Technologie profitieren werden (praktisch die „Enabler“, die die Schaufeln und Siebe verkaufen oder verleihen). Der Vorteil ist, dass solche Fonds in der Regel diversifizierter als eine Aktie sind, weil sie beispielsweise in Firmen verschiedener Sektoren (Informationstechnologie, Finanzbranche, Kommunikationsdienste etc.) und nicht nur in amerikanische und europäische Unternehmen, sondern auch in japanische, südkoreanische, taiwanesische, chinesische und Unternehmen anderer Länder investieren können. Beispiele solcher Fonds sind der börsengehandelte Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF Acc in US-Dollar und der nicht börsengehandelte HansaInvest-Fonds Chainberry Equity R in Euro.

Kryptofonds, die tatsächlich in Kryptowährungen und Projekte/Token investieren, sind für Kleinanleger nicht ganz einfach zu finden. Sie nennen sich oft Krypto-Index, um nicht an die Regularien für Wertpapierfonds gebunden zu sein (aber Regularien dienen oft dem Anlegerschutz), andere verlangen eine sehr hohe Mindestanlagesumme. Oft sind sie geschlossene, nicht börsengehandelte Fonds (Laufzeitbindung oder zumindest schlechtere Fungibilität (Verkaufbarkeit)), als man es von Aktien oder börsengehandelten Wertpapierfonds und ETFs gewohnt ist. Ein Beispiel für einen geschlossenen Kryptofonds ist der Grayscale Digital Large Cap Fund mit 50.000 US-Dollar Mindestanlage und einjähriger Laufzeit (danach am Zweitmarkt verkaufbar, falls es den dann gibt).

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Risikolos sind weder die Wertpapierfonds und ETFs, die in die „Enabler“-Aktiengesellschaften, noch die Unternehmen, die tatsächlich in Krypto-Vermögenswerte (Kryptowährungen und Token) investieren, aber trotz der jeweiligen Diversifizierung auch nicht, denn auch sie fallen bei einer weltweiten Krise. Krypto- und Technologie-Themen sind sowieso sehr volatil (Aktienpreise stark schwankend) und viele Fonds betreiben außerdem oft noch „Hebelgeschäfte“ wie die Wertpapierleihe mit eigenen Risiken, um ihre Fonds-Performance zu verbessern. Bei Fonds, deren Fondswährung nicht der Euro ist, sollte man auch eine Meinung zur Währungsentwicklung in Bezug auf den Euro haben (Währungsrisiko). Bei Fondsvergleichen achtet man auch darauf, in welche Branchen, Länder und Unternehmen der Fonds investiert und weiteres, was in den Factsheets, Anlegerinformationen, Verkaufsprospekten und Halbjahres-/Jahresberichten zu finden ist. Wichtig finde ich persönlich, ob, an welchen Börsen und wie oft eine Aktie, ein Aktienfonds beziehungsweise ETF gehandelt wird, denn nur dann kann man notfalls schnell verkaufen und muss nicht (tage- oder gar wochenlang) auf eine Verkaufsmöglichkeit beziehungsweise die Abwicklung durch den Investmentfonds warten.

Jede der Möglichkeiten bietet Chancen und Risiken. Man sollte aber nicht vergessen, dass hinsichtlich Blockchain-Technologie alles auch anders kommen kann, als jetzt viele denken oder wie es derzeit den Anschein hat.

Außerdem sollte man sich auch über die Risiken von Aktien und Aktienfonds im Klaren sein, bevor man damit anfängt. Beispielsweise dass ihre Entwicklung auch abhängig von der Zinsentwicklung ist: Sollten die Zinsen für Staatsanleihen etc. steigen, fließt weniger Geld in die Aktienmärkte, weil Anleger (PrivatanlegerInnen, VermögensverwalterInnen, Versicherungen etc.) wieder Geld sicherer und fest anlegen, indem sie Anleihen kaufen, d. h. die Aktienkurse werden erst einmal sinken oder stagnieren. Langfristig gesehen ist die Anlage in Aktien und Aktienfonds in der Regel erfolgreich – wenn man mit etwas Strategie vorgeht, beispielsweise diversifiziert.

Bevor man anfängt, sollte man sich mit der ganzen Materie (Blockchain-Technologie, Kryptowährungen, NFT, Geldanlage) vertraut machen und eine eigene Anlagestrategie (Zeithorizont, Risikobereitschaft, Anlegen oder Zocken) überlegen, bevor man sein sauer verdientes Geld investiert.

Kryptowährungen - Beispiele: Bitcoin, Ether, Dogecoin
Kryptowährungen sind virtuelle Währungen, die man nur in einer virtuellen Geldbörse (Wallet) aufbewahren, aber nicht in der Hand halten kann. Die abgebildeten Bitcoin-, Ether-, Dogecoin-Münzen sind reine Dekomünzen/Sammlerstücke, die wertmäßig keinen Bezug zur jeweiligen Kryptowährung haben.
(ergänzt am ergänzt am 05.02.2022)

Geldverdienen als Angestellter oder Freelancer in der Branche
Trotz regelmäßiger schlagzeilenträchtiger Rücksetzer der Preise von Bitcoin, Ethereum und Co. wächst die Blockchaintechnologie/Kryptobranche rasant und von den wachsenden Neugründungen und sich umorientierenden bestehenden Unternehmen der verschiedenen Branchen werden Mitarbeiter/Auftragnehmer auf allen Ebenen gesucht, vom Führungspersonal über Marketing-Manager bis zu den App-Entwicklern/ProgrammiererInnen. Stellenangebote findet man beispielsweise bei → cryptojobslist.com und → coinmarketcap.com/.

Wer wissen möchte, wie Smart Contracts programmiert werden, kann sich das beispielsweise in einem Tutorial „Solidity in 2 hours“ von freeCodeCamp.org bei YouTube anschauen.



Fazit

Meiner Meinung nach sollten Kryptowährungen, Assets/Token, NFTs, Kryptofonds oder Indizes u. Ä. nur ein Teil einer diversifizierten Geldanlagestrategie sein. Vor allem sollte man einen Liquiditätsplan haben, damit man nicht gezwungen ist, mit riesigen Verlusten bei Tiefstpreisen zu verkaufen, wenn das Auto einen Totalschaden hat, man den Job verliert oder bei anderen privaten „Krisen“.

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Bei allem Hype sind noch nicht alle „Abgase“ dieser neuen Technologien gelöst: Beispielsweise ist der hohe Energieverbrauch beim Mining und jeder Transaktion zur Erfüllung des Konsens-Prozesses (Proof-of-Work-Verfahren bei Bitcoin, derzeit noch bei Ethereum und anderen) eine Umweltbelastung, denn noch ist nicht alle Energie aus erneuerbaren Quellen und selbst wenn Miner nur Energie aus regenerativen Quellen verwenden, dann fehlt diese möglicherweise anderswo und erhöht vermutlich indirekt auch den Öko-Strompreis für alle – zumindest wenn nicht eigens Photovoltaikanlagen o. Ä. für das Mining gebaut wurden). Allerdings sollte der gleiche Maßstab auch für jede andere Technologie und Branche angesetzt werden, die umweltverschmutzende Stoffe erzeugt beziehungsweise schmutzig gewonnene Rohstoffe verbraucht und/oder produziert (jede Industrie, die Kohle verwendet, der Auto- und Flugverkehr, der Benzin, Diesel oder Kerosin verbraucht, alle Unternehmen, die nicht reinen Öko-Strom oder andere umweltfreundliche Alternativen nutzen, alle Privatpersonen, Netzwerke und Rechner, die nicht ausschließlich über Ökostrom eines reinen Ökostromanbieters betrieben werden etc.).

Was derzeit nicht zufriedenstellend ist: Das Proof-of-Work-Verfahren führt zu sehr hohen Transferkosten, die beispielsweise Künstler bei der Schaffung und Kunden beim Bieten oder Kaufen auf NFTs bezahlen müssen (mit ein paar Hin- und Her-Buchungen kann man schnell nicht unerhebliche Beträge verbraten). Bei Ethereum ist aber eine Umstellung auf ein Proof-of-Stake-Verfahren bereits angekündigt (London hard fork mit folgenden Ethereum Improvement Proposals (EIPs): EIP-1559, EIP-3198, EIP-3529, EIP-3541, EIP-3554).

Mit der Dezentralisierung kommt die Frage auf, ob ein Staat noch seine Regulierung und Strafverfolgung durchsetzen kann. Wenn nicht, dann mag das zwar positiv sein in Ländern mit autokratischen Regierungen, doch in Demokratien wollen auch die meisten Bürger, dass Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Hehlerei, Kinderpornografie und andere kriminelle Machenschaften verhindert und verfolgt werden. Was das Interesse an Steuerhinterziehung betrifft, möchte ich hier besonders die Interessen der arbeitenden Bevölkerung betonen, denn würde Steuerhinterziehung nicht geahndet, würden weiterhin die, die mit Arbeit Geld verdienen Steuern zahlen, während vor allem die, die mit Geld/Vermögen Geld verdienen, Möglichkeiten haben, sich dem zu entziehen. Allerdings ist die Behauptung, dass die Nachverfolgung von Bitcoin-Strömen schwieriger sei als die von Fiatgeld nicht bewiesen. Im Gegenteil: Das kürzlich angesichts einer Ransomware-Attacke auf Colonial Pipeline (USA) gezahlte Lösegeld in Bitcoins konnte von den US-Behörden in kürzester Zeit aufgespürt werden (Colonial Pipeline-Bericht CNN Politics).

Andererseits ist das Thema Datenschutz noch nicht gelöst. Beispielsweise kann jeder, der eine Wallet-Nummer kennt, und das ist jeder, der einem einmal Coins geschickt hat, per Explorer alle Transaktionen, die zu dieser Nummer gehören, per Explorer für die öffentliche Blockchain herausfiltern.

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Nachtrag 18.7.2022: Johnny Depps NFT Projekt
Johnny Depp bietet seine eigene Kunst als NFTs bei OpenSea an. Bei ihm steht NFT auch für Never Fear Truth.

 

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Disclaimer
Über Geldanlage und Börse schreibe ich basierend auf meinen Erfahrungen als Hobbybörsianerin seit 1996 sowie meinen Recherchen zum jeweiligen Thema. Da sich Gesetze ändern und andererseits die Entwicklungen in der Kryptoszene rasant sind, kann ich keine Garantie auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität geben. Die bereitgestellten Informationen sind niemals als Kauf- oder Verkaufsempfehlungen für Wertpapiere oder irgendetwas anderes zu verstehen. Für Ihre Entscheidungen sind nur Sie verantwortlich. Jede Haftung ist ausgeschlossen.

Der Transparenz halber möchte ich darüber aufklären, dass ich einige der aufgeführten Möglichkeiten zu investieren selbst nutze beziehungsweise mit meinen bescheidenen Mitteln teste. Welche der genannten es sind, bleibt mein Geheimnis, damit diese Nennungen nicht als Kaufempfehlung verstanden werden.

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Gartenbücher, die weiterhelfen

Ein Teil des Spaßes am Gärtnern ist das Experimentieren. Andererseits: Wenn man Neues versucht, kommt man mit etwas Hilfestellung besser voran. Ich bin Gartenbau-Ingenieurin mit viel Berufspraxis, unter anderem im Biologischen Pflanzenschutz, und seit Jahrzehnten privat begeisterte Hobbygärtnerin. Meine Gartenbücher sollen garteninteressierten Leserinnen und Lesern den Einstieg ins Gärtnern oder in ein neues Gartenthema erleichtern. Später sind sie Nachschlagewerke, wenn mal etwas vergessen wurde oder man unsicher ist. (aktualisiert 12.12.2021)

Gartenbücher sind ein tolles Geschenk für Garten- und Pflanzeninteressierte – nicht nur zu Weihnachen – an dem man lange Freude hat!

Natürlich gibt es viele Gartenbücher zu vielen verschiedenen Themen. Hier möchte ich ein paar meiner eigenen vorstellen (Werbung in eigener Sache).

Meine Gartenbücher

In meinen Gartenbüchern wird Know-how auf den Punkt gebracht, aber sie sind gleichzeitig gut zu lesen und zu verstehen. Unser Motto lautet: aus der Gartenbau- und Gartenpraxis für Menschen mit Garten oder Topfgarten (auf Balkon, Dach-/Terrasse oder im Urban-Gardening-Projekt). Die Anleitungen und Tipps sollen informieren und praktische Hilfe sein. Meine Verlagspartner (Fachverlag Eugen Ulmer, Obst- und Gartenbauverlag München) und ich sind da auf einer Linie und wir arbeiten Hand in Hand.

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8

Auch ohne Garten kann man sein ganz persönliches Pflanzenparadies schaffen, indem man in Töpfen, Kübeln und anderen Pflanzgefäßen anbaut – vom Selbstversorgerbalkon, Schmetterlingsparadies oder Blumenmeer bis hin zu einer stilvollen Terrassenbepflanzung. Finden Sie sich selbst und nutzen Sie die praktischen Tipps und Pflanzenlisten.

Gewächshauskalender - Arbeitsbuch von Eva Schumann für Gewächshaus und Frühbeet mit Gemüse - Werbelink zu Amazon
Gewächshaus und Frühbeet: Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 1. Auflage (2022)
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 978-3-8186-1415-7

Gewächshaus und Frühbeet
erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau
*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 2. Auflage (2020)
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 3-8186-0947-0


Gewächshausbuch Schumann/Milicka Werbelink

Das Kleingewächshaus *
Technik und Nutzung (Gemüseanbau, Pflanzenanzucht, Kübelpflanzen, Pflanzensammlungen u.v.m.)
Eva Schumann, Gerhard Milicka
Ulmer Verlag, Stuttgart, 5. Auflage (2019)
Gebundenes Buch, 319 Seiten
ISBN 3-8186-0822-9


Zwei Lieblingsgemüse in einem Buch:

Tomaten, Paprika & Chili für Garten und Balkon: richtig anbauen und frisch genießen*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 1. Auflage (2020)
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 3-8186-1047-9

Paprika und Chili
erfolgreich anbauen
*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 1. Auflage (2017)
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 3-8186-0071-6



Tomaten für Garten und Balkon*
auswählen – anbauen – genießen
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2. Auflage (2014)
Taschenbuch, 64 Seiten
ISBN 3-8001-8269-6

Gartenprobleme – was tun?*
Eva Schumann
Obst- und Gartenbauverlag, München 1997 (wurde aber aktualisiert)
Taschenbuch, 80 Seiten
ISBN 3-8759-6109-9

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